Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1211

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

viktualia hat geschrieben:Die elende Seite der Bauernromantik ist nicht im gleichen Maße ausgestorben, wie die hiesigen Bauern, das Leid ist nur ausgelagert worden.
wollte nur, dass das jemand sagt! :)

Da fehlt aber noch die ganze Thematik von wegen "Wir müssen mehr Nahrung produzieren" und "Es verhungern Menschen" ......

keine schönen Dinge, sorry.
Wir wollten uns doch dem positiven zuwenden? :aeh:

hmmmm.... bei mir im Garten wird immer irgendwas etwas. Wenn´s keine Äpfel gibt, gibt´s Zwetschken, wenn´s keine Walnüsse gibt, gibt´s Haselnüsse.

Man darf sich nur nicht auf eine Schiene beschränken - ?
centauri

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1212

Beitrag von centauri »

Vielleicht wäre es der Sache dienlich wenn hier nur Leute schreiben die Landwirtschaft auch wirklich betreiben! :)
viktualia

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1213

Beitrag von viktualia »

wollte nur, dass das jemand sagt! :)
Ina, wie, du fragst, wer es isst, weil du hören willst, dass er hungert? Mach mich nicht fertig....
von centauri:
Vielleicht wäre es der Sache dienlich wenn hier nur Leute schreiben die Landwirtschaft auch wirklich betreiben!
Welcher Sache?
Meinst du den link vor 11 Seiten, der beklagte, wo die 90% sind, die gerne gutes Fleisch essen wollen und bereit wären, dafür zu zahlen?
Mmmh, du kannst nicht den Eindruck gewonnen haben, die Landwirte hätten wirklich viel mit der Preisgestaltung zu tun....
Dass das Kommunikationsproblem allein intern zu lösen sei, kann es auch nicht sein....
Vielleicht geht es um "betreiben".... Ahh, ja, Platz für die Medienmeldungen, dass ist es!


(Sorry, ich konnte der Vorlage nicht widerstehen...)
hobbygaertnerin
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1214

Beitrag von hobbygaertnerin »

Mir fällt auf, dass derjenige, der einkauft- immer früher mit Produkten aus anderen Ländern beglückt werden soll.
Erdbeeren immer früher, Spargel, bis es dann aus unseren Landen geben könnte, ist der "Glust" schon befriedigt.
Pfirsiche, Nektarinen, Aprikosen, auch immer früher, den Rhabarber hab ich zu Zeiten in den Geschäften gesehen, wo unserer noch gar nicht aus der Erde spriess.
In Kochzeitschriften, Kochsendungen wird auch dieser Trend rübergebracht.
Ob und wie die Lebensmittel in anderen Ländern erzeugt werden, auch nach gleichen oder ähnlichen Standarts - weiß ich auch nicht.
Hab nur mal eine Sendung über Obst und Gemüse mit Tim Mälzer gesehen, angeblich würden die Deutschen nur auf Billig schauen und deswegen würden wir auch solches bekommen.
Obst und Gemüse im Geschäft sieht wie gemalt aus- auch entsprechend beleuchtet in den Geschäften-
aber mir fehlt etwas, der Geschmack.
Die wie gemalt aussehenden Äpfel, Birnen usw. sind wie Manequins, aber es fehlt was.
Inzwischen gibts ja schon Gelierzucker und Tortenguss mit Erdbeergeschmack, weil die Erdbeeren auch nicht mehr so schmecken, wie sie mal geschmeckt haben.
Dank Maggi und anderen Herstellern gibts jede Menge an Fixprodukten zu kaufen- man braucht sich nicht mehr darum bemühen, selbst seinen Geschmack zu kreiren.
Ein selbstgemachter Apfelstrudel mit den entsprechenden Äpfeln- ein kulinarisches Gericht- so ein gekauftes Teil aus dem Supermarkt- kein Vergleich.
Aber dann sind wir wieder beim Nächsten- kochen ist ja nicht nur toll, es macht auch Arbeit und kostet Zeit-
die sich immer weniger dafür leisten wollen.
Denn wenn wirklich selbst kochen so gross in Mode wäre, dann würden die Halb- und Fertigprodukte in den Geschäften nicht immer mehr werden.
Neulich sah ich im Edeka Lasagne als Halbfertigprodukt zum Preis von unter 2 Euro, wenn ich dran denke, wieviel Zeit ich einsetzen muss, um Lasagne zu machen-
brauch ich nicht viel Phantasie, um mir auszumalen, was die Zutaten für die vielen Fertiggerichte kosten dürfen-
und da beisst sich dann die Katze wieder in den Schwanz-
es wird immer billiger und die Wertschätzung immer weniger.
Dafür wird dann Superfood und anderes gekauft, da spielt dann der Preis keine Rolle.
Ich hab auch keine Idee oder Lösung für dieses gesellschaftliche, wirtschaftliche, globale Problem-
was ich so aus der Geschichte herauslese- immer wenn die Wertschätzung für´s Essen verlustig ging, gings abwärts- zuerst mit der Landwirtschaft, dann mit der Hochkultur.
Vielleicht ist es doch nicht so egal, was wir essen.
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Sonne
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1215

