Ich fasse die letzten Beiträge zusammen:
-Erdrücke Ferkel sind egal. Ihr Leben hat gemessen an der Freiheit der Sau keinen Wert.
-Ein deutlich höhere Rate parasitärer Erkrankungen ist egal, inkl. Tierleid und der bei der Schlachtung entsorgten Innereien.
-Ein Abwandern der Produktion ins Ausland ist egal.
Daraus könnte man schließend: Euch ist Tierwohl in Wahrheit völlig egal. Es muss nur aus menschlicher Perspektive hübsch aussehen, was ihr vor der Nase habt.
penelope hat geschrieben: Do 21. Okt 2021, 16:48
Zwischen in (viel zu später) Zukunft dann maximal 5 Tagen nach der Geburt im Stand und aktuell kanpp dem halben Leben ist wohl schon ein sehr sehr erheblicher Unterschied für das Tier.
Soweit ich die Zahlen recherchieren konnte:
-Erstbesamung und damit der erste Aufenthalt im Deckzentrum erfolgt mit ca. 215 Tagen (0,59 Jahre)
-Ab denn beträgt die durchschnittliche Nutzungsdauer 5,55 Würfe bzw. 2,3 Jahre.
->Durchschnittliche Lebensdauer der Sauen 2,89 Jahre bzw. 150 Wochen.
-Aufenthalt im Deckzentrum in Betrieben, die noch ohne offenes Deckzentrum arbeiten (die, die ich kenne haben alle umgestellt?) 4-5 Wochen je Wurf
-Aufenthalt in den Abferkelbuchten 4-5 Wochen je Wurf (davon in den Betrieben, die ich kenne ca. 3 Wochen im Kasten, danach wird der Kasten einseitig geöffnet, wenn die Ferkel eine gewisse Größe haben und kaum noch erdrückt werden können)
Also gesamt max. 10 Wochen, min. 3 Wochen im Kasten je Wurf.
Bei 5,55 Würfen gesamt 55,50 Wochen max., 16,65 Wochen min. im Kasten.
Macht einen Anteil von 37% max. und 11% min. im Kastenstand.
Die Deckzentren müssen in 7 Jahren auf Gruppenhaltung mit mind. 5m2 je Sau umgestellt sein.
Die Abferkelbuchten in 15 Jahren auf max. 1 Woche im Kastenstand.
Das einzige EU-Land, das bisher im Alleingang umgestellt hat war Schweden.
Die bewegen sich in der Schweineproduktion bei ca. 1/3 ihres Eigenbedarfs.
Viele Erzeuger haben dann auf Geflügel umgestellt, aber auch da kann Schweden seinen Eigenbedarf nicht mehr decken.
Darauf wird es wohl auch in Deutschland langfristig hinauslaufen.
1/3 des Bedarfs wird hier dekorativ produziert.
2/3 ist Importware, wo es völlig egal ist, wie es den Tieren geht.
Dann ist vermutlich alles gut…
Würde die Debatte ehrlich geführt, könnten wir Landwirte im Rahmen des EU-Rechts fast alle Schweinefleischkunden in D bedienen, jeden mit der Produktionsform, die er möchte und bereit ist zu bezahlen.
Bio-Schweinefleisch hat aktuell einen Marktanteil von 0,6%, weil die Bio-Schweinefleischproduktion sehr viel teurer ist als die Konventionelle, aber nicht mehr als 0,6% der Verbraucher bereit sind, den nötigen Preis zu bezahlen.