Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3071

Beitrag von penelope »

emil17 hat geschrieben: Mo 18. Okt 2021, 08:20
Ebenfalls nötig wäre eine Kapitaltransaktionssteuer.
Genau das wollte ich auch gerade schreiben. Das wäre endlich mal ein Schritt in die richtige Richtung. Eigentlich soll das in der EU ja auch kommen, allerdings verschleppt sich das schon seit ewig langer Zeit. In Deutschland ist eine Kapitaltransaktionssteuer erstmal nur für Privatanleger geplant - das geht natürlich maximal am eigentlichen Zweck vorbei. In den frühen 2000er Jahren hatte ja das ATTAC-Bündnis das Thema relativ präsent gemacht. Irgendwie sind die in der Versenkung verschwunden - Schade eigentlich.

Die "Enteignung" der Deutschen Wohnen usw. halte ich allerdings für eine der bescheuertsten Ideen überhaupt. "Enteigenen" hört sich so sozialistisch und kämpferisch an, aber in Deutschland muss bei einer Enteignung zu marktüblichen Preisen entschädigt werden. Es ist also quasi ein erzwungener Rückkauf. Da hat Berlin in Zeiten, als dort Immobilien spottbillig waren, zig Wohnungen für einen Appel und ein Ei an die Deutsche Wohnen verkauft. die hat jahrelang die Mieten kassiert und ein paar Gebäude edelsaniert aber eben sehr viele auch nicht ausreichend in Stand gehalten und nun sollen die Wohnungn in einen schlechteren Zustand für einen sehr viel höheren Preis an die Stadt zurückgehen. Dadurch gibt es keine einzige Wohnung mehr und es bleiben nur diejenigen in günstigen aber schlechten Wohnungen wohnen, die so eine eh schon haben. Und der Konzern macht einen wahnsinnigen Gewinn bei der ganzen Sache, während es der Stadt, die eh schon notorisch pleite ist, Milliarden kosten würde.
Man kann das ganze eigentlich immrt nur als mahnendes Beispiel vor sich hertragen, damit Kommunen nicht immer noch weiter ihr "Tafelsilber" verscheuern.
Eule
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3072

Beitrag von Eule »

Sozialwohnungen, Bahn, Post, Gesundheitswesen, Pflegeheime, ..., - kennt Jemand ein Beispiel, wo die Privatisierung ehemals öffentlicher Aufgaben zu KEINER Verschlechterung für die Bürger geführt hat? :dreh:
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3073

Beitrag von Rohana »

Eule hat geschrieben: Mo 18. Okt 2021, 09:50 Sozialwohnungen, Bahn, Post, Gesundheitswesen, Pflegeheime, ..., - kennt Jemand ein Beispiel, wo die Privatisierung ehemals öffentlicher Aufgaben zu KEINER Verschlechterung für die Bürger geführt hat? :dreh:
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Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3074

Beitrag von Manfred »

penelope hat geschrieben: Mo 18. Okt 2021, 08:46 Die "Enteignung" der Deutschen Wohnen usw. halte ich allerdings für eine der bescheuertsten Ideen überhaupt.
Ja. Deren Aktien sind nach der Meldung gleich mal gestiegen, weil die gesetzlichen Entschädigungszahlungen im Fall einer Enteignung eine sehr gute Rendite ergeben würden.
Und das Geld der Steuerzahler ist dann erstmal verbraten, statt dass damit neue Wohnungen gebaut worden währen, um den Markt zu entlasten.
Entweder sind die Landespolitiker in Berlin sehr dumm oder sehr korrupt.

Wenn die Politik selbst Wohnungen baut, werden diese idR zu billig vermietet und keine Rücklagen gebildet, weil das kurzfristig Wählerstimmen bringt. Nach 20 bis 40 Jahren zeigt sich dann massiver Sanierungsstau, der nur noch mit erheblichen Mieterhöhungen zu beheben ist. Da dem Politiker dadurch Stimmverluste drohen, werden diese Wohnanlagen billig an Investoren verkauft, welche dann die Sanierungen und nötigen Mieterhöhungen durchsetzen und dafür natürlich von Mietern und Politik nach Kräften beschimpft werden. Das tun sich die Sanierer nur an, wenn sie entsprechend hohe Renditen dabei einfahren, sprich die Wohnungen sehr billig einkaufen können.
Danach stellen die Politiker im Wahlkampf nicht selten fest, dass den armen, von den neuen Vermietern gegängelten Mietern dringend geholfen werden muss und kaufen die Wohnanlagen mit Steuergeldern zum Mehrfachen des vorherigen Verkaufspreises wieder zurück, wodurch der Zyklus der zu niedrigen Mieten und fehlenden Rücklagen dann von vorne beginnt.
Die Freien Wähler haben in Bayern vor einigen Jahren versucht, diesem Spiel einen Riegel vorzuschieben, indem sie für öffentlichen Wohnungsbau kostendeckende Mieten inkl. Sanierungsrücklagen gesetzlich verankern wollten. CSU und SPD haben das abgeschmettert.
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3075

Beitrag von Manfred »

@Email:
Deine Antwort zur Regulierung des Superreichtums fasse ich wie folgt zusammen:
Alles aussichtslos, bis es von einer Art Weltregierung beschlossen wird...