Beitrag von Sonne »

hobbygaertnerin hat geschrieben:Mir fällt auf, dass derjenige, der einkauft- immer früher mit Produkten aus anderen Ländern beglückt werden soll.
Erdbeeren immer früher, Spargel, bis es dann aus unseren Landen geben könnte, ist der "Glust" schon befriedigt.
Pfirsiche, Nektarinen, Aprikosen, auch immer früher, den Rhabarber hab ich zu Zeiten in den Geschäften gesehen, wo unserer noch gar nicht aus der Erde spriess.
Ich habe schon lange innerlich so einen Punkt, wo ich sage: Nee, mit diesem Produkt warte ich bis Saison ist. Zum Beispiel eben auch bei Erdbeeren. Ganz selten, dass ich die mal früher kaufe.

Zum Leidwesen meiner Familie habe ich auch das: 'LebkuchenundPlätzchenerstimDezember-Syndrom'.
Im Winter wollte ich ihnen verklickern, dass Eis eigentlich erst wieder im Sommer dran ist. Da kam aber gewaltiger Protest. Naja. :pfeif:
Dabei geht es mir auch darum, dass man sich ja irgendwo auf nichts mehr richtig freut, wenn alles immer und ständig zur Verfügung steht.

Im Winter kaufe ich Äpfel, Bananen, Mandarinen und Orangen. Manchmal Ananas. Und Trauben.

Ich guck' dann da auch nicht immer groß, wo die Ware herkommt.

Um den Jahresanfang rum guckte ich dann aber doch mal genauer. Siehe da, die Trauben kamen aus Indien.

Seitdem lebe ich im Konflikt. In Indien mag es ja wirklich Traubenzeit sein. Die Jahreszeiten sind ja in anderen Ländern nicht immer identisch mit den unseren.
Und vor Jahrzehnten nun schon, habe ich mal eine Sendung über die extrem schlechten Arbeitsbedingungen beim Blumenanbau in ??? (Mexiko vielleicht oder sonst irgendein
Land in dieser Region) gesehen.

Am Schluß sagte die Frau - eine betroffene Arbeiterin - dass es nicht die Lösung sei, nun gar keine Blumen mehr zu kaufen. Sonst hätten sie ja überhaupt kein Einkommen mehr.

Das ist natürlich bei den Indern genauso. Und bei den Kaffeeanbauern und Kakao und Bananen und Ananas etc etc etc...

Also dann doch kaufen?

Was ist wichtiger? Umwelt contra Erwerbsgrundlage für sogenannte Entwicklungsländer? :hmm:

hobbygaertnerin hat geschrieben: Inzwischen gibts ja schon Gelierzucker und Tortenguss mit Erdbeergeschmack, weil die Erdbeeren auch nicht mehr so schmecken, wie sie mal geschmeckt haben.
Ahhhjetzatle...jetzt versteh' ich endlich den Sinn dieses Produkts! :aeh:
Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. 1. Mose 1, 31
hobbygaertnerin
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1216

Beitrag von hobbygaertnerin »

