Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

viktualia

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#981

Beitrag von viktualia »

Ina, Emil hat da schon recht, Hände/Füsse/Klauen/Hufe haben das gleiche Grundgerüst https://de.wikipedia.org/wiki/Homologie_(Biologie) Funktional sind die Strukturen unterschiedlich, "strukturell", im Sinne von Anzahl/"Reihenfolge" der Knochen, sehr ähnlich.
(Emil denkt ingenieurisch, ich ergomässig, langsam gewöhn ich mich dran. Ausserdem hat er einfach wirklich manchmal recht.)
Wieso so viel chronisch?
Ganz böse gedacht: weil man bis vor kurzem da mit ABs reingehen konnte und durfte, die Ställe noch genau so "groß" sind wie vorher und das "Management" beläuft sich auf abwarten.....
Und, nur aus Interesse: wieso darf man diese Tier enicht mehr verzehren?
nach Verletzung ja, nach Entzündung nein. Management. Die machen ja keine Hausschlachtung, also ist der Aufwand, ein einzelnes Tier direkt nach einer Verletzung zu schlachten fast so groß, wie es "anständig" zu versorgen.
viktualia

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#982

Beitrag von viktualia »

Manfred, was soll das? Ein Wildschwein lebt im Wald und kann sich da mit jeder Menge natürlicher Wirkstoffe versorgen, natürlich hat das bessere Chancen. Das ist ja auch nicht mit ner Horde Artgenossen zusammen gepfercht, die auf Masse gefüttert werden, bei akuter Reizdeprivation.
(Jetzt lass mich nicht aufzählen, was die Wildsau an Pilzen, Rinden und Pflanzen mit Entzündungshemmern suchen muss. Die findet genug. Auch ohne Diagnostik.)

Ich habe mehrmals betont, dass bei diesen Tieren (aus dem Artikel) ein Überleben bei prompter Behandlung völlig normal wäre.
(Hernien teilweise ausgenommen...).
Und DESSHALB ein Gnadentod besser wäre: wenn eine Behandlung aus Zeit- oder anderen Managementgründen nicht möglich ist.
Denn ohne AB, ich wiederhole mich, verlaufen solche Entzündungen tödlich.
Wundversorgung kostet halt Aufwand, das ist das Problem.

Ich bin halt kein Bauer, der ohne ABs plötzlich viel früher schlachten, schlimmer, "entsorgen" müsste;
ich bin Ich und weis noch, warum sie mal ein Segen hätten werden können.

Wenn keine Möglichkeit da ist, die Krankheiten zu versorgen, muss man die Konsequenzen tragen, das ist das Problem.

Da tuen sich (ohne ABs?) "plötzlich" Abgründe auf, oh Wunder.
Management?


Was willst du mit den Bildern sagen?
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#983

Beitrag von Manfred »

viktualia hat geschrieben:Manfred, was soll das?
Ich habe versucht, dir die Realität der Tierhaltung näher zu bringen,
und bin gescheitert.

Du kommst mir vor, wie die jungen Amtsveterinärinnen aus der Stadt, die als Kind mal einen Hamster hatten und durch ihr Studium und ein paar Praktika dazu qualifiziert sind, zu Betriebskontrollen raus zu fahren und einem Schäfer mit 1000 Tieren und 30 Jahren Berufserfahrung die Zwangstötung seiner 3 humpelnden Tiere anzuordnen, von denen er aus langjähriger Erfahrung weiß, dass sie mit 80% Wahrscheinlichkeit in 2 Wochen wieder fit wären, was ihm im übrigen auch die erfahrenen Tiermediziner vom Schafgesundheitsdienst bestätigen.

