Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Ja. Ich denke, das steckt in allen von uns. Die Freude, etwas wachsen und gedeihen zu sehen, all die Tiere, die Pflanzen, den Boden mit seinen Mikrolebewesen.
Schade, dass so viele Menschen den Kontakt dazu verloren haben und jetzt versuchen, diesen Verlust durch irgendwelche Extreme zu kompensieren.
Deshalb bin ich so froh um jeden, der Selbstversorgung betreibt. Das erdet und führt zu einem Lernprozess.
Schade, dass so viele Menschen den Kontakt dazu verloren haben und jetzt versuchen, diesen Verlust durch irgendwelche Extreme zu kompensieren.
Deshalb bin ich so froh um jeden, der Selbstversorgung betreibt. Das erdet und führt zu einem Lernprozess.
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
"Studie der Universität Wageningen sieht erhebliche Einbußen bei der landwirtschaftlichen Produktion in Europa"
https://www.iva.de/newsroom/pressemitte ... schaetzung
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- emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Jetzt bekommen wir trotz Subventionen Lebensmittel in Weltmarktqualität. Entscheiden ob ich die Landwirtschaft subventionieren will oder nicht kann der Steuerzahler nicht, das erfolgt automatisch. D.h. selbst wenn ich Bio-Lebensmittel zum doppelten Preis kaufe, finanziere ich als Steuerzahler die anderen mit, die auf eine Art produzeren, die ich nicht fördern will.Oelkanne hat geschrieben: Sa 16. Okt 2021, 14:07sorge dafür dass die Produkte angemessen bezahlt werden und du hast dieses Problem nicht mehr. Oder bekomme Lebensmittel zum Weltmarktpreis zu Weltmarktbedingungen
Aus Sicht vieler Bauern mag es sein, dass sie das Gefühl haben, sehr viel Bürokratie sei nur der produktionserschwerenden Umweltauflagen wegen. Aber wenn man den Zustand der Umwelt in den Gebieten ansieht, die von intensiver Landwirtschaft dominiert werden, dann liegt da noch manches im Argen. Folglich setzen die Subventionen falsche Anreize.
Die Forderung nach angemessener Bezahlung ist in Ordnung, aber bitte vergesst nicht, dass Slogans wie "Geiz ist geil" oder "Ich bin doch nicht blöd" von deutschen Marketingspezialisten erfunden worden sind.
In der Schweiz funktioniert das mit Umwelt und Landwirtschaft im Berggebiet ziemlich gut, weil dort der Bedingungen wegen gar nicht beliebig intensivert werden kann. Es mag auch eine Rolle spielen, dass unser Nationalheld Tell, den es vermutlich gar nie gegeben hat, Bergbauer war, und dass 70% der Landesfläche Berggebiet ist.
Dort bezahlen wir sehr viel für relativ wenig Produktivität, und die Leistungen der Berglandwirtschaft für die Allgemeinheit sind sichtbar und politisch breit akzeptiert.
Im Tal gibts die gleichen Probleme wie in der EU: Mehr Geld bitte, und sonst redet uns nicht drein, Artenverluste, Grundwasserbelastungen, das Übliche eben.
Nö, tut er nicht. Aber glaube nicht, andere Gewerbe hätten keine Probleme. Zum Beispiel die Dumpingpreise beim Detailhandel und bei lokalen Handwerkern durch Konkurrenz aus Deutschland ...Oelkanne hat geschrieben: Sa 16. Okt 2021, 14:27 Emil wird das jetzt wieder als Gejammer auffassen und mir empfehlen den Beruf zu wechseln, aber egal:
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Die basics der deutschen Produktion, sprich die gesetzlichen Rahmenbedingungen, liegen weit höher als in den meisten Teilen der Welt. Auch wenn dir das anscheinend nicht reicht.emil17 hat geschrieben: Sa 16. Okt 2021, 21:50Jetzt bekommen wir trotz Subventionen Lebensmittel in Weltmarktqualität.Oelkanne hat geschrieben: Sa 16. Okt 2021, 14:07sorge dafür dass die Produkte angemessen bezahlt werden und du hast dieses Problem nicht mehr. Oder bekomme Lebensmittel zum Weltmarktpreis zu Weltmarktbedingungen
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Dyrsian
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Das ist bestimmt richtig, nur kommt der Fraß bei Aldi überwiegend nicht aus Deutschland. Hier wachsen halt weder Tomaten noch Paprika, und auch Lammfleisch kann man in Neuseeland scheinbar billiger produzieren.Rohana hat geschrieben: So 17. Okt 2021, 01:40 Die basics der deutschen Produktion, sprich die gesetzlichen Rahmenbedingungen, liegen weit höher als in den meisten Teilen der Welt. Auch wenn dir das anscheinend nicht reicht.
