( Und wenn ich im Studium mehr in Richtung Wirtschaftsprüfung gemacht hätte und weniger Umweltökonomie, hätte ich mit großer Wahrscheinlichkeit jetzt auch nen besser bezahlten Job. Da haben wir uns beide unser Schicksal selbst ausgesucht
Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Auch ein richtig gut bezahlter Agraring (oder vergleichbarer Abschluss) in Russland, China oder Korea (nur als Beispiel) lebt ganz deutlich unter dem Standard, den du hier in Deutschland vermutlich hast. Wenn du die ganz freien "Weltmarktbedingungen" haben möchtest, dann geht das natürlich nicht mit Arbeitslöhnen einher, die deutlich über dem "Weltmarktniveau" liegen.
( Und wenn ich im Studium mehr in Richtung Wirtschaftsprüfung gemacht hätte und weniger Umweltökonomie, hätte ich mit großer Wahrscheinlichkeit jetzt auch nen besser bezahlten Job. Da haben wir uns beide unser Schicksal selbst ausgesucht
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( Und wenn ich im Studium mehr in Richtung Wirtschaftsprüfung gemacht hätte und weniger Umweltökonomie, hätte ich mit großer Wahrscheinlichkeit jetzt auch nen besser bezahlten Job. Da haben wir uns beide unser Schicksal selbst ausgesucht
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Benutzer 4754 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Ich verstehe immer noch nicht, warum ich plötzlich in Rubel oder AUD bezahlt werden sollte?penelope hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 23:43 Auch ein richtig gut bezahlter Agraring (oder vergleichbarer Abschluss) in Russland, China oder Korea (nur als Beispiel) lebt ganz deutlich unter dem Standard, den du hier in Deutschland vermutlich hast. Wenn du die ganz freien "Weltmarktbedingungen" haben möchtest, dann geht das natürlich nicht mit Arbeitslöhnen einher, die deutlich über dem "Weltmarktniveau" liegen.
Mein lohn schöpft in teilen den Mehrwert ab, den ich für das Unternehmen bringe. Wie groß dieser Teil ist hängt von der Nachfrage nach Ingenieuren ab.
Wenn ich in Russland arbeiten würde, würde ich den üblichen russischen Lohn erhalten.
Wenn du Umweltberatung in Buthan machst, bekommst auch du weniger wie hier.
Es ist ganz normal dass man in verschieden Ländern verschieden verdient.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Ja klar, aber auch in Kaufkraft umgerechnet sind in den meisten Ländern die Einkommen nicht auf dem Niveau wie bei uns.
Du findest es wahrscheinlich total normal, dass du mit deiner Ausbildung ein ganz gute Wohnung drin ist, irgendwann mal ein eigenes Haus, ein Auto, Urlaubsreisen und ein nettes Hobby. Krankenversicherung, gesetzliche Rente und Urlaubsanspruch findest du vermutlich ganz selbstverständlich. Das ist es aber in den allermeisten Ländern der Welt nicht - auch nicht für Leute mit Ingenieursausbildung.
Du findest es wahrscheinlich total normal, dass du mit deiner Ausbildung ein ganz gute Wohnung drin ist, irgendwann mal ein eigenes Haus, ein Auto, Urlaubsreisen und ein nettes Hobby. Krankenversicherung, gesetzliche Rente und Urlaubsanspruch findest du vermutlich ganz selbstverständlich. Das ist es aber in den allermeisten Ländern der Welt nicht - auch nicht für Leute mit Ingenieursausbildung.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Wäre das so, dann würde dein Chef nichts verdienenOelkanne hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 23:56
Mein lohn schöpft in teilen den Mehrwert ab, den ich für das Unternehmen bringe.
Der Mehrwert des Arbeiters geht erst Mal an den Kapitaleigner. Wie viel der davon dann als Lohn an den Arbeiter zurückgibt, ist von Land zu Land sehr verschieden. Und in Deutschland schneidet man da im internationalen Vergleich meist verdammt gut ab.
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Benutzer 4754 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Ja und?penelope hat geschrieben: Sa 16. Okt 2021, 00:04 Ja klar, aber auch in Kaufkraft umgerechnet sind in den meisten Ländern die Einkommen nicht auf dem Niveau wie bei uns.
