Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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Zacharias
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5191

Beitrag von Zacharias »

Wohl dem, der sich selbst zu versorgen weiß!
Elli1
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5192

Beitrag von Elli1 »

Denken die großen Landwirte nur noch im Großen?
Ich bestelle einmal im Monat einen Rundballen Heu und wir machen einen Termin aus. Er braucht das Heu nur auf der Gabel in den Unterstand zu fahren und am nächsten Tag werfe ich ihm das Geld in den Briefkasten. Die letzten Monate muss ich ihm immer hinterher telefonieren weil er das Heu nicht gebracht hatte. Ist das Geld für einen Rundballen Heu unter der Hand nichts mehr wert? In dem Zusammenhang verstehe ich die Jammerei nicht mehr.
sybille ist nach PC-Problemen Elli1
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Tscharlie
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5193

Beitrag von Tscharlie »

Früher waren Landwirte konservativ. Das hat die Maschinenindustrie erfolgreich geändert.
Früher hat ein Hof das investiert was er vorher erwirtschaftet hat, ein neuert Traktor wurde zuerst verdient und dann gekauft.
Heute kauft man was in der Hoffnung damit mehr zu verdienen.
Das geht problemlos, weil Höfe meist einen sehr hohen Wert haben, den man beleihen kann.
In Oberbayern hat keine Bank ein Problem einem Landwirt auch mal 2 Millionen zu borgen.
Dass die 60.000 € Zinsen per anno nicht bezahlt werden können ist kein Problem, der Hof kann ja versteigert werden.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Gandhi
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5194

Beitrag von Manfred »

Elli1 hat geschrieben: So 1. Feb 2026, 18:04 Denken die großen Landwirte nur noch im Großen?
Ich bestelle einmal im Monat einen Rundballen Heu und wir machen einen Termin aus. Er braucht das Heu nur auf der Gabel in den Unterstand zu fahren und am nächsten Tag werfe ich ihm das Geld in den Briefkasten. Die letzten Monate muss ich ihm immer hinterher telefonieren weil er das Heu nicht gebracht hatte. Ist das Geld für einen Rundballen Heu unter der Hand nichts mehr wert? In dem Zusammenhang verstehe ich die Jammerei nicht mehr.
Was im Kopf des Bauern vorgeht, wird aus der Ferne niemand sagen könne.
Auch den Aufwand für die Lieferung kann man aus der Ferne nicht einschätzen.
Landwirtschaft ist halt heute Massenlogistik mit sehr engen Margen.
Kleinmengen mit Sonderwünschen führen zu exponentiell höheren Kosten.
Ein Traktor mit 70 PS kostet heute ohne Diesel und Fahrer ca. 20 Euro netto die Stunde.
Der Frontlader kostet ca. 7 Euro netto die Stunde.
7 Liter Diesel machen weitere 10,5 Euro netto.
Der Fahrer braucht als Selbständiger mind. 25 bis 30 Euro netto fürs Mindestlohnequivalent.
Sagen wir 65 Euro netto die Stunde + Steuer + Buchungsaufwand.
Wenn der Ballen ab Hof 50 Euro kostet, und der Bauer für die Lieferung eine halbe Stunde verbummelt, geht das schnell ins Geld.
Braucht er 5 Minuten, weil er eh am Ballenfahren ist und die gleich nebenan wohnst, schafft er es evtl. für 6,50 Euro.
Und einlagern und lagern muss er den Ballen auch noch für dich.

Wenn du im Sommer ein komplette Ballenwagen-Ladung abnimmst, die er direkt in der Ernte vom Feld aus liefern kann, wenn er die Ballen eh aufladen und fahren muss, sind die Kosten pro Ballen andere.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5195

Beitrag von emil17 »

Manfred hat geschrieben: So 1. Feb 2026, 19:01 Landwirtschaft ist halt heute Massenlogistik mit sehr engen Margen.
Kleinmengen mit Sonderwünschen führen zu exponentiell höheren Kosten.
Ein Traktor mit 70 PS kostet heute ...
Als Kleinbetrieb hat man Nischen, die für Grossbetriebe nicht interessant sind.
Wenn aber die Kleinen trotzdem rechnen wie die Grossen, dann funktioniert das eben nicht.

Man muss mit dem wirtschaften, was man besser kann als die anderen. Kleinvieh macht auch Mist.

Wenn ein Betrieb, es muss nicht Landwirtschaft sein, aber dann dauernd jammert dass er finanziell nur rückwärts macht und alles immer schlimmer wird, aber Kleinaufträge nicht annimmt (es geht um Kleinmengenabgabe von Produkten, die sie sowieso in Menge haben), dann wirkt das irgendwie unglaubhaft oder sogar ein wenig arrogant.

Beim uns könnte die Käserei zweifellos vorrechnen, dass es sich für sie nicht rechnet, alle zwei Tage zwei Liter Milch extra ins Gebinde abzufüllen, das rauszustellen und auch noch für jeden Kleinverbraucher getrennt aufzuschreiben wieviel es ist, damit dann irgendwann einmal abgerechnet werden kann. Sie machen es aber trotzdem.
Dafür holst du dann den Käse bei denen und nicht woanders, wo es ein wenig billiger wäre.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Elli1
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5196

Beitrag von Elli1 »

