terra preta

Tikolan
Beiträge: 3
Registriert: Fr 28. Jan 2011, 10:04

Re: terra preta

#271

Beitrag von Tikolan »

habe heute meinen Angesetzen 10 Liter Terra Preta kübel nach ca 6 Wochen geöffnet, und so wie ich gelesen habe, die fermentierung (weißer Pilz, leicht sussäulicher geruch) hat geklappt,
die Kohle, steinmeh, und gemüse ist schon fast erde, nur zwei äpfel und gestänge von gemüseresten ist noch leicht erkennbar.
habe es jetzt in großé Holzkiste gelert und Erde darüber gegeben, und da soll es laut Rezept 5-6 Monate rasten, wäre rechtzeit für frühjahr zum Pflanzen.

mein Rezept war:
auf 10 Liter
1 Kg Holzkohle (habe es nur leicht zerkleinert, bevor ich zuviel staub machte)
1 Kg Steinmehl
ca 2,5 Liter Milch, Joghurtreste
einige Äpfel, Gemüsereste, Gras
zuerst Kohle mit Milchreste getränke und dann mit dem Rest gut durchgemischt,
und seitdem stand der kübel meist in der Sonne (es heißt es soll über 20 Grad wegen der Fermentierung haben)

gruss franz
Stieglitz

Re: terra preta

#272

Beitrag von Stieglitz »

Hier ein Link über die Kompostwirtschaft im Hausgarten.

http://www.youtube.com/watch?v=O8flf42f ... ure=relmfu

Es ist das Beste was ich bis jetzt in dieser Sparte gesehen habe. Noch etwas Holzkohlegriess einstreuen (evtl. angereichert mit Mikroorganismen), und was dann rauskommt ist nicht mehr weit von „Terra Preta“ entfernt.

Gruss Stieglitz
AnamPrema

Re: terra preta

#273

Beitrag von AnamPrema »

"Alle Zivilisationen haben so lange gedauert wie ihr Humus. Die ägyptischen, griechischen, römischen und viele andere waren zu Ende, als ihr Humus zu Ende war. Unsere Zivilisation wird folgen, wenn wir nicht fähig sind, unsere unglaublich dünne Humusschicht zu erhalten beziehungsweise wieder herzustellen."

- Zitat von Friedensreich Hundertwasser -

Hier gibts auch noch ein Rezept:

http://www.wikipreta.org/seiten/007.rezept.html
IngCent

Re: terra preta

#274

Beitrag von IngCent »

Hallo AnamPrema,

das Thema Terra Preta beschäftigt mich seit ich die Doku im ZDF gesehen habe.

Besonders beeindruckt (und beängstigt) hat mich die Aussage von Jürgen Reckin über die Entwicklung des Humusanteils auch und speziell hier in unserer einst fruchtbaren Magdeburger Börde.

Ich sehe wie mein Gartenland regelrecht auflebt, seit es mit Kompost versorgt wird. TP ist wahrscheinlich in der Wirkung ein vielfaches davon.
Noch weiß ich nicht, nach welcher der vielen beschriebenen Methoden ich für mich TP herstelle. Dazu muss ich mich noch durch einige Websites lesen. Dass ich TP für mich und meinen Garten nutze, steht außer Frage.

Ingrid
hobbygaertnerin
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4071
Registriert: Di 14. Jun 2011, 08:48

Re: terra preta

#275

Beitrag von hobbygaertnerin »

Hallo Ingrid,
Kompost ist die Sparbüchse des Gärnters, mit Holzkohle versehener Kompost bringt gleich die Zinsen mit.
Das Wachstum ist gewöhnungsbedürftig.
Ich arbeite seit mehreren Jahren damit, hab auch schon verschiedene Kompostierungsmöglichkeiten mit der Holzkohle durch.
Ein sorgsamer Umgang mit Bioabfällen und Holzkohle - damit könnte im Kleinen begonnen, sehr viel bewegt werden.
luitpold

Re: terra preta

#276

Beitrag von luitpold »

IngCent hat geschrieben: Noch weiß ich nicht, nach welcher der vielen beschriebenen Methoden ich für mich TP herstelle. Dazu muss ich mich noch durch einige Websites lesen.
hallo,
hobbygärtnerin hat das schon mehrfach und gut beschrieben.

