Hausentscheidung - Lebensentscheidung

Was halt nirgendwo passt
roland

Re: Hausentscheidung - Lebensentscheidung

#61

Beitrag von roland »

HI,
Dankte für eure positiven Antworten - das war genau, was ich jetzt gebraucht habe!!

Ich hatte nämlich gerade Besuch von der finanzierenden Bank, der Mitarbeiter musste mir beichten, dass sie einen Berechnungsfehler gemacht haben :bang: und ich daher nicht die günstigen Zinsen bekomme. :sauenr_1: :nudel: Die Finanzierung ist zwar noch möglich aber zu deutlich höheren Kosten - das heisst, ich werd nochmals zurück zu den anderen Banken, wieder Angebote einholen, wieder vergleichen, ....
Also, der Kauf ist nicht in Gefahr, aber ich habe länger die hohe Belastung.

Dann geht man hier ins Forum, liest euere Anworten - das tut gut - danke nochmals.

Roland
zaches
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Re: Hausentscheidung - Lebensentscheidung

#62

Beitrag von zaches »

komisch - stand nicht gestern n och in der Zeitung, daß die Zinsen für Immobilienkäufe gerade sehr sehr sehr günstig seien wegen der Griechenlandkrise? Und da stand NICHT, daß Du ein Haus in Griechenladn kaufen solltest :pfeif:

Lass Dich von der Bank nicht neppen - bei uns haben sie es auch mit allen Mitteln versucht - während des Unterschreibens des Kreditvertrages haben wir n och mit einem "finanzberater" telefoniert - allein das Nachhorchen in deren Anwesenheit hat die Bankzinsen nicht unerheblich sinken lassen.......

Viel Glück :fypig: zaches
"Erdachtes mag zu denken geben, doch nur Erlebtes wird beleben." Paul von Heyse

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roland

Re: Hausentscheidung - Lebensentscheidung

#63

Beitrag von roland »

zaches hat geschrieben:Lass Dich von der Bank nicht neppen - bei uns haben sie es auch mit allen Mitteln versucht - während des Unterschreibens des Kreditvertrages haben wir n och mit einem "finanzberater" telefoniert - allein das Nachhorchen in deren Anwesenheit hat die Bankzinsen nicht unerheblich sinken lassen.......
Das doofe ist ja, das ich aufgrund der sehr günstigen Konditionen in der einen Bank keine weiteren Vergleichsangebote mehr eingeholt habe. Dabei war es keine Internet-was weis ich was-Bank, sonden eine bekannte, alte Bausparkasse/bank. Die guten Konditionen waren auf meine lange "Mitgliedschaft" bei denen begründet.
Aber: der Haken sind die Worte Verkehrswert, Beleihungsgrenzen, Sonderangebote mit niedrigen Beleihungsgrenzen.
Also, klartext: die Kreditsumme sind 90% des Verkehrswertes, damit gerade noch in den Beleihungsgrenzen, aber weit oberhalb der Grenzen, für die man die günstigen Kredite bekommt.
Fehler war nun, das die Dame im Innendient am Anfang mit den damals angesetzten Kaufpreis gerechnet haben, da gings, aber der Verkehrswert ist niediger und das haben sie falsch eigerechnet und gesagt, es ginge trotzdem gerade noch.

Alternative: ich bekomm noch 20000€ Privatkredit mit nachrangigem Eintrag ins Grundbuch - dann wäre genug eigenkapital da.
Hm, ich hab mich noch nicht getraut, aber wenn hier jemand aus Sorge vor Aktiencrash sein Geld bei Niedrigstzinsen rumdümpeln hat und es die nächste Zeit nicht braucht - ich würd ein Zins von 2% anbieten. Rückzahlung idealerweise in 7 Jahren (da wird wieder ein günstiger Bausparvertrag Zuteilungsreif)
Somit könnt ich zu günstigeren Zinsen kaufen und wäre früher wieder frei.

