Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2881

Ungelesener Beitrag von emil17 »

Ich habe nie ausgeschlossen, dass es andere Ursachen geben kann.
Ich habe auch nie behauptet, man müsse nur bei der Landwirtschaft ansetzen.
Aber das "es ist gar kein Problem und wir sinds nicht und zuerst sollen alle anderen" ist auch nicht korrekt.
Zudem würde ich auch gerne die Stellungnahme des messenden Amtes lesen. Die Bauern sind genau wie das messende Amt Partei, und bekanntlich soll man beide Seiten anhören, bevor man sich ein Urteil bildet.
Was ist mit den grossen Flächen etwa in Niedersachsen, wo nur Landwirtschaft ist und sonst nichts?

Die genau gleiche Diskussion gibts übrigns auch in der Schweiz.

Unter anderem würde ich gerne mal eine Untersuchung lesen, wie viel a) Robinien ausscheiden und b) wie rasch eine alte Deponie oder Mistlege nach Nutzungsaufgabe abklingt.
Und wenn schon Robinien als Stickstoffquelle erwähnt werden, müsste man dann die flächenmässig bedeutenden Kleegras- und Luzerneflächen nicht auch erwähnen? Die machen nämlich genau das gleiche.

"Der Bauernverband drängt deshalb auf eine Überarbeitung der Messstellenauswahl. Einschränkungen für die Landwirtschaft sind nur akzeptierbar, wenn die Art der Landbewirtschaftung als Ursache eindeutig nachweisbar ist und die Umsetzung der Einschränkungen wirkliche Verbesserungen erwarten lässt. Einflüsse von erst spät ans Abwassernetz angeschlossenen Ortslagen, von ehemaligen Deponien, alten Stall- oder Industrieanlagen, stickstoffsammelnden Pflanzen oder anderen natürlichen Prozessen sind auszuschließen. Wo eindeutig ist, dass ein Düngeregime oder eine Mistlagerung problematisch sind, stoßen Einschränkungen auch auf Akzeptanz bei den Landwirten."
Das liest sich so gut wie es dann gemacht wird. Hoffen wir mal.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2882

Ungelesener Beitrag von Manfred »

Es ist in der Tat so, dass gewisse Kreise ganz offensichtlich keine Lösungen wollen, um das Thema weiter für ihre Zwecke missbrauchen zu können.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2883

Ungelesener Beitrag von emil17 »

Es gibt zwei Standpunkte. Die Lösung ist irgendwo dazwischen.
Wenn allerdings gewisse Kreise nicht begreifen, dass Fakten nicht verhandelbar sind, dann gibts keine Lösung auf dem Verhandlungsweg. Die Fakten sind einfach: Es gibt zu viele zu hohe Grundwasserbelastungen.
Der Vorwurf, der Verhandlungsgegner sei gar nicht an einer Lösung interessiert, sondern sei am Fortbestand des Problems interssiert, um seine anderweitigen politischen Ziele durchzusetzen, kommt gewöhnlich dann, wenn man auf Sachebene nicht überzeugen konnte.

Nur so zur Erinnerung: Im Falle des Nitratproblems wurde seitens der Behörden solange nichts getan, bis Deutschland von der EU dazu verdonnert wurde, endlich etwas zu unternehmen! Details stehen in diesem Forumsthema irgendwo weiter vorne.

Im konkreten Fall sollten diejenigen Kreise, die behaupten eine Lösung zu kennen, den "gewissen Kreisen" nicht nur erklären, warum zwar sehr viele Messtellen ungeeignet sind, weil sie Belastungen messen, die nicht der aktuellen Landwirtschaft anzulasten sind. (Das ist insofern schon ein Fortschritt, als dass die Messwerte selber offenbar nicht mehr angezweifelt werden).
Warum wird nicht auf die zweifellos existierenden Flächen eingegangen, wo ausser intensiver Landwirtschaft nichts anderes plausibel ist?
Wenn schon Robinien erwähnt werden, sollten man doch bitte mit mindestens der gleichen Akribie darlegen, warum Robinien ein wahrscheinlicher Belastungsgrund sind.
Aus der Biologie dieser Pflanzen: Was machen Robinien anders als andere, angebaute Leguminosen?
Zur Messertbeeinflussung: Enthält Bodenwasser unter Robinienbestand mehr Nitrat als ein daneben liegender Mais- oder Rübenacker?
Wie gross ist der Bestand?
Bei wievielen Flächen mit zu hohen Messwerten gibt es überhaupt Robinien?
Gibt es einen statistischen Zusammenhang zwischen Robinienhäufigkeit und Nitratbelastung?
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Taraxacum
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2884

Ungelesener Beitrag von Taraxacum »

Warum wird nicht auf die zweifellos exi ... sibel ist?