Durch die Subventionen wird eine industrialisierte Landwirtschaft mit großen Flächen und starkem mechanisierungsgrad gefördert. Das weiß jeder.
Das Insektensterben und das Nitrat im Grundwasser kommen nicht von ungefähr. Auch das ist allen klar. Nur wenn es so verdammt lukrativ ist niederländische Gülle in NRW zu verklappen, dann wird sich auch immer jemand finden der das macht.
Und solange man Essen zu Schleudwrpreisen raushaut, wird es auch immer jemanden geben der das kauft oder kaufen muss.
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Emil hegt einen totalitären Anspruch auf Durchsetzung seiner Ideologie.
Ich glaube nicht, dass er die Natur wirklich so sehr hasst, dass er deshalb ihre Zerstörung billigend in Kauf nimmt.
Er liebt einfach seine naive Vorstellung von Natur und Naturschutz mehr als die Natur selbst, und lässt nichts an sich heran, was diese Liebe gefährden könnte.
Das ist alles menschlich, aber im Ergebnis halt destruktiv.
Er meint in guter Absicht zu handeln und kämpft doch für eine Beschleunigung des Strukturwandels, für die Rodung der verbliebenen Regenwälder, für die Ausbreitung der Wüsten, für das Verhungern der Ärmsten.
Das tut mir so weh, dass ich mir den einen oder anderen Seitenhieb nicht verkneifen kann.
Aber mir ist bewusst, dass ich damit nur Zeit verschwende, die anderweitig besser investiert wäre. Deshalb ist es für diesmal auch wieder gut meinerseits.
Ich glaube nicht, dass er die Natur wirklich so sehr hasst, dass er deshalb ihre Zerstörung billigend in Kauf nimmt.
Er liebt einfach seine naive Vorstellung von Natur und Naturschutz mehr als die Natur selbst, und lässt nichts an sich heran, was diese Liebe gefährden könnte.
Das ist alles menschlich, aber im Ergebnis halt destruktiv.
Er meint in guter Absicht zu handeln und kämpft doch für eine Beschleunigung des Strukturwandels, für die Rodung der verbliebenen Regenwälder, für die Ausbreitung der Wüsten, für das Verhungern der Ärmsten.
Das tut mir so weh, dass ich mir den einen oder anderen Seitenhieb nicht verkneifen kann.
Aber mir ist bewusst, dass ich damit nur Zeit verschwende, die anderweitig besser investiert wäre. Deshalb ist es für diesmal auch wieder gut meinerseits.
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Mach dir bitte bewusst, dass die Insektenstudien fasst alle auf sogenannten Naturschutzflächen stattfinden.
Ich habe mir das in Thüringen vor Ort angesehen.
Da standen mehrere Malaisefallen eng beieinander auf einem extrem ausgemagerten Trockenrasen, der Anfang Juni noch kein nennenswertes Wachstum zeigte, und daneben eine Falle auf einer vermeintlichen Blühfläche, die im Juni noch flächig nackten Boden hatte, mit ein paar vereinzelten Wildkräutern darauf, die die Bodenbearbeitung zur Unzeit überlebt hatten.
Wenn ich mögl. wenig Insektenbiomasse fangen wollte, würde ich meine Fallen genau da hinstellen.
50 m weiter war insektenfreundliches Agrarland. Hätte man die Fallen da rein gestellt, wo sich die Insekten wohlfühlen, hätte man locker 10 x mehr Biomasse gefangen.
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Diese Woche wurden wieder die Ergebnisse der betriebswirtschaftlichen Auswertung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft veröffentlicht.