Roland
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emil17
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Re: Hausentscheidung - Lebensentscheidung

#64

Beitrag von emil17 »

Ich bin auch nicht wirklich gewieft in solchen Dingen, aber das sind alles reine Verhandlungssachen. Die von der Bank tun immer so, als könnten sie nicht anders. Dabei können sie sehr wohl.
Dann hol noch andere Angebote ein! Eine gute Position hast Du, wenn Du durchblicken lassen kannst, dass Du den Hypothekenmarkt kennst und dass Du ja nicht bei ihnen finanzieren musst.
Und sag der Bank, dass Du das getan hast und dass "langjährige Kundenbindung", wenn sie mehr ist als nur Hochglanzpapier, sich eben in den Zinsbedingungen ausdrückt.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzer 68 gelöscht

Re: Hausentscheidung - Lebensentscheidung

#65

Beitrag von Benutzer 68 gelöscht »

roland hat geschrieben:Das doofe ist ja, das ich aufgrund der sehr günstigen Konditionen in der einen Bank keine weiteren Vergleichsangebote mehr eingeholt habe.
Und woher willst Du dann wissen, was günstig ist?
Die Banken können solche Zinssätze nach Bedarf festlegen. Schon morgen kann es anders aussehen.
roland hat geschrieben:Alternative: ich bekomm noch 20000€ Privatkredit mit nachrangigem Eintrag ins Grundbuch - dann wäre genug eigenkapital da.
Also von mir nich... :bieni:

Ach so, jetzt erst gesehen:
roland hat geschrieben:- ich würd ein Zins von 2% anbieten. Rückzahlung idealerweise in 7 Jahren
:haha: :haha:
2%?? Zwei?
Du musst die Leute hier ja für besonders blöd halten. Kennst Du die offizielle Inflationsrate? Und die inoffizielle?
Oder waren die 2% pro Woche gemeint?
roland

Re: Hausentscheidung - Lebensentscheidung

#66

Beitrag von roland »

Theo hat geschrieben:Du musst die Leute hier ja für besonders blöd halten. Kennst Du die offizielle Inflationsrate? Und die inoffizielle?
Oder waren die 2% pro Woche gemeint?
Wenn Du der Meinung bist, das die Inflationsrate oder vielleicht auch noch mögliche Aktiengewinne ein Maßstab für eine fairen Zins sind, bitte!

Aber bitte wirf mir nicht vor, das ich die Kollegen aus dem Forum übern Tisch ziehen will!!!! Dass ist unterste Schublade und garantiert nicht mein Weg.



So, un nu von meiner Seite zu ner gscheiten Diskussion, da bin gerne dabei: Aktuelle Zinsen auf Sparguthaben ist bei 1,5 bis 2,5%, das Sparbuch sogar drunter. Das war mein Maßstab. Aber es ist ja gut möglich, mit einem potentiellen Geldgeber einen Zins auszuhandeln. Ich hab halt mal ne Zahl in die Runde geworfen.
roland
roland

Re: Hausentscheidung - Lebensentscheidung

#67

Beitrag von roland »

emil17 hat geschrieben:Ich bin auch nicht wirklich gewieft in solchen Dingen, aber das sind alles reine Verhandlungssachen. Die von der Bank tun immer so, als könnten sie nicht anders. Dabei können sie sehr wohl....
Und sag der Bank, dass Du das getan hast und dass "langjährige Kundenbindung", wenn sie mehr ist als nur Hochglanzpapier, sich eben in den Zinsbedingungen ausdrückt.
Da hast Du recht, aber bei manchen Banken gleicht der Aufbau einer Behörde - wenn die nich so günstig gewesen wären, hätt ich da vermutlich nicht finanziert. Schneller Kontakt, schnelle Informationen? - nichts da.
Und genau das ist es, was mich nervt: ich war ja schon am Vergleichen und gegenseitig runterhandeln - das hab ich aber dann eingestellt, als das Angebot kam. Nun muss ich wieder von vorne anfangen, der Zeitrahme ist erheblich knapper und damit mein Situation in der Preisverhandlung erheblich schlechter - bin echt am Überlegen, ob ich nicht Schadensersatz fordern kann.

