Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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Peterle
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#961

Beitrag von Peterle »

...
Ich hab Quatsch gemacht
centauri

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#962

Beitrag von centauri »

Ich meinte ja nur.
Jeder ist z.B. auch gegen Atomkraft und Braunkohle, Strom hat aber auch jeder.
Fast keiner produziert seinen Strom autark.
Jeder möchte zu einer schöneren Welt kommen aber am liebsten mit einem SUV auf asphaltierten Strassen.
Wir holen unser glückliches Schwein auch bei Matte. Da spielen die 500 km auch keine Rolle.
Wir leben nun mal in einer Industriegesellschaft die natürlich auch ihre Schattenseiten hat.
Nur wenn ich immer im Schatten stehe weil ich mich dort hin stelle werde ich die Sonne nicht sehen.
Und wenn ich Thomas heißen würde, also ich meine Thomas/V dann würde ich mal beim Nachbarn vorbei schauen.
Ich rede ja auch mit unserem Bauern und sage ihm was mir nicht passt.
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Peterle
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#963

Beitrag von Peterle »

centauri hat geschrieben:Ich meinte ja nur.
Jeder ist z.B. auch gegen Atomkraft und Braunkohle, Strom hat aber auch jeder.
Fast keiner produziert seinen Strom autark.
Muss ich ja auch nicht, aber Biogasanlagen oder Windräder im Umfeld tolerieren müsste man mindestens übergangsweise.
Leider ist der Schwarmstrom ja scheinbar doch nicht so wirklich gewollt. Das wäre meiner Meinung nach eine der TOP- Lösungen. Und dann noch Wasserstoff als Energieträger.

Ich glaube wir sind uns einig, das Übel liegt nicht am Landwirt oder Viehzüchter, es liegt im Wirtschaftssystem und unseren Hirten.

Gruß

Peter
Rati
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#964

Beitrag von Rati »

sybille hat geschrieben:..Leben wir länger und besser mit Handy, Smartphone ... als mit guten Lebensmitteln? Der Gesellschaft wird das so vorgegaukelt und alle glauben es :nudel:
echt alle? Du etwa auch? ;)
Die Gesellschaft ist doch kein homogener Klumpen und mensch braucht auch nicht unbedingt trendyphob sein um vernünftig zu denken.
Ich habe zB Arbeitskollegen, die sowohl die neuste Smartphontechnologie und regionale Lebensmittel vom Markt feiern und den Eiern von meinen Hühnern immer den Vorrang geben.

Grüße Rati
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
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sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#965

Beitrag von sybille »

Rati, nein ich nicht!
Ich habe zB Arbeitskollegen, die sowohl die neuste Smartphontechnologie und regionale Lebensmittel vom Markt feiern und den Eiern von meinen Hühnern immer den Vorrang geben.
Klar, solche Kunden habe ich auch aber die sind auch Doppelverdiener mit hohem Einkommen und können sich Beides leisten wenn sie sich denn Gedanken machen. Das ist ja auch nicht immer so.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
centauri

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#966

Beitrag von centauri »

Was die Leute immer gegen ein Smartphone haben?
Ich hab ja auch eines und finde es genial.
Nur ich hab es nicht dauernd in der Hand. :)
Ich rufe damit an, mache mal ein Foto, schreibe Nachrichten (meistens Beruflich), hab einen Rechner dabei, Kalender ist auch da.
Früher als ich noch Bauleiter war hatte ich das halbe Auto voll Gerümpel.
Heute hab ich z.B. eine Fällgenehmigung auf dem Phone. Nix Papier, schont eigentlich die Wälder.
Es reicht ein Smartphone für viele Dinge.
Kannst auf viele Dinge auch Ruckzuck reagieren. Das spart Zeit, und Zeit ist nun mal Geld!
Und wenn mich z.B. jemand fragt ob ich Interesse an dies oder jenes habe sage ich nur "mach mal ein Foto".
Eine Frage von Sekunden. Da musste nicht hinfahren. :)
Und ich reize mit Sicherheit nicht alles aus was das Teil könnte. :roll:
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#967

