terra preta

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Sonne
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Re: terra preta

#671

Beitrag von Sonne »

Oh K&R... Na klar. Was stehe ich doch da auf dem Schlauch. Das stand ja in den Heftchen dabei, dass man es im Einstreu bei Tieren - im Beispiel dort bei Kühen und Pferden - nehmen kann.

Warum komme ich da nicht drauf, dass ich das bei Hasi :hasi: auch machen kann. :haha:

Danke. :)
Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. 1. Mose 1, 31
Teetrinkerin
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Re: terra preta

#672

Beitrag von Teetrinkerin »

Ganz lieben Dank für eure Tipps! Jetzt muss ich erst mal meinen Mann soweit bekommen, dass er vor dem Anheizen des Ofens vorher die Holzkohle entnimmt, wenn etwas da ist. Ich würde dann tatsächlich nur Minimengen (wie in dem youtube-Video auch gezeigt wurde) ins Beet geben und dann mit Pflanzenjauch begießen. Vorwiegend werde ich aber die Kohle wohl eher in der Kompostierung dann einsetzen.

@k_r,
kann man die Holzkohle auch bei Hühnern verwenden? Eines unserer nächsten Ziele ist ja, Hühner anzuschaffen. Bei Kaninchen bin ich noch am überlegen.
Gelöschter Benutzer 54

Re: terra preta

#673

Beitrag von Gelöschter Benutzer 54 »

Ja, im Hühnerstall macht sich die Kohle auch gut.

Ich bin großer Fan von Ithaka, hier gibt es einen Artikel von denen zu den Vorteilen von Kohle im Stall:

http://www.ithaka-journal.net/kaskadenn ... 1-einstreu
Teetrinkerin
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Re: terra preta

#674

Beitrag von Teetrinkerin »

Vielen Dank für den Link! Das lese ich mir nachher direkt mal durch.
Benutzer 7870 gelöscht

Re: terra preta

#675

Beitrag von Benutzer 7870 gelöscht »

Wie ich meine Kohle im Schwedenofen in der Werkstatt mach:
Sägespäne gepresst, bekomm ich umsonst:
20200120_165406.jpg
20200120_165406.jpg (94.01 KiB) 8666 mal betrachtet
Stahlrohr mit Loch, da brennt das Holzgas:
20200120_184817.jpg
20200120_184817.jpg (73.75 KiB) 8666 mal betrachtet
Setup, Stahlrohr oben zugeschweisst umgedreht auf ein Stück Schamottstein.:
20200120_165643.jpg
20200120_165643.jpg (108.97 KiB) 8666 mal betrachtet
Foto 3 gehört nach rechts gedreht.
Fotos 2 und 3 sind chronlogisch falsch. :aeh:

Unten hab ich ein Loch in das Stahlrohr gebohrt, ist von irgendeiner Bastelei mal übergeblieben.

Fehlerquelle, im wahrsten Sinn des Wortes, die Pressdinger quellen wenn sie heiss werden. Dadurch ist mir das Rohr schonmal umgefallen weils die Dinger ausgehoben haben.

Für die kein Stahlrohr haben, ich würd mir eine grosse alte Lackdose mit Deckel nehmen. Paar Löcher reinhauen, geht genauso. Hab ich bei einem anderen Versuch so gemacht. Dann muss man beim Einheizen nicht die Krümel raussuchen sondern man hat super Kohle produziert.
Meine Fragen:
Wieso kann ich nur 3 Fotos anhängen?
Gibts besser oder schlechter geeignetes Holz für die TP?
Soll die Kohle komplett sauber gebrannt sein, also reiner Kohlenstoff?
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neuossi
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Re: terra preta

#676

Beitrag von neuossi »

Ursus Austriacum hat geschrieben: Mo 20. Jan 2020, 19:11 Wieso kann ich nur 3 Fotos anhängen?
Admin Neuossi:
Das ist vom Team so eingestellt worden, um die Zahl der Bilder im Zaum zu halten. Sie belegen reichlich Platz auf dem Server.
viktualia

Re: terra preta

#677

Beitrag von viktualia »

Gibts besser oder schlechter geeignetes Holz für die TP?
Soll die Kohle komplett sauber gebrannt sein, also reiner Kohlenstoff?
Da ist die Antwort ja eigentlich schon drin: du willst die Kohle ja nicht als Durchfallmittel einnehmen,
also muss sie auch nicht ganz so unbedingt "sauber" sein. "Leer" also aufladbar, durch die Größe der Oberfläche, soll sie sein.

