Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
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Bernd Belgien
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Eine sehr gewagten Sicht auf die Angelegenheit...
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Benutzer 8600 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
…wenn ich mich hier im Mansfelder Land umhöre, trifft Emil zumindest für unsere Gegend den Nagel so ziemlich auf den Kopf…
Nicht viele Städter, aber unendlich viele Leute denen das (Fr)essen ziemlich egal ist, und noch mehr Leute, die kaum wissen, wie sie sich mal eine neue Hose kaufen sollen… in Gemeinden, die zur Hälfte aus Ruinen bestehen. Und die gut situierten Bio-Käufer kenne ich in Massen aus meiner Zeit als Auslieferungsfahrer für einen Bio-Lieferanten.
Nicht viele Städter, aber unendlich viele Leute denen das (Fr)essen ziemlich egal ist, und noch mehr Leute, die kaum wissen, wie sie sich mal eine neue Hose kaufen sollen… in Gemeinden, die zur Hälfte aus Ruinen bestehen. Und die gut situierten Bio-Käufer kenne ich in Massen aus meiner Zeit als Auslieferungsfahrer für einen Bio-Lieferanten.
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Bernd Belgien
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Ich meine die Darstellung der Bauern...
Man könnte es auch umdrehen und sich fragen warum "die Ökos" so riesen Flächen für ein paar krumme Möhren brauchen...
Der Forst könnte seine Leute ja auch wieder mit einer Handsäge in den Wald schicken.
Etc...
Wenn ich einen Handwerker nach Stunden bezahlen muss will ich auch daß er richtiges Werkzeug mitbringt und nicht nur einen Schraubendreher und einen Hammer.
Man könnte es auch umdrehen und sich fragen warum "die Ökos" so riesen Flächen für ein paar krumme Möhren brauchen...
Der Forst könnte seine Leute ja auch wieder mit einer Handsäge in den Wald schicken.
Etc...
Wenn ich einen Handwerker nach Stunden bezahlen muss will ich auch daß er richtiges Werkzeug mitbringt und nicht nur einen Schraubendreher und einen Hammer.
- Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Dieselben Deppen die du vorher beschreibst könnten "Naturschutz" doch nicht erkennen wenn er ihnen ins Gesicht springt! Sachgemässe Bewirtschaftung IST gelebter Natur-Schutz. Sorry, Essen fällt nicht vom Himmel, wir müssen schon mehr machen als mitm Zauberstab wedeln. Sogar die Bios.emil17 hat geschrieben: So 3. Mär 2024, 08:38 Dei Hauptfehler vieler Bauern: Man bekämpft die falschen Feinde. Statt erkennbar Natur- und Landschaftsschutz zu betreiben, was von einem grossen Teil der Bevölkerung anerkannt wird und was auch bezahlt gehört und wird, werden Naturschutz und Umweltschutzauflagen als produktionshemmende Bürokratieschikanen ohne Relevanz dargestellt. Typisch ist, dass die Bauern auf die Strasse gehen, weil Dieselsubventionen gestrichen werden und nicht, wenn die EU wieder ein Freihandelsabkommen mit irgend einem Land abschliesst oder weil es nach wie vor erlaubt ist, dass ausländische Lebensmittel importiert werden, die so nicht bei uns erzeugt werden dürften.
Mal ganz abgesehen davon dass definitiv gegen Freihandelsabkommen und dumme Importe protestiert wird, aber wenn das alles im selben Masstab aufgezogen würde, kämen wir nie wieder ans Felder bestellen, weisst. Oder wir campen gleich vorm Bundestag und tauschen dann und wann die Schilder aus. Bei der aktuellen Politik kann man sich drauf verlassen dass die in regelmässigen Abständen Scheisse bauen.
