Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Ferry
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3451

Ungelesener Beitrag von Ferry »

Spielt die Menge des Getreides wirklich eine so große Rolle?
Wenn der Boden nicht so aus dem Gleichgewicht gebracht werde soll wie in der konventionellen Landwirtschaft, muss man eben mit weniger Erträgen leben. was ist so schlim daran?
Ich kenne nur Biobauern auf eher "schwierigem" Boden. Auf Sand erntest du einfach weniger als auf Lehm. Um also eine wirkliche Aussage treffen zu können müßte sowas auch mit einbezogen werden.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3452

Ungelesener Beitrag von emil17 »

Oelkanne hat geschrieben: Fr 7. Jan 2022, 11:35 https://www.agrarheute.com/politik/ober ... uss-589006

2.000 Mastplätze generieren etwa 530.000 € Umsatz.
Alles darüber soll als "Industrie" gebranntmarkt werden.
Das ist überfällig und logisch, denn wenn man in einer Halle aus zugekauftem Futter von irgendwo und Wasser und Energie mit einem hoch technisierten Verfahren Fleisch und Abfall erzeugt, dann ist das nicht standortgebunden und folglich Industrie. Mit der eigentlichen Aufgabe der Landwirtschaft, nämlich auf fruchtbarem Boden Nahrung zu erzeugen, hat es jedenfalls wenig zu tun.
Andersrum würde es auch funktionieren, dann müsste man auch Schokoladefabriken oder Kaffeeröstereien privilegieren.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3453

Ungelesener Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

emil17 hat geschrieben: Fr 7. Jan 2022, 18:12
Oelkanne hat geschrieben: Fr 7. Jan 2022, 11:35 https://www.agrarheute.com/politik/ober ... uss-589006

2.000 Mastplätze generieren etwa 530.000 € Umsatz.
Alles darüber soll als "Industrie" gebranntmarkt werden.
Das ist überfällig und logisch, denn wenn man in einer Halle aus zugekauftem Futter von irgendwo und Wasser und Energie mit einem hoch technisierten Verfahren Fleisch und Abfall erzeugt, dann ist das nicht standortgebunden und folglich Industrie. Mit der eigentlichen Aufgabe der Landwirtschaft, nämlich auf fruchtbarem Boden Nahrung zu erzeugen, hat es jedenfalls wenig zu tun.
Andersrum würde es auch funktionieren, dann müsste man auch Schokoladefabriken oder Kaffeeröstereien privilegieren.
Es gibt eine Unterscheidung:
landwirtschaftliche und gewerbliche Tierhaltung, der Unterschied ist der Viehbesatz. Das stellt sicher dass sie Ausscheidungen auf der eigenen Fläche verwertet werden können und genug eigenes Futter erzeugt werden kann.
Hierbei dürfen kleine Betriebe sehr deutlich mehr Tiere halten als große, bevor sie gewerich werden.

Das was du beschreibst ist gewerbliche Tierhaltung. Die hat weit höhere Hürden als die landwirtschaftliche Tierhaltung.

Von der Obergrenze aus dem Artikel sind aber alle betroffen, gewerbliche wie Landwirtschaftliche Tierhalter.
Für die 2.000 Schweineplätze (das ergeben 4.000 Schweine) braucht es etwa 150 ha Futterfläche. Auf diesen 150 ha dürfte man 6150 Schweine im Jahr mästen (also ein Stall mit 3075 Plätze).


Ich hoffe du siehst selbst dass der Vorschlag Käse ist.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3454

Ungelesener Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Ferry hat geschrieben: Fr 7. Jan 2022, 17:18 Spielt die Menge des Getreides wirklich eine so große Rolle?
Wenn der Boden nicht so aus dem Gleichgewicht gebracht werde soll wie in der konventionellen Landwirtschaft, muss man eben mit weniger Erträgen leben. was ist so schlim daran?
Ich kenne nur Biobauern auf eher "schwierigem" Boden. Auf Sand erntest du einfach weniger als auf Lehm. Um also eine wirkliche Aussage treffen zu können müßte sowas auch mit einbezogen werden.
Esse doch heute Abend statt vier Scheiben Brot nur zwei.
spätestens morgen früh, wenn es wieder nur zwei statt vier Scheiben Brot zum Frühstück (alternativ nur eine halbe Schale Müsli statt einer ganzen) gibt, merkst du was daran so schlimm ist wenn man nur die Hälfte erntet.
Ferry
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3455

