Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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Sonne
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5191

Beitrag von Sonne »

Manfred hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 22:34 Alles doof.
Nicht mal die deutschen Winzer werden gerettet. Wenn jetzt aus Chile zollfrei der süße Wein kommt und zollfrei nach Indien weiterverkauft wird, mögen dort nicht mal mehr die Fakire den trockenen deutschen Wein trinken.
Fakire dürfen aus religiösen Gruppen eigentlich keinen Wein / Alkohol trinken. :grinblum:

Ich habe mich sowieso gefragt...warum der Weinimport so betont wurde. Die Buddhisten dürfen keinen Alkohol trinken...die Moslems nicht und im Hinduismus wird es auch nicht gerade empfohlen. :hmm:

Naja. Ein Teil der Bevölkerung wird sich nicht unbedingt an alle religiösen Vorschriften halten. :lala:
Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. 1. Mose 1, 31
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5192

Beitrag von Manfred »

Sonne hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 11:53 Ich habe mich sowieso gefragt...warum der Weinimport so betont wurde.
Weil der deutsche Weinmarkt die letzte Monate völlig zusammengebrochen ist.
Es gehen reihenweise Vermarktungsgenossenschaften und Betriebe pleite.
Durch die angebliche Export-Perspektive sollen die Bauernverbände bei der Stange gehalten werden.

Der deutsche Weinbau ist extrem reguliert. Es sollten dadurch die Steillagenbetriebe erhalten werden.
Aber aktuell ist es so, dass selbst die meisten halbwegs rational maschinell bearbeitbaren Flächen nicht mehr wirtschaftlich sind.
Solche Regulierungen gehen halt immer irgendwann nach hinten los, weil sich die technische Entwicklung und wirtschaftliche Realität nicht aufhalten lassen. Und es gibt mehr als genug brettebene, klimatisch günstige Weinbauflächen auf diesem Planeten.
Jetzt gibt es halt eine Bereinigung dahin, dass von den Steillagen nur übrig bleibt, was hochpreisigen Nischenabsatz findet.

Das gleiche mit Emils Magerrasen. Kann man eine Zeit lang hinsubventionieren. Aber irgendwann bricht das dann komplett zusammen und die Flächen wachsen zu, weil man es versäumt hat, wirtschaftliche Tierhaltungsbetriebe aufzubauen.
Und wenn die Tierhaltungsstrukturen erstmal weg sind, stellt die in unserem klein zerstückelten Land keiner so schnell wieder auf die Beine.
Wenn dann der junge Betriebsleiter eines der letzte Naturschutzflächenauffangbetriebe zum wiederholten Male mit laufendem Motor irgendwo auf der Straße stehend auf den Lenkrad eingeschlafen vorgefunden wird, kann man sich ungefähr ausmalen, wie weit das auf Anschlag läuft. Irgendwann ist der halt tot oder psychisch zusammengebrochen und seine Tierhaltung dann auch noch weg. Die gutbezahlten NGOler und Behördenmitarbeiter, die sich regelmäßig für die Organisation der Naturschutzprojekte brüsten, wo er die praktische Arbeit erledigt, werden diese, seine Arbeit nicht übernehmen.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5193

Beitrag von emil17 »