Natürlich gibt es Missstände in der Tierhaltung.
Aber vieles, was als Missstand verkauft wird, ist bei näherer Betrachtung keiner, sondern unterliegt einem weiten Ermessensspielraum mit verschiedensten Einflussfaktoren.
Es ist einfach völlig realitätsfern zu glauben, in der Nutztierhaltung dürfe es keine Krankheit und keine Verletzungen geben und wenn doch, sei zumindest eine intensivmedizinische Betreuung wie beim Menschen angemessen.
Und trotzdem wird diese Ansicht jeden Tag propagiert.
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#984

Beitrag von Rohana »

Ich habe mehrmals betont, dass bei diesen Tieren (aus dem Artikel) ein Überleben bei prompter Behandlung völlig normal wäre.
Woher willste denn das wissen? :aeug:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
viktualia

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#985

Beitrag von viktualia »

Mensch Manfred, gar nix haste. Und ich auch nicht, so gesehen. Du hast nix beschrieben, und ich hab nur behauptet, diese Krankheiten wären eben nicht unbedingt tödlich. Lass die Schafe leben, wenn einer da ist, der sie versorgt, ist ja alles in Butter.
Das ist doch eben mein Punkt: es handelt sich nicht um tödliche, sondern um arbeitsintensive "Krankheiten". (Rsp. Platzintensive.)
Du sagst, es gehe um Verringerung von Leid durch Töten; ich sage, es geht um Leid, dass durch Management verhütet werden kann.
Wenn man dieses Management nicht aufbringen kann, ist Töten gnädiger.
Wenn man es aufbringt, sind die Chancen auf Heilung ziemlich gut. (Rektumsfriktion und manche Hernien ausgenommen...)

Rohana, lies dir meine "Übersetzung" nochmal durch, an Bissen oder Nagelbettentzündung muss man/Tier nicht sterben;
(bis auf die Narben im Po, wo immer die nu herkommen), das weis eigentlich jeder mit minimalen medizinischen Kenntnissen.

Manfred, ich bin die letzte, die auf "intensivmedizinische Betreuung" steht (desshalb klammer ich die Hernien ja auch aus...),
aber Sachen, die jeder Schäfer mit Betaisodonna hinkriegt, gehören nicht in diese Statistik, jedenfals nicht, wenn es um "Verhütung von Leid" gehen soll. Wenn es um Tötung geht, ja. Denn alle diese Verletzungen (und es sind Verletzungen, keine ursächlichen Krankheiten, grummel), führen unbehandelt über eine Entzündung zu Blutvergiftung zu Leiden und Tod.
Schon immer, bis auf eine kurze Interimszeit mit Antibiotika. Da konnte man was lässiger mit den "Sachen" umgehen.
Jetzt sind wir wieder an einem Punkt, wo es nicht um oral zu verabreichende Medikamente, sondern um lokale Behandlung geht, und die hat den von dir erwähnten "weiten Ermessensspielraum mit verschiedensten Einflussfaktoren": unwillige Tiere, Zeitaufwand, Platzaufwand, Gewichtsverlust, Geldverlust. Was ist denn nun dein Punkt? Behandeln, also Geldverlust - oder töten und Leid ersparen?
Ich hab nicht mal fürs behandeln plädiert, fänd ich quatsch, bei gleichen Haltungsbedingungen.
Ich finde diesen Punkt, dass es erst Verletzungen und dann Krankheiten sind, bzw. dass die "Krankheiten" aus der Statistik mal behandelbar waren, wichtiger, als so´n moralo Ding über den richtigen Bolzenschuss. (Im Sinne von: das ist ja wohl keine Frage, dass der sitzen sollte.)
Es geht darum, ob ihnen durch frühere Tötung Leid erspart wird.
Ja, ganz sicher. Alle diese beschriebenen Verletzungen verursachen unbehandelt Siechtum und Leid.
Und fast genauso sicher ist es, dass sie behandelbar sind. Frag deinen Tierarzt (nach Entzündungen...)
("Erkenne ich eine Bisswunde am Ohr?" Hey...)