Ungelesener Beitrag von Ferry »

Du weißt schon das ein großer Teil des geernteten Getreide nicht in der Lebensmittelproduktion landet, oder?
Auch esse ich kaum konventionelles Getreide. Also trage ich das weniger an Ernte schon ein paar Jahrzehnte mit.
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3456

Ungelesener Beitrag von Manfred »

Ohne Außenschutz ist das Vorhaben des BUND einfach nur zerstörerisch.
Wer kann denn heute noch von 2000 Mastplätzen leben?
Das ist mehr oder weniger ein Berufsverbot für viele Schweinehalter und erschwert zusätzlich die Verlagerung bestehender Betriebe aus den Masthochburgen heraus in die Ackerbauregionen, was mehrfach sinnvoll wäre.
In D fehlen uns inzwischen mehr als 50% des Nutztierbestandes, der nötig wäre, um die landwirtschaftlichen Flächen auch nur annähernd in Kreislaufwirtschaft nutzen zu können.
Da wäre ein Verbot der viehlosen Landwirtschaft viel sinnvoller.

Auch in Polen ist der Strukturbruch übel.
Dort haben innerhalb eines Jahres 30% der Schweinehalter aufgegeben.
Zu der Preismisere kommen dort inzwischen in vielen Landesteilen die ASP-Auflagen.
https://www.agrarheute.com/tier/schwein ... ibt-589061

Mag ja sein, das der BUND in guter Absicht handelt. Aber wie so oft geht das komplett nach hinten los.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3457

Ungelesener Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Ferry hat geschrieben: Fr 7. Jan 2022, 19:25 Du weißt schon das ein großer Teil des geernteten Getreide nicht in der Lebensmittelproduktion landet, oder?
Auch esse ich kaum konventionelles Getreide. Also trage ich das weniger an Ernte schon ein paar Jahrzehnte mit.
76 % des Getreides gehen direkt in die Nahrungsmittelproduktion. Ich denke 76 % sind ein großer Teil oder?
Der Rest dient als Rohstoff für Ethanol, Stärke, Eiweiß usw.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3458

Ungelesener Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Manfred hat geschrieben: Fr 7. Jan 2022, 19:42 Ohne Außenschutz ist das Vorhaben des BUND einfach nur zerstörerisch.
Wer kann denn heute noch von 2000 Mastplätzen leben?
Das ist mehr oder weniger ein Berufsverbot für viele Schweinehalter und erschwert zusätzlich die Verlagerung bestehender Betriebe aus den Masthochburgen heraus in die Ackerbauregionen, was mehrfach sinnvoll wäre.
In D fehlen uns inzwischen mehr als 50% des Nutztierbestandes, der nötig wäre, um die landwirtschaftlichen Flächen auch nur annähernd in Kreislaufwirtschaft nutzen zu können.
Da wäre ein Verbot der viehlosen Landwirtschaft viel sinnvoller.

Auch in Polen ist der Strukturbruch übel.
Dort haben innerhalb eines Jahres 30% der Schweinehalter aufgegeben.
Zu der Preismisere kommen dort inzwischen in vielen Landesteilen die ASP-Auflagen.
https://www.agrarheute.com/tier/schwein ... ibt-589061

Mag ja sein, das der BUND in guter Absicht handelt. Aber wie so oft geht das komplett nach hinten los.
Man müsste den genauen Wortlaut wissen.
evtl geht es ja, dass man einfach 5 Betriebe auf dem Papier hat dem je ein Stall gehört und der nötige Acker zugeordnet ist.
Den Aufwand wird sicher aber kaum jemand machen.
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3459

Ungelesener Beitrag von Manfred »

Noch ein trauriges Beispiel, wie ständig Idealismus auf Realität prallt:
Der Birkenhof muss durch ein Insolvenzverfahren.
Nach einem Vertrag mit REWE wurde eine hofeigene Molkerei gebaut, die teurere regionale Markenmilch und Milchprodukte an REWE liefern sollte.
Verkauft werden konnten mangels Nachfrage nur 20% der angestrebten Menge, wodurch die Kosten natürlich nicht gedeckt werden konnten...

https://www.agrarheute.com/management/b ... enz-589057
Ferry
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3460

Ungelesener Beitrag von Ferry »

Groß ist eben nicht gleich lohnenswert, ich fühle mich durch sowas in meinem Weg bestätigt.
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