Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2921

Ungelesener Beitrag von Rohana »

Weiss nicht ob man hier wirklich weiter käme mit Flächentausch und so. Ein weiteres Problem ist halt nach wie vor die Arbeitsspitze. Regelmässig brauchen wir mehr Leute als wir haben wenn wir die wichtigen Arbeiten zum richtigen Zeitpunkt erle(di)gen wollen, und garantiert gibt's dazu noch Probleme im Stall weil die Kühe halt wissen wann der perfekte Zeitpunkt für Komplikationen ist. :bang:
Aber hey... mittlerweile kann man sich fünfteilen, denn jetzt braucht man n halbes Studium für die neuen Vorschriften und Dokumentationen.
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2922

Ungelesener Beitrag von Rohana »

100 Euro pro ha für den Verzicht auf PSM... zuwenig zum leben, zuviel zum sterben. Kein Wunder dass die damit vor der Wahl nicht mehr rausrücken wollte :roll:
https://www.agrarheute.com/politik/oeko ... tar-586034
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Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2923

Ungelesener Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Rohana hat geschrieben: Do 7. Okt 2021, 23:45 100 Euro pro ha für den Verzicht auf PSM... zuwenig zum leben, zuviel zum sterben. Kein Wunder dass die damit vor der Wahl nicht mehr rausrücken wollte :roll:
https://www.agrarheute.com/politik/oeko ... tar-586034
Man wird sich damit rausreden, dass die Bauern doch konnten aber nicht wollten.

Das gebotene Geld für die Maßnahmen ist lachhaft.
Es deckt bei weitem nicht die Einbußen/Zusatzkosten,
so wird das nix mit dem Umweltschutz.

Wenn man mit Zusatz-Umweltschutzprogrammen Geld verdienen könnte, wären die Landwirte dieser Sache deutlich aufgeschlossener gegenüber.

Apropos Geld...
Harnstoffpreis
in den letzen 12 Monate hat sich der Preis um den Faktor 2,73 erhöht.
Ist aber nicht schlimm, gibt eh keinen zu kaufen (Ironie aus)
penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2924

Ungelesener Beitrag von penelope »

Fällt euch gar nichts auf?
Ihr wiederholt hier gerade die Forderung der Grünen, die Umweltleistungen deutlich höher fördern wollen. Dabei sind die doch der größte Feind ;)
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2925

Ungelesener Beitrag von Rohana »

Das steht ja nicht im luftleeren Raum, Penelope. An anderen Stellen wird massiv Förderung gestrichen und prinzipiell halte ich es nicht für unmöglich über höhere Anreize bzw. angemessene Kompensation (!) Umweltleistungen zu fördern, die ja ach so gewollt sind. Aber SO? Das ist nicht nur ein Witz, das ist ein Schlag ins Gesicht. Zum x-ten Mal. Die Grünen wollen eine Quadratierung des Kreises, kostenlos.
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penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2926

Ungelesener Beitrag von penelope »

Ja, wie immer kommen wir zum gleichen Punkt.

Deutschland ist - selbst in den schlechtesten Jahren - Nettoexporteur von Milch, Schweinefleisch und Weizen. Der Bedarf im eigenen Land ist also mehr als gedeckt und es besteht kein öffentliches Interesse daran, die konventionelle und auf Menge ausgerichtete Produktion noch weiter mit öffentlichen Geldern zu fördern.
Das Programm der letzten Regierung jetzt ist sehr halbherzig - war ja leider auch nicht anders zu erwarten. Langfristig wird es weg gehen von den Flächenprämien und hin zu stärkerer Förderung von ökologischen Aspekten. Wenn nicht aus der Initiative im eigenen Land heraus, dann auf Drängen der EU. Das wird man auch mit keiner Treckerdemo stoppen können.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2927

Ungelesener Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

penelope hat geschrieben: Sa 9. Okt 2021, 09:13 Fällt euch gar nichts auf?
Ihr wiederholt hier gerade die Forderung der Grünen, die Umweltleistungen deutlich höher fördern wollen. Dabei sind die doch der größte Feind ;)
Das Problem mit den Grünen ist, dass deren Pläne zu er so stark verschlechterten Wirtschaftlichkeit führe, dass es die 2€ mehr für das ha Blümchen auch nicht mehr rausreisen.
penelope hat geschrieben: Sa 9. Okt 2021, 11:25 Ja, wie immer kommen wir zum gleichen Punkt.

