ina maka hat geschrieben:Meine Mutter wollte nie Rübenzucker, sie sagte immer "der braucht soviel Chemie bei der Verarbeitung. Ich kauf nur Rohrzucker"
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Da hat man deiner Mutter einen Bären aufgebunden.
Für die Zuckerproduktion braucht es Rüben/Rohr, Wasser, Kalk und Koks (Kohle), mehr nicht.
Rübe und Rohr unterscheiden sich in der Verarbeitung nur ein einem Punkt, der Gewinnung des Rohsaftes:
Im ersten Produktionsschritt wird die zerkleinerte Rübe ausgekocht, traditionel wird das zerkleinerte Rohr mechanisch ausgepresst.
Neue, größere Rohranlagen koche das Rohr ebenfalls, da sich dadurch die Zuckerausbeute erhöht.
Die Verarbeitung des Rohsaftes zu Zucker ist dann identisch.
Ein unterschied besteht noch in der Umweltbelastung der Werke:
Die Rübenzuckerwerke stehen nur in Mitteleuropa und Nordamerika, beides Regionen mit hohen Umweltschutzstandards.
Die Rohrzuckerwerke in Südamerika und Asien stehen in Ländern mit sehr niedrigen Umweltschutzvorgaben, dem entsprechend hoch ist die Umweltbelastung durch die Zuckerwerke dort.
Wird der Anbau nicht vollmechanisiert betrieben sonder wie üblich mit der Handernte entstehen zusätzliche Umweltbelastungen durch das abbrennen der Felder kurz vor der Ernte,
das abbrennen erleichtert die Handernte erheblich.
Dazu ist die Rohrernte von Hand keine Arbeit von der man gut leben kann:
Ein brasilianischer Erntearbeiter kann an einem sehr guten Tag in 12 Stunden 15-20 Tonnen Rohr ernten,
dafür bekommt er 9-12€ am Ende des Tages,
das macht einen Stundenlohn von 0,75-1€...
Die niedrigen Personalkosten und die, wenn überhaupt vorhandenen, niedrigen Umweltschutzstandards machen den Rohrzucker konkurrenzlos billig.
Angebaut und verarbeitet nach unseren deutschen/mitteleuropäischen Standarts wären beide Zuckersorten gleich teuer.
Qualitativ besteht zwischen Rohrraffinade und Rübenraffinade kein Unterschied.