Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3711

Beitrag von sybille »

Wie unterschiedlich doch die Preise in verschiedenen Regionen sind.
Ich zahle hier 2,50 € für 500 g Erdbeeren vom Direktvermarkter und die sind auch richtig lecker sonst würde ich sie nicht kaufen.

Bevor ich billiges Obst und Gemüse aus dem Ausland kaufe verzichte ich darauf. Ein gesundes Essen kann ich mir auch aus weniger machen. Ich muss nicht dringend Erdbeeren oder Spargel haben.
Jeder will leben. Auch die Erntehelfer für die auch alles teurer wird. Leider sehen das die wenigsten Menschen.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3712

Beitrag von penelope »

sybille hat geschrieben: Sa 4. Jun 2022, 17:10 Jeder will leben. Auch die Erntehelfer für die auch alles teurer wird.
Ich wollt genau das auch gerade schreiben! :daumen:
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3713

Beitrag von Rohana »

sybille hat geschrieben: Sa 4. Jun 2022, 17:10 Bevor ich billiges Obst und Gemüse aus dem Ausland kaufe verzichte ich darauf.
:daumen:
Ich muss nicht dringend Erdbeeren oder Spargel haben.
Klar ist es ein Luxusgemüse, aber bestimmt wertvoller als all die tollen Nahrungsergänzungsmittelchen...
Jeder will leben. Auch die Erntehelfer für die auch alles teurer wird. Leider sehen das die wenigsten Menschen.
Wir haben in Deutschland Mindestlohn und gewisse soziale Standards, das ist nicht überall so und dem muss man halt Rechnung tragen. Den Erntehelfer freut's - wenn er seinen Job behalten kann...
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3714

Beitrag von sybille »

Rohana hat geschrieben: Sa 4. Jun 2022, 19:16
sybille hat geschrieben: Sa 4. Jun 2022, 17:10
Ich muss nicht dringend Erdbeeren oder Spargel haben.
Klar ist es ein Luxusgemüse, aber bestimmt wertvoller als all die tollen Nahrungsergänzungsmittelchen...
Sicher ist Spargel ein Luxusgemüse. Aber den Sprgel kann ich auch durch anderes regionales und der Jahreszeit entsprechendes Gemüse ersetzen. Dann brauche ich keine Nahrungsergänzungsmittelchen die ich eh für sinnlos halte.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3715

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Rohana hat geschrieben: Sa 4. Jun 2022, 19:16 Wir haben in Deutschland Mindestlohn und gewisse soziale Standards, das ist nicht überall so und dem muss man halt Rechnung tragen. Den Erntehelfer freut's - wenn er seinen Job behalten kann...
Der VSSE geht für nächstes Jahr von ca 20 % weniger Anbaufläche für Erdbeeren und Spargel aus.
Die Freilandgemüsebranche plant ähnliche Kürzungen.

Zusammen mit der besser werdenden und durch höheren Mindestlohn eher wirtschaftlichen Mechanisierung fallen damit vermutlich 25 % der Saison-Arbeitskräftestellen weg:
70.000 Arbeitsplätze weniger innerhalb eines Jahres...
sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3716

Beitrag von sybille »

Hoch lebe die Geiz-ist-geil-Menthalität!
Hauptsache man kann sich das neueste Handy und sonstige Dinge leisten die man nicht wirklich braucht.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
Benutzer 6456 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3717

Beitrag von Benutzer 6456 gelöscht »

Frischen Spargel kann man nur ca. 6 Wochen im Jahr essen, er kostet nicht mehr als 4 Portionen Fertigpizza oder ein Stück Fleisch für vier Personen. Ist aber sehr gesund und füllt unsere Speicher mit Asparaginsäure auf. Saisonaler und regionaler geht's doch kaum mit diesem Gemüse.
Meine Erdbeeren werden erst jetzt reif, daher habe ich auch bei den ersten deutschen Erdbeeren zugeschlagen. Dafür sind sie einfach zu lecker und gehören für mich zu dieser Jahreszeit. Da verzichte ich gern auf was anderes.
Ich finde es total traurig, dass durch unser Kaufverhalten sich immer mehr mehr in der bäuerlichen Landwirtschaft ändert. Einige Regionen wie z. B. das Münsterland können so ihre sandigen Böden nutzen und dadurch ihre etwas schlechteren Ernteergebnisse kompensieren. Wenn das auch noch wegfällt, bleiben ja nur noch Schweine und Mais
strega
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3718

Beitrag von strega »

meinste echt dass Deutsche Spargelstechen gehen?
Das sind die polnischen Gastarbeiter, die sich dafür nicht zu schade sind... und die haben sicher nicht deutschen Mindestlohn in vielen Fällen
brutto vielleicht schon, denn wenn Kontrolletti kommen muss ma ja ne weisse Weste haben, aber dann werden intern noch paar Hundert Euro abgezogen für Mehrbettzimmerfeldbett und einmal am Tag Spaghetti... da kannste dann auf 5 Euro netto kommen pro Stunde - möglicherweise, vielleicht zahlen ja die meisten ja auch deutschen Mindestlohn mit Sozialversicherung und trallala
ich hatt mich mal beworben in Österreich auf so nen Job, da lernste die Branche kennen...... aber sorry, bin dann doch auf nen konvi-Hof mit Milchwirtschaft gegangen, wo ich wenigstens 1000 Euro pro Monat für Vollzeit netto rausbekommen hab, bin halt doch nicht aus Rumänien und hab weniger Idealismus

aber ohne diese Gastarbeiter wärs um die deutsche Landwirtschaft freilich noch schlechter bestellt....

aber frag mal nen deutschen Langzeitarbeitslosen ob er/sie/es sagen wir mal 4 Stunden am Tag für nen Eineurojob Spargel stechen tät, wär auch gut für die allgemeine Fitness, kann sein dass die Fittesten ja sagen, aber wieviel Prozent werden das wohl sein?

