Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2491

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

woidler hat geschrieben: Do 24. Okt 2019, 22:39 Und bezüglich des im Beitrag 2506 erwähnten Gerüchts ist anzumerken, daß durchaus Fälle bekannt wurden, bei denen Tierarzneimittel
nicht nur bei entsprechender Dignose des Einzeltieres angewandt wurden, sondern prophylaktisch beim Gesamtbestand , Stichwort
"Autobahntierärzte".
In den Tränkeanlagen von Geflügelställen gibt es ganz legal Dosiereinrichtungen zur Gabe von Medikamenten über das Trinkwasser für
den gesamten Bestand.

woidler
Was ja auch richtig ist.

oder möchtest du 40.000 Hähnchen alle einzeln untersuchen?
Wenn du da fertig bist mit untersuchen sind 35.000 schon verstorben.

Um ein Medikament verabreichen zu dürfen muss ein Tierärztlicher Befund vorliegen.
Ohne einen Befund darf der Tierarzt keine Medikamte abgeben,
einfach Mal so vorsorglich ist verboten und auf Grund der Preise (fürs Hähnchen wie fürs Medikament) wirtschaftlicher Ruin.

Bei Ansteckenden Krankheiten gibt es keine Schadschwelle wie im Pflanzenbau,
zu schnell ist der ganze Bestand krank oder gar tot.
Tom Schäferle
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2492

Beitrag von Tom Schäferle »

"Veterinärapotheke"
oh, das ist bei weitem nicht alles, was dort aufgeführt wird

Die Krankheiten bei Tieren sind so mannigfaltig wie beim Menschen,
entsprechend gibt es noch viele, viele Arzneimittel mehr als dort genannt.

Solch eine Dosiereinrichtung für Medikamente in Geflügeltränkanlagen habe ich auch schon einmal gesehen.
Bei einem Bekannten sind immer Tauben durch ein offenes Fenster reingekommen und haben sich am Futter bedient.
Die haben die Bronchitis eingeschleppt und gerade Geflügel ist für Atemwegserkrankungen sehr empfänglich.
Innerhalb von 24h war der gesamte Bestand infiziert. Über die Tränke konnte das Medikament am schnellsten an alle Tiere verabreicht werden.
So konnte er seinen Bestand retten.
Reine Bodenhaltung bietet leider nicht nur Vorteile.
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2493

Beitrag von Rohana »

woidler hat geschrieben: Do 24. Okt 2019, 22:39 [...]
In den Tränkeanlagen von Geflügelställen gibt es ganz legal Dosiereinrichtungen zur Gabe von Medikamenten über das Trinkwasser für
den gesamten Bestand.
Naja, Geflügel und Rinder zu vergleichen ist n bisschen problematisch in dieser Hinsicht. Bei Kühen wird nix an Antibiotika prophylaktisch gegeben, schon gar nicht im Gesamtbestand, wäre ja hirnrissig da Milch unter Antibiose nicht abgeliefert werden kann! Bei Geflügel kann dir unter Umständen der ganze Bestand ziemlich schnell verrecken, wenn nicht alle behandelt werden. Einzeltierbehandlung ist da was für Hobbybereich... und ja,ich gehe auch mit Huhn zum Tierarzt. Meine Hühner sind Hobbyhühner, die müssen nicht wirtschaftlich sein.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2494

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

2011 wurden 1706t Antibiotika in der Tierhaltung verwendet.
Hierzu zählen auch die 14 Millionen Hunde und Katzen!

2017, also nur 6 Jahre später waren es nur noch 733t,
das ist ein Minus von 57%.
Davon das also immer mehr Antibiotika verbraucht werden kann keine Rede sein.

80 Millionen Deutsche a 75kg sind 6 Mio t Lebendmasse.
12,3Mio Rinder: 6,15 Mio t LM
27,3Mio Schweine: 1,7 Mio t LM
173 Mio Geflügel: 0,3 Mio t LM
In Summe 8,15 Mio t Lebendmasse,

In der Humanmedizin wurden 2017 etwa 800t Antibiotika verwendet,
das macht 0,133g/kg LM
Bei den Tieren wurden 733t eingesetzt:
das macht 0,089g/kg LM
Pferde, Schafe, Hunde und Katzen habe ich der Einfachheit halber weg gelassen.

In der Humanmedizin wurden also nicht nur absolut sondern auch noch relativ (das 1,5 fache!) deutlich mehr Antibiotika eingesetzt als in der Tierhaltung.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2495

Beitrag von woidler »

@ Rohana:

ich hab mich auf das erwähnte Gerücht, bezogen, daß die Landwirte ihre Tiere mit Antibiotika vollpumpen.
Da war nicht nur von Rindern die Rede ! Also ist es wohl keine Themaverfehlung, wenn man auch auf Einrichtungen in der Geflügelhaltung hinweist.