Und was sie an Reststoffen enthält, kommt natürlich auch auf´s Ausgangsmaterial an.
Je harziger, desto Rest.
Der Verbrennungs, bzw. Ablöschvorgang macht natürlich auch was aus.

Willst du die gar nicht löschen, oder fehlen nur die Bilder?
Ich hab das so verstanden, dass das Löschen auch als ne Art filtern dient.
Einerseits.
Andererseits ist das einer der Punkte, wo ich mir denke, wenn ich jetzt im Regenwald wär, würd ich mir da Gedanken über den Teil machen?
Nee, eher nich.
(Da gibt es aber auch nicht so viele Nadelbäume...)

Kommt, wie immer, auf die Menge an.
Du kannst Sägespäne auch als Pilzfutter in deinen Kompost tun, ohne vorher verkohlen,
oder zum Mulchen nehmen, oder alles zusammen.

(Meine dürftigen Chemiekenntnisse reichen aus um zu wissen, dass das wenn, dann schon echt heftige Gifte sind, die da enstehen können.
Beim Löschen. Ohne löschen bleiben, wenn ich mich nicht ganz täusche, andere Verbindungen in anderen Mengen.
Für weitere Feinheiten brauchste nen Chemiker.)
Benutzer 7870 gelöscht

Re: terra preta

#678

Beitrag von Benutzer 7870 gelöscht »

Ich hab ziemlich viel Holzkohle fürs Schmieden gemacht, dort sind aber andere Anforderungen an die Kohle gestellt. Da hab ich nur gutes Hartholz verkohlt, und das bei hohen Temperaturen. Und im grösserem Maßstab.
Die Presslinge sind geschätzt 60% Fichte und Lärche, Rest ist Eiche und Esche.

Ablöschen hab ich als notwendiges Übel verstanden, beim offenen Feuer bleibt ja sonst nix anderes über. Im Regenwald hats halt immer nach dem Mittagessen zu regnen angefangen. :pfeif:
Muss ich mich besser reinlesen.
Meine Kohle hol ich am nächsten Tag raus, vorm nächsten einheizen. Hat eine riesige Oberfläche, keine Asche, fast kein Gewicht mehr und kommt dann in den Komposter.
20200120_185802.jpg
20200120_185802.jpg (302.8 KiB) 8588 mal betrachtet
Eberhard
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Re: terra preta

#679

Beitrag von Eberhard »

Es dauert schon einige Minuten, wenn man das gesamte Thema von ganz vorn bis ganz hinten liest, und mir scheint, es wäre ganz nützlich, wenn Neulinge das tun würden, aber auch am Thema Beteiligte. Eine solche zeitversetzte Reflektion auch eigener Aussagen kann richtig spannend und aufschlussreich sein.

Es wurde schon sehr viel von Pflanzenkohle geredet, aber die Beschäftigung mit diesem Stoff selber scheint mir etwas zu kurz gekommen zu sein (oder ich habe es nicht bemerkt, dann möge man mir das nachsehen). Da aber einige wie hobbygaertnerin sehr gut verstehen wollen, verlinke ich an der Stelle zwei Videos mit wirklich reichhaltigen Informationen:

Marko Heckel: Holzkohle - Pflanzenkohle - Biokohle: Diamant des Bodens
Marko Heckel ist Verkäufer von EM und einigem weiteren. Man sei da bei Ausschlägen in diese Richtung etwas tolerant, das ist auch sehr im Rahmen.