Manfred hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 14:08Die gutbezahlten NGOler und Behördenmitarbeiter, die sich regelmäßig für die Organisation der Naturschutzprojekte brüsten, wo er die praktische Arbeit erledigt, werden diese, seine Arbeit nicht übernehmen.
Na ja, das musste ja mal wieder sein.
Die Organisation der Naturschutzverbände läuft wie sehr vieles sehr weitgehend ehrenamtlich. Wenn du reich werden willst, musst du nicht unbedingt beim Naturschutzbund anfangen. Fette Landwirtschaftsfunktionäre sind auch schon öfter gesehen worden. Die wissen ebenfalls genau, was die Landwirtschaft braucht, haben aber selbst auch noch nie eine Mistgabel in den Händen gehabt.
Falls dich die Gehälter der Beamten stören, lässt du dich ins zuständige Parlament wählen und bringst die Regierung dazu, dass die Faulpelze und Sesselpupser auf halben Sold gesetzt werden und endlich mal etwas machen müssen.
Weisst du, warum die sich damit "brüsten"? Weil das beim Publikum, das mit seinen Steuern auch die Subventionen der Bauern bezahlt, besser ankommt als langweilige Maisäcker und totgespritzte Apfelplantagen.
Amigo hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 08:26 Aber bei so viel Postfaktizität geb´ich dir mal ein kleines Rätsel auf .
BASF Ludwigshafen - Deutschland - ( kenn you ? ) macht weltweit an allen Standorten Gewinn , außer in ... ?

Ja wie kommt es nur ?
Unter der Annahme, dass das stimmt (ich glaube nicht, dass die in D gar keine Steuern bezahlen, aber seis drum):
Ein internationaler Konzern kann Gewinne in Niedrigsteuerländer verlagern. Dazu gibts viele Tricks.

Einer geht so: Eine Fabrik im Hochsteuerland A kauft Zubehör, Verpackung, Ausgangsprodukte und so weiter aussschliesslich bei einem Lieferanten im Niedrigsteuerland B ein, der dem gleichen Konzern gehört, aber zu überhöhtem Preis. Und schon fällt ein Teil des Gewinns, der im Land A durch den Verkauf der Endprodukte gemacht wurde, steuerlich im Land B an. Bei Chemie und Pharma wird vor allem die sehr teure Forschung und Entwicklung an Orten mit guter Infrastruktur, gut ausgebildeten Leuten und Rechtssicherheit gemacht, die Produktion dann aber in Billiglohnländern (da wo, wie damals in Bhopal, die Chemieunfälle nicht so teuer werden).
Dann gibts natürlich ganz viele Experten in Berlin und Brüssel, die auch Dir gerne erklären, warum es für Deutschland gut ist, wenn die Leute mit viel Einkommen wenig Steuern zahlen müssen.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5194

Beitrag von emil17 »

Rohana hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 09:34 Das ist genauso ein toller Weg die Landwirtschaft zu ruinieren, glaub mir. Die Subventionen die wir hier haben sind doch ursprünglich als Ausgleich für wegfallende Zölle/Schutz der inländischen Produktion gedacht gewesen und sind mittlerweile auch einfach nix mehr wert, wir sind kurz vor dem Punkt wo es rentabler ist, keine Subventionen zu beantragen weil man dann möglicherweise sinnvoller wirtschaften kann, aber da hat der liebe Staat ja vorgesorgt: Wer nicht Nachweise aus dem Subventionsantrag vorlegen kann, wird rausgekegelt...
Ich glaub dir gerne, dass Landwirt sein in der EU nicht so toll ist. Vielleicht wählt ihr in den Bauernverband mal Leute, die nicht bloss die Interessen der ganz Grossen wie Müllermilch vertreten?
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5195

Beitrag von Manfred »

Deine beharrliche Verweigerung jeder Selbstreflexion ist fast bewundernswert.
Aber anders kann man ein solches Leben vermutlich nicht führen.

Zurück zum Thema:
Zur Lage im deutschen Weinbau zitiere ich einen aktuellen Beitrag aus dem Landtreff:

"Mein Betrieb liegt auch im Bereich Nordbaden, ziemlich oben der letzte Zipfel, zumindest noch im Einzugsgebiet des BWK.
Weinbau gab es hier eigentlich schon immer, mal mehr, mal weniger erfolgreich. Einfach weil die Lagen eher durchwachsen sind.

Politisch ausgedrückt:
Wir stehen vor einer der schwersten Herausforderungen unserer Zeit. Die Lage ist ernst und sie duldet keinen Aufschub.