Du findest es wahrscheinlich total normal, dass du mit deiner Ausbildung ein ganz gute Wohnung drin ist, irgendwann mal ein eigenes Haus, ein Auto, Urlaubsreisen und ein nettes Hobby. Krankenversicherung, gesetzliche Rente und Urlaubsanspruch findest du vermutlich ganz selbstverständlich. Das ist es aber in den allermeisten Ländern der Welt nicht - auch nicht für Leute mit Ingenieursausbildung.
Ich weis immer noch nicht was du mir damit sagen willst.
Du hast mein Text nicht gelesen sondern nur überflogen, kein wunder dass wir permanent aneinander vorbei reden.
Ich habe dir mal das wichtigste in diesem Absatz markiert
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Hm. In welchen Ländern findet man denn diese unterbezahlten Ingenieure?penelope hat geschrieben: Sa 16. Okt 2021, 00:04 Ja klar, aber auch in Kaufkraft umgerechnet sind in den meisten Ländern die Einkommen nicht auf dem Niveau wie bei uns.
(Und wir reden hier von Akademikern, nicht von Technikern, die auch oft als engineer bezeichnet werden.)
Gerade in Russland, wo sie im Gegensatz zu hier idR nicht zur Hälfte als Traktorist tätig sind, sondern größere Betriebe oder Abteilungen davon leiten und eine viel geringere Abgabenquote haben als hierzulande, dürften sie relativ gut gestellt sein, zumal Russland jahrelang Agrarfachleute aus Mitteleuropa angeworben hat, weil sie selbst gar nicht schnell genug für den Bedarf ausbilden konnten.
Inzwischen ist Russland zu einer der führenden Agrarnationen geworden und arbeitet konsequent daran, das weiter auszubauen.
Im Verhältnis zu ihrer Qualifikation unterbezahlte Agraringenieure sehe ich am ehesten in der westlichen Welt, weil viele Betriebe zu klein sind, um ihre Qualifikation auszulasten.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
@ Ölkanne: stimmt, da hast du Recht. Ich sollte langsam mal Schafen. Aber wie groß die Teile sind, kann sehr sehr unterschiedlich sein.
@ Manfred: ab Zentralasien, spätestens in China oder Indien, ist der durchschnittliche Lebensstandard, auch in hochqualifizierten Berufen, deutlich unter dem, was man in Mitteleuropa so für normal hält. Von den meisten afrikanischen Ländern ganz zu schweigen. Und das ist nunmal der Großteil der Welt. Ich glaub gerne, dass mal ein paar Leute sehr gute Jobs in Russland erhalten haben, ein paar gute Leute haben sicher auch hier eine richtig gute Position. Über den Durchschnitt einer Berufsgruppe in einem Land sagt das aber noch nicht viel aus. Zudem hat Russland zwar eine recht niedrige Einkommenssteuer, dafür aber keinen Steuerfreibetrag. Mit einem niedrigen bis mittleren Einkommen kommst du da viel schlechter weg als hier.
Klar liegt der Ingenieur überall über dem einfachen Arbeiter. Aber was wo anders schon ganz lange als richtig guter Lebensstandard gilt, wird hier eher als Grundsicherung angesehen.
Edith:
Gerade Mal ergoogelt: der durchschnittliche Lohn in Russland liegt bei 630 Euro im Monat, ein Ingenieursgehalt liegt bei etwa 1000 Euro. Bei zwar geringeren Lebenshaltungskosten, aber lange nicht in der Relation. Ich wünsch euch denn mal viel Spaß dort
@ Manfred: ab Zentralasien, spätestens in China oder Indien, ist der durchschnittliche Lebensstandard, auch in hochqualifizierten Berufen, deutlich unter dem, was man in Mitteleuropa so für normal hält. Von den meisten afrikanischen Ländern ganz zu schweigen. Und das ist nunmal der Großteil der Welt. Ich glaub gerne, dass mal ein paar Leute sehr gute Jobs in Russland erhalten haben, ein paar gute Leute haben sicher auch hier eine richtig gute Position. Über den Durchschnitt einer Berufsgruppe in einem Land sagt das aber noch nicht viel aus. Zudem hat Russland zwar eine recht niedrige Einkommenssteuer, dafür aber keinen Steuerfreibetrag. Mit einem niedrigen bis mittleren Einkommen kommst du da viel schlechter weg als hier.
Klar liegt der Ingenieur überall über dem einfachen Arbeiter. Aber was wo anders schon ganz lange als richtig guter Lebensstandard gilt, wird hier eher als Grundsicherung angesehen.
