Spargelanbau

Benutzer 6122 gelöscht

Re: Spargelanbau

#41

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht »

Danke Jonas, daß Du mich korrigiert hast! Du hast natürlich Recht! :daumen:

Nachdem es hier im Dorf nur einen weiteren Spargelgärtner gibt, habe ich mir da überhaupt noch keine Gedanken drüber gemacht... :pfeif:
Aber ich habe auch keine Ahnung, ob der Bauer, der mittlerweile verstorben ist, F1 gepflanzt hatte? Und sein Sohn wird es wohl auch nicht wissen.

Den Grünspargel hatte ich als Pflänzchen im Topf von einer Biogärtnerei bekommen. Da war kein Name angegeben.
Und vom Burgundine hatte ich im Frühling vor 3 Jahren die Rhizome bei einem Bioanbieter geordert und gleich verbuddelt.

Salmandra, gibt es denn bei Dir andere Spargelanbauer in der Nähe?

Jonas, weißt Du zufällig, wie der Isolierabstand sein muß für Spargel? Dazu finde ich nichts in meinen Büchern oder im Netz.

Jetzt habe ich nochmal im Hb. Samengärtnerei nachgelesen. Demnach kann man Spargel wohl aus Samen ziehen und die Pflanzen sind dann auch nutzbar, haben dann aber wohl nicht mehr unbedingt die gewünschten Eigenschaften der Mutterpflanze. Sicherer wäre also die Vermehrung durch Teilung aus den Wurzelstöcken.
Oh jeh, dann werde ich mal sehen, ob sich mein Nachbar in 2 Jahren beschwert, dem ich 25 Pflänzchen geschenkt habe ... ? Das muß ich ihm wohl beim nächsten Plausch über den Gartenzaun beichten. :aeh:
Salmandra
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 172
Registriert: Sa 10. Jan 2015, 21:10

Re: Spargelanbau

#42

Beitrag von Salmandra »

das mit den F1-Hybriden war /ist ja meine Befürchtung. Klar, kann ich die jungen Pflänzchen in Töpfe pflanzen aber das dauert halt so lange, bis zu erkennen ist, ob das ertragreiche Spargelpflanzen werden. Dann würde ich eher meine Tauschpartnerin nach Burgundinesamen fragen und mit denen eine neue "Plantage" anlegen. Wie geht denn Teilen der Wurzel, die liegen doch sehr tief in der Erde?
Die nächsten Spargelfelder sind ca. 1000m entfernt, das ist für Fremdbefruchtung hoffentlich zu weit.
Pitu, ab wann hattest Du denn so einen reichen Ertrag beim Grünspargel? Meiner ist jetzt im 3. Jahr aber von kiloweise noch weit entfernt, von den 5qm habe ich ca. 4kg geerntet. Der war aber extrem köstlich, besonders als Rohkost direkt vom Beet.
Benutzer 6122 gelöscht

Re: Spargelanbau

#43

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht »

Hallo Salmandra,
tut mir leid, daß ich Dir erst eine falsche Antwort gegeben habe! An F1 hatte bei Spargel ich wirklich nicht gedacht. :rot:

Also hier steht, daß Spargel schon vorrangig mittels Samen vermehrt wird:
https://www.br.de/themen/ratgeber/inhal ... en100.html

Und dann werden die Seesternwurzeln ausgegraben und verpflanzt.

Die Pflanzen in Töpfe zu setzen und zu warten, wie sie sich entwickeln ist bei Spargel aber wahrscheinlich nicht aussagekräftig, weil der Wuchs in der Erde ja ganz anders ist als im Topf.
Wie das Teilen geht habe ich auch noch nicht herausgefunden. Und ob männliche Pflanzen von Plantagen jetzt überhaupt Beeren ausbilden, ist mir auch nicht klar.
Bin gerade verwirrter als vorher...

Wenn ich mich recht erinnere, hatten letztes Jahr bei mir die Burgundine-Pflanzen gar keine roten Beeren ausgebildet? :hmm:
Bei mir bestäuben vorrangig die Hummeln den Spargel. Die würden nicht so weit fliegen. Wie ist das bei Dir? Siehst Du mehr Hummeln oder mehr Bienen an den Blüten?
Bienen fliegen ja normalerweise im Radius von 3 km.

