Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4781

Beitrag von emil17 »

Amigo hat geschrieben: Mo 4. Mär 2024, 17:40 Der deutsche Bauer bekommt Vorgaben ohne Ende an die er sich halten muß. Dafür gibt's ein paar Euros Subventionen auf die die meisten wohl lieber verzichten würden wenn sie genau so frei wirtschaften könnten wie ihre Wettbewerber.
Ich will nicht verstehen, was offenbar nicht so ist:
Ich habs oben schon verlinkt, aber kopiere es gerne raus.
Das Jahreseinkommen eines durchschnittlichen Haupterwerbslandwirts ist 2023 um 35.000 € auf 115.000 € gestiegen. In den Jahren davor lag der Einkommenszuwachs stetig über der Inflationsrate. Knapp 38% des Einkommens besteht aus pauschalen Direktzahlungen der Europäischen Union. Bei Ackerbaubetrieben sind es sogar 55% (Datenquelle: Thünen-Institut). Zum großen Teil sind die EU-Subventionen an die Betriebsfläche gebunden. Hinzu kommen aufgabengebundene Zuweisungen der EU, des Bundes und der Länder, so dass insgesamt 48,5% des Einkommens aus öffentlichen Zuschüssen besteht (Datenquelle: Bundeslandwirtschaftsministerium).
Und: 45% aller EU-Subventionen die in D überhaupt ausbezahlt werden gehen in die Landwirtschaft, wo weniger als 2% der Erwerbstätigen arbeiten.

Die Behauptung "Dafür gibt's ein paar Euros Subventionen auf die die meisten wohl lieber verzichten würden wenn sie genau so frei wirtschaften könnten wie ihre Wettbewerber" wird durch diese Zahlen nicht gestützt, auch wenn es in der Wahrnehmung der Landwirte so erscheinen mag.
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Amigo
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4782

Beitrag von Amigo »

Schön , daß du langsam in eine Fakten bezogene Diskussion übergehst.
Pro Hektar gibt es ca. 170 €.
Heißt , der der 100 ha Betrieb kann von den maximal 17000€ eine Halbtagskraft einstellen , die den EU Papierkrieg versucht zu bewältigen .
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4783

Beitrag von Ferry »

woher hast du die 170€ pro hektar?
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4784

Beitrag von Rohana »

Wer mit Ackerland reich werden will, muss Solar oder Bauland draus machen. Da führt im besten Deutschland aller Zeiten kein Weg dran vorbei, Subventionen hin oder her :)

Was in deiner Rechnung fehlt, Emil, ist dass das "Einkommen" ja die eine Sache ist, der Stundenlohn eine ganz andere. Und was nützt es auch drauf rumzureiten wenn in einem Jahr das Einkommen (statistisch) mal mehr geworden ist, wie siehts denn mit den drei bis fünf Jahren vorher aus? Wir hatten SEHR magere Zeiten noch vor kurzem, ob die schon ausgeglichen sind sei dahingestellt...
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Amigo
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4785

Beitrag von Amigo »

Ferry hat geschrieben: Mo 4. Mär 2024, 19:57 woher hast du die 170€ pro hektar?
Hat der Anthony Lee gesagt.
Und beim schnell- gugeln stand 156,- € pro Hektar mit Optionen auf etwas mehr.
.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4786

Beitrag von emil17 »

Rohana hat geschrieben: Mo 4. Mär 2024, 20:08 Was in deiner Rechnung fehlt, Emil, ist dass das "Einkommen" ja die eine Sache ist, der Stundenlohn eine ganz andere.
Wenn du hohen Stundenlohn willst, dann werde nicht Landwirt. Und nicht selbstständiger Handwerker, der abends und am Wochenende seinen Bürokram erledigen muss. Auch Taxifahrer bringsts nicht so. Würstchenbude? Na ja. Zahnarzt oder Anwalt ist schon besser.
Rohana hat geschrieben: Mo 4. Mär 2024, 20:08 Und was nützt es auch drauf rumzureiten wenn in einem Jahr das Einkommen (statistisch) mal mehr geworden ist, wie siehts denn mit den drei bis fünf Jahren vorher aus? Wir hatten SEHR magere Zeiten noch vor kurzem, ob die schon ausgeglichen sind sei dahingestellt...
Ich entnehme den obigen Zahlen, dass "... In den Jahren davor lag der Einkommenszuwachs stetig über der Inflationsrate." Das hätte so mancher Kurierfahrer auch gerne gehabt.
Ich sage ja nicht, dass ihr für das Einkommen nicht arbeiten müsst. Aber dass der Bauernstand übertrieben benachteiligt ist gegenüber fast allen anderen, stimmt einfach nicht.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4787