Deutschland ist - selbst in den schlechtesten Jahren - Nettoexporteur von Milch, Schweinefleisch und Weizen. Der Bedarf im eigenen Land ist also mehr als gedeckt und es besteht kein öffentliches Interesse daran, die konventionelle und auf Menge ausgerichtete Produktion noch weiter mit öffentlichen Geldern zu fördern.
Das Programm der letzten Regierung jetzt ist sehr halbherzig - war ja leider auch nicht anders zu erwarten. Langfristig wird es weg gehen von den Flächenprämien und hin zu stärkerer Förderung von ökologischen Aspekten. Wenn nicht aus der Initiative im eigenen Land heraus, dann auf Drängen der EU. Das wird man auch mit keiner Treckerdemo stoppen können.
Wir exportieren deshalb Fleisch, weil wir nicht das ganze Tier essen, gleichzeitig aber schlachtreife Tiere importieren.
Die 11% Überversorgung bei der Milch werden vor allem als Milchpulver ausgeführt, meist nach China.
Bei Getreide können wir uns nicht selbst versorgen. 2018 wuchsen in Deutschland nur 90% des Bedarfs. Exportiert wurde vor allem qualitativ hochwertiger Brotweizen nach Ägypten und wir importieren kanadischen Hartweizen genau so wie die Italiener zur Nudelproduktion.
Auch beim Raps reicht die eigene Produktion bei weitem nicht aus: hier beträgt der Selbstversorgungsgrad 30%, nur das Obst ist schlechter.

Penelope, wenn sich Blühflächen lohnen hast du ein Jahr später auf den Grenzstandorten 10.000 Hektar blühwiese.
Wenn nach allen Kosten noch 600€/ha übrig bleiben geht Berlin das Geld aus weil die Nachfrage zu groß ist.
Deshalb möchte auch nicht der Staat die Blühwiese finanzieren, sondern der Landwirt soll das mal schön selbst bezahlen. Der hat dazu aber kein Geld und deshalb wird es nicht gemacht.
penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2928

Ungelesener Beitrag von penelope »

Genau, wir exportieren Weizen, vorwiegend qualitativ sehr hochwertigen Brotweizen, und importieren Viehfutter. Wir essen dann von den hier gemästeten Tieren die Edelstücke, der Rest geht in Ausland. Die Gülle fällt aber hier geballt an. Das kann und wird nicht mehr ewig gutgehen. Man merkt ja auch so langsam immer deutlicher, dass das System anfängt zu wackeln, beispielsweise durch die eingebrochen Nachfrage nach Schweinefleisch, weil China nicht mehr importiert.
sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2929

Ungelesener Beitrag von sybille »

Ja, die s.g. "Edelstücke"! Warum wird nicht mehr das ganze Tier gegessen? Was ist eklig an Zunge und Innereien? Es wurde uns irgendwann vorgegaukelt das diese Stücke vom Tier ungesund sind. Aber in Maßen gegessen sind sie gesund. Die Landwirte müssten weniger Fleisch produzieren und damit gibt es weniger Gülle wenn die Bevölkerung umdenken würde. Die "Nichtedelstücke" müssten nicht billig verscherbelt werden.
Warum keine Zweinutzungshühner? Muss es denn das matschige, geschmacklose Turbohähnchen sein das nur höchstens 2 Monate leben dufte und gleich viel Mist gemacht hat wie ein Zweinutzungshuhn das älter werden durfte?
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2930