Der Otto Normalmensch bekommt eine ganze Menge "geschenkt" und sieht es nicht. Es steht ja nicht Subvention dranUnd ja: wenn du die Hälfte deines Einkommens als Subventionen und Direktzahlungen hast, dann musst du akzeptieren, dass diejenigen dreinreden, die das bezahlen. Deshalb will die Politik ja auch weg von Subventionen (das sind Beiträge ohne Gegenleistung) hin zu zweckgebundenen Zahlungen für Gegenleistungen. Dasss genau dagegen protestiert wird, kommt nicht gut an, denn Otto Normalmensch kriegt auch nix geschenkt.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
- emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Nehmen wir mal an, dass das sogar stimmt. Wer definiert sachgemäss? Der Betriebswirt wird immer auf mehr Effizienz tendieren, und darauf achten, dass diffusee Bewirtschaftungsziele wie "Naturschutz" die Rentabilität nicht gefährden.Rohana hat geschrieben: So 3. Mär 2024, 12:59 Sachgemässe Bewirtschaftung IST gelebter Natur-Schutz.
Wenn der Betriebswirt selbst definiert was sachgemäss ist, dann dürfen lästige Tatsachen wie Artenschwund auf landwirtschaftlichen Nutzflächen oder Nitratbelastung des Trinkwassers keine Bedeutung haben, bzw. "der Kunde will es so" oder "das geht halt nunmal nicht". Wer das nicht gelten lässt der ist gegen "die" Bauern.
Das ist dann so wie wenn der Autofahrer statt die Polizei entscheidet ob er sich an die Regeln gehalten hat.
Ganz abgesehen davon ist es Unsinn, Dinge zu fördern, die man nicht födern möchte. Will man, dass viel Sprit auf Äckern verfahren wird? Wenn nein, dann nicht Agropdiesel verbilligen, sondern direkt Geld dafür geben, dass das Land so bewirtschaftet wird, dass als förderungswürdig erachtete Nebenziele, wie etwa Biodiversität, betriebswirtschaftlich lohnend werden. Welches die Ziele sind, muss rechtsverbindlich und verlässlich definiert sein und nicht alle drei Jahre ändern. Ob ein Ziel erreicht worden ist, darf nicht derjenige beurteilen, der die Arbeit macht und Anspruch hat.
Dieser Schuss könnte nach hinten losgehen. In einer Gesellschaft mit Gewerbefreiheit muss keiner etwas machen, was er nicht will. All die Tante-Emma-Läden, Dorfschuhmacher, Dorfkneipen usw. wurden auch nicht gefragt ob sie aufhören wollen.Rohana hat geschrieben: So 3. Mär 2024, 12:59 Wenn man anfängt die grosse Rechnung aufzumachen riskiert man halt auch dass die Bauern nein sagen. Nein danke, kein Bock für euch den Depp zu spielen, auch nicht gegen Bezahlung. Macht ihr mal selbst.
Eingehehd zum thema siehe z.B. hier
Zitat aus dem Link:
Jahrzehntelang kennzeichnend für die Agrarpolitik des Bundes war die Verhinderung von Reformen. Beispielsweise wurde die starke Nitratbelastung des Grundwassers infolge von Massentierhaltung nicht nur hingenommen, sondern gegen EU-Vorschriften hinhaltend verteidigt. Bis die EU Deutschland mit massiven täglichen Strafzahlungen drohte. Mit anderen Worten: Auf Druck des Bauernverbands wurde die Vergiftung der Wasserversorgung für die gesamte Bevölkerung hingenommen. Von der EU erzwungene neue Düngeregeln führten zu einer Radikalisierung in Teilen der Bauernschaft, die sich in neuen Bewegungen wie 'Land schafft Verbindung' äußert. Die Bauernlobby fordert vom Bundeslandwirtschaftsministerium - dem einzigen Ministerium für einen einzelnen Wirtschaftszweig - letztendlich, wie lange Jahre zuvor als einseitige Lobby-Organisation tätig zu sein.
