Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2481

Beitrag von emil17 »

Liebe Oelkanne, du hast mich mal wieder völlig falsch verstanden.
1."Ja, mehr Subventionen. "Nein, das ist falsch. Je kleiner der Betrieb ist, desto größer ist der Betrag pro Hektar.
Erstens, wenn ein Grossbetrieb (nach lokalen Masstäben) ohne Subventionen nicht gewinnbringend wirtschaften kann, wie soll es dann ein kleiner können?
Es gibt pro Betrieb fixe und variable Kosten. Wenn du recht hättest, würde man grössere Betriebe aus rein wirtschaftlichen Überlegungen auftrennen, um mehr Beiträge pro Fläche zu bekommen. Wie du selbst sagt, läuft das Gegenteil.
2. "Mir ging es darum, dass auch andere das Schicksal des Verschwindens haben erleiden müssen, ohne dass der Staat eingegriffen hätte. Da werden die Landwirte eindeutig bevorzugt." "nein werden wir nicht, sonst hötte sich die Zahl der Betriebe in den letzen 20 Jahren nicht halbiert. Diese Entwicklung wird sich beschleunigt fortsetzen. "
Die schlichte Tatsache, dass es im Gegensatz zu den meisten anderen Gewerben noch nicht so weit ist, dass es nur noch wenige Grossbetriebe gibt, und die Geldmenge, die als Subvention jedes Jahr in die Landwirtschaft fliesst, beweisen das Gegenteil. Aus deiner Sicht muss das natürlich falsch sein, denn wer kriegt, würde gerne noch mehr kriegen.
3. "Bei den Bauern sind ganz klar die Kleinen mit dem idylischen Streichelzoo-Hof, der alles macht und alles hat "auser zeit, Geld, einem Modernen Stall und die Möglichkeit mal unbeschwert 24 tage im Jahr Urlaub zu machen" die Sympathieträger.
Ja klar, Bauer sein wäre schöner, wenn da nicht dauernd die ekligen Tiere und die nassen Wiesen wären?
Bevor man einen Beruf erwählt, muss man sich halt überlegen, ob man das machen will. Es hat dir ja niemand verboten, statt Landwirt zu sein von 8 -16 Uhr in einer Anwaltskanzlei besser bezahlt Bleistifte spitzen zu gehen.
4. "ich habe jedenfalls schon oft eine Kuh in der Blümchenwiese vor dem Schneeberg auf der Milchtüte gesehen, aber noch nie einen Melkroboter im Gross-Stall. "dann solltest du einfach mal deine Filterblase verlassen und einen Robotterbetrieb besichtigen?
Wenn die Milch von Melkrobotern aus Kraftfutterbetrieben kommt, dann sollen die das gefälligst auch auf der Packung so darstellen. Sonst ist das eine Mogelpackung - spätenstens dann, wenn man darauf angewiesen ist, die höhere Qualität inländischer Produkte zu behaupten, um seine Subventionen zu rechtfertigen.
5. "Im Zuge der Krise wird es viele Betriebe zu kaufen gegeben. Kaufe doch einfach so einen Betrieb und zeige uns wie du ihn in 2-3 Jahre aufpoliert hast." Muss ich nicht - ich muss auch nicht selber Eier legen können, damit ich beurteilen darf, ob mir ein Omelett schmeckt oder nicht.
Wenn man nach industriellen Masstäben im Kapitalismus Gewinn erzielen will, dann gelten auch die Spielregeln dieser Lebensweise, und zwar alle (effizienter, billiger, grösser, schneller). Um dich an sie zu erinnern, kannst du einfach mal wieder ein paar Runden Monopoly spielen.
Zudem wird ja immer behauptet, die Betriebe wollten vergrössern um überleben zu können, aber es sei kein Land zum Erwerb da. Also was jetzt?
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2482

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

ina maka hat geschrieben: Do 24. Okt 2019, 09:39 Wir trinken Hafermilch, weil mein Jüngster da differenziert und je nachdem "Hafer- Kuh- oder Ziegenmilch!" verlangt und ich denke, er wird schon wissen, was sein Körper braucht. Wieso soll das schlecht sein??
Und ich trinke meinen ersten Kaffee mit Hafermilch, weil ich merke, dass mir das gut tut.
Ist das schlecht?du kannst doch kaufen was du willst, dazu gibt es die Marktwirtschaft.

@Oölkanne: wieso fragst du, was "die Leute" dann essen sollen?wenn der städter nicht mehr an Lebensmittel konsumiert stitbt er.
Ist das dein (unser) Problem oder das der "Leute"?
Dann essen sie halt das, was ohne Herbizid-Pestizid- und Kunstdüngereinsatz angebaut wurde?nö, sie wollen ja nichts mehr konsumieren.
Oder das, was sie selber anbaun?das können möchten die wenisgten und machen tu es noch viel weniger

(merke: ich sagte "was wäre, wenn..."!)

