Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher
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Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher
Veränderung passiert. Ob sie uns, als Individuum, Gesellschaft und Spezies, zum Guten oder Schlechten gereicht, werden wir erst im Nachhinein (in 50, 100 oder mehr Jahren?) wirklich endgültig wissen. Es gibt aber deutliche Hinweise darauf, dass sich der Klimawandel auf diversen Ebenen negativ auswirkt. Da bitte ich um differenzierte und objektive Betrachtung.
Ausserdem würde ich gerne von den riesigen hier aufgemachten Fässern wieder ein wenig zum Threadthema zurücklenken..
Ausserdem würde ich gerne von den riesigen hier aufgemachten Fässern wieder ein wenig zum Threadthema zurücklenken..
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher
Der CO2-Kompensationspunkt ist ein Laborwert und für die Praxis wenig relevant.emil17 hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 21:17 Sorry, aber das ist auf gut deutsch Bullshit. Alternative Fakten vom Feinsten.
Schon das mit dem CO2-Kompensationspunkt bei 150 ppm abwärts ist falsch. Guckst du hier
Den Rest habe ich im vorigen Satz summarisch kommentiert, darauf näher einzugehen ist Zeitverschwendung.
In der Praxis zählt, ab welchen Werten die Pflanzen schwächeln und absterben.
C3-Pflanzen (dazu gehören fast alle Bäume und die überwiegende Mehrheit der von uns angeboten Nutzpflanzen) zeigen in Gewächshausversuchen bei 200 ppm bereits um 50% reduzierte Photosyntheseraten.
Ab ca. 150 ppm werden die Pflanzen krank und beginnen einzugehen.
Optimalwerte, die im Anbau für C3-Pflanzen eingestellt werden. liegen je nach Art bei 600 bis 1200 ppm.
Frag z.B. mal bei Air Liquide nach. Die haben Fachleute für das CO2-Management in Gewächshäusern.
Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher
Fragt sich halt, welchem der vielen Modelle man glauben will. Ist ja für jeden Geschmack etwas dabei.
Das ein Zugewinn hochproduktiver aquatischer Lebensräume bei gleichzeitiger Zunahme kultivierbarer Landlebensräume (wo man mit chemischer Düngung selbst ganz ohne Boden Massen an Pflanzen kultivieren kann) bei steigendem CO2-Gehalt, steigendem Wasserumsatz der Atmosphäre und ausgeglicheneren Temperaturen zu reduzierter Biomasseproduktion führen sollen, erscheint mir extrem unwahrscheinlich.
Leider werde ich nicht lange genug leben, um das noch mit eigenen Augen sehen zu können.
- emil17
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Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher
Die Bilanz von Gewinn und Verlust von Landfläche nach geographischer Breite und Meereshöhe ist ein reines GIS-Problem.
Da überwiegen die Verluste bei weitem, wenn man die heute allgemein akzeptierten Klimaszenarieen zu Grunde legt. Deren Richtigkeit hat sich insofern erweisen, als dass sie die heutigen Verhältnisse aufgrund von Daten vergangener Jahre gut wiedergeben, was ein wichtiges Gütekriterium für Klimamodelle ist.
Ansosnten hast du ein kurzes Gedächtnis: Der steigende Wasserumsatz der Atmosphäre bringt Geschenke wie die Überschwemmung im Ahrtal wegen flächiger Starkregenereignisse, die ausgeglichenen Temperaturen führen zu Situationen wie der grossflächigen Dürre 2018.
Nun sind das zwar Einzelereignisse, die es immer schon gegeben hat. Die Häufung von Wetterextrema auf die warme, trockene oder nasse Seite hin ist jedoch so deutlich, dass reiner Zufall statistisch extrem unwahrscheinlich ist.
Der Vergleich mit den "praxisrelevanten" Gewächshäusern hat auch was für sich. Beim Treibhauseffekt wird die Erde immer mehr zu einem Gewächshaus, das man aber leider weder schattieren noch lüften kann.