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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2496

Beitrag von emil17 »

Oelkanne hat geschrieben: Do 24. Okt 2019, 23:25 80 Millionen Deutsche a 75kg sind 6 Mio t Lebendmasse.
12,3Mio Rinder: 6,15 Mio t LM
27,3Mio Schweine: 1,7 Mio t LM
173 Mio Geflügel: 0,3 Mio t LM
In Summe 8,15 Mio t Lebendmasse,

In der Humanmedizin wurden 2017 etwa 800t Antibiotika verwendet,
das macht 0,133g/kg LM
Bei den Tieren wurden 733t eingesetzt:
das macht 0,089g/kg LM
Pferde, Schafe, Hunde und Katzen habe ich der Einfachheit halber weg gelassen.

In der Humanmedizin wurden also nicht nur absolut sondern auch noch relativ (das 1,5 fache!) deutlich mehr Antibiotika eingesetzt als in der Tierhaltung.
Die Rechnung gefällt mir.
Ich hoffe, der Mehraufwand in der Humanmedizin sei der Tatsache geschuldet, dass Notschlachtungen oder Abtun wegen Unwirtschaftlichkeit der Behandlung dort unüblich sind, und dass Menschen weder gemolken noch verzehrt werden.
Ein kleiner Fehler: wenn du noch mehr Viecher weglässt, wird das Verhältnis noch grösser.
Dann wäre da noch das kleine Problem, dass die Antibiotika in der Tierproduktion mit Gülle und Mist auf die Felder, also direkt in die Umwelt ausgebracht werden, während die aus der Humanmedizin in Kläranlagen gehen.
Dann wäre da noch das Problem, dass es sehr unterschiedlich wirksame Antibiotika gibt - das Gewicht allein ist deshalb eine etwas schwierige Angabe für die Menge.

Aber sonst kann man mit solchen Rechnungen (alles verteilt auf alles) viel machen.
Die Musikakademien könnten zum Beispiel eine Liste der Musikinstrumente erstellen und daraus den Brennwert des Inventars pro Musiker berechnen. Wenn man Antibiotika nach Gewicht misst, ist der Brennwert für Streicher und Holzbläser auch geeignet.
Ach ja, und ich zusammen mit Donald Trump geben zwei Milliardäre.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2497

Beitrag von emil17 »

Oelkanne hat geschrieben: Do 24. Okt 2019, 22:28
Tom Schäferle hat geschrieben: Do 24. Okt 2019, 22:22 Woher kommt eigentlich dieses sich hartnäckig haltende Gerücht, dass alle konventionellen Landwirte alle ihre Tiere mit Antibiotika sättigen?
BUND
PETA
"Umweltinstitut"
Tierschutzbund
usw

Also von Leuten die meist keine Sachkenntnis haben und deren Geschäftsmodell auf dem Schüren von Ängsten beruht.
Wieder mal fehlende Sachkenntnis seitens der Kritiker. Es kann ja nur das sein.
Ein einziger Mensch, der etwas von Landwirtschaft versteht und dennoch der Meinung ist, es würden zuviele Antibiotika in der Tierproduktion verwendet ... und diese Argumentation fällt in sich zusammen.
Aber die kann man ja ignorieren, denn wer sowas beanstandet, der kann ja gar nicht sachkundig sein.

So züchtet man Imageprobleme der eigenen Branche. Würde die konventionell-industrielle Landwirtschaft dem Antibiotika-Problem etwas ernsthafter begegnen, wäre das eine vorzügliche Methode, diesen Ideologen den Boden abzugraben, auf dem sie ihre Anti-Landwirtschafts-Propaganda betreiben.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2498

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

emil17 hat geschrieben: Fr 25. Okt 2019, 06:45
Oelkanne hat geschrieben: Do 24. Okt 2019, 23:25 80 Millionen Deutsche a 75kg sind 6 Mio t Lebendmasse.
12,3Mio Rinder: 6,15 Mio t LM
27,3Mio Schweine: 1,7 Mio t LM
173 Mio Geflügel: 0,3 Mio t LM
In Summe 8,15 Mio t Lebendmasse,

In der Humanmedizin wurden 2017 etwa 800t Antibiotika verwendet,
das macht 0,133g/kg LM
Bei den Tieren wurden 733t eingesetzt:
das macht 0,089g/kg LM
Pferde, Schafe, Hunde und Katzen habe ich der Einfachheit halber weg gelassen.

