Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Gelöschter Benutzer 54

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3251

Beitrag von Gelöschter Benutzer 54 »

*wirft bissl Lagerfeuerromantik in die Diskussion*

Die Diskussionen sind gut und wichtig, die Themen ernst und ernstzunehmend. Bitte dabei auf den Ball spielen, und nicht auf den Mann :)
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3252

Beitrag von emil17 »

Manfred hat geschrieben: Do 4. Nov 2021, 20:54 Dann ist ja alles gut.
Die Schäfer freuen sich sicher, dass Epoch-Times berichtet hat und weil die nicht recht haben dürfen, jetzt die Einkommen der Schäfer rückwirkend exponentiell steigen müssen.
Emil sammelt schon fleißig...
es müsste wenn schon "rückwirkend exponentiell gestiegen sein müssten" heissen, was immer noch logisch sinnfrei wäre. Gemeint ist wahrscheinlich "wäre darzulegen, dass die Einkommen bisher exponentiell gestiegen sind". (Sind sie wahrscheinlich nominell sogar, nur eben langsamer als die Lebenshaltungskosten - die Tragik vieler sterbenden Berufe).
Zum Thema Schäfer und Einkommen hat ja Dyrsian gesagt, was dazu zu sagen ist. Ebenso dazu, wie politisch oder weltanschaulich klar positionierte Quellen zu werten sind.
Ich sammle nicht, die Meldungen werden ja fast ausschliesslich von Dir hier eingestellt. Ich schaue mir grundsätzlich das Impressum jeder mir unbekannten Quelle an, das ist meistens ganz aufschlussreich. Aufschlussreich ist auch, wo jemand sammelt.
Das Problem liegt darin, dass ein Medium, das mit manchen Sachverhalten warum auch immer unseriös umgeht, nicht als vertrauenswürdige Quelle für Informationen dienen kann, zu deren Beurteilung man auf eben dieses Medium angewiesen ist. "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht ... " Folglich ist es Zeitverschwendung, sich solchen Kram anzutun, wenn man sich tatsächlich informieren will, auch wenn dort oft auch wahre Dinge zu finden sind.
Deswegen treiben seriöse Medien auch grossen Aufwand damit, ihre Texte sorgfältig zu recherchieren. Sie versuchen nicht einseitig zu berichten, haben ein transparentes und teures Qualitätssicherungssystem, und entschuldigen sich für unrichtige Darstellungen, wenn es ihnen doch einmal passiert.

Das gilt übrigens auch für Stellungnahmen in Diskussionen. Man sollte deshalb nicht allzuoft Dinge behaupten, die einer eingehenden Betrachtung nicht standhalten.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3253

Beitrag von emil17 »

Manfred hat geschrieben: Do 4. Nov 2021, 22:45 Das Thünen-Institut hat berechnet, wie hoch die Prämien für die Eco-Schemes ausfallen müssten, um die Mehrkosten und Ertragsausfälle der Landwirte zu kompensieren <Link>
Möglichst viele Fälle der unterschiedlichen Agrarstrukturen in Deutschland haben die Wissenschaftler in ihren Berechnungen einfließen lassen, indem sie die Einführung der Eco-Schemes für Ackerbaubetriebe in den Naturräumen Ostholstein, Südhannover, Brandenburg, Uelzen durchgespielt haben.

Bei den tierhaltenden Betrieben wurden regionale Nährstoffüberschüsse berücksichtigt. Als konkrete Beispiele wurden ein Veredlungsbetrieb aus Vechta, ein Milchviehbetrieb aus der Region Cuxhaven und ein extensiver Betrieb mit Mutterkuhhaltung aus Brandenburg ausgewählt. (Aus dem Top-Agrar Artikel)
Das ist doch alles in Norddeutschland. Warum keine Betriebe aus den Mittelgebirgen, keine aus Südwest, keine aus dem Rheinland und keine aus dem Alpenvorland?
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Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3254

Beitrag von Manfred »

Am besten fragst du dort direkt nach.

Zurück zu den Meldungen:
Die Harnstoffmangel betrifft nicht nur den Düngermarkt, sondern droht auch, die LKW-Flotten und die Traktoren lahm zu legen:

"Knappheit bei AdBlue droht: Stehen die Traktoren bald still?"

https://www.agrarheute.com/technik/trak ... ill-587008
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3255

Beitrag von Dyrsian »

Manfred hat geschrieben: Fr 5. Nov 2021, 08:12 Zurück zu den Meldungen:
Die Harnstoffmangel betrifft nicht nur den Düngermarkt, sondern droht auch, die LKW-Flotten und die Traktoren lahm zu legen:
"Knappheit bei AdBlue droht: Stehen die Traktoren bald still?"
https://www.agrarheute.com/technik/trak ... ill-587008
Harnstoff wird, wie mineralische Dünger, aus Ammoniak hergestellt.
Das ist doch ein schönes Beispiel um zu zeigen, wie sehr die "moderne" Landwirtschaft am Tropf der fossilen Energien hängt. Das Haber-Bosch Verfahren zu Fixierung von Stickstoff war sicherlich eine der größten Erfindungen der Menschheit und hat die Landwirtschaft revolutioniert wie kaum etwas anderes. Gleichzeitig braucht man dafür enorme Mengen an Energie, Energie wie sie in dieser Menge eigentlich nur durch den Einsatz von fossilen Energien oder Kernenergie wirtschaftlich zur Verfügung gestellt werden kann. Wird die Energie teuer wie im Moment, lohnt die Produktion nicht mehr.
Wenn wir es mit der Energie"wende" ernst meinen, müssen wir mittelfristig auch die Düngung anders gestalten.