aber ich würd mir wegen der methode echt keinen kopf machen.
hau die kohle einfach in den kompost, in den hühnerstall, in das humusclo, es passt immer. dabei sollte die beimengung einige wochen bis monate erfolgen um einen idealen säure basenausgleich zu schaffen, weiters sollte ein wenig gartenerde beigegeben werden um die passenden mikroorganismen einzubringen.

ein idealer anteil laut literatur ist 1-5kg biokohle pro m2.

allerdings würde ich die menge nicht sofort sondern über einige jahre verteilt ausbringen weil bei zu viel frischer kohle der boden-ph-wert sich ungünstig verändert. bei 300 m2 garten wären das ohnehin 300 -15oo kg biokohle, also klein anfangen.
IngCent

Re: terra preta

#277

Beitrag von IngCent »

na dann hab ich es doch schon mal gar nicht so verkehrt gemacht.

Im spätsommer hab ich einen Rest Holzkohle nochmal im Schredder etwas zerkleinert und einem frisch angesetzten Kompost untergemischt. Diesen Kompost sehe ich als Versuchanlage und werde ihn mir im Frühjahr genau ansehen.

Versuch macht kluch....

Ingrid
Benutzer 68 gelöscht

Re: terra preta

#278

Beitrag von Benutzer 68 gelöscht »

luitpold hat geschrieben:hobbygärtnerin hat das schon mehrfach und gut beschrieben.
Das wäre doch ein Fall für einen Wiki-Artikel. Gibts das eigentlich noch? Ich hab schon den Link nicht mehr.
hobbygaertnerin
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4071
Registriert: Di 14. Jun 2011, 08:48

Re: terra preta

#279

Beitrag von hobbygaertnerin »

Einfach nur drunterhauen, wie du schreibst, Luitpold, mach ich nicht, die Holzkohle wird in zucker- und stickstoffhaltigem Saft eingeweicht oder damit im Kompost begossen. Hab auch schon Bokashi mit Holzkohle versetzt, Asche nicht auf den Mist, sondern dort nur die Holzkohle, Steinmehl auf den pflanzlichen Abfall, Erde in dünnen Schichten drüberstreuen.
Es gibt wohl nicht das typische Dr. Oetker Rezept: Man nehme.........
Ich hab immer von 10 % Holzkohlenzugabe gelesen- der Dr. Reckin scheint sich sehr intensiv damit befasst zu haben.
Bin nur neugieirg, er hat den märkischen Sandboden, dem die Generation seiner Eltern und Grosseltern ständig Kompost zugfügten, erst mit der Terra Preta relativ schnell aufgewertet, ich hab 3 Jahre einen vollkommen anderen Boden damit versorgt.
1- 5 kg Biokohle pro m2 kommt mir viel vor und hier beginnt das Problem, wo sollen diese Mengen Biokohle herkommen?
Bei der derzeit herrschenden Biomasseverschwendung sind wir noch Lichtjahre von einem sinnvollen Stoffstrommanagement entfernt.
luitpold

Re: terra preta

#280

Beitrag von luitpold »

hobbygaertnerin hat geschrieben:Ich hab immer von 10 % Holzkohlenzugabe gelesen- der Dr. Reckin scheint sich sehr intensiv damit befasst zu haben.

1- 5 kg Biokohle pro m2 kommt mir viel vor und hier beginnt das Problem, wo sollen diese Mengen Biokohle herkommen?
Bei der derzeit herrschenden Biomasseverschwendung sind wir noch Lichtjahre von einem sinnvollen Stoffstrommanagement entfernt.
also lichtjahre ist jetzt sehr pessimistisch. die kommerzielle umsetzung der terra preta produktion steht in den startlöchern.
10% zugabe ist eben relativ relativ, wieviel wird dann realistisch ausgebracht? schwarzerdeböden haben bis zu 40% pyrogenenen kohlenstoffanteil. bei 25cm schichtdicke wären das 40kg biokohle / m2.
biokohle die von dort her kommt wo sie hinsoll, direkt vom acker. bei weizen wäre dann jährlich eine maximale kohlenauflage von 300g, realistisch wohl eher unter 100g möglich, einfach verkohltes weizenstroh. braucht dann eben 30jahre bis man auf 4,5 kg biokohle / m2 kommt. also ein generationenprojekt.
Antworten

Zurück zu „Bodenpflege, Humus, Kompost, Düngung“