Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3181

Beitrag von Rohana »

penelope hat geschrieben: Sa 30. Okt 2021, 10:49 Es ist ein strukturelles Problem und braucht daher auch einen strukturellen Ansatz.
Tja. Und wer ist verantwortlich für die Struktur? Die Bauern? Die Verbraucher?
Das führt so nicht weiter.

Und: Auch die kleinen Familienbetriebe liefern an die grossen Verarbeiter. Im Prinzip ist das beste, KEINE besondere Milch zu kaufen, sondern eine die eben aus der Region kommt. Das muss ja nicht die billigste Eigenmarke sein sondern halt die Molkereimarke, da bleibt was hängen das ausgezahlt werden kann. Ist schon klar dass es schwer fällt zu entscheiden bei so grosser Auswahl wie derzeit in den Regalen und es geht auch nicht ohne dass sich der Verbraucher zu einem gewissen Grad SELBST informiert und SELBST hinschaut (na, wer erkennt die Molkereien in seinem Landkreis am Molkereisiegel?).
Bei Massenware wie (Weizen)Mehl ist es fast unmöglich sich umfassend zu informieren. Frag doch mal beim Bäcker nach wo denn das Mehl herkommt... :lala:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3182

Beitrag von penelope »

Strukturell meint natürlich: politisch. Durch die politischen Rahmenbedingungen wurden die bestehenden, oft problematischen, Strukturen geschaffen oder zumindest ermöglicht.

Einseitige Schuldzuschreibungen, weder in Richtung Verbraucher, noch in Richtung Landwirte, führen doch zu nichts. Was bringt es denn zu sagen, dass der Verbraucher sich nicht richtig entscheidet, wenn man gar nicht klar sagen kann, was denn die richtige Entscheidung wäre.

Die günstigste Milch hier im nächsten Edeka ist die von der lokalen Molkerei. Das führt einen doch genau das Problem vor Augen: auf den Verbraucher schimpfen, der die günstigste Milch kauft, aber was soll der denn bitte anders machen? Die teuren Carry Gold Sachen aus Irland wählen?

Die mit Abstand beste (und eine der wenigen noch wirklich Handwerklichen) Bäckereien hier in der Gegend verbackt teure spezielle Mehle aus aus irgendeiner französischen Mühle. Da kostet ein Laib Brot fünf Euro aufwärts und die Leute stehen Schlange. Also doch lieber der günstigste Back-Shop im Supermarkt?
sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3183

Beitrag von sybille »

Warum sollte ich für ein Produkt das meinem Empfinden keinen Mehrwert bietet mehr zahlen? Wenn du ein Liter Benzin aus heimischer Produktion nach DIN EN 228 hast, das 1,75 €/l kostet und ein Liter Benzin nach DIN EN 228 aus russischem Öl der nur 1,05 €/l kostet, warum sollte ich das deutsche Benzin kaufen?
Wenn an meinem Auto dadurch kein Schaden entsteht würde ich auch das russische Benzin kaufen. Aber bei Lebensmitteln sehe ich das anders. Warum sollte ich Billigware, die irgendwo auf Substrat gewachsen ist statt natürlich auf Erde, im Discounter kaufen wenn ich ab Hof für gute Biolebensmittel nur ein wenig mehr zahle?
Achja, bin leider bequemer Supermarktgänger
Was ist am Supermarkt so bequem? Ok, ich kann den Supermarkt auch nicht ganz vermeiden aber ich bin immer froh das ich nicht an Fleisch, Wurst, Käse und Brot anstehen muss. Das würde mich wesentlich mehr Zeit und Nerven kosten als das wie ich es jetzt mache.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3184

Beitrag von Manfred »

"Bio wollen aber nicht kaufen ist doch der Trend."

Zitat von heute, aus dem Landtreff.
Bringt die Situation sehr gut auf den Punkt.
penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3185

Beitrag von penelope »

https://de.statista.com/statistik/daten ... zeitreihe/

Der Umsatz bei den Bio-Produkten ist in den letzten gut 10 Jahren stetig gestiegen, 2020 sogar um 22%. Natürlich ist der gesamte Anteil der Branche noch Recht gering, aber der Trend ist ist eindeutig. Welche Wunder will man denn noch erwarten?
sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3186

Beitrag von sybille »

penelope hat geschrieben: Sa 30. Okt 2021, 18:48 https://de.statista.com/statistik/daten ... zeitreihe/

Der Umsatz bei den Bio-Produkten ist in den letzten gut 10 Jahren stetig gestiegen, 2020 sogar um 22%. Natürlich ist der gesamte Anteil der Branche noch Recht gering, aber der Trend ist ist eindeutig. Welche Wunder will man denn noch erwarten?
penelope, ich denke damit ist der Umsatz an Biolebensmitteln von den Discountern und Supermärkten gemeint. Aber ist das wirkliches Bio? Unter Bio verstehe ich u.a. auch das die Transportwege kurz sind und mein Obst und Gemüse nicht aus aller Herren Welt kommt.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3187

Beitrag von penelope »

Das finde ich ja genau so und ich persönlich kaufe wo es geht regional, auch wenn es nicht Bio ist.

Aber die pauschale Aussage, dass nach Bio-Produkten keine Nachfrage besteht, steht im Gegensatz zu den tatsächlichen Zahlen. Manch einer in erhofft sich vielleicht ein stärkeres Wachstum, aber es ist ein stetig wachsender Markt, auch wenn die Zahlen jetzt nicht wie eine Rakete durch die Decke gehen.
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3188

Beitrag von Manfred »

Bio ist tot. Das ist heute nur noch, was das EU-Recht als Bio definiert, und gelegentlich nicht mal das.
Mit dem ursprünglichen Biogedanken hat das nichts mehr zu tun.
Es gibt natürlich viele Biobauern, die Leistungen deutlich über das EU-Recht hinaus erbringen, aber
die Ware, die in den Supermärkten steht, wird wird überwiegend im industriellem Maßstab produziert.

https://www.youtube.com/watch?v=m_5NY15qvP0

Viele Verbraucher scheinen sich das eher so vorzustellen:

https://www.youtube.com/watch?v=WlzNnanLXxk

Aber bei solchen Eiern liegen die Produktionskosten im Biobereich bei ca. 40 Cent pro Stück.
Die kann man nicht für 2,69 die Schachtel beim Discounter kaufen.
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3189

Beitrag von Manfred »

"Hier in F haben wir gar keine jährliche Kfz Steuer, keinen TÜV auf Schlepper, Hänger, Motorräder, keine BG Kontrollen, und beim Agrardiesel (letzte Woche 1,05) kriegen wir 15 Cent zurück.
Sogar die Gemeinden fahren alle Fahrzeuge mit Heizöl obwohls nicht erlaubt ist."

(Zitat aus dem Landtreff, von heute.)
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3190

Beitrag von Manfred »

Biogasanlage pleite: Dorfbewohnern droht der Ausfall von Heizung und Strom

https://www.agrarheute.com/management/a ... ser-586850
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