Danke für die Antwort. Ich habe aber nicht Dich gemeint.
Die bekannten Schreihälse, die es überall und bei jeder Partei und Interessenvertretung gibt, haben imemr das gleiche Prinzip: Irgendwas aufbauschen, viel warme Luft rauslassen und das Thema wechseln wenn etwas anderes mehr Aufmerksamkeit verspricht. Die wird man los, indem man dafür sorgt dass die Grundlage ihrer Aufmerksamkeit verschwindet, dann wenden sie sich lohnenderen Themen zu. Weil es die gibt darf man aber nicht all die wirklich besorgten Leute auch in diesen Topf werfen.
Die Existenz solcher "Schreihälse" ändert nichts daran, dass es ein Nitratproblem gibt. Wer behauptet, es läge an (bewusst oder nicht) falschen oder irreführenden Messungen, der verweigert Fakten. Man kann höchstens über die Verursacher streiten. Herausfinden, vielviel Nitrat in einer Wasserprobe ist, ist keine Herausforderung für ein Labor.
Ich bin mit dir einig, dass es aus Sicht der Landwirte kein Nitratproblem geben mag: Was geht uns das Grundwasser an? Uns interessiert, wie man die Ertragsmege optimieren kann, und hier würde mehr Stickstoff noch zu mehr Ertrag führen. Also ...
Zum Thema EU und D: Erstens ergibt sich aus der Rechtslage (Definition Grenzwert) zweifelsfrei, dass Grenzwerte nie und nirgendwo überschritten werden dürfen. Schon die zeitliche Mittelung der Werte verschiedener Jahreszeiten ist eigentlich unzulässig.
Du kriegst nämlich auch dann eine Knolle wegen zu schnellem Fahren, wenn du meistens nicht zu schnell fährst.
In der Börde z.B. wird nicht im Grundwasser sondern im Sickerwasser gemessen. Völliger Schwachsinn
... und wenn man da zu hohe Werte findet, wird es dann ja wohl aus dem Boden in der Nähe ausgewaschen und kann nicht von anderswo herkommen. Genau das wollten wir doch wissen. Danke.
Gering belastetes Sickerwasser bei hohen Grundwasserwerten würde doch genau das bedeuten, was der Bauernverband behauptet: Dass nämlich die Belastung anderswo entstanden sein muss. Die Landwirtschaft kann das Grundwasser nur über das Sickerwasser belasten, denn sie bewirtschaftet ja die Bodenoberfläche. Falls an dieser Logik etwas falsch ist, sage es bitte.
Zweitens ist es egal, wenn in einem Land ein Misstand herrscht, was die anderen Länder machen - du kriegst auch dann eine Knolle, wenn andere auch zu schnell fahren. Hier kann man die übergeordnete Behörde in die Pflicht nehmen, und von denen verlangen, dass alle Länder gleich messen, damit man vergleichen kann. Weil die Polen geschummelt haben, soll es in D auch kein Nitratproblem geben? Unsinn.
Die Fläche die von einer Messstelle abgedeckt werden soll, ist so groß dass es da immer Industrie, Siedlungsgebiet oder Wald mit dabei hat.
Glaub ich nicht, und scheint nur so wenn man die gesamte Landesfläche durch Anzahl Messtellen dividiert.
Zudem müssten Industrie und Siedlungsgebiet gleich behandelt werden wie es die Landwirtschaft für sich verlangt:
Entweder muss jeder beweisen dass er es nicht war, oder es muss jedem bewiesen werden, dass er es war. Aber die Unschudsvermutung für die Landwirtschaft und alle anderen möglichen Verursacher sollen der alleinige Grund für zu hohe Werte sein? So geht das nicht.
Wegen den Robinien und anderen Leguminosen: Offenbar war das dann eine Nebelkerze in der Publikation, wo das erwähnt wurde.
Zur Ernte ist ein Rübenacker praktisch frei von verfügbarem Stickstoff
Das würde heissen, dass da dann ohne Düngung überhaupt nichts mehr wachsen könnte, oder in der Landwirtschaft wird das anders definiert als in der Pflanzenbiologie. Vermutlich meinst du "praktisch frei von gelöstem Sickstoff im Bodenwasser". Das ist aber nicht das selbe. Gelöste Stickstoffverbindungen im Bodenwasser sind immer ein Zeichen von Übersättigung, mithin Überdüngung. Das ist ja das Problem.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.