Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2201

Ungelesener Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

viktualia hat geschrieben:Ich hab davon geredet, dass ich die Spaltung zwischen Bio und Konvi für hinderlich halte und Projekten nicht traue, die auf einer solchen Spaltung aufbauen.
Ich hab davon geredet, dass die Grünen für mich keine Alternative mehr sind.
Die Spaltung zwischen Bio und Konvi ...
liegt genau wo?
Darin dass sie anders sind?
Darin, dass einer denkt, er wäre alleinseligmachend?
Dass dem einen das Arbeiten wie er will vom anderen unmöglich gemacht wird?
Wo liegt die Spaltung?
viktualia hat geschrieben:Bodenpflege statt Bio.
Leben statt Religion.
:hmm:
wolltest du nicht mal weg von "entweder/oder"?

Ich sehe kein "Bodenpflege statt Bio", nur "Bodenpflege und Bio" - ich seh aber auch kein "Leben statt Religion" sondern "Leben und Religion" :im:

In Südamerika sind "die Terroristen" so gut wie nie vom Umweltschutz getrieben, so gut wie nie "bio"....
Die Terroristen fällen Bäume auf indigenem Territorium, die Terroristen nehmen den kleinen Subsistenzlandwirten ihre Grundstückleins einfach weg und manchmal schießen die Terroristen auch wegen diversen Drogengschäften.
Aber doch nicht wegen "Bio" :dreh:
viktualia

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2202

Ungelesener Beitrag von viktualia »

Ina, was ist los, du musst doch gemerkt haben, dass ich auf Emil antworte -
Eben, die allein richtige Landwirtschaft, die Herr Keckl vertritt, durch das Beispiel einer anderer Wirtschaftsweise in Frage zu stellen -....
da wurde grade, live sozusagen, behauptet, wenn Bio aufzeigen könne, wie schlecht Konvi sei, dann wär Bio gut - und so mag ich halt nicht denken.
(Und wenn einer behauptet, ich wär damit bei seinem vorletzten Punkt angekommen, schon gar nicht.)

Und, liebe Ina, wenn du nicht sehen kannst, wieviele Leben so ganz ohne jede "Religion", Spiritualität, Glauben an nen Sinn auskommen müssen, dann sei einfach froh drum.
Ob die Terroristen zuviel oder zuwenig Glauben an Bio, ne Religion oder sonst was haben, kann ich nicht beurteilen, ich denke, darum ging es auch nicht.
Emil meinte, der Herr Keckl hätte einen zu direkten Bezug gezogen (ähnlich wie du jetzt, Bio tät dies "fördern") wobei aber die Tatsache, dass Terror halt im Elend wächst, weder von ihm, noch von den Bio-Projekten so richtig gewürdigt wurde - worauf der Hr. Keckl wohl eher hinaus wollte. Nicht dass sie Terror fördern, sondern zuwenig verhindern, wenn sie schon vor Ort sind, so lese ich den Vorwurf des Hrn. Keckl.

Ina, ich bin immer noch kein Freund von entweder/oder als Grundprinzip - und darum sauer, wenn ich höre (und nachvollziehen kann, warum) dass Bioäcker verarmen.

Und: warum hast du diese Fragen hier gestellt?
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2203

Ungelesener Beitrag von emil17 »

