Eine thermische Solaranlage kann, wenn der Wasserspeicher gross genug und das Haus halbwegs gedämmt ist, eine Woche sonnenloses Wetter problemlos überbrücken, je nach Aussentemperatur und Warmwasserverbrauch deutlich länger. Wohnt man in einer Gegend, die im Winterhalbjahr häufig mit Hochnebel gesegnet ist, ist es weniger ideal, aber immer noch gut.
Übrigens macht es bei autarker Heizung nicht viel Sinn, die Wärmemenge in kWh zu berechnen, die man nicht kaufen musste. Bei thermischen Solaranlagen sind deshalb Autarkietage viel aussagekräftiger. Die Investition hat man getätigt, Betriebskosten sind praktisch Null. Ich kriege mit der Anlage bei voller Sonne bis zu 10 kW Wärmeleistung mit weniger als 100 Watt Strom für Steuerung und Zirkulation, das ist ein Faktor 100. Übers Jahr gesamt schätze ich (schätze), dass ich deutlich mehr als 10mal soviel Wärme bekomme, als es Strom verbraucht. Hat man auch noch eine PV, dann läuft die Beladung des Wasserspeichers über Eigenverbrauch, weil der Solarkreis nur Strom braucht, wenn die Sonne scheint.
Bosch gibt als Jahresarbeitszahl einer Luft-Luft-WP 2.5 bis 3 an, für Boden als Wärmequelle besser (aber die Installation ist teurer). (
link) Deine Werte sind also etwas optimistisch ... könnte im Weinbauklima in einem milden Winter hinkommen, im Schwarzwald vermutlich eher nicht.
Die hohe Grundlast bei den Luft-Luft-Wärmepumpen ist aus Sicht des Energielieferanten gemeint. Wenn deine WP-Heizung an einem kalten Wintertag 3 kW zieht, ist das eine Sache. Wenn das sehr viele Haushalte machen, kommt da einiges zusammen. Immer noch besser als mit fossiler Heizung, aber wenn irgendwann einmal Spotpreise für Strom kommen (das ist eine Frage der Zeit), dann kann es an gewissen Wintertagen sehr teuer werden. Genau dann macht die Luft-Luft-WP am wenigsten und die Heizung braucht am meisten.
Deshalb die Idee mit dem Stückholzofen.
Hier ist es halt so, dass ich keine Probleme habe, an Holz zu kommen. Deshalb ist der Aufwand kein Negativposten. Für andere Leute mag das anders aussehen, aber jeder soll doch das ausnutzen, was er zur Verfügung hat.
Brennholz kann man übrigens ofenfertig vors Haus geliefert bekommen (auch das wurde schon gesagt); man braucht halt einen trockenen Lagerplatz dafür. Wer es selber besorgt wie ich, hat Kettensäge, Anhänger, Holzschuppen.
Und - es wurde schon mehrfach gesagt: Redundanz. Ein nicht allzu grosser Akku (eine PowerStation mit 2kWh Kapazität reicht locker für eine Woche) kann bei Stromausfall die Heizungssteuerung und Zirkulation übernehmen, und ein Grundofen braucht ausser Holz gar nichts. Das bedeutet nicht, dass ich mich schadenfreue, wenn in einer Stadt bei mehrtägigem Stromausfall alles kollabiert, aber wenn mich das weniger betrifft, ist es doch gut.
Ein weiteres Problem ist, dass die meisten PV-Anlagen bei Stromausfall sich aus Sicherheitsgründen abschalten, selbst wenn man einen Pufferakku hat. Da muss man eine Autarkieschaltung vorsehen, sonst ist es doppelt ärgerlich: PV auf dem Dach, Sonne da, dennoch kein Strom.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.