Rohana hat geschrieben: Mo 15. Apr 2024, 09:22
Aber ist es nicht auch so, dass die Wurzel die wir ernten gewissermassen ausgereift ist? Die Nährstoffe werden doch ins Speicherorgan gezogen...
ich vermute - vermute - dass die Pflanze das so gut macht wie sie es kann, dass das aber nicht vollständig erfolgen kann, und deshalb nicht nur Zellulose und Lignin im Boden bleibt und N, K, P und alles was wirklich wertvoll ist, vollständig abgezogen werden kann. Die Ernte erfolgt ja dann, wenn die Rübe oder Knolle gefüllt ist, d.h. wenn sie bei weiterem Warten nicht mehr an Qualität oder Gewicht zunimmt.
Leider ist die Bestimmung von Wurzelbiomasse, und erst von Gehalten darin, eine mühevolle und leidige Angelegenheit. Deshalb schreibt man lieber von anderen ab, die das schon gemacht haben, statt selber zu bestimmen. Für die Praxis ist es auch nicht so wichtig, weil man ja sowieso nur die Knollen oder Früchte oder das oberirdische ernten kann.
Ebenfalls logisch ist, dass ein Boiden mit sehr viel Nährstoffspeichervermögen solche Phänomene viel besser ausgleichen kann, also durch Vermeidung von Auswaschungsverlusten Dünger spart. Das darf man aber nicht mit einer natürlichen Nachlieferung oder mit weniger Nährstoffbedarf der Nutzpflanzen verechseln. Weil das aber noch mühsamer zu messen ist (wie soll man Nachlieferung aus frisch abgestorbenen Feinwurzeln quantitativ sauber von Nachlieferung aus anderen Ursachen unterscheiden und bestimmen?), bleibt da viel Interpretationsspielraum offen.
Das ist auch gut so - man stelle sich vor, ohne das vollständige theoretische Wissen um alle Vorgänge im Boden bis ins biochemische Detail könnte man nichts anbauen. Das ist aber kein Freibrief, um Dinge zu behaupten, die aus chemischen oder physikalischen Gründen unmöglich sind.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.