Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Ferry
Beiträge: 613
Registriert: Fr 7. Mär 2014, 07:40

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3511

Ungelesener Beitrag von Ferry »

Nein, wir waren lange Kleinunternehmer und sind bis jetzt dabei geblieben.
Allerdings denke ich das bringt auch nichts für uns, da wir ja Lebensmittel verkaufen, also 7% .
Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
Beiträge: 4712
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Oberpfalz

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3512

Ungelesener Beitrag von Rohana »

penelope hat geschrieben: So 16. Jan 2022, 12:37 Immer zu fragen, wer nun Schuld an was ist lenkt doch nur von dem eigentlichen Problem ab: Produktion UND Konsum von tierischen Lebensmitteln in dem Ausmaß, den wir aktuell im Schnitt in den Industrienationen haben, ist nicht nachhaltig und verträglich zu gestalten. Das ist weder gesund für den Planeten, noch für das Individuum.
Naja. Wenn man qua Gesetz Rahmenbedingungen festlegt, die es grundsätzlich erschweren eine "umweltfreundlichere" Produktion auch wirtschaftlich umzusetzen, ist das kein Grundsatzproblem der Produktion noch des Konsums. Anders gesagt, weder Produktion noch Konsum sind ein Problem wenn zweiteres nicht nur auf billig billig getrimmt werden darf.

Warum sollte es ein Problem sein wenn sich ein Hartz4ler nicht mehr jeden Tag mit Fleisch vollstopfen können sollte - oder mit was auch immer, auch pflanzliche Lebensmittel dürften nicht so billig sein. Dieses Selbstverständnis dass man sich bei uns immer, überall und jederzeit "alles" leisten können muss, DAS ist das Grundproblem.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Eule
Beiträge: 513
Registriert: So 8. Aug 2010, 19:06
Wohnort: Hunsrück

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3513

Ungelesener Beitrag von Eule »

Rohana hat geschrieben: So 16. Jan 2022, 15:21Dieses Selbstverständnis dass man sich bei uns immer, überall und jederzeit "alles" leisten können muss, DAS ist das Grundproblem.
:daumen:
sybille
Beiträge: 3183
Registriert: Mi 2. Nov 2011, 19:48

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3514

Ungelesener Beitrag von sybille »

:daumen:
Alles ist so selbstverständlich geworden das es nicht mehr gewertschätzt wird.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
penelope
Beiträge: 542
Registriert: Mo 26. Nov 2018, 14:41

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3515

Ungelesener Beitrag von penelope »

Das war auch in ungefähr das, was ich ausdrücken wollte. Ein mittlerweile als selbstverständlich verstandener Grad an Maßlosigkeit - und das auf allen Seiten.

(Wobei ich den Hinweis auf Hartz4 nicht ganz passend finde. Es sollte eigentlich für jeden nicht normal sein, täglich Fleisch, und dann auch nur Edelstücke, zu essen. Dass man sich auch mit Hartz4 eine Ernährungsweise leisten kann, die in etwa dem Durschnitt der Bevölkerung entspricht, sollte schon normal sein - nur was als durchschnittlich angesehen wird, ist halt auf einem kritischen Level)
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8270
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3516

Ungelesener Beitrag von emil17 »

Man sollte bei dieser Diskussion, ungeachtet der persönlichn Position, bitteschön gewisse Prinzipien der schlichten Logik beachten:
a) wer behauptet, sollte das belegen können
b) gestellte Fragen beantworten, nicht Fragen die nicht gefragt wurden
c) nicht den anderen persönlich angreifen, wenn der einen anderen Standpunkt vertritt
d) nicht dem anderen Behauptungen unterstellen, die er/sie nicht gemacht haben

am konkreten Beispiel:
Manfred hat geschrieben: So 16. Jan 2022, 13:28 "penelope hat geschrieben:
Produktion UND Konsum von tierischen Lebensmitteln in dem Ausmaß, den wir aktuell im Schnitt in den Industrienationen haben, ist nicht nachhaltig und verträglich zu gestalten. "

Das ist wieder so eine ideologische Aussage, die jede sachlichen Grundlage entbehrt.