Der Vorwurf, Keckl hätte die Aussagen der Kühnast verzerrt, ist nicht gerechtfertigt, nachdem ich den Links gefolgt bin.
Das ändert leider nichts an meinen Aussagen, wie dieser Herr Keckl manipuliert.
viktualia hat geschrieben:da wurde grade, live sozusagen, behauptet, wenn Bio aufzeigen könne, wie schlecht Konvi sei, dann wär Bio gut - und so mag ich halt nicht denken.
Das wurde nicht behauptet. Da steht bloss, dass Konkurrenz das Geschäft belebt.
Konkurrenz bedeutet, dass es mehrere unterschiedliche Varianten gibt, irgendwas zu machen. Also muss man sich Mühe geben, besser zu sein als die anderen, denn der Kunde entscheidet, was er will, und er hat die Wahl.
Das Ganze führt zu besseren Produkten und niedrigeren Preisen bei Waren und Dienstleistungen, und zu verträglicheren Verfahren und zu Transparenz bei der Produktion. Das ist nicht schwer zu verstehen.
Dass die Bios wie die Konvis selber davon überzeugt sind, es besser zu machen als die anderen, ist hoffentlich der Fall. Wäre es anders, müssten sie die Kunden für blöd halten, und auf dieser Grundlage lässt sich auf Dauer nichts Guter erzeugen.
viktualia hat geschrieben:Emil meinte, der Herr Keckl hätte einen zu direkten Bezug gezogen
Das hat Emil nicht, wie man ebenfalls nachlesen könnte: Emil hat nicht behauptet, der Schluss von politisch Grün auf Terror sei zu direkt. Er hat behauptet und tut dies immer noch, dass ein solcher Schluss absurd und dumm sei.
Über die Voraussetzungen von Terror habe ich mich nicht geäussert, weil das trotz der Absurditäten von Keckl nicht das Thema dieser Diskussion ist und hoffentlich auch nicht wird.

Es wäre weniger anstrengend, wenn du Schlussfolgerungen, die aus deinem Kopf kommen, nicht als Behauptungen anderer auffassen würdest, sondern als die deinigen. "Bio statt Bodenbearbeitung" steht da nämlich auch nirgends und ob das eine Entweder-oder-Entscheidung ist, können sich auch nur Leute ernsthaft fragen, die von beidem keine Ahnung haben.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2204

Ungelesener Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

viktualia hat geschrieben:wieviele Leben so ganz ohne jede "Religion", Spiritualität, Glauben an nen Sinn auskommen müssen,
jou :im:
Trotzdem ist Religion und Leben nicht unbedingt ein Widerspruch.
Man kann mit oder ohne "was auch immer" leben, weiß nicht warum mir gerade das männliche Organ einfällt...
Es gibt welche, die leben ohne und es gibt welche, die leben mit.
Wo ist da das Problem?
Warum "Leben statt Religion"?
Warum "Bodenpflege" statt Bio?
viktualia hat geschrieben:Ob die Terroristen zuviel oder zuwenig Glauben an Bio, ne Religion oder sonst was haben, kann ich nicht beurteilen, ich denke, darum ging es auch nicht.


Ich bezog mich auf Ölkannes link:
Aber diese Kampagnen unterstützen lieber Terroristen
viktualia hat geschrieben:Nicht dass sie Terror fördern, sondern zuwenig verhindern, wenn sie schon vor Ort sind, so lese ich den Vorwurf des Hrn. Keckl.
??
viktualia hat geschrieben:Ina, ich bin immer noch kein Freund von entweder/oder als Grundprinzip - und darum sauer, wenn ich höre (und nachvollziehen kann, warum) dass Bioäcker verarmen.
:daumen:

Und :aeh: ich bin auch sauer, wenn ich das höre ..... :flag:
Rati
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2205

Ungelesener Beitrag von Rati »

viktualia hat geschrieben:
Aufgabe:
Definiere: Gut.
Rati, also bitte!
Die Definition hab ich doch von dir - und ich dachte ja auch lange, das können man nicht definieren:
Ein perfektes System ist kein System ohne Fehler, sondern ein System das schnell und gut auf Fehler reagieren kann.
Das ist für mich inzwischen eine mögliche Definition von "gut": dass "schlecht" mal endlich aufhören kann.
Eine Alternative zu "Verschlimmbesserung"..
:mrgreen: Danke das du das schreibst viki. Das war ja für diejenigen, die meinen mal so auf die Schnelle andere in Gut und nicht Gut unterteilen zu können.
Die beiden zB:
Rohana hat geschrieben:
Buchkammer hat geschrieben:... sind das nicht die Guten? :hmm:
Kurzversion: Nö. ;)
Grüße Rati
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
[Einstürzende Neubauten 1996]
viktualia

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2206

Ungelesener Beitrag von viktualia »

Emil, schön, dass du die links nun gelesen hast - das ist ja immer wichtig für die Fairness...

