Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Eule
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3081

Beitrag von Eule »

Manfred hat geschrieben: Mo 18. Okt 2021, 21:39 Man könnte auch von der Natur lernen....
Du meinst, Mensch könnte nachhaltig intelligent handeln? Wenn das so wäre, hätte Mensch der Schlange den Stinkefinger gezeigt, und den Apfel am Baum gelassen. :)
Anpassung an neue Gegebenheiten durch Massenselektion
das könnte allerdings 'was werden, ...fürchte ich :pfeif:

Sorry, penelope, Du hast recht, - bin schon wieder weg :flag:
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3082

Beitrag von emil17 »

Es wird jetzt etwas oT, weil das nicht mehr speziell Landwirtschaft und Lebensmittel berifft.
Es ist insofern noch iT, weil Bauern wie alle Produzenten durch die zunehmende Vermögensungleichheit dazu gezwungen werden, ihre Arbeitskraft zunehmend zum Existenzminimum dazu aufzuwenden, das Kapital der Reichen zu bedienen.
Niedrige Preise und Steuern sind nur scheinbar gut für die Armen - "Nur die Reichen können sich einen armen Staat leisten".

Eine Regierung ist nicht dazu da, damit die Untertanen wissen, was sie zu tun haben. Sie ist auch nicht dazu da, das Hoheitsgebiet auf Kosten der Nachbarn zu arrondieren oder die Leute dazu zu zwingen, nach der Ansicht des Präsidenten zu leben und dessen Werte dem Rest der Welt aufzuzwingen.
Es braucht aber in grossen und arbeitsteiligen Gesellschaften eine Organsiation der Dinge, die nur von der Gemeinschaft effizient besorgt werden können. Zudem müssen diese Gemeinschaftsleistungen von allen getragen werden, was eine Instanz erfordert, die das durchsetzen kann. Es braucht eine Macht, die Recht spricht und durchsetzt, und die - und daran feht es und deshalb kam man auf das Thema - die Leute zurücknimmt, die sich auf Kosten der Gesellschaft unrechtmässig oder pseudorechtmässig bereichern.
Wenn es die Regierung einigermassen gut macht, kennt der grosse Teil der Bevölkerung die Minister nicht namentlich, und diese haben es nicht nötig, Privilegien einzufordern und diese bei jeder Gelegenheit zu zeigen.
Dyrsian hat geschrieben: Mo 18. Okt 2021, 15:33 Man könnte, um die Steuerflucht zu begrenzen, die Staatsbürgerschaft an das Zahlen von Steuern im eigenen Land binden. So ähnlich machen es die USA. Nach dem Motto: wenn du dein Vermögen nach Burkina Faso verschiebt, dann nimm bitte auch deren Pass!
Das ist natürlich ein Rückschritt in die Zeiten, wo nur wählen durfte, wer Vermögen nachweisen konnte. Es widerspricht auch dem Gleichbehandlungsprinzip, denn wer kein Vermögen hat oder wer seine Güter in mehreren Staaten hat, was ist mit dem? Was ist mit Leuten, die ins Ausland heiraten?
Das Beispiel ist übrigens schlecht, denn nach Burkina Faso will trotz vermutlich niedriger Steuern keiner, warum wohl nicht?
Es ist auch typisch, dass es in den USA Teilstaaten gibt, die sehr schöne Steueroasen sind:
Der amerikanische Bundesstaat Delaware ist bekannt für seine Briefkastenfirmen, vor allem in Wilmington, und gilt als Steueroase der USA. Der ganze Bundesstaat Delaware hat nach Angaben des US-Zensus knapp eine Million Einwohner, aber etwas mehr als eine Million hier gemeldete Unternehmen. (wiki)
Briefkastenfirmen sind eigentlich rechtswidrig:
Jedermann hat in der Ausübung seiner Rechte und in der Erfüllung seiner Pflichten nach Treu und Glauben zu handeln.
Der offenbare Missbrauch eines Rechtes findet keinen Rechtsschutz. (Art. 2 ZGB der Schweiz)
- woraus sich nach meinem schlichten Gemüt ergibt, dass Firmen, die offenbar nur dazu gegründet werden, Steuerrecht zu umgehen oder andere lästige Rechtsfolgen einer Tätigkeit zu vermeiden, auch darunter fallen müssten.

