Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Elli1
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4951

Beitrag von Elli1 »

Und ja das Abkommen mit südamerika ist sehr gut.
Ich kann Dir wieder mal nicht folgen. Was ist gut daran das wir uns noch abhängiger machen?
Unsere Landwirte können ach heute schon nicht von ihrer Hände-, Maschinenarbeit leben
Scheinbar doch denn sonst täten sie es nicht.

Die Allgemeinheit läuft den Medienaussagen, die nicht unbedingt stimmen, nach.
sybille ist nach PC-Problemen Elli1
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Tscharlie
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4952

Beitrag von Tscharlie »

Ich denke kein Landwirt würde ohne die Zuwenungen durch die Steuerzahler seinen Beruf machen wollen.
2023 gab es 6.900.000.000 € für 310.000 Begünstigte, im Schnitt also gut 22.000 €.

Und die BRD ist als der Exportweltmeister pro Kopf, angewiesen darauf gute Handelsbeziehungen zu haben, da Rußland ausfällt und die USA meint sich schützen zu müssen ist es wichtig Märkte offen zu halten.

Wen wir unsere Produkte gut verkaufen können ist es ein leichtes die Landwirtschaft noch mehr zu unterstützen.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Gandhi
Bernd Belgien
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4953

Beitrag von Bernd Belgien »

Abgesehen von der Neiddebatte (die Fakten beträfen auch alles was "e" ist...):

- Bovaer, war da was?
- Ein paar Proteste in UK, Frankreich, Belgien, ...
gegen Mercosur.
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Tscharlie
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4954

Beitrag von Tscharlie »

Natürlich, wenn man nur auf die Landwirtschaft schaut, ist das Abkommen schlecht.

Wenn man aber bedenkt, dass die Landwirtschaft etwa 0,8 % am BIP ausmacht, dann sieht man: Für uns als Exportnation ist das eine gute Abmachung.

Wie schon geschrieben: Die Landwirte sollen eher mehr als weniger unterstützt werden, aber mit einem Blick auf die Allgemeinheit, also Hochwasserschutz, CO² Bilanzen, Artenvielfalt ect. werden entlohnt. Das würde sich wiederum für die Allgemeinheit rechnen.

Die Landwirte überschätzen völlig ihre Wichtigkeit im Wirtschaftleben, auch bei der Ernährung, aber sie unterschätzen ihre Wirksamkeit im Weltschutz.

Selbst die früher Bauern orientierte CSU hat erkannt, huch! die Landwirte sind ja gar nicht mehr in der Mehrheit, gerne überläßt Söder die Bauern Herrn Aiwanger, wenn er dafür die sonstigen Bayern für sich gewinnen kann.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4955

Beitrag von emil17 »

Rohana hat geschrieben: Sa 7. Dez 2024, 01:47 Emil: Die "Gross-Landwirtschaft" ist nicht vom Himmel gefallen. Nichtmal Bauern befinden sich im luftleeren Raum. Nur der Überfluss und die ständige Verfügbarkeit von allem und jedem gibt heute den Menschen die Musse, zu meinen dass Landwirtschaft bitte nur im Bilderbuchformat wie zu Opas Zeiten stattzufinden hat.
Wir kennen uns eigentlich schon lange genug. Du musst nicht gleich das Kind mit dem Bade ausschütten, wenn man Misstände benennt.

Was Mercosur betrifft, keine Sorge: Sogar im Schweizer Fernsehen wurde Frau von der Leyen gezeigt, wie sie verspricht, dass die EU den Bauern zuhören wird und ihre Sorgen ernst nimmt. Es gehe aber vor allem darum, sagte der Kommentator, dass die EU angesichts drohender Schutzzölle der USA und Chinas ein Wirtschaftswachstum ausserhalb dieser Staaten suchen müsse. Da würden "die Bauern" diese bittere Pille wohl schlucken müssen.
Wahrscheinlich werden sich die Marketingleute schon etwas einfallen ölassen, da wird dann noch mehr brasilanische Soja in Deutschland zu Milch oder Schweinefleisch "umveredelt" und unter dem Motto "aus deutschen Landen frisch auf den Tisch" noch ein paar Cent billiger verkauft.

Gut, wer einen Hof mit geringen Fixkosten und wenig Fremdkapital hat.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4956

Beitrag von Rohana »

Tscharlie hat geschrieben: Sa 7. Dez 2024, 15:28 Und nein, niemand würde in Deutschland verhungern, wenn die deutschen Landwirte keine Lebensmittel mehr produzieren würden, die Panikmache zieht nicht.
Achso, wer produziert die denn dann? Jeder in seinem Garten? ;)
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4957

Beitrag von Rohana »

Ich vergass zu schreiben, dass sicher niemand einfach so verhungert wenn in D nichts mehr produziert wird. Allerdings ist es ganz einfach so, dass wir die Kontrolle über die Produktion verlieren, sowohl über Quantität als auch Qualität, und wenn der Rest der Welt keinen Bock auf uns hat, dann gibt's halt Luft und Liebe auf'm Teller


@Emil: Brasilianisches Soja brauchen wir echt nicht mehr als wir schon haben, aber ob es dann so viel besser ist gleich die brasilianischen Rinder in handlichen Teilen zu importieren?
Die Bauern sind halt Bauernopfer, gibt ja genug wichtigeres. So total ernst nimmt man deren Sorgen, ja ;) um nicht zu sagen, wenn's nicht die Berufung wär würde diesen Beruf sicher keiner aushalten mit all dem Wahnsinn drumrum. Da kann die Frau von der Leyen erzählen was sie will.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4958

Beitrag von Tscharlie »

Mal vom Stier aus betrachtet.