Sie beinhaltet die Ergebnisse "repräsentativ ausgewählter Betriebe" aus dem sogenannten Testbetriebsnetz.
Wie die Auswahl erfolgt, ist nicht transparent. Zuständig sind die obersten Landesbehörden. Das Auswahlgremium ist zur Geheimhaltung verpflichtet. Erfasst werden anscheinend nur Betriebe, die von den landwirtschaftlichen Buchstellen der Bauernverbände betreut werden.
Im Groben kann man sagen, dass die Einkommen über die letzten 10 Jahre stagnieren, während Kosten und Schuldenstand deutlich gestiegen sind.
Das heißt unter dem Strich mehr Arbeit (mehr Fläche und Tiere je Betrieb) und mehr Fremdkapitaleinsatz für stagnierende Einkommen.
Der durchschnittliche Gewinn lag bei 34.490 Euro je Vollzeit-Familienarbeitskraft.
Aus diesem Gewinn müssen die Verzinsung für das eingesetzte Eigenkapital, die Entlohnung der Arbeitszeit und die Sozialversicherungskosten beglichen werden.
D.h. um den Gewinn mit Arbeitnehmer-Bruttoeinkommen vergleichbar zu machen, muss man davon nach die kalkulatorischen Zinsen für das im Hof gebundene Eigenkapital und den "Arbeitgeberanteil" an den Sozialversicherungskosten abziehen.
Teilt man den Rest durch die auf landwirtschaftlichen Betrieben üblichen Arbeitszeiten, liegt man weit unter dem Mindestlohn.
Ein Rechenbeispiel:
Betrieb mit 1,5 Familien AK und 51.087 Euro Gewinn.
Eigenkapital:
30 ha Eigenland mit 300 Euro / ja (Zinsanspruch bzw. mögl. Pachterlös bei Verpachtung) -> 9.000 Euro Pacht für Eigenland
500.000 Euro Kapital in Gebäuden, Maschinen und Ausrüstung, Tieren, Vorräten -> bei 6,5% durchschnittlicher Eigenkapitalverzinsung (durchschnittliche Aktienanlage) -> 32.500 Euro kalkulatorischer Eigenkaptialzins
Bleiben 9.587 Euro für ein Jahr Arbeitslohn für 1,5 Familien AK inkl. der Sozialversicherungskosten.
Zieht man davon nochmal 1/4 "Arbeitgeberanteil" ab und teilt den Rest durch angenommene 50 Arbeitsstunden je AK und Woche, bleiben stolze 2,30 Euro "Bruttolohn" je geleisteter Arbeitsstunde.
Evtl. fühlt sich Emil dann nicht mehr ganz so schlecht bezahlt...
Der durchschnittliche bayerische Haupterwerbslandwirt lebt praktisch von den Zinsen seines Eigenkapitals und betreibt die landwirtschaftliche Arbeit mehr oder minder als Hobby.
Quelle: Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt, Ausgabe 41/2021, Seite 53.
Sie beinhaltet die Ergebnisse "repräsentativ ausgewählter Betriebe" aus dem sogenannten Testbetriebsnetz.
Wie die Auswahl erfolgt, ist nicht transparent. Zuständig sind die obersten Landesbehörden. Das Auswahlgremium ist zur Geheimhaltung verpflichtet. Erfasst werden anscheinend nur Betriebe, die von den landwirtschaftlichen Buchstellen der Bauernverbände betreut werden.
Im Groben kann man sagen, dass die Einkommen über die letzten 10 Jahre stagnieren, während Kosten und Schuldenstand deutlich gestiegen sind.
Das heißt unter dem Strich mehr Arbeit (mehr Fläche und Tiere je Betrieb) und mehr Fremdkapitaleinsatz für stagnierende Einkommen.
Der durchschnittliche Gewinn lag bei 34.490 Euro je Vollzeit-Familienarbeitskraft.
Aus diesem Gewinn müssen die Verzinsung für das eingesetzte Eigenkapital, die Entlohnung der Arbeitszeit und die Sozialversicherungskosten beglichen werden.
D.h. um den Gewinn mit Arbeitnehmer-Bruttoeinkommen vergleichbar zu machen, muss man davon nach die kalkulatorischen Zinsen für das im Hof gebundene Eigenkapital und den "Arbeitgeberanteil" an den Sozialversicherungskosten abziehen.