Denn optimiertes Hybridsaatgut Herbizide, Pestizide, Traktoren, Diesel, Strom und Kunstdünger gibt es nur, wenn es viele Menschen gibt, die nicht als Landwirt arbeiten. Deshalb braucht der Landwirt diese "Konsumenten" - diese Produzenten!! denn ohne diese Dinge geht "es" ja nicht, oder? :bet:
nur zu, wir Landwirte können die paar Hansel aus der Industrie mit durchfüttern da sehe ich kein Problem.
Nicht arbeitende Mütter, der Wasserkopf der Verwaltung und Finanzen usw fallen dann ja weg.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2483

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

emil17 hat geschrieben: Do 24. Okt 2019, 10:41 Liebe Oelkanne, du hast mich mal wieder völlig falsch verstanden.
1."Ja, mehr Subventionen. "Nein, das ist falsch. Je kleiner der Betrieb ist, desto größer ist der Betrag pro Hektar.
Erstens, wenn ein Grossbetrieb (nach lokalen Masstäben) ohne Subventionen nicht gewinnbringend wirtschaften kann, wie soll es dann ein kleiner können?
Es gibt pro Betrieb fixe und variable Kosten. Wenn du recht hättest, würde man grössere Betriebe aus rein wirtschaftlichen Überlegungen auftrennen, um mehr Beiträge pro Fläche zu bekommen. Wie du selbst sagt, läuft das Gegenteil.die Stückkostendegression ist größer als der zuwachs an Förderungen. zudem ist das aufsplitten von Betrieben verboten.
2. "Mir ging es darum, dass auch andere das Schicksal des Verschwindens haben erleiden müssen, ohne dass der Staat eingegriffen hätte. Da werden die Landwirte eindeutig bevorzugt." "nein werden wir nicht, sonst hötte sich die Zahl der Betriebe in den letzen 20 Jahren nicht halbiert. Diese Entwicklung wird sich beschleunigt fortsetzen. "
Die schlichte Tatsache, dass es im Gegensatz zu den meisten anderen Gewerben noch nicht so weit ist, dass es nur noch wenige Grossbetriebe gibt, und die Geldmenge, die als Subvention jedes Jahr in die Landwirtschaft fliesst, beweisen das Gegenteil. Aus deiner Sicht muss das natürlich falsch sein, denn wer kriegt, würde gerne noch mehr kriegen.ich würde am liebesten einen fairen Preis bekommen und garkeine Staatlichen Zahlungen mehr.
3. "Bei den Bauern sind ganz klar die Kleinen mit dem idylischen Streichelzoo-Hof, der alles macht und alles hat "auser zeit, Geld, einem Modernen Stall und die Möglichkeit mal unbeschwert 24 tage im Jahr Urlaub zu machen" die Sympathieträger.
Ja klar, Bauer sein wäre schöner, wenn da nicht dauernd die ekligen Tiere und die nassen Wiesen wären?
Bevor man einen Beruf erwählt, muss man sich halt überlegen, ob man das machen will. Es hat dir ja niemand verboten, statt Landwirt zu sein von 8 -16 Uhr in einer Anwaltskanzlei besser bezahlt Bleistifte spitzen zu gehen.achso, der bauer ist mal wieder der dumme. mit der einstellung förderst du die großbetriebe. da arbetet man von 8-16 uhr und hat 30 Tage urlaub...
4. "ich habe jedenfalls schon oft eine Kuh in der Blümchenwiese vor dem Schneeberg auf der Milchtüte gesehen, aber noch nie einen Melkroboter im Gross-Stall. "dann solltest du einfach mal deine Filterblase verlassen und einen Robotterbetrieb besichtigen?
Wenn die Milch von Melkrobotern aus Kraftfutterbetrieben kommt, dann sollen die das gefälligst auch auf der Packung so darstellen. Sonst ist das eine Mogelpackung - spätenstens dann, wenn man darauf angewiesen ist, die höhere Qualität inländischer Produkte zu behaupten, um seine Subventionen zu rechtfertigen. auch der bio betrieb füttert karftfutter und melkt mit dem Roboter
5. "Im Zuge der Krise wird es viele Betriebe zu kaufen gegeben. Kaufe doch einfach so einen Betrieb und zeige uns wie du ihn in 2-3 Jahre aufpoliert hast." Muss ich nicht - ich muss auch nicht selber Eier legen können, damit ich beurteilen darf, ob mir ein Omelett schmeckt oder nicht.nicht alles was hinkt ist ein vergleich...
Wenn man nach industriellen Masstäben im Kapitalismus Gewinn erzielen will, dann gelten auch die Spielregeln dieser Lebensweise, und zwar alle (effizienter, billiger, grösser, schneller). Um dich an sie zu erinnern, kannst du einfach mal wieder ein paar Runden Monopoly spielen.
Zudem wird ja immer behauptet, die Betriebe wollten vergrössern um überleben zu können, aber es sei kein Land zum Erwerb da. Also was jetzt?keine Sorge, ich bin angestellter bei einem Betrieb mit etwa 4.000ha du musst mir nicht erklären das wir wirtschaftlicher sind als mein Lehrbetrieb mit 300ha.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2484

