Das ist eines der Hauptprobleme im Umweltbereich.Rohana hat geschrieben: So 6. Feb 2022, 23:29 Die landwirtschaftliche Nutzfläche bleibt nicht gleich, die wird kleiner, weil immer mehr davon für Gewerbe, Infrastruktur und Wohnraum überbaut wird.
Nur liegt auch hier das Problem schon in der Wortwahl: Die passive Formulierung trifft es nicht. Die Nutzfläche wird nicht einfach kleiner. Das sind gewollte Planungsbeschlüsse und Landverkäufe, von denen alle Beteiligten profitieren, weil es kurzfristig rentabel ist.
Wie das "fair" geht, sieht man daran, wenn man die Planungsgewinne in städtischen Umgebungen beispielsweise mit den geringen Entschädigungen im Hinterland für Windkraftanlagen anschaut.
Kein Problem. Allerdings kann man dann nicht gleichzeitig Produktionsautarkie fordern und bedauern, dass gewisse Produktionszweige ins Ausland abwandern. Schliesslich sind die Nachbarstaaten gleichberechtigt.Rohana hat geschrieben: So 6. Feb 2022, 23:29 Warum sollte Absatz zwingend nur im Inland sein? Solange D in Massen Nahrungsmittel importiert, solange darf die Landwirtschaft auch exportieren.
Es funkioniert auch aus Sicht einer ausgeglichenen Zahlungsbilanz nur, wenn sich Importe und Exporte ungefähr die Waage halten. Ein Teil des Exportüberschusses wird zwar durch Tourismus ausgeglichen, aber das reicht nicht. Wer exportieren will, muss auch importieren.
Die Sache hat für alle viele Vorteile, etwa dass man günstigeres Klima für landwirtschaftliche Produktion ausnutzen kann. Zudem sind Staaten, die auf gegenseitigen Handel angewiesen sind, weniger dem Risiko ausgesetzt, sich gegenseitig überfallen zu wollen. (Man vergleiche das Verhältnis Deutschland-Frankreich vor und nach der Erfindung der EU. Vor dem ersten Weltkrieg fühlten sich die Deutschen den Franzosen überlegen und die Franzosen den Deutschen, nach dem ersten WK hat die Gewinner-Verlierer-Mentalität den Keim zum zweiten Krieg gelegt, und seit beide sich als ungleiche, aber gleichberechtigte Nachbarn behandeln, ist Ruhe.)
Des weiteren sind politische Grenzen keine naturräumlichen Grenzen. Es ist doch nur normal, dass beispielsweise in Basel viel Gemüse aus dem Elsass oder aus Südbaden kommt. Das ist in der Qualität so gut oder so schlecht wie es die Produzenten machen, egal ob D, F oder CH auf der Packung steht.
Eine lustige Idee, die aber mit dem Verlust von sehr viel Lebensqualität einherginge. Nur noch deutsches Bier? Kein Problem. Nur noch deutschen Wein? Na ja. (Für viele Bayern womöglich kein Problem, solange genug Bier da ist). Spätestens bei Pizza und den nicht mehr verfügbaren Käsespezialitäten aus Frankreich wird es bitter. Dafür gibts wieder dreimal die Woche Kohlsuppe.Rohana hat geschrieben: So 6. Feb 2022, 23:29 Wenn die Deutschen es schaffen nur mit deutschen Produkten übergewichtig zu sein ...
Der Kegeklub aus Wanne-Eickel geht dann bitteschön nicht mehr nach Ibiza oder Malle um es krachen zu lassen, sondern reist brav in den Harz oder an die Nordsee.