Inwieweit es sinnvoll ist, kostbare Rohstoffe wie Harnstoff in Dieselfahrzeugen zu verbrennen um noch das letzte bisschen Stickoxide zu erwischen sei mal dahingestellt. Da wird eine Sau durchs Dorf getrieben, vor allem dank der Deutschen Umwelthilfe, wo man sich schon fragt ob wir nicht dringendere Probleme haben. Klar, Dieselabgase sind der Gesundheit nicht zuträglich. Allerdings haschen wir da den letzten paar Stickoxiden nach, bevor wir dann in unsere mit Chemie vollgestopften und luftdicht isolierten Wohnungen gehen um uns ne Kippe zu rauchen ...
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3256

Beitrag von emil17 »

Na ja, der Verbrauch an AdBlue ist etwa 5% des Kraftstoffverbrauches. Macht das den Kohl fett?
Dyrsian hat geschrieben: Fr 5. Nov 2021, 09:02
Inwieweit es sinnvoll ist, kostbare Rohstoffe wie Harnstoff in Dieselfahrzeugen zu verbrennen um noch das letzte bisschen Stickoxide zu erwischen sei mal dahingestellt.
Wegen der hohen Bevölkerungsdichte und der vielen gefahrenen Strecken ist es schon wichtig, das Abgasproblem in den Griff zu bekommen, denn statistisch erhöhen Abgase die Sterblichkeit erheblich.
Verbrennungsmotoren mit verbessertem Wirkungsgrad haben einen höheren Stickoxidausstoss. Den muss man in den Griff bekommen.
Von den Treibstoffpreisen sind alle Gewerbe mehr oder weniger betroffen, die Fahrzeug und Maschinen benötigen.
Würde man sich ausschliesslich aus den Publikationen beispielsweise des Baugewerbes informieren, bekäme man den Eindruck, diese Branche leide besonders darunter. Aber es erwischt auch den Berufspendler, der ohne Fahrzeug nicht zur Arbeit kommt.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3257

Beitrag von emil17 »

Manfred hat geschrieben: Fr 5. Nov 2021, 08:12 Am besten fragst du dort direkt nach.
Warum ich? Du hast doch das gebracht und ich überlege mir gerade, wie repräsentativ das ist, wenn darin fett gedruckt Untertitel wie "Hohe Kosten für die Landwirte werden ökologisch nicht widergespiegelt" stehen und aber nur eine Region betrachtet wurde.
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Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3258

Beitrag von Manfred »

Ohne AdBlue laufen die Maschinen nicht, bzw. nur im Notprogramm, mit dem man evtl. nach zur nächsten Ausweichbucht fahren kann.
Und da steht man dann, bis man wieder AdBlue nachtanken kann.
Oder man macht sich strafbar, indem man sich auf dem Schwarzmarkt eine Schaltung besorgt, die das Abgasüberwachungssystem austrickst und dem Motor suggieriert, dass er AdBlue erhält bzw. auch ohne die Grenzwerte einhält. Die Polizei hat Einsatzteams, die Reihenweise LKW aus Osteuropa nach solcher Elektronik absuchen. Es rentiert sich anscheinend, die Mehrkosten für das AdBlue einzusparen...

Aber zurück zu den Meldungen:

Eine neue Art hat Deutschland erreicht, die Eichenwanze.
Da sie in D bisher nur auf einer sehr kleinen Fläche vorkommt, wird sie wohl bald auf der roten Liste auftauchen und geschützt werden, wie viele Arten mit international massenhafter Verbreitung.
https://www.topagrar.com/jagd-und-wald/ ... 33887.html
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3259

Beitrag von Manfred »

emil17 hat geschrieben: Fr 5. Nov 2021, 09:30 Warum ich?
Weil du es wissen willst.
Wundert mich zwar, weil du ansonsten anscheinend fast jeden Unfug ungeprüft glaubst, aber dann musst du dir in diesem Fall halt mal die Mühe machen, das Thema zu vertiefen.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3260

Beitrag von Rohana »

Wenn die LKWs die wegen irgendwelcher Öko-tralala-Vorgabe nur noch mit AdBlue fahren dürfen, eben bald nicht mehr fahren können aus Mangel an AdBlue, dann hat nicht die Landwirtschaft ein Problem sondern jeder der irgendwo was kaufen will, und sei's nur Essen.

Um unsere Düngung mache ich mir keine allzugrossen Sorgen, zur Not gibts eben nur Gülle und die guten alten Trecker die noch kein AdBlue saufen. :pfeif:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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