Beitrag von Rohana »

Emil, weisst du warum auf den Milchpackungen die Kuh auf der Blümchenwiese steht (oder zumindest kein Melkroboter abgebildet ist)? Weil die Kunden das so wollen und dem LEH das gefällt. Nenn' es einfach "Serviervorschlag" und überleg mal, wie gross der Anteil an Streichelzoo-Idylle-Höfen an der Milchproduktion (!) ist.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2485

Beitrag von Gelöschter Benutzer 54 »

Teetrinkerin hat geschrieben: Do 24. Okt 2019, 09:43 @kraut_ruebe,
ich bin hier nie irgendwie unverschämt geworden, daher finde ich es echt unschön, wenn mir die Wiese zum Gras fressen angeboten wird. Kritik ist das eine, beleidigend werden, das andere. Oder wie darf ich sonst den Post auffassen?
Am Liebsten so, wie ich ihn aufgefasst hab: Du warst mit der Wiese nicht gemeint :)

Aber, natürlich (ich bin auch so) fühlt man sich betroffen, wenn man mitdiskutiert, wenn kein Zitat oder direkte Ansprache vorhanden ist. Und vielleicht war es auch so, und ich fassse es falsch auf.

Ich denke aber, wenn wir die Bauern unter uns nicht so sehr in die Verteidigungsposition zwingen, können wir uns alle besser unterhalten und mehr einbringen und mehr mitnehmen. Und es gibt dann auch weniger Anlass zu gereizten Kommentaren und als Folge weniger verärgerte Diskutanten.

Und, oder aber: Nein, ich meine nicht Dich mit den andauernden Sticheleien. Das ist ein Versuch, zuerst mal eher allgemein drauf hinzuweisen, dass es aus Moderatorensicht besser ginge, wenn es sich damit nicht bessert, folgt ne konkrete Ansprache. Und nochmal nein, Du hast nicht Schuld daran, dass unter uns wenige Bauern und viele Nicht-Bauern sind, das zahlenmässige Ungleichgewicht in der Diskussion ist einfach so wie es ist.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2486

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

wir Landwirte können die paar Hansel aus der Industrie mit durchfüttern da sehe ich kein Problem.
Nicht arbeitende Mütter, der Wasserkopf der Verwaltung und Finanzen usw fallen dann ja weg.
Das verstehe ich unter "Sticheln" :flag: :flag:

(p.s.: "die paar Hanseln aus der Industrie" sind die, die "der Landwirtschaft" unbedingt notwendige Dinge wie Hybridsaatgut, Erntemaschinen, Melkroboter, Kraftfutter, Impfungen, Pestizide, Herbizide etc. zu Verfügung stellen!!)

an Ölkanne: es ist was anderes, ob man etwas bestimmtes essen will oder muss (das in Richtung der "Städter")
kraut_ruebe hat geschrieben:Ich denke aber, wenn wir die Bauern unter uns nicht so sehr in die Verteidigungsposition zwingen,
danke!!
gilt aber "für die anderen" auch....

Umweltsünder oder wie immer man sie nennen mag, gibt es überall und in einer arbeitsteiligen Gesellschaft, wie wir sie haben, kann einer nicht ohne den anderen - ist so.

gilt für Landwirte und "Städter"
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2487

Beitrag von emil17 »