Warum erinnerst du dich nicht mehr an deine Aussage?
Konkurrenz belebt das Geschäft; wer die allein richtige Methode vorgibt, muss sich keine Mühe mehr geben.
Selbst wenn "Bio" nichts weiter leistete als das, wäre es die Sache wert.
Nein, das wäre nix wert, es ist nur Spaltung. Deine Behauptung war:
Das wurde nicht behauptet. Da steht bloss, dass Konkurrenz das Geschäft belebt.
Das ist, in meinen Augen, ein anderes "Geschäft".
Das hat weniger mit dem Boden und mehr mit den Köpfen der Leute zu tun, findest du nicht auch?
Er (Emil) hat behauptet und tut dies immer noch, dass ein solcher Schluss absurd und dumm sei.
Über die Voraussetzungen von Terror habe ich mich nicht geäussert, weil das trotz der Absurditäten von Keckl nicht das Thema dieser Diskussion ist und hoffentlich auch nicht wird.
Emil, dann lass den Terror doch raus, wenn du nicht drüber reden möchtest. Meine Aussage war:
Insofern find ich auch nicht, dass man z.B. die "Wurzeln des Terrors" erst suchen und finden müsse, man könnte auch einfach schon mal anfangen, gerechter zu verteilen.
Oder, in anderen Worten: wenn sie sich schon um die Köpfe der Leute kümmern und nicht nur um den Boden, dann bitte mit etwas mehr Weitsicht.

Rati, Dankeschön, aber was ich über die Grünen inzwischen denke, deckt sich mit Rohana....
(Inklusive des Wörtchens "Kurzversion", das bitte ich zu Beachten.)

Ina, natürlich kann man mit ohne allem Möglichen leben - und dann kann in ner Diskussion drauf hingeweisen werden, dass Versprechen und Realität auseinander klaffen, wenn da Sachen fehlen, die versprochen wurden...
Gerechtere Verteilung zum Beispiel und Bodengesundheit.
Vom Vergiften der Atmospäre durch Spaltungsaktivitäten mal ganz zu schweigen.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2207

Ungelesener Beitrag von emil17 »

viktualia hat geschrieben: Warum erinnerst du dich nicht mehr an deine Aussage?
Konkurrenz belebt das Geschäft; wer die allein richtige Methode vorgibt, muss sich keine Mühe mehr geben.
Selbst wenn "Bio" nichts weiter leistete als das, wäre es die Sache wert.
Nein, das wäre nix wert, es ist nur Spaltung.
Um die Sache einfach zu halten: Der Keckl weiss, wie man Landwirtschaft macht.
Sein Problem ist, dass die Bio-Landwirtschaft einen anderen Weg geht und ebenfalls erfolgreich ist.
Das Problem liegt in seinem Kopf.
Das ist genauso wie die Katholiken damals zur Reformationszeit nicht akzeptieren konnten, dass man auch ohne Papst und Ablass glauben kann. Dass es mehrere Wege in den gleichen Himmel geben könnte, musste erst erarbeitet werden. Ohne Reformation wäre es nie dazu gekommen, deshalb mein Vergleich damit.
Wenn der Bio-Weg auch (nicht entweder-oder, sondern im Sinne von ebenfalls) funktioniert, dann sind viele des Herrn Keckls Aussagen als das entlarvt was sie meiner Meinung nach sind: Polemik.
Er müsste über seine eigenen Bücher. Das wird er aber nicht tun.
Folglich hat er sich als "Fachmann" disqualifiziert.

Deshalb ist Konkurrenz wichtig: Sie kuriert Selbstgefälligkeit, weil jeder sich an den Erfolgen der anderen messen lassen muss.
Die Aussage, dass man Landwirtschaft entweder grundsätzlich richtig = Bio; oder eben grundsätzlich falsch = anders als Bio; machen könne, die habe ich nicht gemacht, und mache sie auch nicht. Das ist mir gar nicht in den Sinn gekommen.