Prof. Dr. Bruno Glaser: Pflanzenkohle – Stand der Forschung (2018)

Ergänzend noch einige persönliche Anmerkungen:

Ich selber erzeuge für einen Garten (knapp 200 m²) seit 2016 in einem Eigenbau-Kontiki selbst Pflanzenkohle. Der Kessel fasst etwa 270 Liter, Ertrag sind dann etwa 200 Liter pro Durchgang, wovon es vergangenes Jahr sechs gab. Ich habe das erste Mal einen Überschuss, so dass ich an explizite Unterfußdüngungen denken kann. Gerne weisen manche auf die drohende Abholzung von Wäldern hin. Nein, ich sammle Obstbaumschnitt und Abfälle der Brennholzgewinnung und von Baumfällungen. Kaminholz wollen viele, aber mit Ästen und Zweigen mit weniger als 5 Zentimeter Stärke kann fast niemand etwas anfangen. Mein Kontiki schon, und auch die Nachbarn sind sehr aufgeschlossen für eine "Entsorgung". Und wo ein Haufen ist, da kommt immer etwas drauf, vor Weihnachten gab es wieder einen ordentlichen Zulauf.

Wenn man von Terra Preta als Wundererde oder als Dünger redet, macht man meiner Ansicht nach schon einen systematischen Fehler.
Wunder sollen alle gemachten Fehler egalisieren und alle Probleme lösen. In der Realität: Unmöglich.
Düngung? So wie Kunstdünger oder Mist? Wohl kaum. Terra Preta ist wie jeder Boden (ungleich Dreck, siehe Elaine Ingham) ein System, ein lebendes System, ein leistungsfähiges Organ.

Bekommt man mit Terra Preta kurzfristig eine dramatische Verbesserung, kann es auch daran liegen, dass man durch mitgegebene Nährstoffe und Spurenelemente aus Kompost, Mist, Urin, Gesteinsmehl, Zuckerrohrmelasse (aus EM-Vermehrung) usw. auf einen offensichtlichen Bedarf bis Mangel trifft und diesen bedient. Das System Terra Preta wird sich erst nach und nach etablieren.
Trifft man auf einen hervorragenden und hervorragend gepflegten Boden, werden die zusätzlichen wahrnehmbaren Effekte nicht sehr deutlich sein und von manchem dann auch sicherlich nicht wahrgenommen und am Ende verleugnet.

Es spricht nichts dafür, vorhandene und gut funktionierende Systeme der Bodenpflege zu ersetzen. Terra Preta soll nicht ersetzen, was man bisher gut macht. Na gut, die Erde eines Blumentopfs kann man auch ganz ersetzen, für einen Garten oder dann Felder kriegt man das nicht auf die Reihe.
Es spricht aber einiges dafür, seine guten Methoden zu ergänzen und schlicht über vielfältige Wege wie im Thema und auch in den obigen Videos beschrieben zu ergänzen und etwas Pflanzenkohle einzubauen. Gegen eine mögliche bessere Ernte, gegen mehr Stabilität in der Wasserversorgung, gegen eine Senkung von Schädlings- und Krankheitsdruck, einhergehend mit Reduzierung und Verzicht von eigenem Pflanzenschutz (Pestizide?), gegen eine Verringerung oder Unnötigkeit von zugekauften Dünger, gegen gesündere und nährstoffreichere Nahrungspflanzen mit wieder mehr interessanten Sekundärstoffen wird kaum jemand etwas haben.