Gegenfrage: Warum wird nicht auch vermehrt darauf eingegangen, dass es ausser der Landwirtschaft auch andere Verursacher gibt? :hmm:

Es ist halt einfacher, gebetmühlenartig die Landwirtschaft als Verursacher darzustellen. Der einfach gestrickte Geist glaubt das dann auch ohne weiter darüber nachzudenken. Wenn wirklich Deponien, alte Sickergruben, Kanalisationen und andere Altlasten in den Größenordnungen saniert werden müssten, damit durch diese kein Eintrag von Nitrat ins Grundwasser erfolgt, gehen die Städte und Betreiber solcher Anlagen reihenweise pleite bzw. der Steuerzahler muss dafür aufkommen. Da das Wählerstimmen kosten würde, ist es politisch gar nicht gewollt, andere Verursacher beim Namen zu nennen. Sich mit den wahren Hintergründen zu befassen, dazu ist die träge Masse viel zu faul. Die plappert lieber dem Mainstream nach und glaubt, was man ihr vorsetzt. Wenn etwas oft genug wiederholt wird, muss es ja stimmen.
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2885

Ungelesener Beitrag von Manfred »

Das ist genau der Punkt, Emil. Fakten sind nicht verhandelbar. Deshalb wird es keine Lösung für die Nitratproblematik geben, solange nicht der faktenorientierte Weg der Bauern eingeschlagen wird.
Das wissen die interessierten Kreise auch und versuchen deshalb, Lösungen mit allen Mitteln zu verhindern, damit sie weiter dieser Hebel missbrauchen können.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2886

Ungelesener Beitrag von emil17 »

Ihr begeht da einen Irrtum:
Niemand behauptet, es sei die Landwirtschaft alleiniger Verursacher einer Nitratproblematik.
Die Landwirtschaft ist aber einer der wichtigen.
Wenn nun "die Landwirtschaft" behauptet, es müsssten zuerst alle anderen möglichen und vermuteten und sicher bekannten Quellen saniert werden, bevor überhaupt auch nur verlangt werden könne, dass man düngemengenseitig auch handeln müsse, dann liegt der Verdacht schon nahe, dass da seitens der Bauern auch gemauert wird.
Wenn die Behörde mich dazu verknallt, ich solle meine marode Abwasserleitung erneuern, und ich sage, warum, solange es im Wald nebenan ein paar Robinien hat, was wäre das für eine Art Argumentation?
Deshalb auch meine wiederholte Frage, was dort geschehen soll, wo nur die Landwirtschaft als Verursacher in Frage kommt. Solche Flächen gibt es und sie sind nicht selten.

Manfred, hör bitte auf mit dieser (ich zitiere aus dem obigen Beitrag) gebetmühlenartigen (Ende Zitat) Behauptung, "Das wissen die interessierten Kreise auch und versuchen deshalb, Lösungen mit allen Mitteln zu verhindern, damit sie weiter dieser Hebel missbrauchen können".
Wenn dir die politische Linie einer Partei nicht passt, kannst du denen am besten an die Substanz, indem du ihnen die Argumentation nimmst, worauf sie bauen. Solange die für jedermann wahrnehmbaren Umweltprobleme (in der Landwirtschaft Nitrat, Biodiversitätsschwund, üble Gerüche, Pestizidrückstände in Lebensmitteln) nicht behoben werden, werden die viele Wählerstimmen erhalten, denn das Anliegen ist berechtigt und nicht alle Wähler lassen sich hinters LIcht führen. Natürlich bauschen "interessierte Kreise" einiges auf, aber rein erfunden ist das alles eben leider auch nicht.
Damit hilfst du folglich indirekt nur den Hardlinern, die nicht bereit oder nicht fähig sind, sich in die Lage der Landwirte zu versetzen. Das (Schein)Argument ist zudem billig, denn es vermeidet, sich mit den wirklichen Problemen auseinandersetzen zu müssen. Deshalb verwendet auch ein gewisser Präsident eines gewissen grossen Landes (mit dem ich Dich übrigens weiter nicht vergleichen will) in seinem Wahlkampf diese Art von Argumentation.
Von Dir als Erwerbslandwirt würde ich übrigens wirklich gerne erfahren, wie das jetzt mit Robinien und anderen Leguminosen und Nitrat denn so ist.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2887

Ungelesener Beitrag von emil17 »

