Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

hobbygaertnerin
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1011

Beitrag von hobbygaertnerin »

@emil,
vielen Dank für deinen letzten Beitrag.
Genau das ist das Problem - auf der einen Seite fallen Landwirte ja nicht einfach vom Himmel, sondern sie durchlaufen eine lange Zeit der Ausbildung bis sie dann ihre Arbeit tun.
Währen dieser Zeit werden sie von Meistern, Lehrern, Universitätsprofessoren, mit praktischem und theoretischem Wissen versorgt.
Über viele Jahre war Wachsen oder Weichen der vorgegebene Weg und jetzt wird das in grossem Maß von der Gesellschaft in Frage gestellt,
während in den Discountern Fleisch zu Preisen verramscht wird, dass einem schlecht werden kann.
Es werden immer mehr Programme und Labels gefordert, irgendwann werden diese gar nicht mehr Platz auf den Nahrungsmitteln haben, aber eine ganze Schar von Beratern, Controller usw. hat sich gutbezahlte Arbeitsplätze gesichert, auch das ganze Tierwohlprogramm ist in meinen Augen ein Feigenblatt.
Denn eine Frage höre oder lese ich nie, wie geht es den Landwirten zwischen diesen Mühlsteinen, wenn es den Tieren gut geht, gehts auch den Bauern gut, aber es ist auch umgekehrt, wenn es den Bauern nicht gut geht, dann überträgt sich das auch auf die Tiere.
Mich macht es sehr nachdenklich, woher in Zukunft einmal unsere Lebensmittel kommen sollen, wenn immer weniger bereit sind, sich diesen Stress, diese Diskussionen, aber auch die Herausforderungen und vor allem auch die hohe Kapitalbelastung anzutun.
Der Trend geht derzeit eindeutig in die industrielle Schiene und alles Gelaber wegen kleinerer Betriebe und wie wichtig die seien, ist auch nur ein Feigenblatt.
Man sieht es auch im Biobereich, seit diese Produkte in den grossen Discountern angeboten werden, hat sich die Lage der kleineren Betriebe nicht verbessert und vor allem, die ständigen weiteren Vorschriften machen den kleinen Betrieben, die in die Selbstvermarktung investierten, das Leben schwer.
Ein paar Hühner und ähnliches auf der kleinen oder grösseren Fläche im Garten halten zu können, ist ein schönes Hobby für den, der daran Freude hat, aber der Weg geht meiner Meinung nach in eine vollkommen andere Richtung.
Jetzt im November wird der Kunde im Supermarkt mit Erdbeeren aus der Region vom Gewächshaus beglückt (es können gar nicht so viele Erdbeeren herangeerntet werden, als nachgefragt wird), der Biospargel aus der anderen Seite der Erdhalbkugel, jegliche Sorten und Arten von Südfrüchten werden angeboten, wenn ich die Zutatenliste von so manchem Lebensmittel lese, dann bin ich froh, dass ich ein praktisches Hobby, das Kochen habe,
das Wild- und Lammfleisch aus Neuseeland, es ist egal, heute wird alles überall herumgekarrt.
Hab mich da schon oft gefragt, wie es wohl Bauern in anderen Ländern der Welt gehen mag- es beschleicht mich das ungute Gefühl, dass es überall ziemlich ähnlich sein könnte.
Wer wird in naher oder späterer Zukunft einmal die Hand auf den Nahrungsmitteln haben?
centauri

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1012

Beitrag von centauri »

Ich denke mal Nestle, Procter und Gamble und Konsorten! ;)
Rati
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1013

Beitrag von Rati »

das ist eher ne Nebenfrage, aber die wurde (glaube ich) nicht beantwortet:
Pastinake hat geschrieben:... Eine frühere Kollegin von mir, gelernte Landwirtin, die Vollerwerbslandwirtschaft haben, hätte so gerne eigene Schweine. Die perfekte Weide dazu hätten sie für die Freilandhaltung.
Aber in Bayern gibt es da soviele Auflagen, daß sich Aufwand und Nutzen nicht rechnen würden. 4 km weiter von hier in Thüringen ist die Freilandhaltung von Schweinen wesentlich einfacher. Warum muß das so sein? ...
ich hätte da zwei mögliche Antworten zu:
1. speziell in dem Fall könnte es ja sein das sich auf bayrischer Seite ein Wasserschutzgebiet o.ä. befindet, wärend das auf thüringer Seite nicht so ist.
2. und allgemein,ist das ein Beispiel dafür was passieren kann, wenn jeder sein eigenes Süppchen kochen will und darf. Dann gibt es ebend bei jedem trennende Strich auf der Landkarte neue Gesetze zum selben Sachverhalt. :)
Thomas/V. hat geschrieben:Ich weiß nicht, ob Du schon Alzheimer hast, aber das habe ich schon öfter beantwortet, inklusive Literaturhinweisen. Das Du das nicht hören willst und deswegen immer wieder die gleichen Fragen stellst, bringt mich zu der Annahme, das Du entweder die Antworten nicht hören willst und sie ignorierst, oder das Du sie vergessen hast.Keine Ahnung, wofür ich Dich mehr bedauern soll...
tja Rohanna, und da Gott niemals irrt, besteht halt leider nicht Möglichkeit das Thomas Antworten auf deine Frage mangelhaft sein könnten. :lol:

