Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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Amigo
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4951

Beitrag von Amigo »

Einen Metzger, welcher seine Tiere aus der Umgebung und von " Kleinhaltern " bezieht, kann man Finanzamttechnisch auch schlecht kontrollieren.
.
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Tscharlie
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4952

Beitrag von Tscharlie »

Das ist bei größeren Tieren in Europa nicht so einfach.

Sie werden nach der Geburt regiestriert und dann sollte man einen Nachweis für das Verbleiben haben, sonst gibt es Ärger.

Die Welt der Anwälte ist eine Welt des Mißtrauens.

Wie viele Politiker sind Anwälteß
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4953

Beitrag von emil17 »

@elli: das ist jetzt zwar hinterhältig, aber bei uns gibts welche die setzen die Schafe und Schweine mit dem Anhänger von einer Weide auf die andere um und dabei gibts immer etwas Leckeres. So gewöhnen sie sich dran.

Allgemein, auch in der Schweiz wurde entwässerstes Moor bis auf die Seekreide hinunter bewirtschaftet. Man sieht es an den immer weiter rauskommenden Schachtringen der Entwässerungsleitungskontrollschächte, da braucht man zum Teil eine Leiter um reinzugucken. Und bei Dauerregen ersaufen alle Kulturen bei wochenlang stehendem Wasser.
Es ist zwar eine etwas seltsame Diskussion, wenn "die Bauern" drauf bestehen, ihre Böden und damit langfristig sich selber ruinieren zu dürfen, aber weil wie ich bereits vorher erklärt habe die Selbstzerfleischung in diesem Berufsstand eingebaut ist, ist es für die Zukunft der mittleren und Kleineren völlig egal, ob sie das dürfen oder nicht.
@Tscharlie: Die Landwirte sollen nicht Subventionen auf Produkte bekommen, sondern auf die nachhaltige Bewirtschaftung ihrer Flächen, weil das die erstrebte Mehrleistung für die Gesellschaft ist. Selbstverständlich muss das kontrolliert werden, und zwar von Biologen (die als Fähigkeitsnachweis auch ausreichend landwirtschaftliche Praxis nachweisen müssten, so wie die Leute von technischen Hochschulen Industriepraktika machen müssen und hoffentlich auch wollen). Die Produkte wären dann bei konkurrenzfähigem Preis zusammen mit diesen Beiträgen kostendeckend, und man hätte gute Lebensmittel UND eine nachhaltige Bewirtschaftung. Wenn man die Produkte subventioniert, wird ja immer noch "mehr ist besser" gefördert.
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Amigo
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4954

Beitrag von Amigo »

emil17 hat geschrieben: Di 9. Jan 2024, 07:27 Habeck ist einer der fähigsten Politiker, den Deutschland derzeit hat. Er bringt es wieder mal auf den Punkt.
https://twitter.com/BMWK/status/1744285611299663935/

.....
Trotzdem schimpfen die Bauern auf Rot-Grün. Warum eigentlich?


Ich denke mittlerweile ebenso . Robert , bitte zieh´es durch . Bis zum bitterem Ende. Von dir kann man viel lernen. Gedankengänge ,die in einem normalen Gehirn so nicht vorhanden sind .
Falls du Hilfe benötigst , call Cem .
Wirtschaft und Landwirtschaft kann weg . " Und ich freu´mich drauf " .( K...hilfe )
Wir habe doch uns . :lala:

Best Man ever !
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Tscharlie
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4955

Beitrag von Tscharlie »

Wie kann jemand noch bei X sein???????

Und klar Emil, auch heute ist die Förderung ja weitgehend von den Produkten unabhängig, das meiste Geld gibts für die Fläche.

Kennt jemand das Buch: Fuchs im Hühnerstall von Kishon?

Den Kümmelbauern geht es am Besten, wenn die schlechteste Ernte ist, denn dann steigt der Preis ins unermessliche, die Bauern haben keine Arbeit mit der Ernte weils sowieso wenig gibt, aber sie werden reich.

Ist zur Zeit beim Kaffee wohl so, leider werden nicht die Bauern reich sondern die Händler, bei der schlechten Ernte.
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Amigo
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4956

Beitrag von Amigo »

So gaaans :engel: laaasngsaamm glaube ich ja doch , da war ein Chip in dem boostern. :hhe:
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4957

Beitrag von emil17 »

@tscharlie: Das hatte ich vor lager Zeit wohl mal in den Händen, aber Kishon liegt mir nicht so.
Natürlich gibts Flächenbeiträge, aber vorwiegend für die Tatsache, dass sie bewirtschaftet werden (wenn man damit aussetzt, gibts auch was) und nicht wie. Das ist dann eher eine Ungleichbehandlung andere Gewerbe (warum kriegt ein Dachdecker nichts vom Staat extra bezahlt, weil er Dächer deckt? Dieses Gewerbe ist doch auch für die Gesellschaft überlebenswichtig?.

Die Beiträge müssten ausschliesslich für gemeinwerte Leistungen ausbezahlt werden, die man wegen unfairer Konkurrenz aus dem Ausland nicht über den Preis abdecken kann. Was Umweltauflagen sind (der Bauernverband nennt sie wohl "Produktionserschwerungen"), so dürfen deren Auswirkungen niocht abgeolten werden, ebenfalls wegen dem Gelichbehandlungsprinzip. Der Staat zahlt ja auch nicht die Mehrkosten für sachgerechte Sondermüllentsorgung und nicht den Katalysator am Auspuff und nicht den Mehraufwand für Bauabfalltrennung auf der Baustelle usw., und das zu Recht. Nicht-Einpreisung von Umweltbelastung führt nämlich zu Preisdumping auf Kosten der Umwelt. Da aber wiederum die Forderung des Aussenschutzes vor unfairer Konkurrenz, wenn hier billig importiert wier, weil die Umweltsauereien im Ausland begangen werden.
Dies bedeutet aber nicht, dass im Inland bezüglich Umwelt und Landwirtschaft alles bestens ist. Insofern hat recht, wer sagt, für die Umwelt sei es nicht grundsätzlich schlechter, wenn wir südamerikanisches Importfleisch statt Hallenmastware aus dem Inland verspeisen.