Durch Literatur belegte Daten einfach so als nicht praxisrelevant zu erklären, weil sie einer eigenen Aussage widersprechen, ist übrigens nicht gerade die feine Art der Diskussionsführung auf Sachebene.
Da überwiegen die Verluste bei weitem, wenn man die heute allgemein akzeptierten Klimaszenarieen zu Grunde legt. Deren Richtigkeit hat sich insofern erweisen, als dass sie die heutigen Verhältnisse aufgrund von Daten vergangener Jahre gut wiedergeben, was ein wichtiges Gütekriterium für Klimamodelle ist.
Ansosnten hast du ein kurzes Gedächtnis: Der steigende Wasserumsatz der Atmosphäre bringt Geschenke wie die Überschwemmung im Ahrtal wegen flächiger Starkregenereignisse, die ausgeglichenen Temperaturen führen zu Situationen wie der grossflächigen Dürre 2018.
Nun sind das zwar Einzelereignisse, die es immer schon gegeben hat. Die Häufung von Wetterextrema auf die warme, trockene oder nasse Seite hin ist jedoch so deutlich, dass reiner Zufall statistisch extrem unwahrscheinlich ist.
Der Vergleich mit den "praxisrelevanten" Gewächshäusern hat auch was für sich. Beim Treibhauseffekt wird die Erde immer mehr zu einem Gewächshaus, das man aber leider weder schattieren noch lüften kann.
Durch Literatur belegte Daten einfach so als nicht praxisrelevant zu erklären, weil sie einer eigenen Aussage widersprechen, ist übrigens nicht gerade die feine Art der Diskussionsführung auf Sachebene.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher
Wie lange wurden die Pflanzen in den Versuchen für deine "Literatur" (Wikipedia wird idR nicht als zitierfähige Quelle anerkannt) denn unter diesen Bedingungen gehalten, um die Werte praxistauglich zu machen?emil17 hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 22:40 Durch Literatur belegte Daten einfach so als nicht praxisrelevant zu erklären, weil sie einer eigenen Aussage widersprechen, ist übrigens nicht gerade die feine Art der Diskussionsführung auf Sachebene.
Du wirst sicher auch einige Minuten in einer um 90% sauerstoffreduzierten Atmosphäre überleben und deine Körper eine Netto-Sauerstoffaufnahme zeigen.
Praxistauglich wird das, wenn du unter diesen Bedingungen jahrelang überlebst und produktiv und fruchtbar bleibst.
- emil17
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Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher
Im von mir verlinkten Wiki-Artikel, der das Problem des CO2-Kompensationspunktes erklärt, sind die Quellen deklariert. Die Physiologie der Photosynthese ist seit mehreren Jahrzehnten sicher bekannt. Zudem geben sich die Autoren Mühe, die Sache so zu erklären, dass gebildete Laien (also nicht studierte Biologen) nachher wissen, worum es geht. Das ist, wie viele wiki-Artikel zum Thema Biologie, durchaus auf Hochschulniveau.Manfred hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 23:02 Wikipedia wird idR nicht als zitierfähige Quelle anerkannt
Ein davon unabhängiger Hinweis ist, dass beispielsweise die Höhenobergrenze für Blütenpflanzen auf über 6000 Metern liegt, wo der Partialdruck des CO2 rund die Hälfte von dem auf Meereshöhe beträgt. Die Pflanzen dort leiden nicht unter Mangel an Photosyntheseprimärmetaboliten (Stärke und Glucose) und viele Exemplare sind sehr alt, konnten folglich auch bei der Hälfte des vorindustriellen CO2-Niveaus von 280 ppm überleben. Alles deutet darauf hin, dass die Verstoffwechselung von Glucose wegen niedriger Temperaturen gehemmt ist, dass also nicht die Photosynthese und folglich auch nicht CO2-Mangel Minimalfaktor des Wachstums ist. Gleichzeitig sind hohe Zuckerkonzentrationen im Zellsaft Frostschutz, sind also auch ein Zeichen von Anpassung, weil dünne Luft stets mit Kälte einhergeht - aus rein physikalischen Gründen.
