Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3151

Beitrag von penelope »

Manfred hat geschrieben: Mi 27. Okt 2021, 09:15 Es ging hier aber nicht um private Ferienhäusern, sondern um Urlaub auf dem Bauernhof und darum, dass es auch da ein Luxussegment gibt.
Den Rest habt ihr jetzt dazu gedichtet.
Du hast bei der Nachfrage nach Beispielen für Luxus-Bauernhofferien Links zu sehr gut ausgestatteten Ferienhäusern gepostet, die gar nicht an irgendeinen Bauernhof angeschlossen sind ;)

Ich hab echt noch nie was von so Luxus-Bauernhofferien mit Garagenhallen für die Nobelkarossen und wo man dann auf dem super modernen riesigen Schlepper mitfahren kann gehört. Das heißt ja nicht, dass es das nicht gibt, aber das wäre dann wohl wirklich die absolut winzigste Niesche, die man sich vorstellen kann, und nicht für eine breite Entwicklung in dem Bereich verantwortlich.

Zur fehlenden Rendite als Grund für die rückläufige Zahl: Ich würde das nicht zwigend so interpretieren. Hat der Bauernhof die Vermietung eingestellt oder macht er vielleicht nur noch Vermietung und keine Landwirtschaft mehr. Ist beides denkbar - man müsste halt ein paar mehr Informationen haben, als einfach nur die rohen Daten.
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marceb
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3152

Beitrag von marceb »

Bei uns gibt es einen Bauernhof, der voll auf Luxusferien umgestaltet hat

https://www.bauer-martin.de

Der will auch noch mehr Hotels bauen, aber die Dorfgemeinschaft ist da gegen. Mal sehen was daraus wird.
Die Familie Bendtfeld hat schon einen großen Einfluss in der Gemeinde.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3153

Beitrag von Dyrsian »

marceb hat geschrieben: Mi 27. Okt 2021, 10:33 Bei uns gibt es einen Bauernhof, der voll auf Luxusferien umgestaltet hat

https://www.bauer-martin.de

Der will auch noch mehr Hotels bauen, aber die Dorfgemeinschaft ist da gegen. Mal sehen was daraus wird.
Die Familie Bendtfeld hat schon einen großen Einfluss in der Gemeinde.
Naja sein Angebot sieht doch auf den ersten Blick ganz attraktiv aus. Urlaub in dem man seine Kinder nonstop selbst bespaßen muss ist halt für Eltern auch nur begrenzt erholsam. Solche Angebote sind für viele, grade nach den letzten 2 Jahren, die für alle Eltern mit Kleinkindern echt extrem hart waren, sicher nicht verkehrt. Vielleicht fahr ich mal hin ... wobei Ostsee mit zu schlechtes Wetter hat 😁
penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3154

Beitrag von penelope »

Ok, das ist gruselig (aus meiner kinderlosen Perspektive). Hat der „Bauer“ Martin den tatsächlich noch Landwirtschaft oder ist das ein reiner Ferienpark mit nur noch ein paar Alibi-Tieren zur Kinderbespaßung?

Die Anlage liegt ja in etwa bei Grömitz, was eine Ecke ist, in der Tourismus auch wirklich ganz stark vorherrschend ist. Ich hatte gestern kurz überlegt, ob ich Grömitz als Beispiel für verschandelte Küstenorte posten sollte ;) . Aber es gibt ja anscheinend massig Leute, die genau das wollen. Ich werde das wohl nie verstehen. Von Hamburg aus ist man zwar ziemlich schnell in Grömitz (da sieht es so aus: https://mar.prod.image.rndtech.de/var/s ... ce_4_3.jpg) oder man fährt nur ca. 30 Minuten länger und ist dann in Rerik, was zudem auch meist günstiger ist (https://www.beachrex.com/img/beaches_mo ... 90-sl1.jpg). Geschmäcker sind halt sehr verschieden.

Edit:
Vielleicht wäre es ganz sinnvoll, das Tourismus-Thema abzutrennen und in einen eigenen Therad auszulagen?
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3155

Beitrag von Manfred »

@penelope: In der aktuellen Ausgabe von Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenplatt ist so ein Altholz-Ferienhaus drin. Kannst dir das Heft ja bestellen. Nr. 42/2021 glaube ich.
Ich würde aber auch vorschlagen wieder aufs Kernthema zu kommen.

Wird interessant die nächsten Jahre, weil das, was viele Verbraucher und die Politik angeblichen wollen, und das was die Politik in der Praxis umsetzt, immer stärker auseinander laufen. Was bisher zur Umsetzung der GAP 2023 bekannt wurde läuft alles darauf hinaus, dass sich der Strukturwandel weiter beschleunigt und oben auf dem Großlandwirtschaftskuchen langfristig allenfalls eine paar Bullerbü-Streusel bleiben.
Da müsste das Ruder schon massiv herumgerissen werden und eine Abkehr von der EU erfolgen, zwecks Außenschutz, wenn es wirklich anders laufen soll.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3156

Beitrag von Rohana »

penelope hat geschrieben: Mi 27. Okt 2021, 08:46 Ich glaub, wie sprechen hier einfach von zu vielen Dingen auf einmal, die nicht viel miteinander zu tun haben.
Vor allem nicht mit dem Thema Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion :pfeif:

