Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3261

Beitrag von emil17 »

Manfred hat geschrieben: Do 4. Nov 2021, 12:43 "Schäfer arbeiten deutlich unter Mindestlohn"<link>
Man sollte wissen, wen man zitiert und wo man seine Informationen holt:

"Die deutschsprachige Ausgabe [von EpochTimes] wird dem rechtspopulistischen Diskurs zugeordnet.
Im Februar 2021 wurde bekannt, dass der Youtube-Kanal von Youtube "Epoch Times Deutsch" wegen Verstosses gegen die Community-Richtlinien gelöscht wurde (dritter strike nach zwei Vorwarnungen). Zuvor waren über den Kanal Verschwörungstheorien von Qanon verbreitet worden.
...
Auch die absurde Theorie der Chemtrails wird als scheinbar erwiesen dargestellt.
In einer statistischen Analyse von politischen Äußerungen im digitalen Raum kam Die Zeit im September 2017 zu dem Ergebnis, dass die Epoch Times noch vor der Jungen Freiheit und PI-News derzeit das „Leitmedium der Rechtspopulisten“ sei. Sie bediene den gemäßigten AfD-Wähler und rufe zu den Themen Flüchtlingskrise in Deutschland ab 2015, Flüchtlinge und Dieselskandal das stärkste Leserecho hervor.[12] Der Journalist Benedikt Herber schrieb dazu, die Epoch Times schaffe es durch die Themenauswahl, ein rechtes Publikum anzusprechen, ohne sich selbst klar zu positionieren. "
(aus psiram.de, alle Aussagen dort durch Quellenverweise belegt)

"schaffe es durch die Themenauswahl, ..." . bei Zukunftsszenarien, die auf wissenschaftlichen Arbeiten basieren, wie etwa die Klimaerwärmung, nennt man das im Jargon Cherrypicking - es ist die Standardmethode unseriöser Berichterstattung und schwer zu durchschauen, wenn man sich mit dem Thema nicht auskennt.
Andersrum funktioniert es auch: solche Medien werden genau deshalb nicht zitiert, weil es genug seriöse Quellen zum Thema gibt und vor allem, weil man sich damit in Fachkreisen unmöglich macht, weshalb diese wiederum schreien, sie würden totgeschwiegen oder diskriminiert, was ein Verstoss gegen die freie Meinungsäusserung sei.

Deshalb nochmal: Man sollte sich überlegen, woher man seine Informationen hat und wen man verlinkt oder zitiert.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Dyrsian
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3262

Beitrag von Dyrsian »

Es ist schon so, dass es zwischen rechtsradikalem Gedankengut - ohne dir, Manfred, jetzt solches unterstellen zu wollen, das sei hier ausdrücklich betont - und allen Themen rund um Landwirtschaft, Selbstversorgung, ökologischem Leben, Saatgutproduktion usw. durchaus Überschneidungen gibt. Das haben wir auch hier im Forum in der Vergangenheit erlebt. Dieser ganze Blut und Boden Schwachsinn wie auch z.B. die völkischen Siedler u.a. teilen ja durchaus Werte mit dem Durchschnittsöko oder Bauern wie er hier unterwegs ist. Das ist ein konstantes Thema für alle Organisationen die in dem Bereich unterwegs sind, vom Dreschflegel bis zum Ökoverband. Das ist per se nicht schlimm, man muss halt einfach aufmerksam sein, sich bilden (wozu auch Quellen überprüfen gehört) und eine Antenne dafür entwickeln wann aus national-rechtem Gedankengut (verfassungskonform und völlig legitim) ein rechtsradikales bzw. menschenverachtendes Denken, Reden und Handeln wird.
Manfred hat geschrieben: Do 4. Nov 2021, 12:43 "Schäfer arbeiten deutlich unter Mindestlohn"
https://www.epochtimes.de/wirtschaft/sc ... 59608.html
Naja, ich denke mir immer: Wenn das Produkt aus "Arbeit macht Spaß" und "Bezahlung" zu klein wird, dann wird diesen Job irgendwann keiner mehr machen. Das ist in vielen Fällen bedauerlich, aber so ist der Lauf der (kapitalistischen) Welt. Das Schäfer chronisch unterbezahlt sind stimmt sicherlich, unabhängig von der Quelle. Bei denen (romantische Vorstellung vom Job) tut es einem besonders leid wenn die wegfallen, aber so geht es eben vielen Leuten. Bei den ganzen Kohlekumpeln, Kesselflickern, Mollenhauern usw. war es auch nicht anders. So ist das System in dem wir leben.
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3263