Edith:
Gerade Mal ergoogelt: der durchschnittliche Lohn in Russland liegt bei 630 Euro im Monat, ein Ingenieursgehalt liegt bei etwa 1000 Euro. Bei zwar geringeren Lebenshaltungskosten, aber lange nicht in der Relation. Ich wünsch euch denn mal viel Spaß dort
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Der Boden ist hier, da haben wir halt nicht viel Wahlmöglichkeit wo wir gerne arbeiten wollen.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Bitte lies genau: ich beklage mich nicht darüber, dass sehr viel Steuergeld in die Landwirtschaft fliesst.Oelkanne hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 23:35Tja, kleine Betriebe kann man nur noch erhalten enn sie nicht mehr von ihrem Produkt leben müssen sondern allein aus der Hand des Steuerzahlers. Und darüber beklagst du dich immer.
Mich stört, dass trotz des vielen Geldes für die Landwirtschaft trotzdem so vieles nicht funktioniert, wie es sollte (Biodiversitätsverluste, Grundwasserprobleme, um nur zwei zu nennen) , und dass das Steuervolk zwar zahlen, aber sonst die Klappe halten soll, da ja jeder Einwand gegen noch mehr Effizienz nur beweist, dass es von der Sache nichts versteht.
Wie man aus deinen Beiträgen sehr schön sehen kann, sind die Bauern selbst die Haupttreiber des Strukturwandels, der immer mehr Betrieben das Leben kostet. Ob die Umgestaltung der Landschaft mit dem einzigen Ziel der Produktionsoptimierung wünschenswert ist, da hat die ganze Bevölkerung mitzureden, schliesslich ist das die Umwelt von allen.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Einmal ist zu bedenken, dass nicht nur der Lohn allein über die Attraktivität eines Berufes in einem fremden Land entscheidet. Will man in einem Staat leben, wo jeder eingekastelt wird, der den Präsidenten nicht so toll findet, und das auch noch zu sagen wagt? Wo du dich mit einem Geldschein von Schikanen bei Verkehrskontrollen freikaufen kannst und das auch musst? Wo das Gesundheitssystem nur funktioniert, wenn man selber nie krank wird? Hier haben wir in der EU und in der CH ganz erhebliche Mehrwerte der Lebensqualität, die man stets vergisst, weil es zu selbstverständlich geworden ist.Manfred hat geschrieben: Sa 16. Okt 2021, 00:27
Hm. In welchen Ländern findet man denn diese unterbezahlten Ingenieure?
(Und wir reden hier von Akademikern, nicht von Technikern, die auch oft als engineer bezeichnet werden.)
Gerade in Russland, wo sie im Gegensatz zu hier idR nicht zur Hälfte als Traktorist tätig sind, sondern größere Betriebe oder Abteilungen davon leiten und eine viel geringere Abgabenquote haben als hierzulande, dürften sie relativ gut gestellt sein, zumal Russland jahrelang Agrarfachleute aus Mitteleuropa angeworben hat, weil sie selbst gar nicht schnell genug für den Bedarf ausbilden konnten.
Inzwischen ist Russland zu einer der führenden Agrarnationen geworden und arbeitet konsequent daran, das weiter auszubauen.
Es kann übrigens jeder, der findet, anderswo sei alles besser, mit den Füssen abstimmen und seine Koffer packen. Gerade bei den Bauern ist es kaum verständlich, dass wir hier noch welche haben, wo sie doch von der Bürokratie, den Umweltauflagen, den Konsumentenwünschen und der ausländischen Konkurrenz so gequält werden.
Dann ist da noch die klassische Neidfalle: Der Agroingenieur vergleicht seinen Lohn mit dem Chemie- oder Tiefbauingenieur und fühlt sich unterbezahlt. Ist er das, vergleicht er sein Einkommen mit dem eines Vermögensberaters, und ist er dort, findet er problemlos Direktoren, die bei vergleichbarer oder geringerer Qualifikation mehr bekommen. Hast du den Golf, hat der Nachbar bald einen Audi. Hast du dann den teureren Mercedes, kauft sich der Saukerl ein Boot und stellt das provokativ zur Schau.
Das hört nie auf.
Wenn man seinen Beruf nur des Einkommens wegen ausübt, sollte man schon nach der Matura die Weichen richtig stellen. Agroingenieur ist kein guter Weg, um im geheizten Büro richtg viel Kohle zu machen. Naturschutzbeauftragter übrigens auch nicht. Das hätte man wissen können.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