Da kein Staat das Recht hat, Bürger anderer Staaten schlecht zu behandeln, wäre eher so etwas wie freier Personenverkehr weltweit nötig, d.h. man behandelt die Leute so, wie man bereits jetzt Kapital behandelt.
Man muss es verhindern, dass sehr reiche Leute besser fahren, indem sie in Steueroasen ausweichen und dort die Gemeinschaftsleistungen privat einkaufen, die sonst die Allgemeinheit erbringt und wozu man Steuern zahlt. Dazu ist eine internationale Steuerharmonisierung und Transfer von reichen zu armen Ländern dringend nötig, so wie jetzt in jedem Land Geld von reichen Provinzen zu armen oder benachteiligten fliesst. Steueroasen kann man durch Handelsembargos sehr effizient unattraktiv machen, es müsste nur der Wille da sein. Man könnte auch ausländische Vermögen von Leuten beschlagnahmen, die in Steueroasen wohnen.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3083

Beitrag von Manfred »

NDR: "Bauern ohne Lobby: Wem dient der Bauernverband?"

https://www.ndr.de/Bauern-ohne-Lobby-We ... 90108.html

Bei aller berechtigten Kritik am Bauernverband bin ich gespannt, wann endlich mal eine Studie zu den personellen Verknüpfungen diverse NGOS in Filmform gebracht wird.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3084

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Manfred hat geschrieben: Di 19. Okt 2021, 15:29 NDR: "Bauern ohne Lobby: Wem dient der Bauernverband?"

https://www.ndr.de/Bauern-ohne-Lobby-We ... 90108.html

Bei aller berechtigten Kritik am Bauernverband bin ich gespannt, wann endlich mal eine Studie zu den personellen Verknüpfungen diverse NGOS in Filmform gebracht wird.
https://dserver.bundestag.de/btd/19/040/1904069.pdf
Gibts zwar nicht im Film, aber schon diese Auflistung für den Bundestag zeigt deutlich dass dort eine Hand die andere wäscht bzw mit ausreichend Finanzmitteln ausstattet.
So hast sich der Nabu mehrmals Reisekosten für seine eigenen Mitglieder erstatten lassen...


Und vollständig ist die Liste vermutlich nicht:
Die Mittel aus dem Bundeshaushalt, die dem NABU zwischen 2000 und 2018 als
Zuwendungen zuflossen, sind soweit sie in elektronischer Form vorliegen in der
anliegenden Tabelle erfasst. Für die Jahre 2000 bis 2006 sind die Angaben möglicherweise nicht vollständig, da die Informationen zum Teil nicht elektronisch
erfasst wurden und die entsprechenden Akten nicht mehr vorliegen.
Sage dass mal dem Amt wenn beim Antrag etwas fehlt...
penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3085

Beitrag von penelope »

Das ist doch die Doku, die ich oben schon verlinkt habe ;)

Die Anfrage der FDP habe ich auch gerade rausgesucht. 2018 und 2019 haben die eine ganze Reihe ähnlicher Anfragen zu verschiedenen Organisationen gestellt. Man kann die ganze Reihe hier finden: ;) https://dip.bundestag.de/suche?term=Zus ... 19&rows=25

Es fließt eine ganze Menge Geld in Projekte, sicherlich kann man drüber streiten, wie sinnvoll die jeweils sind, aber der ganz große Skandal ist da nicht zu holen. Beraterverträge und Nebentätigkeiten gibt es nicht.