"Wie teuer ist das tägliche einpinseln mit einem Wirkstoff, der für Schlachttiere zugelassen ist?"
Nicht nur das Medikament, auch der jeweilige Arbeitsaufwand.
Ja, es ist eine schwere Frage, ob sich einpinseln oder töten mehr lohnt.
Da sind wir uns wahrscheinlich einig.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#986

Beitrag von Rohana »

Ähm... die, bei denen die Behandlung funktioniert hat, die liegen halt nicht in der Kadavertonne. Die "Hinweise" auf mögliche "Leiden" sagen leider gar nix über versuchte Therapien - oder hab ich das nur nicht gefunden? :ohm:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
centauri

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#987

Beitrag von centauri »

Letztendlich geht es ja nur darum das billiges Fleisch produziert wird. Und solange der Kunde es toleriert wird sich daran nichts ändern. Da hilft es nix hier im Forum den oder den anderen Standpunkt zu vertreten. Das ist eigentlich Zeitverschwendung da wir uns hier ja eigentlich über Tier- bzw Fleischproduktion so ziemlich einig sind.
Die Verbraucher sensibilisieren wäre viel wichtiger. ;)
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marceb
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#988

Beitrag von marceb »

Der Verbraucher wird durch solche Berichte informiert und es kann gar nicht genug solcher Berichte geben.
ich schaue viel "NDR" und da gibt es sehr viele Berichte über alternative Anbaumethoden und Tierhaltung.
Vor ein paar Jahren hat man davon nichts gesehen oder gehört.
ich denke langsam beginnt ein Umdenken.
Man sieht es auch z.B. an den Solawis. Hier in der Nähe gibt es eine, die haben in sehr kurzer Zeit, ich glaube ein Jahr,
über 60 Mitglieder, die sie Beliefern.
Langsam gibt es immer mehr Menschen, die die Herkunft der Produkte hinterfragen.
Der Wandel hat begonnen und wenn die konventionelle Landwirtschaft den Trent nicht erkennt, dann können sie ihre Produkte nur noch
in die 3. Welt exportieren.

Gruß
Martina
centauri

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#989

Beitrag von centauri »

Der konventionellen Landwirtschaft gebe ich da eigentlich weniger Schuld. Klar ist das nicht das gelbe vom Ei.
Schlimm wurde es ja erst richtig als die Landwirtschaft industrialisiert wurde und dadurch landwirtschaftliche Erzeugnisse zu Schleuderpreisen auf den Markt kamen. Und der Verbraucher findet es mittlerweile ganz normal das 1 kg Schweinefleisch für 3 € verhökert wird.
Früher kostete das auch 6 DM. Das ist aber auch schon 30 Jahre her.
Mich wundert es eh immer wenn ich beim Einkauf an der Kasse stehe. Klar kaufe ich ja auch so manches ungesunde. Aber was für Mist da so mancher aufs Band legt, da kann man sich nur wundern. :hmm:
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#990

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

centauri hat geschrieben:Aber was für Mist da so mancher aufs Band legt, da kann man sich nur wundern. :hmm:
kann mich erinnern, dass mal jemand hier im Forum geschrieben hat, dass er/sie fast nur "ungesundes" einkauft, weil die frischen Sachen hatte er/sie ohnehin aus Eigenproduktion.....
Früher (vor ca. 38 Jahren) gab es in der Gegend, wo wir unser Wochenendhaus hatten (Südsteiermark) in den Geschäften kaum frische Sachen. keinen Salat, meistens nicht mal Eier.
warum?
das hatten alle selber! :lol:
heute kriegt man "alles" und die regionalen Landwirte esse Nüsse aus Kalifornien und lassen die eigene vom Baum verkommen, weil es zuviel Arbeit ist und weil man ja nicht weiß, ob sie vielleicht doch verschimmeöt sind und so schön und so groß sind sie sowieso nicht...
(das haben mir die Nachbarn dort so erklärt, ist keine "Mutmaßung" meinerseits!)
centauri hat geschrieben:Die Verbraucher sensibilisieren wäre viel wichtiger.
nee!! Die Menschen sensibilisieren wäre wichtiger!!
auch und vielleicht vor allem auch die Landwirte :roll:

ein Tier ist eben ein fühlendes Lebewesen und kein "Produkt", dass Landwirt erzeugt.....

Aber ja: manchmal muss man ein Tier töten, anstatt es zu behandeln...

Aber ich habe echt Zweifel, dass diese Tiere alle einem "Behandlungsversagen" zum Opfer gefallen sind

- woher willst du das denn wissen, Rohana? ;)
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