Grundsatz-Diskussion zum Nutzpflanzenanbau

Adjua
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Re: Grundsatz-Diskussion

#41

Beitrag von Adjua »

fuxi hat geschrieben:
Manfred hat geschrieben: Eisen(III)-phosphat.
Gibt eh nix anderes mehr zu kaufen. Ist sogar im biologischen Landbau zugelassen. Durch Köderstationen oder Tontöpfe (=Köderstation) sinkt bloss der Verbrauch von dem teuren Zeugs, weil es der Regen nicht aufweichen kann.

Das Problem bei allem, was man streut, ist der Regen.

Ich habe in den Ton-"Köderstationen" immer Mais mit etwas Schneckenkorn gemischt, weil das Schneckenkorn auch einen Lockstoff enthält.
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fuxi
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Re: Grundsatz-Diskussion

#42

Beitrag von fuxi »

Adjua hat geschrieben:Gibt eh nix anderes mehr zu kaufen.
In Deutschland ist das nicht so.
Metaldehyd-haltige Mittel*, die man als Normalgärtner immer noch bekommt sind z.B. laut einer kurzen Recherche in nur einem einzigen Shop:
Delu Schneckenkorn
Schacht Schneckentod
Bayer Schneckenkorn Protect MaXX
Etisso Schnecken-Linsen
Schneckenkorn Limex
Compo Schnecken-Korn
Clartex blau Schneckenkorn
Schnecken-frei Lima Disque
Schneckenkorn von Detia Garda
Schneckenkorn M6


*also diese bitte nicht verwenden.

Adjua hat geschrieben:Durch Köderstationen oder Tontöpfe (=Köderstation) sinkt bloss der Verbrauch von dem teuren Zeugs
Zusätzlich sind bei vernünftigen Köderstationen die Einlassöffnungen so klein, dass Gehäuseschnecken (vor allem Weinbergschnecken) nicht an den Köder kommen.
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malia
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Re: Grundsatz-Diskussion

#43

Beitrag von malia »

Hallo an Alle,
hat denn letztes Jahr mal jemand die Idee mit der getrockneten Minze aufgegriffen?
Sah ja ganz erfolgversprechend aus.
Liebe Grüße aus der Oberpfalz
malia
Torsten

Re: Grundsatz-Diskussion

#44

Beitrag von Torsten »

Ohne die geringste Erfahrung vorweisen zu können:
Ich habe im letzten Jahr so ziemlich alles verschlungen was es zur Permakultur zu lesen/sehen/hören gibt. Bin dabei vieles zu testen und gespannt auf die Ergebnisse. Mal ein paar HInweise die mir beim lesen des Fadens hier eingefallen sind:
Wer zu viele Schnecken hat hat einfach zu wenige Enten! Hilft mir selbst wenig weil ich keine Tiere in meinem Garten halten kann aber klingt plausibel. Ganz allgemein hilft es eher wenig, den Schädling zu vertreiben. Eigentlich muss man eine Schädlingspopulation wachsen lassen bis die entsprechenden Fressfeinde auftauchen. Und die hinken hinterher (zeitlich). Wer jetzt ungeduldig war und seine Schnecken (am besten noch mit Chemie) dezimiert hat, der hat erfolgreich verhindert dass die Natur selbst ein Gleichgewicht zwischen Jäger und Beute herstellt.
Schnecken haben eine Menge Fressfeinde, u.a. auch Frösche, Echsen, Schlangen. Entsprechende Lebenräume (Teiche, Steinhaufen, "wilde" Ecken im Garten) helfen, ein natürliches Gleichgewicht herzustellen.
Schnecken sind tatsächlich dazu da, verfaultes zu fressen. Natürlich schmeckt ihnen auch alles andere, vor allem wenn nichts verfaultes mehr da ist. Aber man kann Fäulnisprozesse bekämpfen bevor die Viecher schlüpfen. Dicken Mulch kann man im Frühjahr mit EM behandeln und ohne Fäulnis schlüpfen die Schnecken nicht aus. Mulch muss für ein funktionierendes Mikroklima sehr dick sein (>10cm).
Wie schnell ein Kompost reif wird hängt vom Aufwand ab den man beim Kompostieren betreibt. Zufällig gestapeltes braucht ewig bis der Kompost reif ist, mit der Berkeley-Methhode dauert es mit etwas Übung 20-30 Tage. Ein biologisch-dynamischer Kompost (inklusive Zubereitungen) sollte über den Sommer reif werden, der Winterkompost muss noch ein mal umgesetzt werden.
Bokashi bzw. EM hilft auch gegen Fäulnis im Kompost. Ganz allgemein ist Bokashi in Sachen Fäulnis einer Heißkompostierung m.E. überlegen.
Gesunder Boden braucht organisches Material (Kompost/Mulch), muss immer bedeckt sein (Bodendecker/Mulch) und es muss immer eine lebendige Wurzel im Boden sein (Mehrjährige Pflanzen, Gründüngung). Das Bodenleben muss gefördert werden (s.o.) und darf nicht oder möglichst wenig gestört werden (Kunstdünger, Gifte, Umgraben). Der Boden lebt, und Pflanzen liefern die Nötigen Nährstoffe für das Bodenleben (Stärke) und bekommen im Tausch dafür Nährstoffe die von Bakterien/Regenwürmern verfügbar gemacht wurden. Nur wenn das alles funktioniert sind die Pflanzen stark und gesund.

