Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Hildegard
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2911

Beitrag von Hildegard »

"...wieviel Erde braucht der Mensch"?! Leo Tolstoi
LG Hildegard
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2912

Beitrag von emil17 »

Na ja, Bill Gates schint im Alter Philanthrop zu werden und versucht mit seinem Geld einiges zu bewirken. Das sollte man ihm zu Gute halten und wenn er sein Land solchen Zwecken widmet, macht Ankauf schon Sinn.
In vielen Ländern ist das die einzige Methode, um es gegen Spekulation und Raubbau zu schützen, weil Gesetze nur auf dem Papier stehen, aber nicht durchgesetzt werden. Auch in Mitteleuropa ist es eine funktionierende Methode, weil dann nicht um irgendwelche Bewirtschaftungskompromisse gefeilscht werden muss.
Ich glaube jedenfalls nicht, dass er das nur tut, weil seine Kleinweich-Anteile ungenügende Rendite abwerfen oder er sich für seine eigene Zukunft absichern will.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
CeJott
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2913

Beitrag von CeJott »

Ich weiß jetzt nicht ob man die Situation in Amerika vergleichen kann,
aber hier im Umkreis sind ein Optiker und ein Backpulverfabrikant
ganz vorne dabei. Ob als Landkäufer oder Investor in den Betrieben,
ist das eine Wettbewerbsverzerrung. Ich glaube letztlich geht es nur um
die Vermehrung des Geldes oder ähnliches. Der normale Landwirt hat
kaum Chancen dagegen zu zuhalten.
penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2914

Beitrag von penelope »

Hier sind ja die großen Lebensmittelkonzerne wie Aldi und Rewe mit die größten Landeigner (über Tochterfirmen) und damit auch die größten Empfänger von Agrarsubventionen. Und die Bauern, die unter den in Deutschland extrem niedrigen Lebensmittelpreisen leiden, gehen dafür demonstrieren, dass daran auch ja nie was geändert wird. Verrückte Welt.
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2915

Beitrag von Rohana »

Verrückte Welt ist dass Grossinvestoren mehr oder minder legal Ackerland kaufen dürfen.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2916

Beitrag von emil17 »

Marktwirtschaft. Dafür darf ein Landwirt wie jeder andere auch eine Schraubenfabrik oder Bankaktien kaufen.
Es gibt ja in jedem Land ein Gesetz zum Schutz vor Landwirtschaftsspekulation. Als Nicht-Erwerbslandwirt kann ich keinen landwirtschaftlichen Boden kaufen, an dem ein Erwerbslandwirt zum vom Amt festgestellten kapitaliserten Ertragswert Interesse bekundet.
Ich darf aber eine Firma gründen, die solches tut - und bin dann auch, wenn ich ein paar legale Methoden kenne, steuerprivilegiert.
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2917

Beitrag von Rohana »

Ach noch ein Nachtrag für penelope, die bösen Agrarsubventionen gehen an den Bewirtschafter, nicht an den Besitzer.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2918

Beitrag von emil17 »

Rohana hat geschrieben: Mi 20. Jan 2021, 17:38 Ach noch ein Nachtrag für penelope, die bösen Agrarsubventionen gehen an den Bewirtschafter, nicht an den Besitzer.
... und weil der Besitzer das weiss, kriegt er mehr Pacht und der Kauf lohnt sich.
Ist so wie die Wohnungsbeihilfe für Sozialhilfeempfänger: Die einschlägigen Vermeiter wissen genau wieviel es da gibt und hauen das drauf.
Wenn du Bewirtschafter aber nicht Besitzer bist, hast du die Arschkarte: Du trägst das Risiko alleine (auch wenn die Besitzer gerne über Ausfälle wegen Zahlungsunfähigkeit jammern), und wenns mal längere Zeit gut läuft, kann man ja den Zins ein wenig anpassen. Ob Acker, Restaurant, Verkaufsgeschäft ... egal, es läuft immer gleich.

Auch zu Pandemiezeiten: Die Gewerbetreibenden kriegen Hilfsgeld, damit sie die Mieten weiter bezahlen können. Die sind in guten Lagen extrem hoch und das Ausfallrisiko ist Null, weil wenn einer pleite geht findet sich normalerweise sofort ein anderer. Also subventioniert der Steuerzahler die horrenden Mieten der edlen Lagen.
Es wäre nur fair, wenn der Vermieter von Gesetzes wegen einen Teil des Ausfalls tragen müsste. Schliesslich kann die Mietsache zum vorgegebenen Zweck nicht genutzt werden, ohne dass der Mieter etwas dafür kann.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2919

Beitrag von penelope »

Natürlich ist mir klar, dass die Subventionen an die Bewirtschafter gehen.

Ich finde auch Agrarsubeventionen, sogar teilweise rein flächengebunden, nicht im Ansatz böse, sondern richtig und wichtig. Nur die Ausgestaltung könnte/sollte man dirngend überdenken. Wenn man als Ziel ausgiebt, Familienbetriebe zu fördern, kann man nicht den riesen Agrarbetrieb mit 3.000 Hektar mit dem Familienbetrieb mit 300 Hektar gleichsam nach Fläche fördern. Aus meiner Sicht müsste es beispielsweise für die ersten 100 Hektar eine sehr großzügige Förderung geben, für Hektar 101 bis (beispielhaft) Hektar 500 auch noch, aber alles drüber kann dann nicht mehr einfach pauschal gefördert werden, wann man das Ziel hat, kleinere und mittlere Betriebe zu erhalten. Sonst ist doch klar, dass irgendwann pro Dorf nur noch ein riesiger Betrieb übrig bleibt - die Tendenz dazu ist ja auch seit Jahrzehnten ungebrochen.
penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2920

Beitrag von penelope »

emil17 hat geschrieben: Mi 20. Jan 2021, 18:12 Es wäre nur fair, wenn der Vermieter von Gesetzes wegen einen Teil des Ausfalls tragen müsste. Schliesslich kann die Mietsache zum vorgegebenen Zweck nicht genutzt werden, ohne dass der Mieter etwas dafür kann.
Im Ansatz gab es diese Idee zu Beginn der Pandemiezeit in Deutschland. Mieter von Gewebeimmobilien durften ihre Mieten stunden. Als allererstes haben das die großen Konzerne (ganz vorne an Adidas) gemacht, die dann mit dem Geld natürlich in der Zeit spekulieren. Im Kern bin ich aber deiner Ansicht - man muss es halt hinkriegen, dass so zu gestalten, dass nicht die eh großen Konzerne mit den entsprechenden Anwälten im Hintergrund, am Ende wieder am meisten abräumen.
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