Allgemein ist die Diskussion, ob Wirtschaft oder Umwelt Vorrang habe, so alt wie die Industrie selbst. Die Produzenten wollen und müssen soviel Produktionskosten wie möglich an andere, an die Zukunft oder diie Umwelt (was letztlich dasselbe ist) abwälzen. Das ist ein Systemfehler, nicht eine Frage der Kosmetik oder Kommunikation. Wer also argumentiert, mehr Umwelt- (oder Klima)auflagen für die Wirtschaft würden diese ruinieren, sagt inhaltlich das Gleiche wie jemand, der sagt, Hauptsache jetzt Profit und alles andere sollen doch dann die Betroffenen ausbaden. Langfristig nachhaltige Produktion beisst sich eben mit kurzfrisdtiger Produktmaximierung, egal was die Experten sagen, die den heutigen Heuschreckenkapitalismus vertreten. (Heuschrecken darum, weil alles kahlfressen und dann einen neuen Ort suchen deren Prinzip ist).
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4958

Beitrag von Rohana »

Tscharlie hat geschrieben: Do 12. Dez 2024, 16:24 Ja wo kämen wir hin, wenn da jemand an den Großmetzgereien vorbei Tiere schlachten wollte?
Tönnies brauchen jedes Tier um ihre Mitarbeiter bezahlen zu können.

Ja mei, da müßt ihr halt wachsen oder eben weichen.

Ab 1000 Schweinen ist das alles kein Problem.
So'n Quark. Hausschlachtung gab's schon immer, das fällt für Tönnies nicht ins Gewicht. Wenn ich für 3 Schweine eine Haltung anmelde kann ich wieder Hausschlachtung machen, nur hat mein Mann keinen Bock auf Schweine :roll: Anscheinend geht's von Amts wegen darum, dass ein Nicht-Schweinehalter das Schwein nicht korrekt in der Datenbank als geschlachtet melden kann, was jetzt aber verpflichtend ist... so oder so ähnlich. Bürokratiemonster frisst Schwein. :lala:
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Tscharlie
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4959

Beitrag von Tscharlie »

Lustigerweise steht bei BR24 ein Bericht, dass die Schlachthöfe Probleme haben, weil sie nicht ausgelastet sind.

Wird beschrieben dass ein Schweinemäster seine Schweine von Landshut nach Bamberg gefahren hat, weil dort das Schlachten billiger ist. Jetzt ist der Schlachthof Bamberg geschlossen, nun wird er seine Schweine wohl wieder in Landshut schlachten lassen müssen.

Fast überall wo man in der Landwirtschaft näher hinschaut findet man Umstände über die man nur den Kopf schütteln kann.

PS: Mein voriger Beitrag war als Satire gedacht, dass die Wirklichkeit auch da wieder so ist?? Da kann ich jetzt nichts für.

Ach ja, waren gerade beim Demeterhofladen und haben da Geld gelassen, Bier, Kartoffel, Eier und Milch
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4960

Beitrag von Rohana »

emil17 hat geschrieben: Fr 13. Dez 2024, 08:50 Natürlich gibts Flächenbeiträge, aber vorwiegend für die Tatsache, dass sie bewirtschaftet werden (wenn man damit aussetzt, gibts auch was) und nicht wie. Das ist dann eher eine Ungleichbehandlung andere Gewerbe (warum kriegt ein Dachdecker nichts vom Staat extra bezahlt, weil er Dächer deckt? Dieses Gewerbe ist doch auch für die Gesellschaft überlebenswichtig?.
Du erinnerst dich dass die aktuellen Leistungen für die Bauern als Ausgleich gedacht sind weil wir eben keinen Konkurrenzschutz haben? Es geht halt auch um mehr als nur irgendein Gewerbe, es geht um unseren Grund und Boden hier in D und auch um Ernährungssicherheit die eben NICHT gegeben ist wenn man sich vom Ausland komplett abhängig macht. Der Dachdecker kann überall Dächer decken. In der Bewirtschaftung selbst liegt schon der Grundstein einer "gemeinwerten" Leistung, denn dies ist aktiver Erhalt der Kulturlandschaft. Wird nicht bewirtschaftet, bleibt's auch kein Acker. Ohne Ausgleichszahlungen sind wir nicht wirtschaftlich. Je mehr extra Leistungen für Naturschutz dazukommen die eh alle nicht entsprechend bezahlt werden, desto schlechter ist es mit der Wirtschaftlichkeit. Warum soll Naturschutz nur auf dem Rücken der Bauern stattfinden?

Wenn ich aktuell so lese was alles für Ansprüche an den Wald gestellt werden, was wir Waldbesitzer so alles tun sollen frage ich mich auch warum hinz und kunz jederzeit und überall durch den Wald stromern dürfen. Ein Jäger vom anderen Ende des Dorfes meinte er kann keine Stunde ansitzen ohne dass drölfzig Menschen mit Hund, "Steckerlweiber", Fahrradfahrer, Jogger und Spaziergänger durchkommen, fast egal um welche Zeit denn es gibt ja Stirnlampen...
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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