Beitrag von Manfred »

Dann ist ja alles gut.
Die Schäfer freuen sich sicher, dass Epoch-Times berichtet hat und weil die nicht recht haben dürfen, jetzt die Einkommen der Schäfer rückwirkend exponentiell steigen müssen.
Emil sammelt schon fleißig...
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3264

Beitrag von Manfred »

Das Thünen-Institut hat berechnet, wie hoch die Prämien für die Eco-Schemes ausfallen müssten, um die Mehrkosten und Ertragsausfälle der Landwirte zu kompensieren:

https://www.agrarheute.com/politik/eco- ... -ab-586981
Gelöschter Benutzer 54

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3265

Beitrag von Gelöschter Benutzer 54 »

*wirft bissl Lagerfeuerromantik in die Diskussion*

Die Diskussionen sind gut und wichtig, die Themen ernst und ernstzunehmend. Bitte dabei auf den Ball spielen, und nicht auf den Mann :)
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3266

Beitrag von emil17 »

Manfred hat geschrieben: Do 4. Nov 2021, 20:54 Dann ist ja alles gut.
Die Schäfer freuen sich sicher, dass Epoch-Times berichtet hat und weil die nicht recht haben dürfen, jetzt die Einkommen der Schäfer rückwirkend exponentiell steigen müssen.
Emil sammelt schon fleißig...
es müsste wenn schon "rückwirkend exponentiell gestiegen sein müssten" heissen, was immer noch logisch sinnfrei wäre. Gemeint ist wahrscheinlich "wäre darzulegen, dass die Einkommen bisher exponentiell gestiegen sind". (Sind sie wahrscheinlich nominell sogar, nur eben langsamer als die Lebenshaltungskosten - die Tragik vieler sterbenden Berufe).
Zum Thema Schäfer und Einkommen hat ja Dyrsian gesagt, was dazu zu sagen ist. Ebenso dazu, wie politisch oder weltanschaulich klar positionierte Quellen zu werten sind.
Ich sammle nicht, die Meldungen werden ja fast ausschliesslich von Dir hier eingestellt. Ich schaue mir grundsätzlich das Impressum jeder mir unbekannten Quelle an, das ist meistens ganz aufschlussreich. Aufschlussreich ist auch, wo jemand sammelt.
Das Problem liegt darin, dass ein Medium, das mit manchen Sachverhalten warum auch immer unseriös umgeht, nicht als vertrauenswürdige Quelle für Informationen dienen kann, zu deren Beurteilung man auf eben dieses Medium angewiesen ist. "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht ... " Folglich ist es Zeitverschwendung, sich solchen Kram anzutun, wenn man sich tatsächlich informieren will, auch wenn dort oft auch wahre Dinge zu finden sind.
Deswegen treiben seriöse Medien auch grossen Aufwand damit, ihre Texte sorgfältig zu recherchieren. Sie versuchen nicht einseitig zu berichten, haben ein transparentes und teures Qualitätssicherungssystem, und entschuldigen sich für unrichtige Darstellungen, wenn es ihnen doch einmal passiert.

Das gilt übrigens auch für Stellungnahmen in Diskussionen. Man sollte deshalb nicht allzuoft Dinge behaupten, die einer eingehenden Betrachtung nicht standhalten.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3267

Beitrag von emil17 »

Manfred hat geschrieben: Do 4. Nov 2021, 22:45 Das Thünen-Institut hat berechnet, wie hoch die Prämien für die Eco-Schemes ausfallen müssten, um die Mehrkosten und Ertragsausfälle der Landwirte zu kompensieren <Link>
Möglichst viele Fälle der unterschiedlichen Agrarstrukturen in Deutschland haben die Wissenschaftler in ihren Berechnungen einfließen lassen, indem sie die Einführung der Eco-Schemes für Ackerbaubetriebe in den Naturräumen Ostholstein, Südhannover, Brandenburg, Uelzen durchgespielt haben.