Man mag über die Art und Weise eines Teiles der heutigen Tierproduktion streiten können und über ihre räumliche Verteilung,
aber die Aussage, das Ausmaß und der Konsum tierischer Lebensmittel sein nicht nachhaltig und verträglich ist schlicht und ergreifend falsch."
Hier wurde schicht und ergreifend die Behauptung geändert, nämlich das "in dem Ausmaß, den wir aktuell ..." weggelassen,
und daraus wird pauschal
"Das ist wieder so eine ideologische Aussage, die jede sachlichen Grundlage entbehrt."

Dann kommt eine Begründung, warum tierische Nahrungsmittel nachhaltig sein können (was nicht bestritten wurde), und dann der Vergleich mit den Massai oder Inuit - was nur funktioniert, wenn man die Bevölkerungsdichten der von diesen Völkern in traditioneller Lebensweise besiedelten Naturräume beachtet.
Dieser Einwand kam dann von Dritten,
worauf man dann rasch das Thema wechselt "Ein schönes Beispiel zum Thema kurzsichtiges und weitsichtiges Denken: " und dann kommen Einschusslöcher von Kampfflugzeugen.

Diese Art Diskussionsführung ist nicht optimal, um weiterzukommen, um es mal nett zu sagen.
Ideologisch verbrämt und auf dem weltanschaulichen Ross und unbelehrbar sind aber natürlich diejenigen, die nachfragen und nicht einfach glauben.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8270
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3517

Ungelesener Beitrag von emil17 »

Rohana hat geschrieben: So 16. Jan 2022, 11:26
emil17 hat geschrieben: So 16. Jan 2022, 08:43 Tatsachen sind, dass Regenwälder eher deshalb abgeholzt werden, weil die Landwirtschaft in den Industrieländern Futtermittel zur "Deckung der Eiweisslücke" importiert, die auf gerodeten Flächen angebaut werden, und so mithilft, dden Bedarf nach gerodeten Flächen zu erzeugen. Kauf der Flächen durch NGOs ist eine Massnahme, um wenigstens Restflächen zu erhalten.
Vielleicht sollten sich die NGOs lieber darum bemühen den Landwirten dabei zu helfen im Inland die Eiweisslücke zu schliessen statt Regenwald zu kaufen :roll: abgesehen davon: Es ist doch wurscht was wo nachgefragt wird, solange dort die Ressource Ackerland durch Raubbau am Wald abzugreifen ist, wird es Leute geben die das tun, Eiweisslücke hin oder her. Also etwas kurz gedacht das den deutschen Landwirten in die Schuhe schieben zu wollen.
Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass die deutschen Landwirte allein an der Regenwaldmisere schuld seien. Das kann schon wegen den Flächengrössen nicht sein. Aber jede Nachfrage nach Produkten, die gewinnbringend auf gerodeten Flächen erzugt werden können, trägt dazu bei.
Die Aussage ist übrigens im Zusammenhang damit zu sehen, dass ein Landwirt und Tierhalter "den" (welchen? warum?) NGOs pauschal vorwirft, an der Zerstörung des Regenwaldes ursächlich schuld zu sein, und pampig wird, wenn ich das nicht einfach so glaube. Da ist eine Reaktion wie "mach erst vor der eigenen Tür sauber, bevor du anderen solche Dinge vorwirfst" doch legitim?