Roland
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emil17
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Re: Hausentscheidung - Lebensentscheidung

#68

Beitrag von emil17 »

Wenn Du eine verbindliche Zusage der Bank hast (verbindlich = juristisch wasserdicht), dann stell Dich auf den Standpunkt, dass Du davon ausgehst, dass vertragliche Abmachungen für beide Seiten bindend seien. Wenn du pokern willst: Der Anwalt deiner Rechtsschutzversicherung habe Dir mitgeteilt, dass es für Dich zur Zeit keinen Grund gäbe, den Vertrag über die Finanzierugszusicherung einseitig kündigen zu lassen.
Wenn die merken, dass man das mit Dir nicht einfach machen kann, dann ist vermutlich Ruhe, falls Du nicht später auf Stundung der Zinsen angewiesen bist.
In der Regel hat man bei einer Bank bei sowas eher schlechte Karten, weil die einen Stab von Hausjuristen damit beschäftigen, alles im Kundenverkehr für die Bank juristisch abzusichern.

Das mit den 2% Zins ist absolut in Ordnung, und bei einer Grundbuchsicherung auch fair, wenn dies das Zinsniveau von Spareinlagen ist. Wieso soll einer Geld, das er nicht braucht, auf einem Konto herumliegen lassen, und ein anderer zahlt mehr Zins als dieser bekommt, und finanziert letztlich den Marmor in der Schalterhalle der Bank? Aus dem genau gleichen Grund macht vorgezogenes Erbe Sinn. Oft haben überängstliche Eltern zu miesen Konditionen einige 10'000 Euros auf der Bank (wenn die Waschmaschine und das Auto gleichzeitig kaputt gehen), und die Kinder, die das irgendwann mal bekommen, zahlen ein Mehrfaches an Zins.
Die Banken mögen diese Argumentation nicht, weil das ihr Geschäftsmodell in Frage stellt.

Ich kann Dir leider nicht helfen, denn selbst wenn ich die Mittel flüssig hätte, wäre eine Finanzierung im Euroraum mit Schweizer Franken derzeit hinausgeworfenes Geld, weil der Euro gegenüber dem CHF dauernd an Wert verliert.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzer 146 gelöscht

Re: Hausentscheidung - Lebensentscheidung

#69

Beitrag von Benutzer 146 gelöscht »

Hallo Forum,

nachdem Roland ja nun seine Lebensentscheidung getroffen hat, möchte ich den Titel des Threads noch mal aufgreifen, allerdings mit einem Fragezeichen dahinter:

Wenn Jemand ein Haus kauft, dann schaut er sich ja nicht nur Selbiges, sondern auch das Drumherum genau an, die sog. „Lage“.
Da gibt es eine Menge Faktoren, die sich auf den künftigen Hausbewohner in verschiedener Weise auswirken, und die es zu beachten gilt. Ja, ich weiß, ist in diesem Forum schon ausführlich erörtert worden, und ich will das hier auch nicht neu aufwärmen, sondern auf einen Faktor aufmerksam machen, der sich der vorherigen Abklärung manchmal entzieht: die Zeit!
Wer eine Hausentscheidung mit einer Lebensentscheidung gleich setzt, plant für einen Zeitraum, in dem noch eine Menge passieren kann, was die Rahmenbedingungen am Wohnort u.U. dramatisch verändert.
Ich nenne hier nur mal zwei Beispiele, die ich aus eigenem Erleben kenne:

1. Eine Ortsrandlage eines landwirtschaftlich geprägten Dorfes wird durch eine Attraktivitätssteigerung des Ortes, z.B. Bau einer S-Bahn-Verbindung zum nächsten Oberzentrum, oder einem Autobahnanschluss, im Laufe der Jahre zu einer von Neubaugebieten umschlossenen Innenlage einer immer städtischer geprägten Vorortsiedlung.
Was dies für die Kosten (Anliegerbeiträge) und Nutzungsmöglichkeiten des eigenen Grundstücks an diesem Ort bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen.