Man muss natürlich im Experiment die Pflanzen adaptieren und kann nicht einfach einen im Gewächshaus bei 900 ppm CO2 gezogenen Kopfsalat auf 100 ppm setzen und dann daraus schliessen, dass bei 100 ppm Schluss ist, weil der dann nicht mehr damit zurechtkommt. Die Pflanzen haben einen ganzen Apparat von Enzymen und morphologischen Strukturen, der für die Zulieferung von CO2 zu den Chloroplasten zuständig ist und selbstverständlich optimiert wird, so wie wir das auch von Höhenbergsteigern kennen, die sich sehr lange adaptieren müssen, wenn sie in der Höhe leistungsfähig bleiben sollen.
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Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher
Dein Wiki-Artikel beantwortet meine Frage nicht.
Und ansonsten kann sich jeder selbst überlegen, ob er lieber bei 200 ppm CO2 wie heute auf 6.000 m Höhe sein Leben bestreiten möchte (Ich wünsche viel Spaß dabei. Die Bergwerkssiedlung La Rinconada auf 5.100 m Höhe gilt als höchstgelegene dauerhaft bewohnte Siedlung der Erde. Und da selbstversorgt sich keiner. Die Nahrung muss aus tieferen Lagen hoch transportiert werden.), oder z.B. im Refugium der Titanoboa, vor 60 Mio. Jahren im Paläozän mit a. 1000 ppm CO2. Da lagen die Durchschnittstemperaturen Global wohl bei ca. 25°C und in den Tropen bei 30°C bis 35 °C. Die Zeit der "explosionsartigen Zunahme der Diversität bei Säugetieren und Vögeln".
Und ansonsten kann sich jeder selbst überlegen, ob er lieber bei 200 ppm CO2 wie heute auf 6.000 m Höhe sein Leben bestreiten möchte (Ich wünsche viel Spaß dabei. Die Bergwerkssiedlung La Rinconada auf 5.100 m Höhe gilt als höchstgelegene dauerhaft bewohnte Siedlung der Erde. Und da selbstversorgt sich keiner. Die Nahrung muss aus tieferen Lagen hoch transportiert werden.), oder z.B. im Refugium der Titanoboa, vor 60 Mio. Jahren im Paläozän mit a. 1000 ppm CO2. Da lagen die Durchschnittstemperaturen Global wohl bei ca. 25°C und in den Tropen bei 30°C bis 35 °C. Die Zeit der "explosionsartigen Zunahme der Diversität bei Säugetieren und Vögeln".
Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher
Was für ein plattes Argument, ich kenne mich in der Schweiz nicht aus, vermute aber, es gibt Steuergesetze, an die sich das Finanzamt halten muß oder glaubst du wirklich, dass Dein Steueraufkommen die Welt vor dem Ruin retten würde?emil17 hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 20:26
Mit diesem Argument, mein Beitrag zum Steueraufkommen sei vernachlässigbar klein (dürfte auch so um 0.000x% sein) schrieb ich dem Finanzamt, ich wolle keine Steuer mehr bezahlen, weil ich so wenig beisteuere, dass die das nicht mal merken. Für mich macht es aber viel aus. Trotzdem wollten die nicht drauf eintreten. Ich muss weiterhin Steuern zahlen, was mich viel schmerzt und denen nix bringt. Ich würde das Geld viel lieber versaufen.
- emil17
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Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher
Es geht in diesem Vergleich darum, dass man sich bezüglich CO2-Emissionen aus der Verantwortung stehlen will, weil der eigene Beitrag ja sooo klein in Bezug auf die ganze Welt ist. Das wird zwar schön vorgerechnet, verhält aber als Argument nicht.
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Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher
Der (nicht mein) Wiki-Artikel beantwortet ausreichend die Frage, wo der CO2-Kompensationspunkt für die Photosynthese liegt.
Es ging dabei nie um die Frage, bei welcher CO2-Konzentration man die optimalen Bedingungen für Gewächshaustomaten und dergleichen hat.