Teilt man den Rest durch die auf landwirtschaftlichen Betrieben üblichen Arbeitszeiten, liegt man weit unter dem Mindestlohn.
Ein Rechenbeispiel:
Betrieb mit 1,5 Familien AK und 51.087 Euro Gewinn.
Eigenkapital:
30 ha Eigenland mit 300 Euro / ja (Zinsanspruch bzw. mögl. Pachterlös bei Verpachtung) -> 9.000 Euro Pacht für Eigenland
500.000 Euro Kapital in Gebäuden, Maschinen und Ausrüstung, Tieren, Vorräten -> bei 6,5% durchschnittlicher Eigenkapitalverzinsung (durchschnittliche Aktienanlage) -> 32.500 Euro kalkulatorischer Eigenkaptialzins
Bleiben 9.587 Euro für ein Jahr Arbeitslohn für 1,5 Familien AK inkl. der Sozialversicherungskosten.
Zieht man davon nochmal 1/4 "Arbeitgeberanteil" ab und teilt den Rest durch angenommene 50 Arbeitsstunden je AK und Woche, bleiben stolze 2,30 Euro "Bruttolohn" je geleisteter Arbeitsstunde.
Evtl. fühlt sich Emil dann nicht mehr ganz so schlecht bezahlt...
Der durchschnittliche bayerische Haupterwerbslandwirt lebt praktisch von den Zinsen seines Eigenkapitals und betreibt die landwirtschaftliche Arbeit mehr oder minder als Hobby.
Quelle: Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt, Ausgabe 41/2021, Seite 53.
- emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Das haben wir auch schon mal in diesem Forum diskutiert: Insektenvielfalt nur nach gefangener Biomasse bestimmen ist wie Bücher nach Gewicht bewerten. Auf frisch gegüllten Agroflächen beispielsweise hat man je nach Wetter irre hohe Werte, das sind aber vor allem Schmeissfliegen. Auf sonnigen Magerwiesen hat man eine viel höhere Artenzahl (nicht:Individuenzahl), und es kommt sehr auf die Art der Falle an, denn all die nicht fliegenden Insekten (Ameisen, Grillen, Laufkäfer) hat man auf Güllewiesen oder Kartoffeläckern nicht.Manfred hat geschrieben: So 17. Okt 2021, 08:32 Wenn ich mögl. wenig Insektenbiomasse fangen wollte, würde ich meine Fallen genau da hinstellen.
50 m weiter war insektenfreundliches Agrarland.
Dann ist eine einzige Heuschrecke schwerer als 500 Mücken oder Kleinstschmetterlinge in 30 oder mehr Arten ...
Bei diesen Fallen geht es nicht darum, möglichst viele Insekten gemessen in Biomasse zu fangen, sondern um Monitoringprogramme, weil die Änderung der Individuen- und Artenzahl über längere Zeit interessiert, um Veränderungen erkennen zu können. Deshalb kann man weder den Fallentyp noch den Aufsellungsort ändern. Man kann die Fallen auch nicht alle in Agrarflächen mit häufig wechselnder Kultur aufstellen, denn dann wäre eine Auswertung mit Datenmonitioring nur mit sehr viel grösserer Fallenzahl und Zusatzaufwand möglich, da das gefangene Artenspektrum sehr von den Kulturen abhängig ist. Das ist also nicht die Vorgehensweise des Bauern, der dort mäht, wo es Gras hat.Manfred hat geschrieben: So 17. Okt 2021, 08:32Hätte man die Fallen da rein gestellt, wo sich die Insekten wohlfühlen, hätte man locker 10 x mehr Biomasse gefangen.
Bevor du also schreibst, wie man es besser machen müsste, lies mal hier, Kapitel 2:
https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/monito ... g_2019.pdf
Der Satz "wo sich die Insekten wohlfühlen" zeugt ebenfalls von einer ziemlichen Unkenntnis der Biologie der Insekten. In Deutschland gibt es Nachweise von rund 33'000 Arten, und die leben an äusserst unterschiedlichen Standorten. Meintest du "wo es viele Insekten hat"? Dann hast du keine Ahnung von Monitoring.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