Ferien auf dem Bauernhof ist so vielfältig wie die Bauernhöfe selbst.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3157

Beitrag von Manfred »

arte: Portugals "Himbeervisum"

"Tausende Asiaten schuften auf den Plantagen im Südwesten Portugals. Sie kommen aus Indien, Pakistan oder Thailand und pflücken die Himbeeren, die wir in unseren Supermarkt-Regalen finden. Ein Knochenjob, miserabel bezahlt noch dazu, weit weg von Familie und Heimat. Sie alle verbindet die Hoffnung auf einen portugiesischen Pass – und damit den Zugang zum reichen Europa."

https://www.youtube.com/watch?v=Ning4NtPObo
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3158

Beitrag von Manfred »

Beeren pflücken für 4 Euro pro Stunde. Nach 7 Jahren gibt es die portugiesische Staatsbürgerschaft.
Hier haben wir bald einen Mindestlohn von 12 Euro + Nebenkosten pro Stunde. Und die Lohnkosten sind in dem Segment der mit Abstand größte Kostenblock. Kein Wunder, dass aktuell viele Beerenplantagen in D aufgelassen werden. Das war mal einige Jahre ein ganz gutes Geschäft. Aber jetzt ist so viel billige Massenware aus dem Süden und Osten auf dem Markt, dass höchstens noch in Nischen etwas zu verdienen ist.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3159

Beitrag von Zottelgeiss »

marceb hat geschrieben: Mi 27. Okt 2021, 10:33 Bei uns gibt es einen Bauernhof, der voll auf Luxusferien umgestaltet hat

https://www.bauer-martin.de

Der will auch noch mehr Hotels bauen, aber die Dorfgemeinschaft ist da gegen. Mal sehen was daraus wird.
Die Familie Bendtfeld hat schon einen großen Einfluss in der Gemeinde.
Also, ich grätsche hier nochmal kurz rein, aber dann ist Schluss.

Der verlinkte Hof hat keine Luxusobjekte, im Gegenteil, das ist ein nettes bezahlbares Familienangebot. Die Ausstattung ist durchschnittlich.
Niemand, der was auf sich hält, fährt in so eine Unterbringung. "Man" macht z.B. eine Kreuzfahrt im Mittelmeerraum. Gut, kann jeder. Wissen sollte man aber, das es eine der kleineren Aida sein muss oder Tui "Mein Schiff". Golfen auf Mallorca ist auch was Schönes.
Die eigenen Grenzen sind immer die Grenzen des anderen.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3160

Beitrag von emil17 »

Manfred hat geschrieben: Mi 27. Okt 2021, 14:58 Beeren pflücken für 4 Euro pro Stunde. Nach 7 Jahren gibt es die portugiesische Staatsbürgerschaft.
Dann stellt man sie eben nach 6 Jahren nicht mehr ein. Wo ist das Problem?
In Deutschland ist auch nicht alles zum Besten, wie jedes G***geln zeigt:
z.B. https://www.opensocietyfoundations.org/ ... report.pdf

Wie ich schon in einem früheren Beitrag schrieb, die unfaire Konkurrenz sitzt nicht immer im Ausland.

Sehr typisch ist, dass man die Hilfsarbeiter nicht selbst, sondern über Agenturen und Subkontrakter anstellt; die sorgen auch für die nötige Fluktuation, denn sonst müsste man plötzlich sowas wie Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Dann gibts Abzüge für Arbeitskleidung und Material (unzulässig, aber was weiss ein Rumäne schon von deutschen Gesamtarbeitsverträgen), viel zu hohe Kosten für Kost und Unterkunft (wobei der Arbeiter aber nicht die Wahl hat, sich selber zu verpflegen und eine eigene Bleibe zu suchen, was ohnehin nicht funktionieren würde), und so weiter. Die Verträge sind in Juristendeutsch geschrieben, was natürlich den Arbeitgeber genüber dem sprachunkundigen Landarbeiter zusätzlich bevorteilt. Auf diese immer gleichen Tricks kamen und kommen arbeitsintensive Branchen in allen Ländern. Ein klassisches Beispiel waren auch die Neubauten für den deutschen Bundestag in Berlin, wo sehr viel Polen für weniger als den halben Tariflohn die Arbeit gemacht haben.


So nach dem Witz (leider aber nicht lustig):
Ein Klo im Regierungsgebäude soll ausgewechselt werden. Der Aufttrag wird ausgeschrieben. Eingehende Angebote:
Polnischer Unternehmer: 200E
Deutscher Unternehmer 1: 500 E
Deutscher Unternehmer 2: 1500 E
Wer kriegt den Auftrag?
der deutsche Unternehmer 2.
500E für den Beamten, damit er den Auftrag an ihn vergibt, 300E für den deutschen Unternehmer 1, damit der die Klappe hält, 500E für den Unternehmer 2 selbst und der Pole machts ja als Sub für 200E

Man kann auch Günter Wallraff lesen.


Das Grundsatzprinzip "Was du nicht willst dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu" scheint in der Wirtschaft jedenfalls nicht zu gelten.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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