Mein Grünspargel ist jetzt mit 4 Meter Reihe im 4. Jahr, der Burgundine war erstmalig richtig zum Ernten im 3. Jahr. Bei uns ist es allerdings schon seit April extrem warm und sonnig, und ich habe einen lehmigen Sandboden. Ich habe im April 2 cm gekauften Kompost auf's Beet gebracht und gieße zur Zeit täglich, weil wir seit Wochen keinen Regen mehr hatten.
Angefangen hat die Ernte am 17.4. und ich habe jeden Tag zwischen 300 und 500 Gramm geerntet von den 8 Metern.
Theoretisch hätte ich noch einen weiteren Monat ernten können. Aber ich muß gestehen, daß mir das dieses Jahr zu stressig geworden ist. Jeden Tag früh und teils abends nochmal schneiden.
Und ich habe keine großen Gefrierdosen mehr! Deswegen dürfen sie jetzt wachsen. Eingefroren sind mittlerweile über 10 kg. Hätte ich noch weitergeerntet, wären es bei 8 Wochen mindestens 20 kg geworden. Und dieses Jahr sind die Pflanzen wirklich riesig. Mich haben die Dorfbewohner schon gefragt, ob ich mutierten Spargel anbaue? So hohen hätten sie noch nie gesehen.
Ich auch nicht, obwohl ich die längste Zeit meines Lebens in einem Spargelanbaugebiet verbracht habe...
Der Spargel wächst bei mir am Rand des Nutzgartens in 50 cm breiten Beeten.
Benutzeravatar
MeinNameistHASE
Moderator
Beiträge: 945
Registriert: So 17. Apr 2011, 19:51
Familienstand: Single
Wohnort: Zwischen Monte Kali und Wasserkuppe in der Rhön

Re: Spargelanbau

#44

Beitrag von MeinNameistHASE »

@Pitu Leider nicht, aber ich kann am Wochenende mal zuhause ins Spargelbuch gucken, ob da was drin steht.
Ich verlasse mich auf meine Sinne: Irrsinn, Wahnsinn und Blödsinn!
Benutzer 6122 gelöscht

Re: Spargelanbau

#45

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht »

Ja bitte Hase, schau mal im Buch nach. Vielleicht kannst Du uns dann genauere Infos zwecks Verkreuzung und Vermehrung geben?
Benutzeravatar
MeinNameistHASE
Moderator
Beiträge: 945
Registriert: So 17. Apr 2011, 19:51
Familienstand: Single
Wohnort: Zwischen Monte Kali und Wasserkuppe in der Rhön

Re: Spargelanbau

#46

Beitrag von MeinNameistHASE »

Moin, also in dem Handbuch Spargel von Ewald Ernst 1970 steht nichts zu Abständen oder zur Kreuzung überhaupt drin.

Ich habe Ende Juni Gelegenheit mit einem Spargelzüchter zu sprechen, da hol ich mir die Infos mal aus erster Hand, wenn ich bis dahin keine vernünftigen Informationen finde. Dann schreibe ich hier nochmal.


Schönen Sonntag
Jonas
Ich verlasse mich auf meine Sinne: Irrsinn, Wahnsinn und Blödsinn!
Benutzer 6122 gelöscht

Re: Spargelanbau

#47

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht »

Danke Jonas für's Nachschauen. Ja, wenn Du die Chance hast, einen Spargelzüchter persönlich zu treffen: Frag den doch mal bitte genauer aus! :)

Aber ich habe gerade nochmal recherchiert wegen der Spargelsorte Burgundine und bin deprimiert. :platt: Das scheint auch eine F1-Hybride zu sein mit überwiegend männlichen Pflanzen.
Das erklärt natürlich auch, warum ich bisher noch keine roten Beeren dran gesehen habe. Ich hab auch extra nochmal nachgesehen, wo ich die Rhizome gekauft habe: 2016 bei einem Bio-Anbieter.
Das ist ja echt blöd! Jetzt hab ich noch zur Verbreitung von Hybrid beigetragen. :bang: Und ich wäre davon ausgegangen, daß es beim Bioversand keine F1-Pflanzen gibt.
Verschenken werde ich auf jeden Fall keine Pflänzchen mehr. Oder kann es sein, daß mein namenloser Bio-Grünspargel durch die Verkreuzung mit Burgundine verbessert wird?
Jonas, kannst Du als Fachmann mir was dazu sagen?

Was mir aber unklar ist: Für die Spargelzucht scheint man ja trotzdem immer auch weibliche Pflanzen zu brauchen. Woran erkennt der Züchter bei den kleinen Sämlingen, ob das jetzt eine weibliche oder eine männliche Pflanze ist? Die sind ja im 1. Jahr nur klein ohne Blüten. Ich muß mir meine Pflanzen mal genau ansehen, wie sich männlich und weiblich unterscheiden.

