Was billigste Waren jeder Art angeht, so haben meines Wissens die Deutschen den Slogan "Geiz ist geil" erfunden. Egal was es sei, wenns aus China oder Argentinien billiger kommt, wird es dort per Internet bestellt. Dann kann man der Regierung vorwerfen, sie ruiniere die inländische Produktion.Manfred hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 22:34 Alles doof.
Nicht mal die deutschen Winzer werden gerettet. Wenn jetzt aus Chile zollfrei der süße Wein kommt und zollfrei nach Indien weiterverkauft wird, mögen dort nicht mal mehr die Fakire den trockenen deutschen Wein trinken.
Und gegen indische Lohn- und Energiekosten werden wir nicht anproduzieren.
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass das aktuelle System durch niedrige Importpreise und damit nicht ganz so schnell steigende Ladenpreise noch mögl. lange am Laufen gehalten werden soll, selbst wenn wir dabei den Rest der Industrie auch noch verlieren.
Solange es den Schweinsbraten für 6 Euro das Kilo und die Flasche Wein für 99 Cent gibt, drückt Michel bei der Inflation in allen anderen Bereichen fest die Augen zu.
Ich kaufe keinen Wein für 99Cent und keinen Schweinsbraten für 6 Euro das Kilo. Ich würde das auch nicht tun, wenn es inländische Ware wäre.
Jetzt bezahlt man halt die Rechnung andersrum. Das eigentliche Problem ist nämlich, dass die leistungslosen Einkommen durch Kapitalgewinne, Dividenden usw. sich nicht angemessen an der Steuerlast und damit an der Gesellschaft beteiligen, die ihre Gewinne erst ermöglicht. Sie stellen auch keine Arbeitsplätze zu menschenwürdigen Bedingungen bereit. Sie sind aber für das Aufblähen der Geldmenge verantwortlich. Inflation ist eine der Quittungen dafür.
Was kann man als einzelner dagegen tun? Nicht viel. So erzeugen, dass man selbst dazu stehen kann. Sich ärgern, dass indische Fakire keinen trockenen deutschen Wein mehr trinken? Wenns hilft ...
Die Schweizer haben das mit dem Wein durch. Vor 40 Jahren gab es staatliche Abnahmegarantien. Da wurden Unmengen von aus heutiger Sicht minderwertiger Massenware erzeugt und vom Staat aufgekauft. Keine Ahnung was die damit gemacht haben. Dann kann die Marktöffnung. Seitens der Weinbauern grosses Geschrei wegen Ruin der wirtschaftlichen Existenz. Was ist passiert? Der Schweizer Wein ist teurer und deutlich besser geworden. Die Winzer gibt es immer noch und sie jammern immer noch.
Neuerdings gibt es den Trend, dass der Weinkonsum insgesamt rückläufig ist. Das drückt auf die Preise.
Die Landwirtschaft ist der grösste Abnehmer staatlicher Subventionen. Abhilfe würde ein System schaffen, das die geldwerten Leistungen separat bezahlt. Also in dem Stil, du hast 3 ha Magerwiese nach Güteklasse xyz, gibt so und so viel Bewirtschaftungsbeitrag. Wie das sein muss ist bekannt und es wird kontrolliert, damit nicht geschummelt wird. (ist halt in allen Bereichen so, wo irgendjemand Staatsgelder abziehen kann). Subventionen, bloss weil man ein Gewerbe ausübt, darf es nicht geben, schon nicht wegen dem Gleichbehandlungsprinzip: Ein Dachdeckerbetrieb ist für die Gesellschaft und die Umwelt genau so wichtig wie ein Landwirt, kriegt aber nicht bloss deshalb Geld vom Staat, weil er Dächer deckt.
Schaut man die Globalisierung gesamthaft an, so ist Deutschland wie die meisten Industriestaaten auf der Gewinnerseite. Aber man kann nicht dauernd Urlaub auswärts mit dem Billigflieger machen, einen riesigen Handelsbilanzüberschuss bei Industrieprodukten haben und sich dann darüber beschweren, dass andere Länder das auch wollen und mit dem kämpfen, wo sie stark sind - mit Dumpingpreisen für Massenware.
Bitte auch nicht vergessen, dass nicht der deutsche Staat die eigene Industrie ruiniert, sondern dass das die Investoren und zum Teil die Unternehmer selber tun: Man verlagert ins Ausland, weil man sich dort mehr Gewinn erhofft, und stellt das dann so dar, als würde man dazu gezwungen.
Ich habe diese Geldschickeria sowas von satt, weil es hier in der Nähe massenhaft davon hat. Die stellen sich eine Villa für 5 Millionen hin und beschweren sich dann, wenn die Gemeinde 200 mehr im Jahr für den Räumdienst verlangt.