Da lob ich mir doch die Rumänen und Polen, die haben noch Biss und Ausdauer....
die Deutschen bekommen eh alles hinterhergeschoben, das macht schlapp

aber schätzungsweise sind diese Zeiten dann auch irgendwann vorbei
und das könnt auch gut sein...........
denn so gehts ja nicht weiter auf Dauer, Landwirtschaft ist sowas von abhängig geworden in jeder Hinsicht, das ist sowas von unwürdig!!!!

Ein alter Bauer in der Schweiz, wo ich mal gearbeitet hab ne Weile, hat wiederholt geschrien: "Ich wandere aus!!!! wenn mal wieder irgendeine Nonsens- Verordnung ins Haus flatterte
er hätt nie auswandern können, war zu sehr verwurzelt,
aber das sagt viel.......
es sagt halt dass es so nicht weitergeht

und jetzt schreien sie alle wegen den Kunstdüngerpreisen.... sogar die Christbaum-Baumschulen

geht das nicht auch autonomer?????

Wie haben die Landwirte früher hier gedüngt?????
Bestimmt nicht auf die Art, dass sie ohne Lieferungen aus dem Ausland völlig aufgeschmissen gewesen wären

jaaa, jetzt kommt gleich das Argument, schneller, weiter, grösser, mehr, und die Konkurrenzfähigkeit und soweiter
und die EHHHUUUUH schreibt ja alles vor und ma hat ja keinen Spielraum mehr...................................

ich kenn einen Bauern aus der Steiermark, der pflügt mit eigenen Pferden, erzeugt eigenes Saatgut, verkauft eigenes Gemüse und Getreide von eigenem Saatgut, düngt mit eigenem Mist und eigenem Kompost und Terra preta
und verhungert komischweise nicht und kann die Stromrechung auch noch zahlen
und macht Brennesselsalz, das kostet fast nix, nur Steinsalz im Grossgebinde und Gläschen im Grossgebinde,
und bringt so etwa 5000 Euro im Jahr Gewinn

es geht
nur halt nicht so wie das die Politik vorschreibt
und Kreativität brauchts auch, logo
wer horrende Kosten bedienen muss bleibt Sklave
Frauen, die sich gut benehmen, schreiben selten Geschichte. Eleanor Roosevelt
sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3719

Beitrag von sybille »

Frischen Spargel kann man nur ca. 6 Wochen im Jahr essen, er kostet nicht mehr als 4 Portionen Fertigpizza oder ein Stück Fleisch für vier Personen.
Ich habe keine Ahnung was Fertigpizza kostet oder Gemüse pro Kilo aber für den Spargel zahle ich, wie die letzten Jahre auch, 6 €/Kilo. Mit 2 Kilo Spargel und einer guten Portion Kartoffeln können 4 Personen schon satt werden und mann kann sich das Fleisch sparen.
meinste echt dass Deutsche Spargelstechen gehen?
Das sind die polnischen Gastarbeiter, die sich dafür nicht zu schade sind... und die haben sicher nicht deutschen Mindestlohn in vielen Fällen
Der Spargelbauer bei dem ich kaufe hat seit Jahrzehnten seine Leute. Sicher nicht mehr dieselben da die ja auch älter geworden sind aber es spricht sich sicher auch in Polen rum wer ein guter Bauer ist. Früher lebten seine Mutter und seine Tante noch auf dem Hof und hatten für die polnischen Spargelstecher/innen gekocht. Er meldet immer alle an und bezahlt ordnungsgemäß.
Da lob ich mir doch die Rumänen und Polen, die haben noch Biss und Ausdauer....
die Deutschen bekommen eh alles hinterhergeschoben, das macht schlapp
Und sie bekommen demnächst noch mehr hinterhergeschoben und manch einer der für Mindestlohn arbeitet hat weniger. Mich wundert das nicht das ein Hartz4 Epfänger keine Motivation hat arbeiten zu gehen.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
Dyrsian
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3720

Beitrag von Dyrsian »

Gleich gibt es wieder einen auf den Deckel, weil, ich glaube wir dürfen hier nicht über solche Sachen wie Hartz 4 diskutieren.
Aber: Man muss sich an den Gedanken gewöhnen, dass wir einen gewissen Anteil der Gesellschaft haben der nicht arbeitsfähig ist. Kinder, Rentner, kranke Menschen, arbeitsunwillige Menschen. Es gibt Leute, die sind einfach nicht sinnvoll auf dem ersten Arbeitsmarkt einsetzbar. Jeder hat seine Geschichte und manchmal führt die Geschichte eben dazu, dass man nicht arbeitsfähig ist. Was sollen wir denn machen?
Szenario 1: Zwangsarbeit - hatten wir hier mal. Möchte das ernsthaft nochmal jemand?
Szenario 2: Leistungen kürzen - schaut mal in die USA, z.B. in die Appalachen oder Detroit. Wollen wir das? Einziger Ausweg Kriminalität?
Szenario 3: 1€ Job und derlei "Anreize". Alles weitgehend abgeschafft weil erwiesenmaßen sinnlos.
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