Die betriebsblinden Flecke der etablierten Landwirtschaft (z.B. Kollateralschäden im Umweltbereich) sind auf Funktionärsebene ziemlich ausgeprägt, deshalb tut ein namhafter Anteil an Biobetrieben allen gut. Gäbe es nur Bio, könnte Betriebsblindheit wieder zum Thema werden. Davon sind wir aber noch weit entfernt.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
viktualia

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2208

Ungelesener Beitrag von viktualia »

Dass es mehrere Wege in den gleichen Himmel geben könnte, musste erst erarbeitet werden. Ohne Reformation wäre es nie dazu gekommen, deshalb mein Vergleich damit.
Warum muss ich jetzt wohl an Luthers Haltung zum Bauernkrieg denken?
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2209

Ungelesener Beitrag von emil17 »

viktualia hat geschrieben:Warum muss ich jetzt wohl an Luthers Haltung zum Bauernkrieg denken?
Es ist schon anstrengend genug, zu erraten, was das bedeuten könnte, was du schreibst - da getraue ich mich gar nicht erst zu erraten, was du denkst.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
viktualia

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2210

Ungelesener Beitrag von viktualia »

Tja, Emil, die Anstrengung für dich war wohl so groß, dass du (beim vorletzten Post schon) gar nicht dazu gekommen bist, meine Frage zu beantworten.
Aber wenn du mich nicht mal dann verstehst, wenn ich DICH zitiere, na dann könnte es wohl auch an dir liegen.

Die Reformation wurde von dir ins Spiel gebracht als Beispiel für die Einführung von etwas Neuem, damals dem "persönlichen Weg zu Gott", ohne Beichte und Papst.
Jetzt haben wir Bio/die Grünen, die das "Leben" (Bios = griechisch "Leben") ohne Kunstdünger propagieren, die aber das Leben, das, was im Boden los ist, genau so mit Füssen treten wie damals der olle Luther seine Schäflein, die Bauern, scheint mir.
Die hat er ja ordentlich nieder gemacht, die Ausfständischen damals - und kein Problem damit gehabt, wenn die ausgesprochen unsanft "direkt" zu ihrem Herrn, dem Gott, gelangten....

Damals keine Beichte mehr, aber immer noch nen Pfarrer,
heute keinen Kunstdünger mehr, aber immer noch "macht euch die Erde untertan"
anstatt ihr Wirken (das der "Erde") effektiv zu simulieren.
Statt ganz ohne "Kirche" (Pfarrer/Partei/Ideologismen) auszukommen, um in dem Bild zu bleiben.

Unserer "wahren Natur" wird in beiden Fällen nicht wirklich geholfen.
Gutes Beispiel von dir, wirklich.

Es geht ja nicht einfach darum, ob der Weg "funktioniert", es geht darum, nen Weg zu finden, der weniger Kollateralschäden bringt.
Bauernmobben zum Beispiel.
Und wenn der Herr Keckl meint, die Grünen müssten da noch nachbessern, dann kann ich für meinen Teil das gut nachvollziehen.

Ich finde gar nicht, dass die Grünen noch "weit entfernt von Betriebsblindheit" seien, nein, ganz und gar nicht.
(Emil, nicht dass du wieder Schwierigkeiten mit dem "raten" hast):
Gäbe es nur Bio, könnte Betriebsblindheit wieder zum Thema werden. Davon sind wir aber noch weit entfernt.
Sonst würden sie sich mehr darum bemühen, die Bauern mit ins Boot zu holen, die, die mit dem Boden zu tun haben,
die, die das tun, was zu tun ist. Hätte für mich ne Menge mehr mit tatsächlicher "Natürlichkeit" zu tun, wenn sie das täten.

Wenn ich so drüber nachdenke - echt ein guter Punkt, Emil, mit der "Reformation"... vom soziologisch/psychologischen Standpunkt aus könnte man echt sagen, dass die ne neue "Priesterkaste" installieren, anstatt sich um´s Leben, um die "wahre Natur" des Menschen, des Bodens zu kümmern. Nur so ne schwurbelige Ideee grad - echt inspirierend, danke, Emil, für das Bild.
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