Pihlaka Talu

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Oli
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Re: Pihlaka Talu

#81

Beitrag von Oli »

Die 7 Öfen laufen nicht immer, nein.
2 davon sind eh Grundöfen, den großen muss man nur einmal am Tag anfeuern, den kleinen 2x. Im Bad heizen wir nur wenn geduscht wird, in der Küche tagsüber, abends wenn auf dem gasherd gekocht wird und alle versammelt sind wird es üblicherweise auch so bullig warm. In den Kinderzimmern heize ich so, dass sie tagsüber dort gut spielen können, zur Nacht geht's ja auch kühler ... so 'erwohnt' man sich eine Heizroutine die passt. :)

Dichtungen: jein. Wenn genug Zug da ist, geht der Qualm trotzdem nach oben weg. Wir haben unter anderem einen antiken Öfen komplett ohne Dichtungen im Bad und da strömt auch kein Qualm zurück.
[Bild wird wieder nicht genommen, daher Link]
Antiker Ofen im Bad
Das ist aber immer ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren beim Heizen mit Holz. Wenn die Öfen schon immer da waren und die Schornsteine auch, dann würde ich am ehesten davon ausgehen, dass es am Holz oder am Benutzer liegt.

Bei solchen Problemen würde ich vorschlagen so vorzugehen:
- wirklich, wirklich trockenes Holz (man tut sich keinen Gefallen Holz zu 'kochen')
- zum Anfeuern Nadelholz
- zum Anfeuern wirklich feine Stücken schlagen (3x3x20cm so)
- einen Haufen bauen, der schnell brennt, Hitze entwickelt und damit leichter abzieht

- man kann auch erstmal nah am Abzug einen zerknüllten, in Öl getränkten Zettel verbrennen

-> dann weiter auflegen

Man fuchst sich in jeden Ofen ein, wenn man es nicht gewohnt ist mit Holz zu heizen kann das nur sein, dass man nicht gleich an alles denkt (und es kann auch sein, dass ich gerade nicht an alles denke weil es für mich so alltäglich ist)
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Zacharias
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Re: Pihlaka Talu

#82

Beitrag von Zacharias »

Ui, der ist aber schick!
Ok, dann liegt es am Benutzer. Meine Holzheizzeit ist schon ein paar Jährchen her, aber seit ich in Estland bin, heize ich ja auch wieder mit Holz. Der Ofen hier im Haus meiner Freundin hat aber auch seine Tücken, da stimmt allerdings auch die Schornsteinhöhe nicht. Holz ist definitiv trocken, jahrelang gelagert. Nadelholz werde ich mitnehmen, davon liegt hier genug ungenutzt rum.

Hat jemand eine schöne Idee, wie ich die Wärmewände verschönere?
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Oli
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Re: Pihlaka Talu

#83

Beitrag von Oli »

Bezüglich Dichtungen wollte ich noch nachreichen (jetzt wo ich gerade aus dem Bad komme), dass die eher interessant sind wenn es darum geht, die warme Luft im Raum zu behalten. Denn wenn der Ofen nach dem Heizen nicht zugemacht wird oder bauartbedingt nicht richtig verschlossen werden kann, zieht ja der Schornstein immer weiter Luft aus dem Raum in die Umgebung.
Bei uns im Bad ist das insofern sogar ganz gut, weil die warme, mit Feuchtigkeit gesättigte Luft nach dem Duschen 'abgesaugt' wird. Nur das Saugen hört danach natürlich nicht auf ... in alten Häusern ist ja meistens von irgendwo Luftzug. Wir mögen das so.

Und zu deiner Heizsituation vielleicht noch: wenn der Ofen nach der Restaurierung nicht verbastelt ist und die Luftwege nicht verlegt UND alle Teile so installiert sind wie früher, dann MUSS das m.M.n. funktionieren. Es sei denn die vorherigen Bewohner haben mit den Öfen das Haus geräuchert und das Braun an den Wänden am nicht vom Nikotin. :mrgreen: Kleiner Scherz.

