Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

centauri

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1001

Beitrag von centauri »

Letztendlich geht es ja nur darum das billiges Fleisch produziert wird. Und solange der Kunde es toleriert wird sich daran nichts ändern. Da hilft es nix hier im Forum den oder den anderen Standpunkt zu vertreten. Das ist eigentlich Zeitverschwendung da wir uns hier ja eigentlich über Tier- bzw Fleischproduktion so ziemlich einig sind.
Die Verbraucher sensibilisieren wäre viel wichtiger. ;)
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marceb
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1002

Beitrag von marceb »

Der Verbraucher wird durch solche Berichte informiert und es kann gar nicht genug solcher Berichte geben.
ich schaue viel "NDR" und da gibt es sehr viele Berichte über alternative Anbaumethoden und Tierhaltung.
Vor ein paar Jahren hat man davon nichts gesehen oder gehört.
ich denke langsam beginnt ein Umdenken.
Man sieht es auch z.B. an den Solawis. Hier in der Nähe gibt es eine, die haben in sehr kurzer Zeit, ich glaube ein Jahr,
über 60 Mitglieder, die sie Beliefern.
Langsam gibt es immer mehr Menschen, die die Herkunft der Produkte hinterfragen.
Der Wandel hat begonnen und wenn die konventionelle Landwirtschaft den Trent nicht erkennt, dann können sie ihre Produkte nur noch
in die 3. Welt exportieren.

Gruß
Martina
centauri

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1003

Beitrag von centauri »

Der konventionellen Landwirtschaft gebe ich da eigentlich weniger Schuld. Klar ist das nicht das gelbe vom Ei.
Schlimm wurde es ja erst richtig als die Landwirtschaft industrialisiert wurde und dadurch landwirtschaftliche Erzeugnisse zu Schleuderpreisen auf den Markt kamen. Und der Verbraucher findet es mittlerweile ganz normal das 1 kg Schweinefleisch für 3 € verhökert wird.
Früher kostete das auch 6 DM. Das ist aber auch schon 30 Jahre her.
Mich wundert es eh immer wenn ich beim Einkauf an der Kasse stehe. Klar kaufe ich ja auch so manches ungesunde. Aber was für Mist da so mancher aufs Band legt, da kann man sich nur wundern. :hmm:
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1004

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

centauri hat geschrieben:Aber was für Mist da so mancher aufs Band legt, da kann man sich nur wundern. :hmm:
kann mich erinnern, dass mal jemand hier im Forum geschrieben hat, dass er/sie fast nur "ungesundes" einkauft, weil die frischen Sachen hatte er/sie ohnehin aus Eigenproduktion.....
Früher (vor ca. 38 Jahren) gab es in der Gegend, wo wir unser Wochenendhaus hatten (Südsteiermark) in den Geschäften kaum frische Sachen. keinen Salat, meistens nicht mal Eier.
warum?
das hatten alle selber! :lol:
heute kriegt man "alles" und die regionalen Landwirte esse Nüsse aus Kalifornien und lassen die eigene vom Baum verkommen, weil es zuviel Arbeit ist und weil man ja nicht weiß, ob sie vielleicht doch verschimmeöt sind und so schön und so groß sind sie sowieso nicht...
(das haben mir die Nachbarn dort so erklärt, ist keine "Mutmaßung" meinerseits!)
centauri hat geschrieben:Die Verbraucher sensibilisieren wäre viel wichtiger.
nee!! Die Menschen sensibilisieren wäre wichtiger!!
auch und vielleicht vor allem auch die Landwirte :roll:

ein Tier ist eben ein fühlendes Lebewesen und kein "Produkt", dass Landwirt erzeugt.....

Aber ja: manchmal muss man ein Tier töten, anstatt es zu behandeln...

Aber ich habe echt Zweifel, dass diese Tiere alle einem "Behandlungsversagen" zum Opfer gefallen sind

- woher willst du das denn wissen, Rohana? ;)
Benutzer 3370 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1005

Beitrag von Benutzer 3370 gelöscht »

marceb hat geschrieben:Der Wandel hat begonnen und wenn die konventionelle Landwirtschaft den Trent nicht erkennt, dann können sie ihre Produkte nur noch
in die 3. Welt exportieren.
Nachfolgend ein Auszug aus einem Papier einer NGO zum Them Export in arme Länder. ( https://www.oxfam.de/sites/default/file ... papier.pdf )
Da es sich um eine NGO handelt muss man natürlich die Daten noch gegenprüfen damit man nicht gleich mit der Masse mitheult. :engel:
Die EU ist aufgrund des jahrzehntelangen Einsatzes von Subventionen in Milliardenhöhe zu einem
bedeutenden Agrarexporteur, im Zeitraum 2003-2007 sogar zum größten Agrarexporteur weltweit,
geworden. Die Exporte haben sich innerhalb von sieben Jahre mehr als verdoppelt, von 51 Mrd. US$
(1999-2001) auf 105 Mrd. US$ (2006-2008; KOM 2009a:2). Die EU ist heute der größte Exporteur
von verarbeiteten Lebensmitteln (KOM 2007:262), der zweitgrößte Exporteur von Milchprodukten
(Wohlfahrt vom 01.04.2009), Schweinefleisch (USDA 2010:10a) und Weizen (USDA 2010b:6) sowie
der drittgrößte Exporteur von Geflügel (USDA 2010:12). Dabei haben die Exporte in arme Länder
stark zugenommen
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1006

Beitrag von Manfred »

Der Verbraucher wird dadurch Berichte dieser Qualität nicht sachlich informiert, sondern aufgehetzt.
Die Folge ist dann: Der Verbraucher überdenkt nicht sein Konsumverhalten nach, sondern schimpft auf die bösen Bauern und bringt seinen Kinder unterbewusst bei, die Bauernkinder in der Schule als Tierquäler zu mobben.