Rohana hat geschrieben: Do 24. Okt 2019, 12:32 Emil, weisst du warum auf den Milchpackungen die Kuh auf der Blümchenwiese steht (oder zumindest kein Melkroboter abgebildet ist)? Weil die Kunden das so wollen und dem LEH das gefällt. Nenn' es einfach "Serviervorschlag" und überleg mal, wie gross der Anteil an Streichelzoo-Idylle-Höfen an der Milchproduktion (!) ist.
Klar, und deshalb fahren die Autos in der Werbung immer alleine auf leerer Strasse in idyllischer Landschaft, in Wirklichkeit schleichst du auf der rappelvollen Stadtumfahrung dahin.
Dennoch stört es mich, wenn die Packung Produktionsweisen suggeriert, die in Wirklichkeit so nicht stattfinden. Schliesslich soll der Kunde ja mehr bezahlen als der Billigimport kosten würde, das Produkt ist gleich weiss und gleich nass, also muss der Mehrwert wohl an der Produktionsweise liegen.
Wenn du im Prospekt die Villa mit Meeranstoss mietest und in Wirklichkeit kommste in die dritte Reihe mit Anstoss an die Schnellstrasse, biste ja auch nicht zufrieden, obwohl das eine Werbung war und das andere Wirklichkeit.
"Weil die Kunden das so wollen" heisst ja inzwischen genau das gleiche wie "die Kunden sind blöd", wenn damit jeder Mist gerechtfertigt wird.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2488

Beitrag von Rohana »

Ich hab nochmal bissl drüber nachgedacht. Habe länger keine Milch in Tüten mehr gekauft :ua: aber sind wirklich überall Kühe mit Blümchenwiese drauf und keine entsprechende Milch darin? Bärenmarke hat den Alpenbär, Domspitz/Bayernland hat n stilisierten Bauernhof (und keine Trinkmilch), die Eigenmarken haben bloss Symbole und sowas... es wäre sicher mal einen Gang durch die Supermärkte wert um zu schauen, wo denn die Kühe auf der Blümchenwiese auf der Verpackung wirklich drauf sind - ich würde fast wetten dass zu den Molkereien *auch* Weidebetriebe gehören, somit also drin ist was drauf abgebildet ist, wenn vielleicht nicht ausschliesslich. Ob's dazu eine Regelung gibt, weiss ich nicht. Es wird allerdings sicher weder verpflichtend noch möglich sein, akkurat die Produktionsbedingungen der einzelnen Betriebe abzubilden, sofern die Milch bzw. das Milchprodukt nicht aus einer Hofmolkerei stammt.

Ich versuche dran zu denken wenn ich das nächste Mal im Supermarkt bin und evtl ein paar Bilder zu machen. Machst du mit? Oder andere? ;)
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woidler
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2489

Beitrag von woidler »

Ihr könnt natürlich gerne Fotos von Produktverpackungen für den Eigengebrauch machen, um dann hier das Dargestellt zu beschreiben.
Aber bitte in Hinblick auf den Urheberrechtsschutz die Fotos hier nicht reinstellen !

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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2490

Beitrag von emil17 »

Ich weiss es nur aus der CH, da hat der Denner (Billiganbieter) die schöne Kuh mit die Blümchen drauf, Milch kommt aus der Schweiz. Bergmilch kann auch von Talbetrieben im Berggebiet sein. Dann gabs eine Weile die Marke Vallait (für Walliser Milch), mit einer anderen Kuh und anderen Blümchen drauf. Die wurde aber nicht im Wallis abgefüllt, weil hier die meiste Milch wie oft im Berggebiet im Sommer lokal auf der Alp verkäst wird.
Das alles haben weniger die Bauern als die Grossmolkereien zu verantworten.
Für mich ist wichtig, ob das Stallkühe mit einem hohen Anteil an Importkraftfutter waren. Dass die saisonal anderes Futter haben, im Sommer auf der Alp, im Winter Heu aus dem Tal, ist normal und war immer so. Wenn man aber Silomilch wegen dem Geschmack mit anderer verlängert, bis das Gemisch als unauffällig durchgeht, wird es haarig.

In D ist das Angebot für mich unüberschaubar, an Regelungen wirds auch nicht mangeln.
Seit ich aber weiss, dass Schinken von Schweinen, die in Niedersachsen mit Futter aus Argentinien gemästet worden sind, im Schwarzwald geräuchert werden und das Ganze dann als Schwarzwälder Schinken durchgeht, halte ich alles für möglich.
Die Franzosen sind bezüglich ihres Roquefort-Blauschimmelkäses sehr stolz darauf, dass nicht etwa Schafmilch von ausserhalb der Region zugekauft wird, obwohl sie die Mehrproduktion problemlos absetzen könnten. So sollte es überall sein.
Neuester Geniestreich der Branche (Lebensmittel): Migros hat dänische Bio-Forellen im Angebot. Wegen einem Problem bei der Produktion haben die, um ihren Liefervertrag erfüllen zu können, Bioforellen aus ... Griechenland gekauft, in DK verpackt und hier in CH kann man sie kaufen. Bio ist erfüllt, dennoch sind die Käufer unzufrieden :bang:
Das alles ist nicht Schuld der Bauern, aber es fällt negativ auf sie zurück. Dem kann man nur mit stur lokalen Labeln auskommen ... und dann mal halt nicht liefern, wenn eine Ernte schwach war.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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