Ein bisschen durcheinander und zudem (aus meinem Mund) nur graue Theorie. Die Praktiker sind Gabe Brown, Geoff Lawton und viele andere deren Systeme funktionieren und immer besser werden.
Benutzer 72 gelöscht

Re: Grundsatz-Diskussion

#45

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

malia hat geschrieben:Hallo an Alle,
hat denn letztes Jahr mal jemand die Idee mit der getrockneten Minze aufgegriffen?
Ich weiß jetzt nicht, woher diese Idee kommt (steht dazu was im Forum?) - Minze hilft bei mir gegen Wühlmäuse, am besten eine mit ganz viel Menthol (die, die stark riechen). Ich habe diese Pflanzen rund um gefährdete Kulturen gesetzt. Die Schnecken haben auch daran gefressen, aber sie nicht ganz getötet, nur zum Schneckenvertreiben klappt das (bei mir) nicht.
Adjua
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Re: Grundsatz-Diskussion

#46

Beitrag von Adjua »

fuxi hat geschrieben:
Adjua hat geschrieben:Durch Köderstationen oder Tontöpfe (=Köderstation) sinkt bloss der Verbrauch von dem teuren Zeugs
Zusätzlich sind bei vernünftigen Köderstationen die Einlassöffnungen so klein, dass Gehäuseschnecken (vor allem Weinbergschnecken) nicht an den Köder kommen.
Ich habe jede Menge Weinbergschnecken hier, aber noch nie eine in den Tontöpfen gesehen. :aeh: Jetzt ist es eh egal, weil die Enten zwischen guten und bösen Schnecken nicht differenzieren :engel:
Zuletzt geändert von fuxi am Mo 6. Mär 2017, 14:22, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitatmarkierung korrigiert
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fuxi
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Re: Grundsatz-Diskussion

#47

Beitrag von fuxi »

Ich hab meine Enten noch nie Gehäuseschnecken fressen sehen. Das schafft hier nur die Amsel (bei den kleinen Gehäuseschnecken), indem sie die mit Raffinesse und Wumms aufhackt.
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Adjua
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Re: Grundsatz-Diskussion

#48

Beitrag von Adjua »

Meine schon. Definitiv habe ich letztes Jahr zwei tot gehackte Weinbergschnecken gefunden, teilweise ausgefressen. Meine Warzenenten sind extrem, wenn es um Schnecken geht, auch Nacktschnecken aller Grössen werden ohne Erstickungsanfälle vertilgt.
malia
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Re: Grundsatz-Diskussion

#49

Beitrag von malia »