Und weil es so bequem ist, ist der Bauer auch gleich noch Schuld am Klimawandel, damit der Verbraucher weiter mit gutem Gewissen Berge von Plastikmüll kaufen und mehrmals im Jahr eine Flugreisen machen kann.

Eine gute Berichterstattung, welche die Zusammenhänge aufzeigt, ist in unseren Medien extrem selten zu finden.
Reißerische Meldungen voller Schuldzuweisungen sind das Tagesgeschäft.
centauri

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1007

Beitrag von centauri »

@Manfred
letztendlich fehlt es ja nur am politischem Willen und nicht an den Medien. Mit so was sinnvolles wie die Markierung eines Produktes mit einer Ampel wäre doch nicht schlecht. Das findet kein Verbraucher schlecht wenn man auf Anhieb sieht ob es bedenklich ist.
Das verhindern aber die Lobbyisten der Industrie schon seit Jahren erfolgreich.
Benutzer 3370 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1008

Beitrag von Benutzer 3370 gelöscht »

Manfred hat geschrieben:Reißerische Meldungen voller Schuldzuweisungen sind das Tagesgeschäft.
Klar geht es darum Gruppen gegeneinander aufzuhetzen, egal worum es geht: Denn letztendlich gibt es laut einem alten Sprichwort "Wenn sich zwei Streiten freut sich der Dritte" immer einen Gewinner, der aber nicht zu den Streitparteien gehört. Kriege beginnt man, wie wir wissen mit dem Aufeinanderhetzen von Ethnien oder religiös motivierten oder sonstig ideologisch verpeilten Gruppen. Wer blind vor Hass auf einen Sündenbock ist, ist leichter zu dirigieren und manipulieren.
Aber das wissen wir schon alles und trotzdem fallen wir täglich auf dieselbe Masche herein.
Bashing wohin man schaut, der liebe Kant würde sich im Grab umdrehen denn vom Gebrauch des eigenen Verstandes sind wir denke ich weiter entfernt denn jäh.
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1009

Beitrag von Manfred »

Politiker (in der Masse) rennen immer der öffentlichen Meinung oder den Wünschen ihrer Finanziers hinterher.
Die öffentliche Meinung fordert auf die Bauern einzudreschen.
Also wird seit Jahren auf die Bauern eingedroschen, Betriebe vernichtet und Produktion ins Ausland verlagert.

Die Käfigeier für die Fertigprodukte kommen jetzt halt aus der Ukraine, wo sie weitgehend frei von Tierschutzauflagen, alleine nach wirtschaftlichen Kriterien produziert werden können. In Käfiganlagen, die von Deutschen Firmen gebaut und mit deutschen Export-Kreditbürgschaften finanziert wurden.

Den meisten Verbrauchern ist es scheißegal, wie ihr Essen produziert wird.
Sie wollen nur nicht damit konfrontiert werden, weil das das schlechte Gewissen weckt.

Aber dass die Presse jeden Tag Verbraucher durch den Dreck zieht, die im Supermarkt Käfigei- oder Palölprodukte kaufen, werden wir nicht erleben.
So wenig, wie Flugurlauber oder Dekomüllkäufer und SUV-for-fun-Fahrer (gibt ja auch Leute, die solche Autos benötigen) an den Pranger gestellt werden.
Schau dir doch die Helden des Konsums an, die das Nachmittags- und Abendprogramm der TV-Kanäle füllen und ihr Leben lang nichts als Müll und Abgase produzieren.
Benutzer 3370 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1010

Beitrag von Benutzer 3370 gelöscht »

:hmm:
@Manfred dein Post ist jetzt aber auch nicht gerade sachlich und mE wenig hilfreich für einen konstruktiven Diskurs.

Ich denke, dass die Problematik zu komplex ist um sie Schwarz-Weiß zu skizzieren. Eine Problemlösung kann nur stattfinden, wenn im Vorfeld eine gründliche Analyse der Problematik stattgefunden hat. Und dazu gehören Fakten. Zurzeit befinden wir uns noch am Anfang der Analyse, und ein kleiner Bruchteil ist in den Mainstream eingesickert.

Die Feststellung, dass der heutige Konsumwahn ein Problem darstellt ist genauso wichtig wie die Feststellung, dass auch die Landwirtschaft im Bereich der Umwelt ein großes Problem ist.
Aber diese Feststellungen gibt es, dennoch ist das aufzählen der Fakten notwendig und entspricht deshalb nicht gleich einem Bashing.

Große Kulturräume und Imperien sind nicht zuletzt auch deshalb untergegangen, weil man den Bauernstand vernachlässigt hat und sich dadurch von außen abhängig gemacht hat.
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