Nur dass eine solche Weltregierung halt wieder massive Nachteile hätte.
Wir kriegen ja nicht mal das Missmanagement und die Korruption in Brüssel in den Griff.
Je weiter solche Institutionen vom Bürger entfernt sind, desto mehr entziehen sie sich der Kontrolle der Bürger und desto leichter degenerieren und korrumpieren sie.
Auch deshalb läuft es in der Schweiz und Norwegen ungleich besser.

Wenn sich in der Hinsicht überhaupt etwas tun soll, dann müssen einzelne Länder die Vorreiter spielen und damit spürbarem Erfolg zum Vorteil ihrer breiten Bevölkerung erzielen.
Andere Ländern werden gleichzeitig versuchen, die Steuervorteile die verdrängen Superreichen für sich zu gewinnen.
Erfolgt kann eine Änderung in einem einzelnen Land also nur haben, wenn es geling, auch ausländische Investitionen durch Superreiche zu sperren.
Wenn wir darauf warten müssen, dass ein Messias vom Himmel steigt und global eine geniale, umgehungssichere Regelung durchsetzt, wir es nie passieren.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3076

Beitrag von Dyrsian »

Ich stimme euch zu, bei dem was ihr geschrieben habt, Emil und Manfred! :daumen:
Vielleicht dazu noch zwei Dinge:
1. Man könnte, um die Steuerflucht zu begrenzen, die Staatsbürgerschaft an das Zahlen von Steuern im eigenen Land binden. So ähnlich machen es die USA. Nach dem motto: wenn du dein Vermögen nach Burkina Faso verschiebt, dann nimm bitte auch deren Pass!
2. Stichwort wohnimmobile im Ballungsraum: sowas bei den derzeitigen Preisen zu bewohnen ist eine lifestyle Entscheidung. Das macht Laune und man hat viele Vorteile im Eigenheim. Wer ehrlich an die Sache rangeht, wird feststellen, dass es aus finanzieller Sicht schlicht keinen Sinn ergibt. Man kann sich das schönrechnen, aber grade in der derzeitigen Lage mit den extrem überbewerten Objekten ist es ähnlich wie mit dem Mercedes in der garage: schön, bequem, aber finanziell unsinnig.Wenn in 4-5 Jahren die Babyboomer in Rente gehen und der Leitzins wieder in annähernd normale Gefilde kommt, mag das anders aus sehen. Und auch wer extrem billig eingekauft oder geerbt hat, tut gut daran JETZT zu verkaufen.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3077

Beitrag von emil17 »

Eine Weltregierung funktioniert so gut, wie sie weise darin ist zu erkennen, was man nicht weltweit regeln muss.
Gleiche Regeln für Steuern und Kriminalität und Umwelt und Arbeiterexistenz weltweit müssen sein. Details der Produktionsweise der Landwirtschaft kann man nur lokal regeln, weil es nicht sein kann, dass für Sizilien und Schweden die gleichen Regeln gelten. Es muss auch nicht in der Welthauptstat entschieden werden, ob Hinterdupfing eine neue Bushaltestelle wollen darf.
Dazu gehören flankierende Massnahmen auf administrativer Ebene, etwa die, dass der Staat Treuhänder der von ihmverwendeten Steuergelder ist und folglich nicht verschwenderisch damit umgehen darf.
Den Superreichen wird man nur mit Enteigungen beikommen können: Ab einer bestimmten Grösse hat Eigentum nicht die Funktion, die es für kleine Unternehmer und gewöhnliche Leute hat, nämlich eine Voraussetzung der Existenzsicherung in Unabhängigkeit. Also ist auch die Eigentumsgarantie der Gesellschaft hinfällig, denn missbräuchliche Verwendung gesellschaftsnotwendiger Güter (vor allem Boden), die nur dazu dient, auf Kosten der anderen sich zu bereichern, darf nicht von der Gesellschaft geschützt werden.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Eule
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3078

Beitrag von Eule »

ich will nicht destruktiv klingen, aber die Erfahrung zeigt, dass Macht so ziemlich Jeden (Menschen aus Fleisch und Blut) früher oder später Moral und Gerechtigkeitssinn vergessen lässt, selbst auf lokaler Ebene, um so mehr auf nationaler oder gar internationaler Ebene, und warum sollte es auf globaler Ebene dann anders sein?
Bleibt nur eine KI als oberste Instanz :duckundweg:
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3079

Beitrag von Manfred »

Man könnte auch von der Natur lernen.
Die käme niemals auf die Idee, eine Weltregierung zu installieren.
Sie besteht aus kleinen, überschaubaren, ersetzbaren, vergänglichen Einheiten, die zwar in Wechselwirkung und Wettbewerb stehen und sich organisieren, aber keine übermäßige Machtkonzentration zulassen und so eine ständige und schnelle Anpassung an neue Gegebenheiten durch Massenselektion erlauben.
penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3080

Beitrag von penelope »

Wir sind inzwischen ein klein wenig vom Thema abgekommen, meint ihr nicht? ;)

Gestern Abend lief im NDR eine ganz interessante Doku über Landwirte, die sich vom Bauernverband abgewandt haben. Ich fand die sehr interessant und die Statements des Vetrtreters des Bauernverbands dazu teilweise wirklich erschreckend.

Wer Interesse hat, kann die in der Mediathek gucken:
https://www.ardmediathek.de/video/45-mi ... MzNzFjZTg/
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