2. Gleiche Ausgangssituation, aber diesmal weit entfernt von allen Ballungsräumen, also scheinbar „wachstumsresistent“. Nun wird gerade die periphere Lage und dünne Besiedlung zur Basis einer ähnlichen Entwicklung: die Region wird als bevorzugter Standort für Windenergie ausersehen, und die kleinen Dörfer reißen sich darum, weil endlich Geld in die Kassen kommt. Landschaftsbild und Lärmproblematik interessieren nicht, wenn der Gemeindehaushalt sich verzwanzigfacht, und mit dem Geld kann man dann ja „etwas für die Gemeinde tun“, nämlich was alle Kommunalpolitiker tun, wenn sie Geld übrig haben: wachsen! Neubaugebiete, Gewerbegebiete mit der Hoffnung auf noch mehr Geld durch Baulandverkauf und Steuereinnahmen, - im Ergebnis das Gleiche wie beim ersten Beispiel.

Vor dem Hintergrund solcher Erfahrungen halte ich es für hierzulande leider eher fraglich, dass eine Hausentscheidung gleichbedeutend mit einer Lebens(länglichen)entscheidung ist.

Im Ernstfall bleiben immer wieder nur zwei Möglichkeiten: aussitzen und anpassen oder abwandern.

Meine Frage an die SV-Immobilien-Besitzer hier: wo liegt Eure individuelle Reizschwelle? Welche Entwicklung würdet Ihr tolerieren, was würde Euch vertreiben?

Gruß

frodo
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emil17
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Re: Hausentscheidung - Lebensentscheidung

#70

Beitrag von emil17 »

Da Problem ist, dass man nicht allein ist in der Familie.
Ich wollte meinen Kindern nicht zumuten, so weit draussen zu wohnen, dass man Spielkameraden nur mit dem Auto besuchen kann. Also sind die Dörfer nicht in Frage gekommen, wo alles immer weniger wird (keine Schule, keine Post, kein Dorfladen, dafür pro Erwachsener mindestens ein Auto), obwohl dort die Immopreise viel günstiger sind. Vorteil: Man kann sich wenigstens finanziell gut aus der Affäre ziehen, auch wenn es schmerzt, weil der Grund mehr wert geworden ist. Und man lernt mehr interessante Leute kennen, auch aus der öden Fertighaus-Carport-Thuja-Betongrill-Zierrasen-Fraktion. Allerdings kommen auch solche, die sagen, der Hahn muss weg, und die Kuhglocken auch, und wegen dem Vieh hats überall Fliegen, und wegen meinem Garten haben sie soviel Unkraut.
Was ich nicht verstehe, ist, dass an solchen Orten viele der guten alten Zeit nachtrauern, aber hemmungslos ihr Land irgendwelchen Spekulanten verkaufen, oder selber solche der übelsten Sorte werden.
Das andere kann man vermutlich besser vermeiden, indem man sich eine Gegend aussucht, wo es nicht einmal Wind hat ...
Aber auch dort gibts Leute, die glauben, man müsse alles durch immer neue Anlässe "aufwerten" und immer neue Touristen in die entlegensten Ecken bringen.
Irgendwann wird man alt und ist auf Hilfe anderer angewiesen. Die Jungen ziehen aber alle weg, dahin, wo etwas los ist. Es wäre eine Illusion, die eigenen Kinder täten so was nicht.
Also ist das erstere, trotz allem, das geringere Übel. Aber ein Übel ist es trotzdem!
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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