Salmandra: Und wenn Du mal den Spargelbauern fragst, welche Sorten er im Anbau hat?
Bei mir bestäuben wirklich hauptsächlich die Hummeln den Spargel und die haben ja nicht so einen großen Flugradius wie Bienen. Wie ist das bei Dir?
Salmandra
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 172
Registriert: Sa 10. Jan 2015, 21:10

Re: Spargelanbau

#48

Beitrag von Salmandra »

Jetzt habe ich noch mal nachgeschaut, welche Infos ich zu meinem Spargel finden konnte: 2016 habe ich den Grünspargel "Schneewittchen" von Jeebel gepflanzt, ist keine F1 und es steht 'gemischt blühend' dabei. 2017 habe ich noch ein Beet anlegen wollen, da gab es bei Jeebel nur "Vegalim F1", die habe ich auch gepflanzt, es sind aber nur 2 Pflanzen was geworden, an denen ich keine Blüten oder Samen gesehen habe.
Die jungen Pflänzechen sind auch nur rund um Schneewittchens Beet aufgegangen. Die werde ich jetzt in Töpfchen setzen und erst mal wachsen lassen, wenn sie blühen kommen sie auf ein eigenes Beet.
Von Oli habe ich im Winter selbstausgesäten violetten Spargel in Töpfchen bekommen, den Namen habe ich grad vergessen, die sind gut angewachsen und zeigen jetzt im 1. Jahr auch schon Blüten. Ich werde ab jetzt also eine bunte Mischung an Spargelsamen bekommen :grinblum: Da ich die nicht verkaufen will und sowieso gern mit Saatgut herumexperimentiere lasse ich mich jetzt überraschen, was dabei herauskommt.
Bestäubt werden unsere Pflanzen hauptsächlich von Hummeln und Wildbienen, ob die auch bis zum Spargelfeld fliegen glaube ich jetzt eher nicht.
Benutzeravatar
Oli
Beiträge: 2671
Registriert: Mi 30. Mär 2011, 14:07
Wohnort: SH
Kontaktdaten:

Re: Spargelanbau

#49

Beitrag von Oli »

Salmandra, der violette von mir ist ‚Jacquma Poupré‘ (Jacq Ma Pourpre), eine alte französische Sorte und eine der wenigen violetten samenechten.
Selbst ausgesät war der nicht, ich habe recherchiert wer den anbaut und 100 Samen gekauft von den Arche Noah-Leuten von denen ich dir erzählte. Ich frage die sicherheitshalber nochmal, ob die noch eine andere Sorte kultivieren und sage dir Bescheid!

Bei uns steht ‚Jacquma Poupré‘ im Gewächshaus und 'Mary Washington' draußen; ich plane zwar nicht unbedingt, die zu vermehren aber wenn, wäre da schon ein Verkreuzungsrisiko.
Benutzeravatar
MeinNameistHASE
Moderator
Beiträge: 945
Registriert: So 17. Apr 2011, 19:51
Familienstand: Single
Wohnort: Zwischen Monte Kali und Wasserkuppe in der Rhön

Re: Spargelanbau

#50

Beitrag von MeinNameistHASE »

Pitu hat geschrieben:Aber ich habe gerade nochmal recherchiert wegen der Spargelsorte Burgundine und bin deprimiert. :platt: Das scheint auch eine F1-Hybride zu sein mit überwiegend männlichen Pflanzen.
Das erklärt natürlich auch, warum ich bisher noch keine roten Beeren dran gesehen habe. Ich hab auch extra nochmal nachgesehen, wo ich die Rhizome gekauft habe: 2016 bei einem Bio-Anbieter.
Das ist ja echt blöd! Jetzt hab ich noch zur Verbreitung von Hybrid beigetragen. :bang: Und ich wäre davon ausgegangen, daß es beim Bioversand keine F1-Pflanzen gibt.
Verschenken werde ich auf jeden Fall keine Pflänzchen mehr. Oder kann es sein, daß mein namenloser Bio-Grünspargel durch die Verkreuzung mit Burgundine verbessert wird?
Jonas, kannst Du als Fachmann mir was dazu sagen?
F1 ist an sich nicht schlecht. Unbeliebt ist sie nur, weil man das Saatgut immer wieder kaufen muss, um ein gleichbleibendes Ergebnis zu erhalten. Also Abhängigkeit von einem Züchter, der über Jahre zwei bestimmte Linien hält und diese gezielt verkreuzt (Betriebsgeheimnis ;))...

Die Einkreuzung kann sich positiv ausprägen, aber genauso auch negativ. Das wirst du dann sehen, wenn du die Pflänzchen kultivierst, also Verbesserung/Verschlechterung Wachstum/Geschmack/Pflanzengesundheit usw.
Selbst, wenn die F1 sich selbst bestäubt hätte, bestünde die Chance aus den Nachkommen eine leistungsfähigere/bessere Linie zu selektieren.

LG Jonas
Ich verlasse mich auf meine Sinne: Irrsinn, Wahnsinn und Blödsinn!
Antworten

Zurück zu „Gemüse allgemein“