Aber wirklich: ich finde es gibt schon Öfen, mit denen muss man sich erst anfreunden (Hamburger!). In unserem Gästezimmer steht beispielweise ein ganz kleiner Ofen, den eine Teilnehmerin hier wohl so ähnlich auch hat und sie hat damit ihren Fragen nach öfter Probleme. Mein Mann schichtet sich das Holz da so rein, dass er einen vernünftigen Schlot baut und zündet von oben an. das läuft komplett problemlos.
Nun kann man sich ja aber natürlich nicht das Zusammenspiel sämtlicher Faktoren bei anderen reindenken. :)

Edit: Ach so, bei Küchenöfen muss man manchmal umschalten zwischen Ofenbetrieb und Herdbetrieb!
Das fiel mir noch schnell ein.
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emil17
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Re: Pihlaka Talu

#84

Beitrag von emil17 »

Auch noch zwei Ideen zum rauchenden Ofen:
Hat das Ding eine Anfeuerklappe? Beim Grundofen normal, beim Kochherd eher nicht. Wenn die offen ist, geht der Rauch vom Feuer direkt und ohne Umwege in den Schornstein.

Wenn der Ofen beim Anfeuern raucht, zieht der Schornstein nicht, weil er nicht warm ist. Das kommt oft vor, wenn man in die längere Zeit ungeheizte Wohnung kommt. Und weil er nicht zieht, brennt das Feuer nicht richtig und es wird auch der Schornstein nicht warm.
Abhilfe: wie bereits gesagt, eine Knüllzeitung anzünden und in den Schornstein geben (etwa über die Reinigungsklappe). Mit etwas Brennsprit getränktes Klopapier geht auch.
Wenn es oft vorkommt und man schlecht zur Reinigungsklappe kommt (die ist unten am Schornsteinfuss), dann lohnt es sich, eine solche Klappe in der Küche einzubauen. Dazu kann man eine alte Ofentüre nehmen, die ist auch bequemer zu öffnen als eine richtige Reinigungsklappe.
Man kann auch eine Klappe ins Ofenrohr einbauen da, wo es in den Schornstein geht, wenn man da leicht hinkommt.
Bei meiner Alphütte muss ich das mit dem Papier jedesmal machen, wenn ich neu hinkomme, sonst füllt sich die Küche mit Rauch. Deshalb habe ich sowas eingebaut, denn jedesmal die Reinigungsklappe aufpopeln oder aufs Dachklettern und das brennende Papier von oben in den Schornstein werfen ist lästig.

Zum Anfeuern geht übrigens erstklassig Birkenrinde - das müsste es da oben reichlich haben.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Zacharias
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Re: Pihlaka Talu

#85

Beitrag von Zacharias »

Hallo Emil,

was ist denn eine Anfeuerklappe?
Das mit der brennenden Zeitung im Schornstein hat mir der Ofensetzer schon gezeigt. Die Wirkung war da, aber nur so lange, wie die Zeitung im Schornstein brannte. Vielleicht sollte man eine Schornsteinheizung erfinden.
Das mit der Birkenrinde kenne ich und ja, von denen habe ich reichlich, das ganze Grundstück steht voller Birken. Ist für mich ganz gut, weil die dünnen Ästchen, die runterfallen perfekt als Taubennistmaterial sind. Und bald gibt es Birkensaft...
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Oli
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Re: Pihlaka Talu

#86

Beitrag von Oli »

Anfeuerklappe/Anfeuermodus meinte ich auch als ich vom Herdbetrieb und Ofenbetrieb schrieb. Hätte ich weiter ausführen müssen.
Das gibt da wahrscheinlich noch andere Bauweisen aber ich kenne es so, dass man im Herdbetrieb anfeuert und (sofern gewünscht, muss natürlich nicht) erst auf Backofen umstellt wenn das Feuer richtig in Gang ist.
Da wird der Luftstrom anders geführt. Vielleicht kannst du mal reinleuchten und gucken, was du alles so siehst oder alle Hebel und Regler testen und gucken, was sich daraufhin bewegt.
Viele sind es ja normalerweise nicht.
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Re: Pihlaka Talu