Hallo ina maka,
die Idee mit der getrockneten (!) Pfefferminze um gefährdete Pflanzen zu streuen kam von "Neues vom Landei" bei youtube,
wie immer sehr anschaulich dargestellt. ich habe noch eine Tüte mit oller (ca.3 Jahre alte) Pfefferminze noch über den Umzug gerettetät :aeh:
weil sie noch so gut duftet. Schaun wir doch mal ob es was bringt.
Liebe Grüße aus der Oberpfalz
malia
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Re: Grundsatz-Diskussion

#50

Beitrag von heckenrose »

Hallo ihr Lieben,
da musste ich (und sollte eigentlich noch) grippebedingt ein paar Tage aussetzen, und dann kommen gleich mehrere Seiten dazu. Toll! :grinblum:

Sorry, wenn ich jetzt zurückspringe in meiner Antwort, die sich auf Beiträge vom 01. März bezieht.

@kraut-ruebe (01.03. 9:11h)
faulenden rasenschnitt hatte ich beim mulchen noch nie. fäulnis ist bei mir nur ein problem, wenn ich den gesamten rasenschnitt auf nen haufen werfe(n würde).
Pommeresche macht das aber 10cm hoch – mal sehen, ob ich ein Bild finde – upps, es ist leider ganz unten im Beitrag gelandent, weiß nicht, wie ich das ändern könnte.
(man sieht es auf den weit entfernten „grünen“ Beeten; stammt aus http://nachhaltiges-allgaeu.de/der-krei ... -substanz/ - ein sehr interessanter Artikel übrigens!)
Im Buch sind sehr schöne Bilder, verlocken mich total, das auch mal auf einem Beet zu testen. Aber ich halte es in meiner speziellen Situation für unrealisierbar, denn:
Ich hab erstens selber keinen Rasenschnitt und zweitens mähen meine „Lieferanten“ immer dann, wenn ich arbeite oder sonst nicht kann, und dann ist das Zeug schon gärig warm, bis ich es ausbringen kann. Da geht dann nur noch dünn und locker.

@ Manfred (01.03. 12:47h)
"Humus (lateinisch hūmus „Erde, Erdboden“) bezeichnet in der Bodenkunde die Gesamtheit der toten organischen Substanz eines Bodens."
Genau dagegen wehrt sich der gute Herr Witte aus Manfreds Link zu mc-bicon.de
Ich zitiere mal ein paar Stellen, für die Verständlichkeit hilft es aber, die Homepage zu besuchen:
„Ist dieser vermeintliche Humus nicht doch nur „tote organische Substanz”, wie soeben erwähnt, welcher nicht zu Humus mutiert.
Die MC – Kompostierung beschreibt den natürlichen Prozess vom - unvollständigen - mikrobiellen Abbau toter organischer Substanzen, den Weg der Humifikation. Im Ergebnis stehen hoch energetische Kohlenwasserstoffe, welche auf natürlichem Wege nicht weiter verstoffwechselt werden können, sie bilden den wertvollen Dauerhumus mit all seinen positiven Eigenschaften. Diese „Kohlenstoffe” lassen sich im Boden sehr wohl anreichern (Messung nach mehrjährigen Feldversuchen), sie bilden das Fundament der Bodenfruchtbarkeit. Der Humus, bio-chemisch betrachtet, ist ein organischer Stoff, welcher reine molekulare Strukturen besitzt. Die Herkunft des Dauerhumus ist an seiner molekularen Masse nicht mehr zu erkennen.
Ansonsten sind die Bodenlebewesen auch nur Menschen.
Sie brauchen Luft, Wasser, Nahrung, Wärme, Schutz
Schon, sehe ich ja eigentlich auch so. Nur: warum haben dann andere Menschen, die ihre Gärten total kahl halten, gute Erfolge? (s. Ina-Makas Mutter)
Dateianhänge
Pommeresche Zwiebelanbau.jpg
Pommeresche Zwiebelanbau.jpg (33.32 KiB) 3331 mal betrachtet
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