Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Pastinake

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1001

Beitrag von Pastinake »

Manfred, magst Du mir erklären, welche Mängel Du in dem von mir verlinkten Artikel findest?

Ich habe eigentlich nur recherchiert, weil mich interessiert hat, wie sich der Fleischkonsum und die Anzahl der Tiere in Deutschland entwickelt hat.
Ich esse wenig Fleisch und Wurst und versuche, wenn Bio zu kaufen oder Fleisch aus dem Dorf. Auch bei Milchprodukten. Verstehen tue ich auch nicht, warum die Tierhaltungsbedingungen sich innerhalb Deutschlands schon so unterscheiden. Eine frühere Kollegin von mir, gelernte Landwirtin, die Vollerwerbslandwirtschaft haben, hätte so gerne eigene Schweine. Die perfekte Weide dazu hätten sie für die Freilandhaltung.
Aber in Bayern gibt es da soviele Auflagen, daß sich Aufwand und Nutzen nicht rechnen würden. 4 km weiter von hier in Thüringen ist die Freilandhaltung von Schweinen wesentlich einfacher. Warum muß das so sein? Die beste Leberwurst, die ich dieses Jahr gegessen habe, habe ich im Tierpark für alte Nutztierrassen in Schleswig-Holstein Arche Warder, gekauft.
Vom Schwalbenbauch-Mangalitza. So wie dort, sollten meiner Meinung nach Nutztiere leben.
Aber das hängt dann sicher auch mit den Konsumenten zusammen und die wollen nunmal möglichst viel Fleisch und möglichst billig.
Hier im Dorf wurde ein Hof geschlossen, weil die Tiere erbärmlich gehalten wurden. Aber die restlichen 4 Vollerwerbshöfe behandeln ihre Tiere gut, soweit ich das beurteilen kann. Das Fleisch gibt es dann auch hier in der Dorfmetzgerei und ist von wesentlich besserer Qualität als das im Supermarkt gekaufte.
Aber vielleicht sollte ich mich hier auch ganz aus der Diskussion raushalten...? Schließlich bin ich ja keine Landwirtin und die Diskussion kommt mir ein wenig aufgeheizt vor...
centauri

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1002

Beitrag von centauri »

Ach Pastinake sehe das nicht so eng.
Wir kaufen auch sehr viel Regional. Versuche natürlich schon meine Meinung auch anderen Leuten kund zu tun. Und was die dann machen ist mir dann eigentlich auch Wurscht. Kann es dann eh nicht ändern.
Und grundsätzlich bilde ich mir meine Meinung sowieso selbst. Brauche da keine Medien, Studien und Wissenschaftliche Arbeiten dazu. Die sind sowieso alle 10 Jahre anders.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1003

Beitrag von Rohana »

Die Diskussion lebt von ihren Teilnehmern, mit Wänden kann man zwar lange reden, aber obs hilft... ;)

Grad was Tierhaltung angeht, da frage ich mich, wenn "früher" alles so toll war - warum haben wir, als Gesellschaft und jede einzelne Familie, uns dann überhaupt weiterentwickelt? Vor gar nicht so langer Zeit hatte ein grosser Teil der Bevölkerung noch Nutztiere und ein bisschen Land, hat viele Nahrungsmittel selbst erzeugt. Warum hat sich denn das geändert, wenn es so super war? An den strengen Vorschriften zur Tierhaltung kanns nicht gelegen haben, die sind noch relativ jung. :pfeif:

Pastinake, was meinst du wie deine Nachbarn reagieren wenn du ihnen eröffnest dass du ab übermorgen Freilandschweine ganz artgerecht hältst? Freuen die sich über die süssen Zukunftswürste auf der Wiese oder haben die Angst vor Geruchsbelästigung?
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1004

Beitrag von Thomas/V. »

Vor gar nicht so langer Zeit hatte ein grosser Teil der Bevölkerung noch Nutztiere und ein bisschen Land, hat viele Nahrungsmittel selbst erzeugt. Warum hat sich denn das geändert, wenn es so super war?
Ich weiß nicht, ob Du schon Alzheimer hast, aber das habe ich schon öfter beantwortet, inklusive Literaturhinweisen.
Das Du das nicht hören willst und deswegen immer wieder die gleichen Fragen stellst, bringt mich zu der Annahme, das Du entweder die Antworten nicht hören willst und sie ignorierst, oder das Du sie vergessen hast.
Keine Ahnung, wofür ich Dich mehr bedauern soll...
Lassen sie mich durch, mein Bruder ist Arzt!
Benutzer 3370 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1005

Beitrag von Benutzer 3370 gelöscht »

@Thomas/V.
Wenn du das Ganze vor der Frage zitierst wird daraus eine rhetorische Frage, es geht eben nicht um den Zuwachs an Information, damit erübrigt sich auch die Spekulation über Demenz oder Ignoranz.

Es geht um die Zustimmung : "JA jetzt ist alles besser "
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1006

Beitrag von emil17 »

Ich befürchte, ich ahne, wie diese Diskussion weitergehen könnte.