Beitrag von Bernd Belgien »

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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4788

Beitrag von Rohana »

emil17 hat geschrieben: Mo 4. Mär 2024, 21:00 Ich sage ja nicht, dass ihr für das Einkommen nicht arbeiten müsst. Aber dass der Bauernstand übertrieben benachteiligt ist gegenüber fast allen anderen, stimmt einfach nicht.
Wenn's dir mit deiner Würstchenbude irgendwo nicht passt, ziehst du halt um. Wir sind an Grund und Boden gebunden, klar auch den kann man verkaufen, aber so blöd bist du auch nicht, gell... Landwirt zu werden ist nun auch so'n Ding. Die angestellten Landwirte haben zumindest das Stundenlohnproblem nicht. Die Betriebsleiter haben ihren Betrieb in der Regel geerbt. Ich würde dir ja sagen, mach's doch mal, dann weisst du wie's ist... :michel: gibt immer noch die Option auf Einheiraten!
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4789

Beitrag von emil17 »

Ja, das mit den Boden- und Hofpreisen ist ein echtes Problem, trotz bäuerlichem Bodenrecht das das Gröbste verhindern will.
In einer Zeitschrift wo früher dauernd Höfe und Sacherl zu verkaufen ausgeschrieben waren hats nur noch Suchanzeigen oder mittelprächtige Objekte zu absurd hohen Preisen.
Einheiraten ist eine zweifelhafte Sache. Wie hiess es bei uns früher so treffend: Wer die Laterne will, muss den Docht auch nehmen. Scheidung ist eine zuverlässige Methode, um auch grössere Vermögen klein zu kriegen. Und wenn da Geschwister sind, gibt das finanzielle Lasten, weil man die auszahlen muss, ausser man hat wirklich viel Glück - dann im doppelten Sinn. Wenn die neidig sind, ist ganz der Teufel drin.

Ansonsten zur Betriebsführung: Ich würde versuchen zu machen, was ich sinnvoll finde und dabei alles an Förderung und Subventionen mitnehmen was geht. Aber nicht Dinge tun, die sinnlos sind, bloss weils Subventionen gibt. Ich lass mich doch nicht zum Affen machen, bloss weil die neuerdings viereckige statt runde Jauchegruben wollen. Wenn der Betrieb nur dank Selbstausbeutung und Subventionsjagd gerade so über die Runden kommt, mal grundsätzlich darüber nachdenken, was man mit seinem Restleben machen will.
Für viele Sachen die ich so mache, krieg ich übrigens nichts, weil ich nicht Erwerbslandwirt bin. Auch darf ich Dinge nicht, die ein Erwerbslandwirt dürfte. Beispiel Zufahrt zu einer Blumenwiese, wo inzwischen einige Arten der Roten Liste vorkommen, damit ich mit dem Mäher hin und das Schnittgut wegführen kann. Da hätte es etwas Erdbewegung gebraucht. Bescheid: Nicht bewilligbar, weil nicht Erwerbslandwirt und deshalb kein Bedarf. Ich mähe die Wiese trotzdem.
Die Sache hat einen Schildbürgergeschmack, den sie wohl weniger hätte, wenn ich davon leben müsste.
Bernd Belgien hat geschrieben: Mo 4. Mär 2024, 23:52 Dünnes Eis.
Ich mag keine Berge, Almwiesen sind mir egal, Wintersport auch, warum zahlen?
Man zahlt für eine funktionierende Gesellschaft und weil andere für Dinge mitzahlen, die man selber schätzt. Deshalb machen sie mit meinem Steuergeld auch Spitzensportförderung und mit dem Steuergeld des Spitzensportlers auch Blumenwiesenpflege.
Deinem Problem kannst du ja auskommen, gibt genug flache Gebiete wo nie Schnee liegt.
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4790

Beitrag von Rohana »

emil17 hat geschrieben: Di 5. Mär 2024, 07:39 Die Sache hat einen Schildbürgergeschmack
Glaub mir, den haben aktuell viele Sachen. Eine vernünftigere und verlässlichere Politik würde uns schon vieles erleichtern. :lala:
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