@Sonne,
ich weigere mich, vor Mitte Dezember selbstgebackene Weihnachtsplätzchen auf den Tisch zu bringen, es gibt auch noch keine Weihnachtssterne im Oktober, keine Primeln mit Glitter zu Weihnachten- und keine sonstigen jahreszeitlich gebundenen Sachen bereits vor der Zeit zu kaufen.
Weil es mich echt aufregt, dass wir immer mehr dazu verführt werden sollen, dass wir uns auf nichts mehr richtig freuen sollen können, dass immer alles zu jeder Zeit verfügbar sein soll.
Beim Eis gibts nur an Weihnachten eine Ausnahme, aber inzwischen mache ich auch lieber Nachspeisen der Jahreszeit angemessen.
Mandarinen und Orangen gibts ab Nikolaus, Äpfel haben wir normalerweise bis Ende Mai, Anfang Juni selbst, sind sicher dann keine so traumhaft schönen Äpfel wie die gekauften, aber die späten Lagersorten halten sich doch relativ gut.
Was mir speziell beim gekauften Obst auffällt- die Birnen, Äpfel sind hart und ziemlich geschmacklos- bis die Birnen dann wirklich geschmacklich reifen, das dauert ewig.
Kiwis dauern auch noch recht lange, bis die wirklich nach was schmecken, mit gekauften Weintrauben kann ich nichts anfangen, wir haben von August bis November selbst verschiedene Sorten, dann reicht das auch wieder bis zur neuen Ernte.
Ist mir vollkommen klar, dass ich da eine Ausnahme bin, aber das ist eben meine Arbeit mit der SV, dass jedes Fleckchen Erde mit irgendwas essbarem bepflanzt worden ist.
Macht aber auch Arbeit und von selbst tut sich da gar nichts.
Und genau diesen Konflikt- was bewirkt meine Kaufentscheidung- den hab ich auch -
besonders bei der Bekleidung- bei Schuhen- bei Elektrogeräten usw.
es ist ja nicht nur die Auslagerung von Essen, die die Globalisierung fördert, sondern auch der Anbau der Baumwolle, die schädlichen Rückstände beim Färben und Herstellen von Textilien, Schuhen, Elektrogeräten.
Ist es besser, so einen schädlichen Arbeitsplatz für Mensch und Umwelt ins Ausland zu verlagern, dort billig zu produzieren- und dann????
So wurden doch viele Länder abgegrast, zuerst mit der Textilindutstie, Elektronik die Ostländer, dann gings weiter nach Asien, jetzt wird Afrika ins Visier genommen- und wir können die billigen Klamotten, Smartpohnes sehr preiswert kaufen.
Aber irgendwann ist alles abgegrast, ausgesourct, ausgebeutet, ob wir nicht irgendwann auch hier einen sehr hohen Preis bezahlen werden müssen?
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marceb
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1217

Beitrag von marceb »

Vielleicht sollte jeder, der hier so diskutiert mal preisgeben, was er so im Monat oder Woche kauft und wo er es kauft.

Ich habe dieses Jahr auch viele Walnüsse, eine Bekannte hat gesagt oh wie toll. Ich dann, ja die müssen dann aber auch gereinigt, teilweise getrocknet und gelagert werden, dann kam die Antwort, ganz schön viel Aufwand, das würde sie nicht machen.

Der Mensch ist einfach zu bequem geworden.

Gruß
Martina
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1218

Beitrag von strega »

au ja, das macht mir Spass.... ist eh ein Sport von mir, möglichst wenig zu kaufen....

gibts auch ne Medallienverleihung? Oder ne extra Portion Saatgut zu gewinnen für eventuelle Gewinner? :grinblum:

Hab vor ein paar Tagen 20 Liter Diesel gekauft, ein Kilo Schafskäs beim Schäfer ums Eck, heute ein Tütchen heimische Aprikosen, weil ich grad kein eigenes Obst hab und die Brombeeren und co. noch nicht reif sind.
Gemüse kauf ich nun keins mehr, hat noch wilden Spargel und Fenchel und Löwenzahn, Salate im Garten, wilde Karotten ohne Ende, bald kommen eh die Tomaten, Zucchini und alles drum und dran.

Vor zwei Wochen drei kurze Hosen einer Nobelmarke im Gebrauchtwarenshop zu je 1 Euro das Stück.
Vor drei Wochen zehn Liter Rotwein bei Freunden. Reicht bis Herbst oder so.