Ich sehe ein Spannungsfeld mit vier Extremstandpunkten:
- Das Tier als Einkommensquelle, d.h. als Verfahren, um aus Gras Milch oder Fleisch zu machen
- Das Tier als Lebewesen, das es zu respektieren gilt und das als solches unverletzlich ist
- Jederzeit nach Belieben billiges Fleisch
- Tierhaltung als umweltrelevante Tätigkeit

Wer Tiere hält, um damit Einkommen zu erzielen, hat hinsichtlich einer fairen Diskussion zum Thema Anrecht darauf, dass dieser Aspekt der Sache von den anderen angemessen berücksichtigt wird. Wenn ich aus Spass an der Freude Schafe oder Karnickel halte, kann mir die Kostenfrage und folglich der Haltungsaufwand egal sein, solange sonstwoher genug Einkommen da ist. Wenn ich Verantwortung für andere trage, z.B. als Ernährer einer Familie, und deshalb Tiere halte, ist das anders.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1007

Beitrag von Rohana »

Dafür müsste man voraussetzen dass alle Beteiligten an einer (fairen) Diskussion interessiert sind...
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzer 3370 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1008

Beitrag von Benutzer 3370 gelöscht »

Was ist eine faire Diskussion?

Das folgende hat mit der obigen Frage nur am Rande zu tun. Die obige Frage ist nicht rhetorisch. Abgesehen davon heißt dieser Faden "Meldungen ...." also soll mE News enthalten und keine Diskussionen

Fakten sind Fakten, diese können falsch (dann sind es falsche Fakten) oder richtig (also dem Stand der Wissenschaft entsprechen) sein.

Fakten können durch andere Fakten bestätigt oder wiederlegt werden nicht aber durch Meinungen oder Befindlichkeiten.

Wenn es um die angemessene Berücksichtigung von Aspekten (also Meinung, Gesichtspunkt usw.) von Beteiligten gehen soll dann werden Befindlichkeiten berücksichtigt, die mit Fakten nichts oder nur wenig zu tun haben.
Aspekte von wem auch immer, die als Fakten getarnt daherkommen und durch echte Fakten wiederlegt werden können haben deshalb nicht mehr recht auf Berücksichtigung.
Eine falsche Aussage eines Herrn Dr. wird durch seinen Titel ja auch nicht richtiger, allerdings im Rechtsstaat hat natürlich der Titel vor allem aber die Mittel auch ohne Titel einen gewissen Anspruch auf Glaubwürdigkeit auch von falschen Aussagen.

Wenn ich Zb als Tierhalter den Klimawandel leugne und keine entsprechenden Fakten liefern kann die diese MEINUNG unterstreichen dann bleibt es eine Meinung, vielleicht wird es auch noch zu einer Befindlichkeit weil sich der eine oder andere angegriffen fühlt.

Wenn natürlich die Diskussion nur über Meinungen geht dann hätte ich gerne Kaffee und Kuchen dazu. :grinblum:
centauri

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1009

Beitrag von centauri »

Ja hast schon Recht Richard, Fakten, Fakten, Fakten.
Ich habe da so meine eigene Meinung und das ist ja auch ein Faktum. Gut ein Pamphlet habe ich jetzt nicht darüber geschrieben.
Nur mir ist es z.B. egal ob in Meckpom in einem Stall ein Schwein umfällt. Weil ich es leider nicht ändern kann. Das könnten die Verbraucher vor Ort oder zumindest die Verbraucher die von diesem Stall ihr Fleisch beziehen ändern. Klar könnte ich jeden Discounter anschreiben und diesen Missstand anprangern. Nur helfen würde das nichts weil das umdenken an der Fleischtheke statt finden müsste. Und da steht kein Politiker oder Medienheini, sondern ein Verbraucher.
Pastinake

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1010

Beitrag von Pastinake »

Hier in unserer Dorfmetzgerei steht auf der Tafel, von welchem Bauern aus welchem Dorf diese Woche das Fleisch ist. Mir wurde erzählt, daß die meisten Dorfbewohner kein Rindfleisch gekauft haben, wenn der Name des Bauern dortstand, der die Tiere halb hat verhungern lassen. Leider hat dieser Bauer, nachdem ihm alle Kühe zwangsabgeholt wurden, woanders einen neuen Hof gekauft und da die Tiere wieder schlecht behandelt. Gerüchtehalber soll dieser Hof aber auch schon wieder geschlossen worden sein. Es gibt unter Bauern sicher auch "schwarze Schafe" wie diesen. Aber den Bauern, die ich kennengelernt habe, liegt das Wohlsein ihrer Tiere schon am Herzen.
Aber wenn ich im Supermarkt oder womöglich im Discounter Fleisch kaufe, kenne ich den Bauern nicht persönlich und weiß nicht, wie sein Stall aussieht und wie er die Tiere behandelt.

@Rohana: Bei der Arche Warder oder in Freilichtmuseen oder in Schleswig-Holstein, wo ich Freilandhaltung von Schweinen gesehen habe: Da riecht nix.
Wohingegen bei uns in der Straße der Geruch vom konventionellen Schweinestall mit 250 Schweinen sogar als Wetterprognose verwendet wird: Wenn es nach Saustall riecht, schlägt das Wetter um. :grinblum:
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