#87

Beitrag von Dyrsian »

Birgit, meine Vorredner haben schon viel gesagt. Vielleicht noch: Du kannst ein Gasfeuerzeug vor die fingerbreit geöffnete Ofenklappe halten. Die Flamme sollte in die Brennkammer gesaugt werden. Ansonsten zieht der Ofen nicht. Das ist bei ungeheizten Räumen häufig der Fall. Dann verfahren wir hier beschrieben.
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Re: Pihlaka Talu

#88

Beitrag von emil17 »

Zacharias hat geschrieben: Mo 29. Mär 2021, 22:33 Vielleicht sollte man eine Schornsteinheizung erfinden.
Die hast du schon, nennt sich Ofen
Zacharias hat geschrieben: Mo 29. Mär 2021, 22:33 Das mit der brennenden Zeitung im Schornstein hat mir der Ofensetzer schon gezeigt. Die Wirkung war da, aber nur so lange, wie die Zeitung im Schornstein brannte. Vielleicht sollte man eine Schornsteinheizung erfinden.
Dann ist der Schornstein vermutlich ein altes, dickwandig gemauertes Teil, das lange hat, bis es sich erwärmt.
Abhilfe: Wie Oli gesagt hat, den Ofen vor dem Anzünden so einstellen, dass der Rauch den kürzesten Weg zum Schornstein nimmt, also ohne Umweg ums Backrohr/Wasserschiff herum.
So anfeuern, dass es sehr rasch ein starkes Feuer gibt, also viel Reisig und Spreisseln nehmen
Brennende Zeitung in den Schornstein werfen und dann sofort den Ofen anzünden.
Achtung: Bei solchen Schornsteinen besteht die Gefahr der Versottung, weil sie lange Zeit zu kalt sind, sich folglich Kondensat im Inneren bildet (vor allem oben, wo es durchs Dach geht), was zu gefährlichen Schornsteinbränden führen kann.
Dem kann man auf Dauer am einfachsten auskommen, indem man ein Edelstahlrohr einbauen lässt.

Die Sache mit dem Zug funktioniert so, dass der warme Schornstein die Luft in sich aufsteigen lässt und folglich von unten neue Luft nachzieht. Die muss konstruktionsbedingt durch den angeschlossenen Ofen hindurch nachströmen: Der Schornstein "zieht". Wenn der Schornstein so kalt ist wie die Umgebung und der Ofen auch noch nur kalten Rauch von sich gibt, funktioniert es nicht gut und der Rauch bleibt im Ofen oder im Zimmer.
Herde mit viel Eisen, die den Rauch rasch abkühlen, sind deshalb oft schlechter zum Anfeuern als Öfen, die nur zum Heizen sind.
Wenn man die Öfen oft braucht, kühlen diese alten gemauerten Schornsteine über Nacht nicht ganz ab und das Problem mit dem Anfeuern hat man nur ganz am Anfang.
Wenn der Schornstein zu gross ist, wird es schlimmer, weil der Rauch mehr Mauerwerk erwärmen muss.

Was man auch noch machen kann: Alte Bauernhäuser mit offenem Feuer hatten meist eine Schornsteindeckelklappe, die man durch ein Gestänge innen im Schornstein öffnen und schliessen konnte. Das ist an sich eine feine Sache, weil es verhindert, dass sich nachts der Schornstein sehr stark auskühlt. Bei den grossen Querschnitten der alten Rauchküchenschornsteine war das nötig. Es ist aber lästig beim Rauchfangkehren.

