Manfred hat geschrieben: Sa 18. Dez 2021, 10:11
Die Schweiz mit ihrem konsequenten Außenschutz und Verbrauchern, denen der Wert der eigenen Landwirtschaft bewusst ist, vermeldet völlig andere Zahlen als D.
Hoffentlich auch!
Bitte aber beachten, dass man für einen Franken (ca. 1.05 Euro) in CH weniger bekommt als für einen Euro in D, Treibstoffe ausgenommen. Zudem muss man diese Einkommen versteuern; deutsche Löhne sind netto, Schweizer Löhne werden brutto ausbezahlt.
Ich weiss auch nicht, ob teure Naturalleistungen wie selbst erzeugte Nahrung und Wohnen auf dem Betrieb in diesen zahlen eingepreist sind. Wenn man auf dem eigenen Hof wohnt, fallen schon mal die hohen Fixkosten für Miete weg - das kann aber im Einzelfall sehr unterschiedlich aussehen.
Die Gründe (Sicht von innen gesehen natürlich)
- Der Staatsgedanke ist gänzlich anders als der von D: Der freie Bergbauer, der auf steilem Land den Naturwidrigkeiten seinen Lebensunterhalt abtrotzt, ist der Archetyp des Schweizers.
- Weil 3/4 der landwirtschaftlichen Nutzfläche Berggebiet sind, leisten die Landwirte erkannbar sehr viel für die Bewohnbarkeit des Landes, was in der Bevölkerung nicht grundsätzlich bezweifelt wird.
- Die Erfahrungen der beiden Weltkriege, wo man völlig auf sich selbst gestellt war, da völlig von kriegsführenden Ländern umgeben, zeigte, dass Autarkie wirklich wichtig ist. Das funktionierte einigermassen bei damals 3.5 Millionen Einwohnern und würde heute bei 8.5 Millionen mit sehr viel höheren Ansprüchen sicher nicht mehr so gehen, aber im Staatsbewusstsein ist es immer noch stark vorhanden.
- Sehr gute Voraussetzungen für die Produktion führt in der Regel nicht zu Wertschätzung, sondern zu mehr Gier und Futterneid. Das sieht man auch an sehr vielen rohstoffreichen Ländern, wo der Reichtum an Rohstoffen dem Land nicht zum Segen wurde. Ausnahmen sind skandinavische Staaten, aber das sind von der Mentalität her Leute, die von kargem Boden leben müssen.
- Da der Inlandtourismus sehr verbreitet ist, kennen viele Leute die Landwirtschaft "irgendwie".
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.