Was die NGOs betrifft; jeder hat die Freiheit eine NGO zu gründen und deren Zielsetzung festzulegen, genauso wie er die Freiheit hat, irgend ein legales Gewerbe nach seinem Belieben auszuüben. Dann muss er sich bloss noch bemühen, genug Leute zu finden die das Anliegen unterstützen. Das ist insofern eine feine Sache, als dass ich mit etwas Geld gezielt Dinge unterstützen kann, für die ich weder Zeit, noch Kraft, noch Wissen habe.
Die NGOs haben zudem den Vorteil, dass sie weniger dem Lobbyismus und den politischen Parteien ausgesetzt sind. Will heissen, dass sie im guten Fall nicht käuflich sind. Da muss man allerdings genau hinschauen.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
woidler
Administrator
Beiträge: 630
Registriert: Fr 16. Aug 2013, 00:03

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3518

Ungelesener Beitrag von woidler »

Die EU hat aktuell eine "Entwaldungsfreie Lieferketten" Verordnung in der Gesetzgebungspipiline.EU Nr.995/2010 COM 706 final (?)

Danach soll jeder , der in der EU Rohstoffe und Produkte wie Holz.Palmöl,Soja. Rindfleisch, Kakao und Kaffee "in den Verkehr bringt",daß diese
Produkte nicht im Rahmen oder als Folge von Entwaldungsmaßnahmen erzeugt wurden. Da ist dann bei den jeweiligen Firmen eine entsprechende
Entwaldungsrisiko-Analyse notwendig.
Bei einer Zuwiderhandlung sollen Bußgelder bis zur Höhe von 4% des Firmenjahresumsatzes anfallen , sowie Beschlagnahme der Waren.

Mal schauen was draus wird .

Für die heimische Wirtschafts könnte es ja bezüglich Soja und Rindfleisch in beide Richtungen interessant werden.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3519

Ungelesener Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

woidler hat geschrieben: So 16. Jan 2022, 19:13 Die EU hat aktuell eine "Entwaldungsfreie Lieferketten" Verordnung in der Gesetzgebungspipiline.EU Nr.995/2010 COM 706 final (?)

Danach soll jeder , der in der EU Rohstoffe und Produkte wie Holz.Palmöl,Soja. Rindfleisch, Kakao und Kaffee "in den Verkehr bringt",daß diese
Produkte nicht im Rahmen oder als Folge von Entwaldungsmaßnahmen erzeugt wurden. Da ist dann bei den jeweiligen Firmen eine entsprechende
Entwaldungsrisiko-Analyse notwendig.
Bei einer Zuwiderhandlung sollen Bußgelder bis zur Höhe von 4% des Firmenjahresumsatzes anfallen , sowie Beschlagnahme der Waren.

Mal schauen was draus wird .

Für die heimische Wirtschafts könnte es ja bezüglich Soja und Rindfleisch in beide Richtungen interessant werden.
Wald abbrennen, ein zwei Jahre für die Chinesen Soja/Mais anbauen
an Strohmann als Ackerland verkaufen
Für Europa produzieren.

Die Leute dort sind doch auch nicht doof und irgend ein Zertifikat ist in einer Bananenrepublik gerade Mal das Papier wert auf dem es steht.
Die EU wäre auch schön blöd wenn sie die Quelle für preiswerte tierische Lebensmittel selbst zudreht.
Das ist wie bei den GVO:
Anbau: never ever
Einfuhr: kein Problem, gerne mehr
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3520

Ungelesener Beitrag von Manfred »

Zumal in vielen Regionen Bewaldung die Folge ökologischer Zerstörung ist und eine solche alleine durch ihre Pauschalität unsinnige Regelung die Wiederherstellung der Ökosysteme verhindern würde, womit wir wieder bei obigem Thema wären.
Kurzsichtige Richtliniensetzung führt praktisch immer zu mehr Schaden als Nutzen.
Unter dem Strich werden weitere Millionenbeträge aus den Agrarbudgets in die Taschen der Zertifizierer (wo in den Aufsichtsräten gut entlohnte NGO-Lobbyisten und Politiker sitzen) umgeleitet und die Naturzerstörung weiter befeuert.
Antworten

Zurück zu „Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion“