Heizung mit thermischer Solaranlage, das ist Selbstversorgung

Sonne, Wind und Feuer
Eule
Beiträge: 511
Registriert: So 8. Aug 2010, 19:06
Wohnort: Hunsrück

Re: Heizung mit thermischer Solaranlage, das ist Selbstversorgung

#11

Beitrag von Eule »

RoterFuchs hat geschrieben: So 7. Jun 2026, 17:44 Autarkie. Zu einer Öl-Heizung? Strom fällt aus?

Für Autarkie bräuchten wir im Winter 5RM Holz. Dann kann sogar der Stromanschluss weg.
Eben darum ja SOWOHL- ALS AUCH
Eule hat geschrieben: So 7. Jun 2026, 16:18 Aber auch in diesem Themenbereich finde ich sowohl-als auch-Lösungen immer besser als entweder-oder-Lösungen. In dem Bericht über einen WP-Selbsteinbau, den ich im anderen Faden verlinkt hatte https://www.energieverbraucher.de/de/se ... #con-19569 finde ich die klügste Entscheidung, die WP nicht STATT, sondern ZUSÄTZLICH zu der vorhandenen Öl-Heizung zu installieren.
Autarkie ist gut, Redundanz ist besser: Im Prinzip könnte ich auch meinen Stromanschluss kündigen, ST+PV+Puffer+Speicher+Feststoff-Öfen+Stromgenerator könnten mich autark machen, aber wer kann schon vorhersagen, welche Energiequelle in Zukunft wie verfügbar und bezahlbar sein wird? Möglichst viele Möglichkeiten offen halten, Alternativen haben, nicht nur wegen der äußeren Rahmenbedingungen, auch wegen ganz simpler, technischer Risiken. Alles kann kaputt gehen, Reparaturen können zeitaufwendig und teuer sein. Spätestens dann freut man sich über alternative Optionen!
RoterFuchs
Beiträge: 202
Registriert: Mo 10. Jul 2023, 06:27
Familienstand: verheiratet

Re: Heizung mit thermischer Solaranlage, das ist Selbstversorgung

#12

Beitrag von RoterFuchs »

Ja und nein. Das alles frisst Geld. Du kannst 100 mal redundant sein. Die Frage beim Strom ist aber: Könnte man es sich wirklich leisten z.B. eine komplette Woche Stromausfall in Kauf zu nehmen oder nicht? Mit Strom läuft heute alles, ich wohne zwar in einem kleinen Kaff, aber schon eine Stadt weiter würde bei 1 Woche alles zusammenbrechen und die Zombie-Apokalypse ausbrechen ohne Strom. Dann haben wir ganz andere Sorgen als ne Woche keinen Strom.

Wo du aber das Öl herbekommen willst ohne eben ALLES permanent zu horten weiss ich nicht. Man müsste zu hause mehr oder minder wie ein Prepper alles zu hause haben. Wenn es soweit ist, dann ist wohl die alles und entscheidende Frage, ob man sich verteidigen kann, und nicht was man gelagert hat.
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8269
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Heizung mit thermischer Solaranlage, das ist Selbstversorgung

#13

Beitrag von emil17 »

Eine thermische Solaranlage kann, wenn der Wasserspeicher gross genug und das Haus halbwegs gedämmt ist, eine Woche sonnenloses Wetter problemlos überbrücken, je nach Aussentemperatur und Warmwasserverbrauch deutlich länger. Wohnt man in einer Gegend, die im Winterhalbjahr häufig mit Hochnebel gesegnet ist, ist es weniger ideal, aber immer noch gut.

Übrigens macht es bei autarker Heizung nicht viel Sinn, die Wärmemenge in kWh zu berechnen, die man nicht kaufen musste. Bei thermischen Solaranlagen sind deshalb Autarkietage viel aussagekräftiger. Die Investition hat man getätigt, Betriebskosten sind praktisch Null. Ich kriege mit der Anlage bei voller Sonne bis zu 10 kW Wärmeleistung mit weniger als 100 Watt Strom für Steuerung und Zirkulation, das ist ein Faktor 100. Übers Jahr gesamt schätze ich (schätze), dass ich deutlich mehr als 10mal soviel Wärme bekomme, als es Strom verbraucht. Hat man auch noch eine PV, dann läuft die Beladung des Wasserspeichers über Eigenverbrauch, weil der Solarkreis nur Strom braucht, wenn die Sonne scheint.

Bosch gibt als Jahresarbeitszahl einer Luft-Luft-WP 2.5 bis 3 an, für Boden als Wärmequelle besser (aber die Installation ist teurer). (link) Deine Werte sind also etwas optimistisch ... könnte im Weinbauklima in einem milden Winter hinkommen, im Schwarzwald vermutlich eher nicht.
Die hohe Grundlast bei den Luft-Luft-Wärmepumpen ist aus Sicht des Energielieferanten gemeint. Wenn deine WP-Heizung an einem kalten Wintertag 3 kW zieht, ist das eine Sache. Wenn das sehr viele Haushalte machen, kommt da einiges zusammen. Immer noch besser als mit fossiler Heizung, aber wenn irgendwann einmal Spotpreise für Strom kommen (das ist eine Frage der Zeit), dann kann es an gewissen Wintertagen sehr teuer werden. Genau dann macht die Luft-Luft-WP am wenigsten und die Heizung braucht am meisten.