Eine wirkliche Beschäftigung mit Terra Preta bringt einen ganz schnell in eine hoffentlich positive Auseinandersetzung mit Mikroorganismen und Bodenleben ganz allgemein, über Sinn und Zweck von ein paar Milchsäurebakterien & Co. weit hinaus.
Also vergessen wir doch nicht, unserem Boden Vielfalt an Stoffen und Mikrobiologie zu gönnen. Unsere Bewirtschaftungsmethoden sind doch eher geeignet, Einseitigkeit zu erzeugen, trotz Fruchtwechsel, Mischkultur. Die Begrenzung auf wenige Pflanzenarten setzt sich fort, vermutlich unbemerkt, auf das in Symbiose mit den Pflanzen stehende Bodenleben. Weniger Vögel und das Artensterben bei Insekten fallen schon mal auf. Aus dem Boden schauen uns aber nicht mal traurige Augen an ... Da kann es doch eine Zielstellung sein, durch eine Vielfalt an Stoffen wie auch eine Vielfalt an Mikroorganismen unserem Boden etwas wiederzugeben, was ihm verlorengegangen sein kann, so über eine Handvoll Schwefel hinaus. Vielfalt beginnt auch schon mit Untersaaten, Zwischensaaten, akzeptierbaren "Unkräutern" usw.

Denken wir auch an lebende Pflanzen und damit lebende Pflanzenwurzeln möglichst ganzjährig entsprechend örtlicher Bedingungen. Der Austausch Leben zu Leben (Pflanzenwurzel zu Bodenleben) ist durch nichts zu ersetzen.
Bodenbedeckung schützt den Boden: Abblockung tödlicher UV-Strahlung, moderatere Temperaturschwankungen an der Bodenoberfläche, Verminderung von Windlast, Schlagregen, Austrocknen, Erosion. Pflanzen einschließlich ihrer Wurzelmasse und der profitierenden Mikroorganismen sind Lebendbindung von Nährstoffen und Spurenelementen und somit ein Speicher vor Ort, um dann unsere Nutzpflanzen zu versorgen.

Denken wir auch an einen unverdichteten Boden, der aber nur minimal bearbeitet wird, soweit möglich. Kartoffeln wird man schon richtig ernten wollen und da mal Gabel und Spaten einsetzen. Vergegenwärtigen wir uns die Riesenleistungen, die Mykorrhiza im Verbund mit vielen anderen Bodenlebewesen bezüglich Nährstofferschließung und -transport wie auch Wassertransport zu Pflanzen erbringen kann und damit die Folgen einer Zerstörung von solchen Netzwerken. Auf eine Verzehnfachung des erreichbaren Bodenraumes für Nahrungsgewinnung sowie eine feinere Porendurchdringung (Pilzglyphen sind nur ein Zehntel so dick wie Haarwurzeln der Pflanzen) durch die Bodenpilze würde man im vollen Bewusstsein dessen wohl nicht so gern verzichten.

Die angedeutenden Punkte in einer leicht verdaulichen Darstellung:
Die Gesundheit des Menschen beginnt im Boden - Stefan Schwarzer
Mit freundlichem Glück Auf!

Eberhard
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Sonne
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Re: terra preta

#680

Beitrag von Sonne »

Eberhard hat geschrieben: So 31. Jan 2021, 00:34 Da aber einige wie hobbygaertnerin sehr gut verstehen wollen,
Hobbygärtnerin leider nicht mehr. Sie ist letztes Jahr verstorben.

Aber sie hat wirklich viel gewusst und wurde auch nie müde ihr Wissen weiter zu geben. Eigentlich wollte ich mal alle ihre Texte hier über Terra Preta und Co nochmal durchlesen. Allerdings sind das sehr viele, quer verteilt über's ganze Forum. Sie schrieb wirklich durchdacht und stets mit eigener Erfahrung dahinter. Sie hatte eine (so viel ich weiß eine durchschnittlich große) Landwirtschaft und dort haben sie Pflanzenkohle erfolgreich eingesetzt. Und im Garten hat sie Bokashi und EM eingesetzt und es muss ein kleines Paradies gewesen. Bienen, Blumen, Gemüse und Obst waren ihre große Leidenschaft.

Sie war mir ein großes Vorbild - und ja - ich vermisse sie sehr. Immer noch. Auch ihre unschlagbare Art zu schreiben und ihre freundliche Art, in der sie es tat.

Danke für die Links. Werde das sicher bei gelegener Zeit angucken.
Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. 1. Mose 1, 31
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