Auch das wird von Erdöllobbyisten und dergleichen gerne durcheinandergebracht (Mehr CO2 in der Erdatmosphäre ist gut, weil bei mehr CO2 Gewächshauskulturen leistungsfähiger sind). Wenn es denn so einfach wäre ...
Der CO2-Gehalt der Luft ist auch auf 6000m bei 420 ppm - nur der CO2-Partialdruck dort oben entspricht der Hälfte von dem, was auf Meereshöhe ist. Weil der Partialdruck die Diffusion von Gasen antreibt, hat man in der Höhe bei der exakt gleichen Konzentration von Sauerstoff von knapp 21% Atemnot, im Tiefland aber nicht. Deshalb habe ich den Vergleich mit Hochgebirgspflanzen überhaupt gebracht, in der offenbar irrigen Annahme, dass Du als Physiker den Unterschied zwischen Partialdruck und ppm eigentlich kennen solltest.Manfred hat geschrieben: Mo 5. Jan 2026, 06:00 Und ansonsten kann sich jeder selbst überlegen, ob er lieber bei 200 ppm CO2 wie heute auf 6.000 m Höhe sein Leben bestreiten möchte (Ich wünsche viel Spaß dabei. Die Bergwerkssiedlung La Rinconada auf 5.100 m Höhe gilt als höchstgelegene dauerhaft bewohnte Siedlung der Erde. Und da selbstversorgt sich keiner. Die Nahrung muss aus tieferen Lagen hoch transportiert werden.), oder z.B. im Refugium der Titanoboa, vor 60 Mio. Jahren im Paläozän mit a. 1000 ppm CO2. Da lagen die Durchschnittstemperaturen Global wohl bei ca. 25°C und in den Tropen bei 30°C bis 35 °C. Die Zeit der "explosionsartigen Zunahme der Diversität bei Säugetieren und Vögeln".
Ja, das ist für Menschen kein geeigneter Daueraufenthaltsort - aber auch darum ging es nicht. Es ging darum, zu zeigen, dass die Pflanzen nicht bereits bei den CO2-Konzentrationen an CO2-Mangel leiden, die du behauptest.
Dann redest du zwar von CO2-Konzentrationen von 1000 ppm zur Zeit der "explosionsartigen Zunahme der Diversität bei Säugetieren und Vögeln". Wenn du das auf eine halbe Million Jahre genau datieren kannst,was sehr gut wäre, hättest du eine CO2-Konzentrationsschwankung von gemittelt 1000 ppm in 500'000 Jahren, also geschätzt 1 ppm pro 500 Jahre. Heute haben wir aber 140 ppm in 200 Jahren, also fast 0.7 ppm pro Jahr, was 300 mal schneller ist.
Zudem wissen wir nicht, ob die damalige CO2-Konzentration der Treiber für die Diversifizierung von warmblütigen Wirbeltieren war oder nicht. Was wir aber wissen, ist, dass 1000 ppm kein Problem für die Physiologie von Säugetieren und Vögeln sind, von denen du hier plötzlich redest.
Was hat also das eine mit dem anderen und was hat beides mit dem heutigen menschgemachten wirklich rasanten CO2-Anstieg zu tun? Richtig, gar nichts.
Das Pseudo-Argument (dass der CO2-Spiegel früher auch wild geschwankt hätte) kommt auch immer wieder von einschlägiger Seite, und weil man dabei die Zeitskala nach Belieben und wie es in die Argumentation passt stauchen und strecken kann oder schlicht nicht genau genug kennt und ignoriert, kann das alles oder auch nichts bedeuten.
Bei globalen Durchschnittstemperaturen von 25 Grad lag der Meeresspiegel bis hundert Meter höher als heute. Was das für die Weltbevölkerung bedeutet, darüber muss man ja nicht nachdenken, statt dessen kann man von Badeferientemperaturen träumen. Der Meeresspiegelanstieg und der damit einhergehende Verlust an Landfläche ist aber eine direkte Folge des heutigen CO2-Anstiegs und eines der Hauptprobleme.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