Grüße Rati
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
[Einstürzende Neubauten 1996]
Benutzer 2354 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1014

Beitrag von Benutzer 2354 gelöscht »

Ach ihr seid lustig.
Trotz Wasser auf dem Land fahren die Bauern mit dem Gülle Fass . Ich würde sagen Müll Entsorgung statt Düngung.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1015

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

ihno hat geschrieben:Ach ihr seid lustig.
Trotz Wasser auf dem Land fahren die Bauern mit dem Gülle Fass . Ich würde sagen Müll Entsorgung statt Düngung.
Das ist verboten.
https://www.gesetze-im-internet.de/d_v_2017/__5.html
Benutzer 2354 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1016

Beitrag von Benutzer 2354 gelöscht »

tjoa :aeh:
wenn ich jeden Anzeigen würde der verbotenes macht hätte ich eine Lebensaufgabe ohne Ende.
Meine nur das es doof ist . :holy:
Und warum die Nitrat Werte im Trinkwasser immer höher werden weis auch keiner .
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1017

Beitrag von MeinNameistHASE »

ihno hat geschrieben:Und warum die Nitrat Werte im Trinkwasser immer höher werden weis auch keiner .
Doch klar!

Nitrat kann aus dem Grundwasser unter natürlichen Bedingungen nicht abgebaut werden und reichert sich an. Weil Nitrat die chemische Verbindung mit der höchsten Mobilität im Boden ist sorgt jedes bisschen Niederschlag dafür, dass es sich weiter in den Boden einwäscht, falls es nicht von Pflanzen aufgenommen wird.

Verstärkt wird das dadurch, dass sehr viel Nitrat/ Stickstoff ausgebracht wird, den die Pflanzen nicht aufnehmen können. Da kann sich aber jeder Hobbygärtner an die eigene Nase packen wenn auf Teufel komm raus Humus, Kompost, TP UND Wasser auf die Beete gepackt wird... Landwirte tun das auch nur in anderen Dimensionen und mit anderen Mitteln.
Ich verlasse mich auf meine Sinne: Irrsinn, Wahnsinn und Blödsinn!
Benutzer 2354 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1018

Beitrag von Benutzer 2354 gelöscht »

die frage ist ja kann dem einzelnen in Rechnung gestellt werden das es nun einen höheren Aufwand gibt um an " gutes " Trinkwasser zu kommen ?
Oder ist es fair das diese Kosten die Algemeinheit trägt ?
Wir durften dieses Jahr eine neue Kläranlage bauen trotz guter Werte im Abwasser von der alten Anlage . Umweltschutz neuer Standart usw.
Keine 300m weiter wird gülle mit dem Lkw ganz aus 100km entfernung ran gekarrt und das ist anscheinend umweltfreundlich.
Benutzer 3370 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1019

Beitrag von Benutzer 3370 gelöscht »

meinnameisthase hat geschrieben:Da kann sich aber jeder Hobbygärtner an die eigene Nase packen wenn auf Teufel komm raus Humus, Kompost, TP UND Wasser auf die Beete gepackt wird...
Falsche Annahme ergo falsche Regulation

Der ausgeweiteten Obergrenze liegt die fachlich falsche Annahme zugrunde, dass ausnahmslos alle stickstoffhaltigen organischen Düngemittel gleichermaßen für Auswaschungen von Nitrat ins Grundwasser, also für eine erhöhte Grundwasserbelastung durch Nitrat, verantwortlich sind. Die lineare Schlussfolgerung, „je mehr Aufbringung, desto mehr Auswaschung“, ist jedoch nicht per se zutreffend. Insbesondere nicht für Stickstoff, der fest gebunden ist. Genau das trifft auf Komposte zu: Sie gehören zu den Humusdüngern, bei denen der Stickstoff in gebundener Form vorliegt und jährlich nur im einstellig prozentualen Bereich der Pflanze zur Verfügung gestellt wird. Der Rest verbleibt gebunden im Boden.
https://wertstoffblog.de/2017/01/29/war ... uelle-ist/

Auf die schnelle hab ich im IN nur das hier gefunden, allerdings trifft das genau so zu, wenn ich mich richtig an die Skripten der BOKU erinnere.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1020

Beitrag von MeinNameistHASE »

Gut, dann hab ich vielleicht wieder zu weit gedacht... :hmm:
Unter welchen Bedingungen wurden diese Werte ermittelt und kann das auf den "gemeinen Hobbygärtner" übertragen werden? MMn eher nicht: Im Hobbygarten ist die Bearbeitungshäufigkeit & -Intensität möglicherweise höher, wodurch die Belüftung des Bodens gefördert wird. Nach zwei Semestern Bodenkunde hab ich da noch was von extrem steigenden Abbauraten von Humus im Ohr, also irgendwie Nährstofffreisetzung.

Und um meine Aussage von oben zu ergänzen: Viele verwenden auch Blaukorn und andere synthetische Dünger, die garantiert nicht fest gebunden sind und ausgewaschen werden können.
Ich verlasse mich auf meine Sinne: Irrsinn, Wahnsinn und Blödsinn!
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