Die grössten Feinde der Bauern sind übrigens andere Bauern; das Hofsterben ist hauptsächlich durch gnadenlose Effizienzsteigerung angetrieben. Die Grossen fressen die Kleinen. Da könnten bezahlte Nebenleistungen wie Biodiversität, Landschaftsschutz usw. Entlastung bringen, denn die lassen sich nicht so gut durch schiere Grösse effizienter ausführen.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
- emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Mal was anderes:
Offenbar möchte das deutsche Umweltministerium langfristig Holzheizungen unterdrücken, wegen Feinstaub und "weil es für die Umwelt nützlicher wäre, wenn das CO2 als Biomasse gebunden im Wald bliebe".
Mindestens hat in einer ARD-Sendung zum Thema sich ein hoher Beamter in diesem Sinne dazu geäussert.
Es geht mir hier nicht um Feinstaub. Das lässt sich technisch in den Griff bekommen.
Wie das mit dem CO2 bei nachwachsenden Brennstoffen sein soll, so geht der gute Mann offenbar davon aus, dass das Holz immer und ewig im Wald bleibt, wenn es keiner rausholt und verbrennt. In so einem Wald wachsen ja pro Hektar und Jahr 4 bis 10 Festmeter Holz je nach Standort zu. Also 1 bis 2.5 Tonnen Kohlenstoff, die der Atmosphäre entnommen werden, nicht wahr? Wenn man das einfach rausholt und verbrennt, werden ja die Klimaeffekte des Waldes unterlaufen!
Was passiert denn eigentlich mit dem Zuwachs, wenn ihn keiner aberntet? Das sollte man wissen, bevor man solchen Brösel behauptet. Als Chefbeamter eines Umweltministeriums ist man da auch ein wenig mehr in der Verantwortung, als am Stammtisch der Dorfkneipe.
Ich würde eigentlich von solchen "Fachleuten" mehr Fachwissen erwarten.
Einen Förster fragen könnte schon helfen.
Noch vor zwanzig Jahren wollte man Ackerland zur Biomassegewinnung für Energiezwecke nutzen, und jetzt will man aus dem gleichen Grund (Klima) auf die Nutzung von dem verzichten, was ganz von alleine und ohne Flächenkonkurrenz wächst.
Herr. lass Verstand vom Himmel fallen! Aber ziel gut! Der da ist es!
Offenbar möchte das deutsche Umweltministerium langfristig Holzheizungen unterdrücken, wegen Feinstaub und "weil es für die Umwelt nützlicher wäre, wenn das CO2 als Biomasse gebunden im Wald bliebe".
Mindestens hat in einer ARD-Sendung zum Thema sich ein hoher Beamter in diesem Sinne dazu geäussert.
Es geht mir hier nicht um Feinstaub. Das lässt sich technisch in den Griff bekommen.
Wie das mit dem CO2 bei nachwachsenden Brennstoffen sein soll, so geht der gute Mann offenbar davon aus, dass das Holz immer und ewig im Wald bleibt, wenn es keiner rausholt und verbrennt. In so einem Wald wachsen ja pro Hektar und Jahr 4 bis 10 Festmeter Holz je nach Standort zu. Also 1 bis 2.5 Tonnen Kohlenstoff, die der Atmosphäre entnommen werden, nicht wahr? Wenn man das einfach rausholt und verbrennt, werden ja die Klimaeffekte des Waldes unterlaufen!
Was passiert denn eigentlich mit dem Zuwachs, wenn ihn keiner aberntet? Das sollte man wissen, bevor man solchen Brösel behauptet. Als Chefbeamter eines Umweltministeriums ist man da auch ein wenig mehr in der Verantwortung, als am Stammtisch der Dorfkneipe.
Ich würde eigentlich von solchen "Fachleuten" mehr Fachwissen erwarten.
Einen Förster fragen könnte schon helfen.
Noch vor zwanzig Jahren wollte man Ackerland zur Biomassegewinnung für Energiezwecke nutzen, und jetzt will man aus dem gleichen Grund (Klima) auf die Nutzung von dem verzichten, was ganz von alleine und ohne Flächenkonkurrenz wächst.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Es wird ja auch keine Alternative gefördert. Warum? Weil es keine gibt - ausser Pferdekraftemil17 hat geschrieben: So 3. Mär 2024, 16:07 Ganz abgesehen davon ist es Unsinn, Dinge zu fördern, die man nicht födern möchte. Will man, dass viel Sprit auf Äckern verfahren wird?