Werd wohl dieses Jahr noch ne Tormek-Schleifmaschine kaufen, aber die fällt unter Sonderausgaben und zählt nicht :mrgreen:

Fazit: ich glaub nächste Woche kauf ich gar nix ein.... :aeh:

Waldstaudenroggen ist jetzt dann reif, gibt ein paar Kilo, das reicht übern Sommer, Nudeln hab ich noch, Hirse dito. Falls ich Bock hab auf Fisch oder Muscheln geh ich mal gucken was das Meer hergibt...
Frauen, die sich gut benehmen, schreiben selten Geschichte. Eleanor Roosevelt
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marceb
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1219

Beitrag von marceb »

Ich sage mir, wer möchte, dass sich etwas ändert, sollte selber bei sich anfangen.

Ich war schon fast ein Jahr in keinen Supermarkt.
ich kaufe bei einen regionalen Händler ein, der eine sogenannte "Biobox" jeden Montag liefert.
Der Vorteil kaum Verpackungen, meistens in Papier oder lose.
Die Box wird das nächste mal wieder mitgegeben.
Der Händler hat überwiegend regionale Produkte, aber auch einiges aus weiter Ferne.
Es werden dort auch Projekte in anderen Ländern unterstützt.
Das ist natürlich auch nicht billig. Ich gebe in der Woche ca. 75 € dafür aus, für mich allein.
Dabei ist aber auch Fleisch und Eier, also nicht nur Gemüse, auch was man sonst so braucht.
Zur Zeit ernte ich zum Glück viel selber (2 kg Erdbeeren täglich und die Bäume hängen voll von Äpfeln).
Aber letztes Jahr ist hier alles erfroren oder ins Wasser gefallen, da ging gar nichts.
Kleidung habe ich die letzten Jahre kaum gekauft, etwas Unterwäsche und Socken, aber da
kauf ich auch möglichst bei Produzenten aus D.
Gelöschter Benutzer 54

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1220

Beitrag von Gelöschter Benutzer 54 »

marceb hat geschrieben:Vielleicht sollte jeder, der hier so diskutiert mal preisgeben, was er so im Monat oder Woche kauft und wo er es kauft.
lange liste :hmm:

ich kaufe weil ich nicht selber habe oder auch wenn mein eigenes nicht reicht:

rohmilch, butter, käse, wurst im bioladen der LWK in güssing
schwein bei labonca in burgau, und extra speck im bioladen in neustift, wenn es welchen gibt. und trauere dem waldschwein nach, das gibts nicht mehr
rind von den moorochsen aus dem laden in kemeten
schaf, schafmilch, ziege, ziegenkäse, schafskäse von den määäh-bauern im vulkanland beim spar in FF
fisch bei der krebszucht in stegersbach + gemüse vom gerersdorfer biohof, beides am donnerstag am güssinger markt
huhn und schlagobers beim hofer
gans und ente im biohof in rehgraben
nahrungsergänzungen bei alpha foods und biogena
MCT-öl, collagen, kaffe und molkepulver bei primal state
getreide hab ich früher im ökohof in grosspetersdorf gekauft, aber das hab ich mir endlich abgewöhnt und brauchs nicht mehr
für die katzen vulkanlandschwein ab hof und hühnerherzen im abholgrossmarkt + dosenfutter aus dem futterhaus
für die schafe hafer und bei frost rübenschnitzel aus dem lagerhaus
futteräpfel beim obsthof flieder in kukmirn
werkzeug und maschinen beim zgonc
bürobedarf irgendwo, ausser bei libro, dort keinesfalls
diesel von der landestankstelle, benzin und heizöl vom roth
wasser kaufe ich nicht, aber hol es auch von extern von der marienquelle in ollersdorf

der rest ist eher kleinkram, ich brauch auch mal ne flasche wodka oder birkenzucker oder sonstwas. vom spar oder auch mal aus der österreich (oder heimat?)-linie vom lidl.

sicher nix kaufe ich beim billa, penny, bipa, libro und all deren anderen zugehörigen ketten, deren personalpolitik find ich zum kotzen.
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