Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4941

Beitrag von emil17 »

Rohana hat geschrieben: Sa 7. Dez 2024, 01:47 Emil: Die "Gross-Landwirtschaft" ist nicht vom Himmel gefallen. Nichtmal Bauern befinden sich im luftleeren Raum. Nur der Überfluss und die ständige Verfügbarkeit von allem und jedem gibt heute den Menschen die Musse, zu meinen dass Landwirtschaft bitte nur im Bilderbuchformat wie zu Opas Zeiten stattzufinden hat.
Wir kennen uns eigentlich schon lange genug. Du musst nicht gleich das Kind mit dem Bade ausschütten, wenn man Misstände benennt.

Was Mercosur betrifft, keine Sorge: Sogar im Schweizer Fernsehen wurde Frau von der Leyen gezeigt, wie sie verspricht, dass die EU den Bauern zuhören wird und ihre Sorgen ernst nimmt. Es gehe aber vor allem darum, sagte der Kommentator, dass die EU angesichts drohender Schutzzölle der USA und Chinas ein Wirtschaftswachstum ausserhalb dieser Staaten suchen müsse. Da würden "die Bauern" diese bittere Pille wohl schlucken müssen.
Wahrscheinlich werden sich die Marketingleute schon etwas einfallen ölassen, da wird dann noch mehr brasilanische Soja in Deutschland zu Milch oder Schweinefleisch "umveredelt" und unter dem Motto "aus deutschen Landen frisch auf den Tisch" noch ein paar Cent billiger verkauft.

Gut, wer einen Hof mit geringen Fixkosten und wenig Fremdkapital hat.
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4942

Beitrag von Rohana »

Tscharlie hat geschrieben: Sa 7. Dez 2024, 15:28 Und nein, niemand würde in Deutschland verhungern, wenn die deutschen Landwirte keine Lebensmittel mehr produzieren würden, die Panikmache zieht nicht.
Achso, wer produziert die denn dann? Jeder in seinem Garten? ;)
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4943

Beitrag von Rohana »

Ich vergass zu schreiben, dass sicher niemand einfach so verhungert wenn in D nichts mehr produziert wird. Allerdings ist es ganz einfach so, dass wir die Kontrolle über die Produktion verlieren, sowohl über Quantität als auch Qualität, und wenn der Rest der Welt keinen Bock auf uns hat, dann gibt's halt Luft und Liebe auf'm Teller


@Emil: Brasilianisches Soja brauchen wir echt nicht mehr als wir schon haben, aber ob es dann so viel besser ist gleich die brasilianischen Rinder in handlichen Teilen zu importieren?
Die Bauern sind halt Bauernopfer, gibt ja genug wichtigeres. So total ernst nimmt man deren Sorgen, ja ;) um nicht zu sagen, wenn's nicht die Berufung wär würde diesen Beruf sicher keiner aushalten mit all dem Wahnsinn drumrum. Da kann die Frau von der Leyen erzählen was sie will.
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Tscharlie
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4944

Beitrag von Tscharlie »

Mal vom Stier aus betrachtet.

Europa: Mast-Offen-Stall, die Hörner müssen weg, weil es einfach zu eng ist.
Südamerika: Weite Landschaft, die Hörner können dranbleiben, der Auslauf ist rießig.

Nach einem kurzen Leben gehts zum Metzger.

Wohin die Teile dann wie hinkommen, kann dem Stier egal sein.

Ich habe jetzt schon mehrfach geschrieben: Die Landwirte haben einen großen Anteil daran wie wir mit der Natur umgehen. Ich plädiere für mehr Zuwendungen, z.B. durch Steuern auf Zucker und Fleisch oder besser aus dem gesamten Haushalt, weil es ALLE angeht was die Bauern machen.

Aber in einer Welt die nur Wachstum und Größer um jeden Preis kennt, wird das nicht gelingen.

Vielleicht ist aber gerade die Landwirtschaft der Lebenszweig bei dem das am Besten darzustellen wäre, ja wenn der Bauernverband nicht wäre.

Und nein: Die Lebensmittel in Deutschland werden aktuell NICHT naturfreundlich angebaut. Beispiel gefällig.

Im Donaumoos sollen ja nun einige Flächen wiedervernäßt werden. Ein Feld eines Landwirts hatte noch 25 cm Moorboden über dem reinen Kiesgrund. In dieser Situation baut sich pro Jahr der Boden um 1 cm !! ab, der Landwirtsnachfahre würde also 2050 auf Kies sein Feld bestellen müssen, wenn nichts verändert wird. Nicht überall ist das so trastisch zu sehen, aber fast überall läuft es genau so. Und ja auch wiedervernäßte Flächen lassen sich nutzen, da laufen die ersten Versuche.
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4945

Beitrag von Rohana »

Auf was soll der gute Mann dort wirtschaften wenn nicht auf dem was er hat? Klar, kann gerne wiedervernässt werden, du glaubst aber nicht dass das wirtschaftlich irgendwie so nutzbar ist wie vorher... "Naturschutz" kann man halt nicht essen. Wenn nun die Allgemeinheit das tatsächlich sinnvoll ausgleichen würde, wär's wieder interessant. Aber so wie derzeit oft betrieben, ist "Naturschutz" Raubbau an den Leuten die das zweifelhafte Glück haben solche Flächen zu bewirtschaften, egal welcher Art diese Flächen nun sind. Wenn man das grössere Bild betrachtet, in dem richtig gute und leistungsfähige Böden wie z.B. der Gäuboden stumpf unter Industrie verschwinden dürfen, oder unter Infrastruktur, Wohnungen und was sonst noch, wird die Landwirtschaft immer weiter an den Rand gedrängt - an dem dann von der Seite des "Naturschutzes" wieder geknabbert wird. Was uns bleibt, sind "naturschutzmässig minder attraktive" Grenzertragsstandorte und die vielgerühmte "Agrarwüste", und die wird die Wirtschaftlichkeit irgendwann erledigen. Aber Hauptsache die Bauern sind schuld, egal an was, weil die's einfach nicht können/wollen/<your choice here>.