Bei den tierhaltenden Betrieben wurden regionale Nährstoffüberschüsse berücksichtigt. Als konkrete Beispiele wurden ein Veredlungsbetrieb aus Vechta, ein Milchviehbetrieb aus der Region Cuxhaven und ein extensiver Betrieb mit Mutterkuhhaltung aus Brandenburg ausgewählt. (Aus dem Top-Agrar Artikel)
Das ist doch alles in Norddeutschland. Warum keine Betriebe aus den Mittelgebirgen, keine aus Südwest, keine aus dem Rheinland und keine aus dem Alpenvorland?
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3268

Beitrag von Manfred »

Am besten fragst du dort direkt nach.

Zurück zu den Meldungen:
Die Harnstoffmangel betrifft nicht nur den Düngermarkt, sondern droht auch, die LKW-Flotten und die Traktoren lahm zu legen:

"Knappheit bei AdBlue droht: Stehen die Traktoren bald still?"

https://www.agrarheute.com/technik/trak ... ill-587008
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3269

Beitrag von Dyrsian »

Manfred hat geschrieben: Fr 5. Nov 2021, 08:12 Zurück zu den Meldungen:
Die Harnstoffmangel betrifft nicht nur den Düngermarkt, sondern droht auch, die LKW-Flotten und die Traktoren lahm zu legen:
"Knappheit bei AdBlue droht: Stehen die Traktoren bald still?"
https://www.agrarheute.com/technik/trak ... ill-587008
Harnstoff wird, wie mineralische Dünger, aus Ammoniak hergestellt.
Das ist doch ein schönes Beispiel um zu zeigen, wie sehr die "moderne" Landwirtschaft am Tropf der fossilen Energien hängt. Das Haber-Bosch Verfahren zu Fixierung von Stickstoff war sicherlich eine der größten Erfindungen der Menschheit und hat die Landwirtschaft revolutioniert wie kaum etwas anderes. Gleichzeitig braucht man dafür enorme Mengen an Energie, Energie wie sie in dieser Menge eigentlich nur durch den Einsatz von fossilen Energien oder Kernenergie wirtschaftlich zur Verfügung gestellt werden kann. Wird die Energie teuer wie im Moment, lohnt die Produktion nicht mehr.
Wenn wir es mit der Energie"wende" ernst meinen, müssen wir mittelfristig auch die Düngung anders gestalten.

Inwieweit es sinnvoll ist, kostbare Rohstoffe wie Harnstoff in Dieselfahrzeugen zu verbrennen um noch das letzte bisschen Stickoxide zu erwischen sei mal dahingestellt. Da wird eine Sau durchs Dorf getrieben, vor allem dank der Deutschen Umwelthilfe, wo man sich schon fragt ob wir nicht dringendere Probleme haben. Klar, Dieselabgase sind der Gesundheit nicht zuträglich. Allerdings haschen wir da den letzten paar Stickoxiden nach, bevor wir dann in unsere mit Chemie vollgestopften und luftdicht isolierten Wohnungen gehen um uns ne Kippe zu rauchen ...
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3270

Beitrag von emil17 »

Na ja, der Verbrauch an AdBlue ist etwa 5% des Kraftstoffverbrauches. Macht das den Kohl fett?
Dyrsian hat geschrieben: Fr 5. Nov 2021, 09:02
Inwieweit es sinnvoll ist, kostbare Rohstoffe wie Harnstoff in Dieselfahrzeugen zu verbrennen um noch das letzte bisschen Stickoxide zu erwischen sei mal dahingestellt.
Wegen der hohen Bevölkerungsdichte und der vielen gefahrenen Strecken ist es schon wichtig, das Abgasproblem in den Griff zu bekommen, denn statistisch erhöhen Abgase die Sterblichkeit erheblich.
Verbrennungsmotoren mit verbessertem Wirkungsgrad haben einen höheren Stickoxidausstoss. Den muss man in den Griff bekommen.
Von den Treibstoffpreisen sind alle Gewerbe mehr oder weniger betroffen, die Fahrzeug und Maschinen benötigen.
Würde man sich ausschliesslich aus den Publikationen beispielsweise des Baugewerbes informieren, bekäme man den Eindruck, diese Branche leide besonders darunter. Aber es erwischt auch den Berufspendler, der ohne Fahrzeug nicht zur Arbeit kommt.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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