In der Humanmedizin wurden also nicht nur absolut sondern auch noch relativ (das 1,5 fache!) deutlich mehr Antibiotika eingesetzt als in der Tierhaltung.
Die Rechnung gefällt mir.
Ein kleiner Fehler: wenn du noch mehr Viecher weglässt, wird das Verhältnis noch grösser.Eh du Bimbo, würde man Hund Katze Pferd etc dazu nehmen käme man auf noch weniger Antibiotika pro kgLM in der LW...
Ich hoffe, der Mehraufwand in der Humanmedizin sei der Tatsache geschuldet, dass Notschlachtungen oder Abtun wegen Unwirtschaftlichkeit der Behandlung dort unüblich sind, und dass Menschen weder gemolken noch verzehrt werden. Man hört öffzers ahhhhhh die LW verseucht uns mit Antibiotika,
ist ja ulkig wenn man freiwillig 1,5mal so viel Schluckt wie die Tiere...
Bei den Tieren gibt es Wartezeiten die eingehalten werden müssen bevor die Tiere zur Produktion von Lebensmittel weiter verwendet werden dürfen.

Dann wäre da noch das kleine Problem, dass die Antibiotika in der Tierproduktion mit Gülle und Mist auf die Felder, also direkt in die Umwelt ausgebracht werden, während die aus der Humanmedizin in Kläranlagen gehen.die Kläranlagen können Antibiotika idr nicht abbauen.
Im Vorfluter finden sich dann nicht nur zahlreiche Hormone aus der Humanmedizin sondern auch Antibiotika aus der Humanmedizin und Antibiotikaresistente Keime aus der Humanmedizin. https://www.deutschlandfunk.de/antibiot ... e_id=71987
In der Güllegrube herrschen recht aggressive Bedingungen so das dort ein Großteil der Wirkstoffe zerfällt.


Aber sonst kann man mit solchen Rechnungen (alles verteilt auf alles) viel machen.
Die Musikakademien könnten zum Beispiel eine Liste der Musikinstrumente erstellen und daraus den Brennwert des Inventars pro Musiker berechnen.
Ach ja, und ich zusammen mit Donald Trump geben zwei Milliardäre.Gib es doch zu, dir gefällt das Ergebniss nicht weil es dir nicht in den Kram passt. Antibiotika werden vom Arzt (egal ob Mensch oder Tier) nach kg LM bemessen, also ist das auch ein passender Vergleichsmaßstab.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2499

Beitrag von emil17 »

Oelkanne hat geschrieben: Fr 25. Okt 2019, 07:04 die Kläranlagen können Antibiotika idr nicht abbauen.
Im Vorfluter finden sich dann nicht nur zahlreiche Hormone aus der Humanmedizin sondern auch Antibiotika aus der Humanmedizin und Antibiotikaresistente Keime aus der Humanmedizin.
Weiss ich und ist ein Problem
Oelkanne hat geschrieben: Fr 25. Okt 2019, 07:04Ein kleiner Fehler: wenn du noch mehr Viecher weglässt, wird das Verhältnis noch grösser. Eh du Bimbo, würde man Hund Katze Pferd etc dazu nehmen käme man auf noch weniger Antibiotika pro kgLM in der LW...
Die Aufwandmengen in der Heimtierhaltung sind viel grösser, weil Mensch für sein Lieblingstier halt viel tut. Weshalb fast alle Katzen und Hunde glücklicherweise sowieso nicht zu LW gehören.
Du meinst also, dass ein kg Pferd weniger Antibiotika kriegt als ein kg Kuh?

Oelkanne hat geschrieben: Fr 25. Okt 2019, 07:04Gib es doch zu, dir gefällt das Ergebniss nicht weil es dir nicht in den Kram passt.
Mir gefällt das Ergebnis nicht, weil es den Tatsachen entspricht und man etwas unternehmen sollte, damit die Tatsachen in Zukunft anders werden.
Oelkanne hat geschrieben: Fr 25. Okt 2019, 07:04Antibiotika werden vom Arzt (egal ob Mensch oder Tier) nach kg LM bemessen, also ist das auch ein passender Vergleichsmaßstab.
Die Dosis nach kg LM bezieht sich auf ein einzelnes Medikament und ist für jedes verschieden, weil die Wirkstoffe unterschiedlich wirksam und unterschiedlich toxisch sind. Deshalb ist eine simple Addition aller Mengen wenig aussagekräftig, und deshalb sagt eine Abnahme der Gesamtmenge über die Jahre nicht besonders viel aus.
Aber wenn dir das zu kompliziert ist, dann darfst du selbstverständlich so rechnen, wie du es eben kannst.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Gelöschter Benutzer 54

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2500

Beitrag von Gelöschter Benutzer 54 »

Es war grad so schön konsktruktiv gewesen :)

Ölkanne, ginge das bitte, dass wir das ne Weile behalten?
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