Europa: Mast-Offen-Stall, die Hörner müssen weg, weil es einfach zu eng ist.
Südamerika: Weite Landschaft, die Hörner können dranbleiben, der Auslauf ist rießig.

Nach einem kurzen Leben gehts zum Metzger.

Wohin die Teile dann wie hinkommen, kann dem Stier egal sein.

Ich habe jetzt schon mehrfach geschrieben: Die Landwirte haben einen großen Anteil daran wie wir mit der Natur umgehen. Ich plädiere für mehr Zuwendungen, z.B. durch Steuern auf Zucker und Fleisch oder besser aus dem gesamten Haushalt, weil es ALLE angeht was die Bauern machen.

Aber in einer Welt die nur Wachstum und Größer um jeden Preis kennt, wird das nicht gelingen.

Vielleicht ist aber gerade die Landwirtschaft der Lebenszweig bei dem das am Besten darzustellen wäre, ja wenn der Bauernverband nicht wäre.

Und nein: Die Lebensmittel in Deutschland werden aktuell NICHT naturfreundlich angebaut. Beispiel gefällig.

Im Donaumoos sollen ja nun einige Flächen wiedervernäßt werden. Ein Feld eines Landwirts hatte noch 25 cm Moorboden über dem reinen Kiesgrund. In dieser Situation baut sich pro Jahr der Boden um 1 cm !! ab, der Landwirtsnachfahre würde also 2050 auf Kies sein Feld bestellen müssen, wenn nichts verändert wird. Nicht überall ist das so trastisch zu sehen, aber fast überall läuft es genau so. Und ja auch wiedervernäßte Flächen lassen sich nutzen, da laufen die ersten Versuche.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4959

Beitrag von Rohana »

Auf was soll der gute Mann dort wirtschaften wenn nicht auf dem was er hat? Klar, kann gerne wiedervernässt werden, du glaubst aber nicht dass das wirtschaftlich irgendwie so nutzbar ist wie vorher... "Naturschutz" kann man halt nicht essen. Wenn nun die Allgemeinheit das tatsächlich sinnvoll ausgleichen würde, wär's wieder interessant. Aber so wie derzeit oft betrieben, ist "Naturschutz" Raubbau an den Leuten die das zweifelhafte Glück haben solche Flächen zu bewirtschaften, egal welcher Art diese Flächen nun sind. Wenn man das grössere Bild betrachtet, in dem richtig gute und leistungsfähige Böden wie z.B. der Gäuboden stumpf unter Industrie verschwinden dürfen, oder unter Infrastruktur, Wohnungen und was sonst noch, wird die Landwirtschaft immer weiter an den Rand gedrängt - an dem dann von der Seite des "Naturschutzes" wieder geknabbert wird. Was uns bleibt, sind "naturschutzmässig minder attraktive" Grenzertragsstandorte und die vielgerühmte "Agrarwüste", und die wird die Wirtschaftlichkeit irgendwann erledigen. Aber Hauptsache die Bauern sind schuld, egal an was, weil die's einfach nicht können/wollen/<your choice here>.

Lieber Tscharlie, in D ist es nirgendwo Vorschrift dass Mastrinder keine Hörner haben müssen. Allerdings sind viele Fleischrassen genetisch hornlos oder haben genetisch hornlose Zuchtlinien. Mir ist das wurscht was die auf der anderen Seite vom Teich machen. Wir haben jedes Jahr in der BG eine Auflistung von Arbeitsunfällen mit Rindern und jedes Jahr sind Tote dabei. Hörner sind ein wesentlicher Faktor.
Wenn du Rinder aus fast unendlicher Freiheit haben willst, gibt's in D überall dort wo Grünland ist :roll: muss man nicht aus Südamerika holen. Muss aber bezahlt werden, hier wesentlich mehr als da.
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Tscharlie
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4960

Beitrag von Tscharlie »

Tja, das ist jetzt natürlich Hokuspokus.

Die Hörner der Rinder sind mitveratwortlich für die Fruchtbarkeit unserer Böden.

Ich bin Demeter Freund und da macht es keinen Sinn Kühe ohne Hörner zu haben.

Und zu x-tenmal: Ja die Landwirtschaft muss von der Allgemeinheit unterstützt werden im Bemühen für die Natur.

Wenn die Menschen erkannt haben warum etwas lebt, dann wird vielleicht eine neue Zeit anbrechen.

Solange nur in Materie gedacht wird ist das aussichtslos.
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