Lieber Tscharlie, in D ist es nirgendwo Vorschrift dass Mastrinder keine Hörner haben müssen. Allerdings sind viele Fleischrassen genetisch hornlos oder haben genetisch hornlose Zuchtlinien. Mir ist das wurscht was die auf der anderen Seite vom Teich machen. Wir haben jedes Jahr in der BG eine Auflistung von Arbeitsunfällen mit Rindern und jedes Jahr sind Tote dabei. Hörner sind ein wesentlicher Faktor.
Wenn du Rinder aus fast unendlicher Freiheit haben willst, gibt's in D überall dort wo Grünland ist :roll: muss man nicht aus Südamerika holen. Muss aber bezahlt werden, hier wesentlich mehr als da.
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Tscharlie
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4946

Beitrag von Tscharlie »

Tja, das ist jetzt natürlich Hokuspokus.

Die Hörner der Rinder sind mitveratwortlich für die Fruchtbarkeit unserer Böden.

Ich bin Demeter Freund und da macht es keinen Sinn Kühe ohne Hörner zu haben.

Und zu x-tenmal: Ja die Landwirtschaft muss von der Allgemeinheit unterstützt werden im Bemühen für die Natur.

Wenn die Menschen erkannt haben warum etwas lebt, dann wird vielleicht eine neue Zeit anbrechen.

Solange nur in Materie gedacht wird ist das aussichtslos.
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4947

Beitrag von Rohana »

Haste recht, halte ich für absoluten Hokuspokes. Ich bin KEIN Demeterfreund. Gottseidank brauchen unsere Kühe keine kosmischen Antennen und ähnliches...

Was zum ärgern: Uns wurde die Hausschlachtung eines (lebend) gekauften Schweins amtlich untersagt, weil wir nicht als Schweinehalter gemeldet sind. Es darf seit Sommer 2023 in Bayern nur noch zuhause geschlachtet werden wenn man für die Tierart als Halter angemeldet ist. :bang:
Tja, da gehen jetzt ein paar Hundert Jahre Tradition den Bach runter, mein Mann möchte nicht wieder mit der Schweinehaltung anfangen, verständlicherweise...
Die Kollegin von der wir die Sau kaufen wollten bzw. kaufen werden, hat mehr als 10 für Hausschlachtung reservierte Schweine stehen und weiss nicht wohin damit. Bis jetzt hat das Amt das nämlich nicht bekannt gemacht, der Fleischbeschauer wusste von nix, bis vor zwei Wochen wurde im Umkreis noch munter Sau gestochen.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4948

Beitrag von Elli1 »

Was zum ärgern: Uns wurde die Hausschlachtung eines (lebend) gekauften Schweins amtlich untersagt, weil wir nicht als Schweinehalter gemeldet sind. Es darf seit Sommer 2023 in Bayern nur noch zuhause geschlachtet werden wenn man für die Tierart als Halter angemeldet ist. :bang:
Tja, da gehen jetzt ein paar Hundert Jahre Tradition den Bach runter, mein Mann möchte nicht wieder mit der Schweinehaltung anfangen, verständlicherweise...
Die Kollegin von der wir die Sau kaufen wollten bzw. kaufen werden, hat mehr als 10 für Hausschlachtung reservierte Schweine stehen und weiss nicht wohin damit. Bis jetzt hat das Amt das nämlich nicht bekannt gemacht, der Fleischbeschauer wusste von nix, bis vor zwei Wochen wurde im Umkreis noch munter Sau gestochen.
Hier finde ich seit Jahren keinen Metzger mehr der Hausschlachtungen macht. Nicht mal für meine eigenen Tiere die ich nur für mich verwerte. Die Metzger haben alle Angst das sich das rund spricht. Die Schafe müsste ich zum Schlachthof bringen. Ganz toll BBB's einfangen und zum Schlachthof bringen. Das sind Fluchttiere die panisch werden und dann kannste das Fleisch vergessen :bang:
Was kommt als nächstes?
sybille ist nach PC-Problemen Elli1
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Tscharlie
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4949

Beitrag von Tscharlie »

Ja wo kämen wir hin, wenn da jemand an den Großmetzgereien vorbei Tiere schlachten wollte?
Tönnies brauchen jedes Tier um ihre Mitarbeiter bezahlen zu können.

Ja mei, da müßt ihr halt wachsen oder eben weichen.

Ab 1000 Schweinen ist das alles kein Problem.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4950

Beitrag von Elli1 »

So sieht es aus "wachsen oder weichen". Die Kleinen, egal ob Landwirtschaft, oder sonst wer hat irgendwann keine Chance mehr. Ob das so richtig ist?
Da willste gutes Fleisch von Tieren die gut gehalten wurden und dem Tier den Weg zum Schlachthof und den Stress am Schlachthof ersparen (was ja eigentlich gewollt ist aber nur eigentlich) und darfst das aus mir nicht erklärlichen Gründen nicht.
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