Einen großteil der Pachtweinberge haben wir mittlerweile gekündigt und nur noch die Eigentumsflächen (kann man ja schlecht kündigen) sowie eine Hand voll anderer Anlagen von Verpächtern bei denen wir auch Ackerflächen haben, in der zukünftigen Bewirtschaftung.

Momentan wird wie wild gerodet und flächen zurückgegeben, teilweise hören ganze Betriebe mit dem kompletten Weinbau auf.
Gefühlt kam da erst nach der letzten Abrechnung so richtig Schwung in das ganze.

Ein paar Privatwinzer halten zwar weiter gegen den Trend aber der Großteil an Genossenschaftswinzer ist am abbauen."
https://www.landtreff.de/marchenstunde- ... -1365.html

Die Weinbauern reagieren also marktwirtschaftlich und reduzieren die Anbaufläche.
Nischenbetriebe, die nicht auf die Genossenschaften und den Groß-Einzelhandel angewiesen sind, können sich halten.
Die Zukunft wird zeigen, welches neue Gleichgewicht sich einstellt.

Das "nach der letzten Abrechnung" bezieht sich auf die Auszahlungspreise der Vermarktungsgenossenschaften.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5196

Beitrag von emil17 »

Manfred hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 18:59 Deine beharrliche Verweigerung jeder Selbstreflexion ist fast bewundernswert.
Aber anders kann man ein solches Leben vermutlich nicht führen.
Weisst du wie ich lebe? nein. Also rede nicht von Dingen, die du nicht weisst.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5197

Beitrag von Rohana »

emil17 hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 16:57
Rohana hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 09:34 Das ist genauso ein toller Weg die Landwirtschaft zu ruinieren, glaub mir. Die Subventionen die wir hier haben sind doch ursprünglich als Ausgleich für wegfallende Zölle/Schutz der inländischen Produktion gedacht gewesen und sind mittlerweile auch einfach nix mehr wert, wir sind kurz vor dem Punkt wo es rentabler ist, keine Subventionen zu beantragen weil man dann möglicherweise sinnvoller wirtschaften kann, aber da hat der liebe Staat ja vorgesorgt: Wer nicht Nachweise aus dem Subventionsantrag vorlegen kann, wird rausgekegelt...
Ich glaub dir gerne, dass Landwirt sein in der EU nicht so toll ist. Vielleicht wählt ihr in den Bauernverband mal Leute, die nicht bloss die Interessen der ganz Grossen wie Müllermilch vertreten?
Wie kommst du auf die Idee dass der BBV da irgendwas dran tun könnte? Es gibt im Übrigen genug gute Berufsstandsvertreter, aber es braucht Ohren um zu hören und daran hapert es ganz gewaltig.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5198

Beitrag von Manfred »

Ein Gruppenfoto der Mitgliedswinzer der WinzergenossenschaftenSulzfeld und Kürnbach:

https://www.regiotrends.de/de/regiomix/ ... isach.html

Schätzt mal den Altersschnitt.
Und so schaut es in vielen Bereichen der Landwirtschaft aus.
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5199

Beitrag von Manfred »

Seit 2019 Kreisbauernvorsitzender beim DBV, letztes Jahr groß in einen neuen Tierwohl-Milchviehstall investiert.

"Wir hätten deutlich günstiger bauen können, wenn nicht so viele Auflagen erfüllt werden müssten.“
"Möglich sei die Investition aktuell nur, weil der Milchpreis mit rund 50 Cent pro Liter stabil ist – nach langer Zeit erstmals wieder."
https://www.hna.de/lokales/rotenburg-be ... 64418.html

Inzwischen ist der Milchauszahlungspreis seines Abnehmers auf 34 Cent eingebrochen und der Bauer hat sich das Leben genommen.

Zurück bleiben der Junior Anfang 20, die Frau, der Hof und die Schulden.
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5200

Beitrag von Manfred »

Alle Winter wieder:

"Landwirte anonym angezeigt: Rinder und Schafe im Winter draußen gehalten"

https://www.agrarheute.com/tier/rind/la ... ten-638853
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