Deshalb die Idee mit dem Stückholzofen.
Hier ist es halt so, dass ich keine Probleme habe, an Holz zu kommen. Deshalb ist der Aufwand kein Negativposten. Für andere Leute mag das anders aussehen, aber jeder soll doch das ausnutzen, was er zur Verfügung hat.
Brennholz kann man übrigens ofenfertig vors Haus geliefert bekommen (auch das wurde schon gesagt); man braucht halt einen trockenen Lagerplatz dafür. Wer es selber besorgt wie ich, hat Kettensäge, Anhänger, Holzschuppen.

Und - es wurde schon mehrfach gesagt: Redundanz. Ein nicht allzu grosser Akku (eine PowerStation mit 2kWh Kapazität reicht locker für eine Woche) kann bei Stromausfall die Heizungssteuerung und Zirkulation übernehmen, und ein Grundofen braucht ausser Holz gar nichts. Das bedeutet nicht, dass ich mich schadenfreue, wenn in einer Stadt bei mehrtägigem Stromausfall alles kollabiert, aber wenn mich das weniger betrifft, ist es doch gut.

Ein weiteres Problem ist, dass die meisten PV-Anlagen bei Stromausfall sich aus Sicherheitsgründen abschalten, selbst wenn man einen Pufferakku hat. Da muss man eine Autarkieschaltung vorsehen, sonst ist es doppelt ärgerlich: PV auf dem Dach, Sonne da, dennoch kein Strom.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8269
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Heizung mit thermischer Solaranlage, das ist Selbstversorgung

#14

Beitrag von emil17 »

RoterFuchs hat geschrieben: So 7. Jun 2026, 19:26Wenn es soweit ist, dann ist wohl die alles und entscheidende Frage, ob man sich verteidigen kann, und nicht was man gelagert hat.
Gegen was willst du dich denn verteidigen? Das beste ist wohl eine Nachbarschaft, die sich schätzt und wo man sich hilft. Nicht jeder kann alles, gemeinsam kommen alle weiter, als wenn jeder sich verbunkert. Das funktioniert aber nur, wenn man vor der Apokalypse sich nicht zu fein dazu ist.
Die meisten Leute denken zum Glück noch so, das hat doch auch die grosse Hilfsbereitschaft nach der Überschwemmungskatastrophe im Ahrtal gezeigt.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
RoterFuchs
Beiträge: 202
Registriert: Mo 10. Jul 2023, 06:27
Familienstand: verheiratet

Re: Heizung mit thermischer Solaranlage, das ist Selbstversorgung

#15

Beitrag von RoterFuchs »

emil17 hat geschrieben: So 7. Jun 2026, 20:03...
Bosch gibt eine durchschnittliche JAZ von 2,5 - 3 für eine Luft-WASSER-Wärmepumpe an. Luft-Luftwärmepumpen (Split-Klimaanlagen) haben bessere Werte, weil der Temperaturhub meist viel geringer ist.

Und der Durchschnitt bei Luft-Wasser kommt daher zustande, dass da auch Systeme dran sind mit Heizkörpern ohne vernünftige Auslegung. Je höher die Vorlauftemperatur, desto mehr Verbrauch. 1°C Vorlauftemperatur hoch sind 2,5% Effizienz.
Die hohe Grundlast bei den Luft-Luft-Wärmepumpen ist aus Sicht des Energielieferanten gemeint. Wenn deine WP-Heizung an einem kalten Wintertag 3 kW zieht, ist das eine Sache. Wenn das sehr viele Haushalte machen, kommt da einiges zusammen. Immer noch besser als mit fossiler Heizung, aber wenn irgendwann einmal Spotpreise für Strom kommen (das ist eine Frage der Zeit), dann kann es an gewissen Wintertagen sehr teuer werden. Genau dann macht die Luft-Luft-WP am wenigsten und die Heizung braucht am meisten.
Noch einmal, wir brauchen bei NAT von ca. -12°C 5KW Heizleistung und das sind 1,67KW. Wenn das sehr viele Haushalte machen ist das... schwund für den Gesamtverbrauch. Aber wir haben letztes Jahr beispielsweise nicht einen Tag mit -12°C gehabt. Nur als Vergleich, ein E-Auto was in der Nachbarschaft mit 22KW lädt lutscht sich dann das 13 fache aus dem Netz... Was übrigens auch nächstes Jahr in Österreich kommt. Leistungsmessung. Dann bezahlt man einmal nach kWh und einmal nach KW.
Wer es selber besorgt wie ich, hat Kettensäge, Anhänger, Holzschuppen.
Eben. Also Invest. Plus Zeit.
Ein weiteres Problem ist, dass die meisten PV-Anlagen bei Stromausfall sich aus Sicherheitsgründen abschalten, selbst wenn man einen Pufferakku hat. Da muss man eine Autarkieschaltung vorsehen, sonst ist es doppelt ärgerlich: PV auf dem Dach, Sonne da, dennoch kein Strom.
Ja nu, wenn er nicht Inselfähig ist, dann ja....

Nachbarschaft kannst du hier vergessen. Die Frau gegenüber wird von uns versorgt werden außer das Hilfswerk fährt noch. Links und rechts, ich glaub da ist auch gar keiner....
Antworten

Zurück zu „Regenerative Energien und Energiesparen“