Und egal was "man" so will, der Boden bearbeitet sich nicht von alleine. Selbst bei No-Till nicht.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Für die Pferdekraft brauchts dann aber auch Treibstoff in Form von Hafer und sonstigem Getreidekraftfutter und Heu, oder Gras. Da müsste man mal ausrechnen , wieviel Raps man anbauen muß , um mit dem dann hergestellten Rapsöl, einen Traktor zu betreiben, den man für die Bewirtschaftung von 10 ha zB Getreide braucht und was man an Pferdefutter braucht, wenn man die gleiche Fläche mit Pferden bewirtschaftet. Wobei man die Zahl der Rösser im AUgen haben sollte, weil man ja für diverse Arbeiten zB Ernten nicht beliebig viel Zeit hat ....
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Tja, ganz so einfach ist die Rechnung nicht. Das was beim Pferd vorne reinwandert wandert hinten auch wieder raus und gibt Dünger. Das kann ein Traktor nicht. Wenn du ganz genau sein willst musst du die Energie für die Herstellung des Traktors mit einrechnen.
Die Bewirtschaftung der Ackerflächen kann eine ganz andere sein wenn du mit Pferd arbeitest und niemand zwingt dich mit einem Schlag ALLES mit Pferd zu machen. Aber jeder Arbeitsschritt mit Pferd spart Sprit und ist befriedigender.
Ich hab schon auf nem 160PS Schlepper gesessen und gepflügt und auch (wesentlich öfter) mit Pferd. Klar ist der Pferdepflug körperlich anstrengender, aber matschiger im Hirn war ich nach dem riesigen Traktor!
Die Bewirtschaftung der Ackerflächen kann eine ganz andere sein wenn du mit Pferd arbeitest und niemand zwingt dich mit einem Schlag ALLES mit Pferd zu machen. Aber jeder Arbeitsschritt mit Pferd spart Sprit und ist befriedigender.
Ich hab schon auf nem 160PS Schlepper gesessen und gepflügt und auch (wesentlich öfter) mit Pferd. Klar ist der Pferdepflug körperlich anstrengender, aber matschiger im Hirn war ich nach dem riesigen Traktor!
- emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Mir ging es nicht darum dass man ohne Maschinen Land bewirtschaften soll. Aber man soll das direkt fördern, was man möchte, nicht indirekt indem man etwas fördert was man für das braucht was man eigentlich möchte. Und man soll Leistungen abgelten, nicht Verbrauch verbilligen.
In dem Falle, eine nachhaltige Bewirtschaftung mit Nebenzielen wie mehr Biodiversität, sauberes Grundwasser usw. Bei hohen Dieselpreisen wäre dann der Anreiz da, dies mit möglichst wenig Treibstoff zu erledigen. Wird Treibstoff verbilligt, fährt man für alles mögliche rum, weils eben wenig kostet.
Bei uns ist das jettzt gut am Strom zu sehen. Seit Jahrzehnten schon gibts Aufrufe zum Sparen, Ersatz uneffizienter Geräte auch in Industrie und Gewerbe. Und erst jetzt, wo Strom deutlich teurer geworden ist, rechnet sich das plötzlich und es wird gemacht.
In dem Falle, eine nachhaltige Bewirtschaftung mit Nebenzielen wie mehr Biodiversität, sauberes Grundwasser usw. Bei hohen Dieselpreisen wäre dann der Anreiz da, dies mit möglichst wenig Treibstoff zu erledigen. Wird Treibstoff verbilligt, fährt man für alles mögliche rum, weils eben wenig kostet.
Bei uns ist das jettzt gut am Strom zu sehen. Seit Jahrzehnten schon gibts Aufrufe zum Sparen, Ersatz uneffizienter Geräte auch in Industrie und Gewerbe. Und erst jetzt, wo Strom deutlich teurer geworden ist, rechnet sich das plötzlich und es wird gemacht.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