Nach einer Anfrage der Grünen musste Klöckner offenlegen, zu welchen Einzelgesprächen sie sich von 2018 bis 2019 getroffen hat. Es gab 25 Treffen mit klassicher Agrar- und Ernährungswirtschaft und 5 Treffen mit Vertretern aus ökologischer Landwirtschaft. https://www.tagesspiegel.de/politik/die ... 61696.html
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3086

Beitrag von emil17 »

Oelkanne hat geschrieben: Di 19. Okt 2021, 16:46 So hast sich der Nabu mehrmals Reisekosten für seine eigenen Mitglieder erstatten lassen...
Ich zahle auch Reisekosten für die Angestellten einer Firma, die für mich Aufträge ausführt. Nennt sich Wegspesen und ist normal. Kann man auch als "die lassen sich vom Auftraggeber eine Reise bezahlen" beschreiben.
penelope hat geschrieben: Di 19. Okt 2021, 17:12 Es fließt eine ganze Menge Geld in Projekte, sicherlich kann man drüber streiten, wie sinnvoll die jeweils sind, aber der ganz große Skandal ist da nicht zu holen. Beraterverträge und Nebentätigkeiten gibt es nicht.
Nun, man weiss natürlich nicht, in welchen Beraterverträgen und Nebentätigkeiten, durch die öffentliche Hand finanziert, Leute arbeiten, die auch noch im NABU Mitglied sind. Da aber in D Vereinsfreiheit gilt, kann die öffentliche Hand Auftragnehmer nicht schon deswegen ausschliessen, weil sie in einem Verein oder Verband Mitglied sind. Als Privater kann ich hingegen nur an Katholiken oder nur an Veganer oder nur an Mitglieder des deutschen Skatbundes Aufträge vergeben, wenn mir das gefällt.

Spesenritter, die das Spesenreglement ganz genau kennen und zu ihren Gunsten auszulegen wissen, findet man wohl in allen Parteien und Verbänden: "Wer durch des Argwohns Brille schaut, findet Raupen selbst im Sauerkraut (W. Busch)"
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3087

Beitrag von penelope »

Um einfache Mitgliedschaften geht es ja nicht. Kritisch sind bezahlte Nebentätigkeiten. Die darf es auch geben, nur müssen die bei Anfragen offengelegt werden. Die Anfrage gab es für den NABU, mit dem Ergebnis: es gibt keine bezahlten Nebentätigkeiten.

Problematisch ist andersrum, dass der Bauernverband selbst nicht offenlegen muss, wo Mitglieder der Verbandsführung noch weitere Ämter haben. Verflechtungen in die Lebensmittelindustrie gibt es einige https://www.tagesschau.de/investigativ/ ... d-101.html
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3088

Beitrag von Manfred »

Dirk Andresen berichtet von seiner Teilnahme bei der Zukunftskommission Landwirtschaft.
Dort bestand breite Einigkeit, dass zusätzliche Auflagen nur gegen finanziellen Ausgleich zu leisten sind.
Das interessiert die neuen Koalitionäre, in der Kommission teils selbst vertreten, aber nicht:

"Trotz Zukunftskommission keine Zukunft ?"
https://www.youtube.com/watch?v=2zLuzRtSWm8
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3089

Beitrag von emil17 »

Man könnte es ja auch anders interpretieren: Es gibt zwar zusätzliches Geld für zuzsätzliche Auflagen, aber weniger Geld für keine Auflagen
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3090

Beitrag von penelope »

Dirk Andresen ist ein sehr sehr großer Schweinebauer, aus dessem Stall diese Bilder kommen:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/schwe ... 02e3407268

Er war in der Kritik, weil in seinem Stall eben nicht einmal zuverlässig die aktuellen Mindeststandards eingehalten wurden. Er hat 2008, nachdem ein Gericht bereits beschlossen hatte, dass die sehr kleinen Kastenstände Tierschutzwiedrig sind und abgeschafft werden müssen, noch einmal einen konventionellen Stall ausgebaut. Das ist einfach mal keine gute unternehmerische Entscheidung gewesen. Ganz ehrlich: Wenn Betriebe wie der von Andresen aufhören, finde ich, dass das eine gute Entwicklung ist. Finanziell wird der allein durch seinen Landbesitz abgesichert sein.
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