Manfred hat geschrieben: So 1. Feb 2026, 19:01

Was im Kopf des Bauern vorgeht, wird aus der Ferne niemand sagen könne.
Auch den Aufwand für die Lieferung kann man aus der Ferne nicht einschätzen.
Landwirtschaft ist halt heute Massenlogistik mit sehr engen Margen.
Kleinmengen mit Sonderwünschen führen zu exponentiell höheren Kosten.
Ein Traktor mit 70 PS kostet heute ohne Diesel und Fahrer ca. 20 Euro netto die Stunde.
Der Frontlader kostet ca. 7 Euro netto die Stunde.
7 Liter Diesel machen weitere 10,5 Euro netto.
Der Fahrer braucht als Selbständiger mind. 25 bis 30 Euro netto fürs Mindestlohnequivalent.
Sagen wir 65 Euro netto die Stunde + Steuer + Buchungsaufwand.
Wenn der Ballen ab Hof 50 Euro kostet, und der Bauer für die Lieferung eine halbe Stunde verbummelt, geht das schnell ins Geld.
Braucht er 5 Minuten, weil er eh am Ballenfahren ist und die gleich nebenan wohnst, schafft er es evtl. für 6,50 Euro.
Und einlagern und lagern muss er den Ballen auch noch für dich.

Wenn du im Sommer ein komplette Ballenwagen-Ladung abnimmst, die er direkt in der Ernte vom Feld aus liefern kann, wenn er die Ballen eh aufladen und fahren muss, sind die Kosten pro Ballen andere.
Sein Heulager ist knapp 10 Traktorminuten von meinem Unterstand entfernt. Steuer und Buchungsaufwand gib es nicht da da bar auf die Hand bzw. in seinen Briefkasten.

Klar, mit einer kompletten Ballenwagen-Ladung käme ich billiger aber den Platz habe ich nicht und darauf kommt es mir auch nicht an. Mir kommt es darauf an das er zuverlässig ist und das ist er nicht.
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Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5197

Beitrag von Manfred »

emil17 hat geschrieben: So 1. Feb 2026, 19:39 Als Kleinbetrieb hat man Nischen, die für Grossbetriebe nicht interessant sind.
Wenn aber die Kleinen trotzdem rechnen wie die Grossen, dann funktioniert das eben nicht.

Man muss mit dem wirtschaften, was man besser kann als die anderen. Kleinvieh macht auch Mist.

Wenn ein Betrieb, es muss nicht Landwirtschaft sein, aber dann dauernd jammert dass er finanziell nur rückwärts macht und alles immer schlimmer wird, aber Kleinaufträge nicht annimmt (es geht um Kleinmengenabgabe von Produkten, die sie sowieso in Menge haben), dann wirkt das irgendwie unglaubhaft oder sogar ein wenig arrogant.

Beim uns könnte die Käserei zweifellos vorrechnen, dass es sich für sie nicht rechnet, alle zwei Tage zwei Liter Milch extra ins Gebinde abzufüllen, das rauszustellen und auch noch für jeden Kleinverbraucher getrennt aufzuschreiben wieviel es ist, damit dann irgendwann einmal abgerechnet werden kann. Sie machen es aber trotzdem.
Dafür holst du dann den Käse bei denen und nicht woanders, wo es ein wenig billiger wäre.
Nur weil die Nachbarn aus Höflich- oder Freundlichkeit nett zu einem sind, heißt dass nicht, dass man ihr ökonomischer Retter ist. Manchmal wäre Dankbarkeit die angemessenere Reaktion als Arroganz.

Ansonsten gibt es in unser beiden Länder so viel unerledigte Arbeit, dass man sich keine zu kaufen braucht. Sprich wenn sich eine Tätigkeit nicht rentiert, sollte man sich eine wirtschaftlichere suchen.
Aber der Hang zur Landwirtschaft ist eine Art evolutionär angelegte Erbkrankheit, durch die viele das Rechnen verlernen.
Wir nennen das hier intern "die Seuche" und beraten regelmäßig unsere Strategie, diese im Rahmen und im wirtschaftlichen Bereich zu halten.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5198

Beitrag von emil17 »

Es ist völlig normal, dass bei Gütern die Lieferung extra verrechnet wird und dass jemand, der davon lebt, so rechnen muss, dass er davon ein Auskommen hat.
Dagegen kann auch keiner etwas haben.

Warum jedoch sind Leute, die bei allem zuerst ausrechnen, ob sich das lohnt, und was sie das extra kostet, kein Quell von Lebensfreude ...
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5199

Beitrag von Rohana »

emil17 hat geschrieben: Mo 2. Feb 2026, 08:13 Warum jedoch sind Leute, die bei allem zuerst ausrechnen, ob sich das lohnt, und was sie das extra kostet, kein Quell von Lebensfreude ...
Njah. Definiere "bei allem". Wenn du davon leben musst und der Tag nur 24 Stunden hat... :hmm:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5200

Beitrag von emil17 »

Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt, obwohl "Es ist völlig normal, dass ... jemand, der davon lebt, so rechnen muss, dass er davon ein Auskommen hat. Dagegen kann auch keiner etwas haben." eigentlich schwer missverständlich ist?

Mir geht es um das "zuerst". Im Sinne von "vor jeder anderen Überlegung".
Ich mache viel ehrenamtlich und unentgeltlich, und fühle mich auch etwas dazu verpflichtet, weil es mir gut geht. Das Privileg an der Sache ist, dass man sich dann aussuchen kann, was man gerne macht.
Bei Gemeinschaftsprojekten, wo auch Leute mitarbeiten, die davon leben müssen, ist es selbstverständlich, dass die dafür anständig bezahlt werden. So etwas muss vor Projektbeginn mit allen Beteiligten geklärt werden.
Aber wenn so jemand dann dauernd davon redet, wie schlecht er sich dabei stellt, dann soll er doch bitte etwas anderes machen. Es bleibt nämlich der Eindruck, sie seien die Einzigen, die für ihr Auskommen arbeiten müssen.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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