Taraxacum hat geschrieben: Do 15. Okt 2020, 09:25Wenn wirklich Deponien, alte Sickergruben, Kanalisationen und andere Altlasten in den Größenordnungen saniert werden müssten, damit durch diese kein Eintrag von Nitrat ins Grundwasser erfolgt, gehen die Städte und Betreiber solcher Anlagen reihenweise pleite bzw. der Steuerzahler muss dafür aufkommen.
ja, eben. Statt das endlich mal in Ordnung zu machen, subventioniert und toleriert man Grossbanken und Industriekonzerne, die sich verzockt haben bzw. beim Bescheissen erwischt worden sind.
Auch das ist politisch gewollt. Auf dieser Partei könntet ihr zur Abwechslung ja auch mal rumhacken.
Das ist übrigens eine ebenso schiefe Betrachtungsweise, denn auch die Landwirtschaft hängt finanziell am Tropf des Steuerzahlers.
Wenn wir die schon subventionieren, damit nicht die Hälfte davon aufhört, dann sollen sie bitte doch so wirtschaften, dass geltende Gesetze und Grenzwerte eingehalten werden.
Ich bin übrigens kein Gegner von Landwirtschaftssubventionen. Allerdings sollte man sie gezielter einsetzen, und darf sie dann gerne auch erhöhen. Lebensmittel umweltverträglich und nachhaltig erzeugen ist eine Leistung mit Allgemeinnutzen, die entsprechend bezahlt gehört.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2888

Ungelesener Beitrag von emil17 »

Keine Antwort ist auch eine Antwort ...
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2889

Ungelesener Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

emil17 hat geschrieben: Fr 16. Okt 2020, 20:55 Keine Antwort ist auch eine Antwort ...
Emil, es mag Leute geben deren Terminkalender von der Natur vorgegeben wird...
wir roden jedenfalls zur Zeit 24h/Tag Zuckerrüben und säen Winterweizen.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2890

Ungelesener Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

emil17 hat geschrieben: Do 15. Okt 2020, 08:18 Es gibt zwei Standpunkte. Die Lösung ist irgendwo dazwischen.
Wenn allerdings gewisse Kreise nicht begreifen, dass Fakten nicht verhandelbar sind,das ist richtig, die aktuelle Faktenlage ist aber mehr als dürftig dann gibts keine Lösung auf dem Verhandlungsweg. Die Fakten sind einfach: Es gibt zu viele zu hohe Grundwasserbelastungen.an meint, auf Grund schwhsinniger Messungen, es gäbe eine zu hohe belastung. Gründlich nachgemessen hat keiner.
Der Vorwurf, der Verhandlungsgegner sei gar nicht an einer Lösung interessiert, sondern sei am Fortbestand des Problems interssiert, um seine anderweitigen politischen Ziele durchzusetzen, kommt gewöhnlich dann, wenn man auf Sachebene nicht überzeugen konnte.welchen Grund siehst du denn das die bekannten Schreihälse nicht einwlligen das man vernüftig misst und alle Belastungen gleicher Masen beobachtet/reduziert?

Nur so zur Erinnerung: Im Falle des Nitratproblems wurde seitens der Behörden solange nichts getan, bis Deutschland von der EU dazu verdonnert wurde, endlich etwas zu unternehmen!die EU wurde nur deshalb auf DE aufmerksam weil wir deutschen "zu doof" waren und nur die schlechtesten Messwerte gemeldet haben. Holland, Polen, Portugal haben sich alle "Freigemessen" nur auf Malta ist es so schlecht das es nicht anderst geht. Details stehen in diesem Forumsthema irgendwo weiter vorne.

Im konkreten Fall sollten diejenigen Kreise, die behaupten eine Lösung zu kennen, den "gewissen Kreisen" nicht nur erklären, warum zwar sehr viele Messtellen ungeeignet sind, weil sie Belastungen messen, die nicht der aktuellen Landwirtschaft anzulasten sind. (Das ist insofern schon ein Fortschritt, als dass die Messwerte selber offenbar nicht mehr angezweifelt werden).Hä? seitens der LW wird schon seit anfang an gefordert das das Messnetz verdichtet wird, gerade um festzustellen wo die Belastung herkommt.In der Börde z.B. wird nicht im Grundwasser sondern im Sickerwasser gemessen. Völliger schwachsinn In der Börde gibt es praktisch keine Grundwasserneubildung.
Warum wird nicht auf die zweifellos existierenden Flächen eingegangen, wo ausser intensiver Landwirtschaft nichts anderes plausibel ist?weil es das niht gibt im Messnetz. Die Fläche die von einer Messstelle abgedeckt werden soll, ist so groß das es da immer Industrie, Siedlungsgebiet oder Wald mit dabei hat.
Wenn schon Robinien erwähnt werden, sollten man doch bitte mit mindestens der gleichen Akribie darlegen, warum Robinien ein wahrscheinlicher Belastungsgrund sind.
Aus der Biologie dieser Pflanzen: Was machen Robinien anders als andere, angebaute Leguminosen?
Zur Messertbeeinflussung: Enthält Bodenwasser unter Robinienbestand mehr Nitrat als ein daneben liegender Mais- oder Rübenacker?das kommt ganz auf den Messzeitpunkt an. Zur Ernte ist ein Rübenacker praktisch frei von Verfügbarem Stickstoff, beim Mais ebenso.
Wie gross ist der Bestand?
Bei wievielen Flächen mit zu hohen Messwerten gibt es überhaupt Robinien?
Gibt es einen statistischen Zusammenhang zwischen Robinienhäufigkeit und Nitratbelastung?
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