Ungelesener Beitrag von emil17 »

Oelkanne hat geschrieben: Sa 9. Okt 2021, 17:31 Das Problem mit den Grünen ist, dass deren Pläne zu er so stark verschlechterten Wirtschaftlichkeit führe, dass es die 2€ mehr für das ha Blümchen auch nicht mehr rausreisen.
Ja, wie immer kommen wir zum gleichen Punkt
In jeder Marktwirtschaft gibt es einen Punkt, wo der Markt nicht mehr wachsen kann, entweder weil die Leute nicht noch mehr konsumieren können oder weil die Ressourcen beschränkt sind.
In der Landwirtschaft und den Folgebetrieben wie Molkereien, Grossschlachtereien usw. kann man sich über den ersten Punkt noch eine Weile hinaustricksen, indem man die Produkte "veredelt" oder selektiert und so mehr Abfall erzeugt und die Konsumenten anspruchsvoller macht. Man isst also beispielsweise nicht mehr das ganze Hähnchen, sondern nur noch die Schenkel, der Rest wird exportiert oder verfüttert.
Die landwirtschaftliche Nutzfläche lässt sich nicht mehr vergrössern und auch nicht beliebig intensiver nutzen.

Also setzt - und das ist bei jedem betroffenen Gewerbezweig so - ein mörderischer innerer Verdrängungswettkampf ein, auf dem die Kleinen auf der Strecke bleiben. Jede Effizienzsteigerung, jede Wirtschaftlichkeitsverbesserung kann dies nur hinauszögern, solange die betriebswirtschaftlichen Einnahmen nur über die Produkte und nicht über direkt bezahlte Leistungen erfolgen. Es ist so wie in einem Hamsterrad, wo viele drin sind, die alle die anderen überholen wollen ...
Die Produzenten schinden sich ab, weil sie in ihrem Existenzkampf die Existenz der anderen bedrohen müssen, die wiederum das gleiche tun müssen.
Die Merhwerte bleiben letztlich bei den Investoren und Kapitalgebern. Als Produzent kann man das Spiel nur verlieren, oder beizeiten beschliessen, da nicht mehr mitzumachen.

In der Landwirtschaft ist es nun so, dass die direkten Leistungen, die von der Allgemeinheit entgolten werden (Öko-Ausgleichsflächen usw.) und die viele Betriebe noch am Leben erhalten, direkt unverträglich sind mit Wirtschaftlichkeitssteigerungen im produktiven Bereich, weil diese stets mehr Umweltbelastung (Überdüngung, Artenverluste, mehr Verschwendung in der Verarbeitung trotz höherer Effizienz in der Produktion) zur Folge haben. Damit gefährden die Landwirte ihre eigenen Subventionen, denn die Öffentlichkeit fragt sich zu Recht, warum sie eine Landwirtschaft finanzieren und so am Leben erhalten soll, die offensichtlich bedroht, was sie zu erhalten behauptet. (Bitte hier nicht den Einwand, es gäbe andere Sünder, die mehr Umweltschäden zu verantworten hätten, denn ob das stimmt oder nicht, ist für den Sachverhalt unwesentlich und wer auf andere zeigt, sollte vorher vor der eigenen Türe gekehrt haben)

Als Landwirt wird man sich also entscheiden müssen, auf welcher Schiene man fährt, denn man kann, wie das bekannte Sprichwort sagt, nicht auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzen.
Ich halte die Bio-Schiene deshalb für langfristig erfolgreicher. Das grosse Geld kann man damit nicht machen, aber man ist besser vor der Effizienzsteigerungsfalle geschützt, da Landschaftspflege und Artenschutz sich nicht beliebig skalieren lassen. Den Wettbewerb um mehr Wirtschaftlichkeit der Produktion kann man hingegen nur verlieren.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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