Ofentüre als Anfeuerhilfe bei kaltem Schornstein
Ofentüre als Anfeuerhilfe bei kaltem Schornstein
ofentüre.jpg (98.56 KiB) 1208 mal betrachtet
Hier habe ich (über dem Kochherd mit Wasserkessel zu sehen) eine Türe von einem alten Zimmerofen vom Schrott als Anfeuerhilfe eingemauert; da wirft man unmittelbar vor dem Anzünden des Herdes ein mit etwas Brennsprit getränktes Stück Papier hinein. Tut man das nicht, und ist der Schornstein kalt, ist die Bude voll Rauch.
Ist der Schornstein warm, zieht er noch lange so gut, dass man bei erneutem Anfeuern die Rauchklappe des Herdes etwas schliessen muss, sonst bläst der Zug das Streichholz aus.
Ich würde das machen, wenn du das Problem oft hast, es ist mit etwas Schamottemörtel und dem richtigen Werkzeug in einem halben Tag erledigt und erleichtert das Anfeuern sehr.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Pihlaka Talu

#89

Beitrag von penelope »

Einer von meinen Öfen hier zieht auch eher schlecht und wenn das Wetter ganz fies ist und ein Windzug rein kommt, sobald man ihn aufmacht, feuer ich auch immer erstmal eine Zeitung im Rohr ab (Problem bei mir ist nur, die Klappe ist draußen und man muss dazu immer raus in das Schietwetter). Das bringt schon eine merkliche Verbesserung.

Anonsten ist die Strategie, den Ofen gleich ganz voll zu knallen und dann zunächst einmal einen Anzünder ganz oben drauf zu legen. Der Anzünder qualmt ja nicht viel und kann dann zunächst einmal das Rohr anwärmen, bevor das Feuer dann auf das Holz übergeht. Anfangs hab ich immer versucht, zunächst nur ein kleines Feuer zu machen, um den Qualm zu vermeiden, aber das ging überhaupt nicht auf.
Dyrsian
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Re: Pihlaka Talu

#90

Beitrag von Dyrsian »

Am schadstoffärmsten feuert man den Ofen mit einem sogenannten "Pagodenfeuer" an. Dabei legt man die dicksten Stämme nach unten. Oben kommen fein gespaltene und furztrockene Nadelholzstücke drauf. Am Ende kommt ein Anzünder (wir nehmen Holzwolle/Wachs), dann noch mal (bei mir) drei Lagen feine (und damit meine ich 0,5 - 1 cm dicke) Nadelholzspaltlinge. Meine Frau legt den Anzünder auf die letzte Lage, das geht auch, entwickelt aber weniger schnell Hitze. Sie ist allerdings nicht davon abzubringen, warum auch immer. Ich poste mal ein Foto hier rein.
Fein gespaltenes und furztrockenes Nadelholz (bei mir sind es Paletten, weil sie hier "natürlich vorkommen" d.h. umsonst sind) brennt fast rauchlos und mit sehr heißer Flamme ab. Mit der Technik hat man in wenigen Minuten einen regelrechten Feuersturm im Ofen. Ich bin allerdings auch sehr penibel beim Brennholz (ich säge mein Holz mit dem Zollstock) :haha: , denn hier in der Innenstadt sollte möglichst kein Qualm zu sehen sein.

Das mit dem Saugen der Warmluft stimmt. Ich habe allerdings bei mir mal Versuche gemacht, einmal mit geschlossenen Ofenklappen und Rauchrohrklappe, einmal offen. War bezgl. der Raumtemperatur kein großer Unterschied. Meiner Erfahrung nach wirkt die Einrichtung (Eichentruhe, Ledersofa) auch als Wärmespeicher, sodass man nachts wenn man nicht feuert noch eine gewisse Grundwärme hält, es sei denn es hat arktische Temperaturen oder man wohnt im Zelt. Hat man einen Grundofen (Glückwunsch dazu, ich finde den überhaupt nicht hässlich) stellt sich das Problem ohnehin nicht.

Ich musste damals (Schorni ...) eine Klappe im Rauchrohr installieren, mit der man den Zug regulieren kann. Diese Klappe geht mir tierisch auf die Nerven, ich habe sie noch nie verwendet (steht immer offen), aber sie nervt beim Fegen extrem.
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