Beitrag von Rohana »

Wildmohn hat geschrieben: Das "kapitalistische Hamsterrad" ist genau das, was Du an Folgen spürst, wenn die Preise auf Grund marktwirtschaftlicher Interessen bis unter die Schmerzgrenze gedrückt werden. Hat man als Betrieb z.B. Schulden, die getilgt werden müssen, ist man schon im Hamsterrad drin.
Stallbau ist so eine Sache. Das bezahlst du nicht aus der Portokasse, idr geht es nicht ohne Kredite. Neue Richtlinien, neue Technik oder Arbeitswirtschaft, Vergrösserung oder Bio-Zertifizierung erfordern neue Ställe... was auch immer der Grund, beim Neubau wird fast immer die Viehzahl erhöht (verdoppelt), um noch zu Lebzeiten abbezahlen zu können :roll:

Und wenn ich die alten Anbindeställe von anno dazumal sehe, stimme ich da zu. Niedrig, eng, dunkel. Aktuell noch grade so erlaubt, langfristig gibt es nur Neubau (bzw. Umgestaltung zum Laufstall, was oft nicht praktikabel ist) oder Aufgabe. Die meisten bei uns geben auf, viele davon (oft alte!) Leute mit 10, 20 Kühen im Anbindestall und vielleicht noch 10 zur Mast in winzigen Boxen. Prinzipiell gut wenn diese Haltungsweise verschwindet, aber damit verschwinden oft auch "kleine" Bauern. Die Kühe werden woanders übernommen - oder geschlachtet. Wir haben selbst 2 Kühe aus Anbindehaltung von einem Aufgabebetrieb übernommen.
Ich glaube, es gibt eine relativ hohe europaweite Selbstmordrate von Milchbaueren, die auf Grund des Preisdrucks verzweilfelt aus dem Leben geschieden sind...
Unter Bauern ist die Selbstmordrate generell höher als Durchschnitt meine ich gelesen zu haben, ob Milchbauern da besonders hervorstechen in den letzten Jahren, weiss ich nicht.
Tja und die "artgerechte Innovation" wäre an Deinem Beispiel, dass den Kühen Weidewirtschaft zu gute käme und die Kälber entsprechend lang bei der Mutterkuh bleiben könnten, was sich logischer Weise entsprechend im Milchpreis niederschlagen müsste.
Weidewirtschaft ist so eine Sache. Das ist sehr viel Arbeitsaufwand und man braucht halt entsprechendes Grünland, Zäune und Regen. Es würden sicherlich mehr Bauern machen, wenn entsprechend bezahlt würde, aber Weidemilchprogramme findest du in unserer Gegend nicht - weil es hier mit viel Aufwand allein nicht getan ist, wir haben einfach schlechte(re) Voraussetzungen dafür. Im ganzen Umkreis gibt es einen, der seine Kühe auf der Weide hat (plus Anbindestall) und der gibt auf, kein Nachfolger.

Kälber bei der Milchkuh - das ist nochmal ne andere Hausnummer. Ich halte das persönlich für einen riesigen Aufwand mit fraglichem Nutzen, der zudem sehr schwierig umsetzbar ist und dessen Produkt, behaupte ich mal, keinen Markt hat. Das ist ja nicht nur ein Liter pro Woche für Ina und einer für dich, sondern xhundert am Tag! Wie schon vorher erwähnt, die Milchmenge die die Kälber saufen bzw. die Kosten für Ersatztränke (auf Milchpulverbasis, rein zum Handling, nicht zum Kostensparen) die bleibt gleich, egal ob direkt von der Kuh oder vom Eimer genuckelt. Die Milchmenge und -qualität, die ermolken wird, leidet aber zusätzlich unter dem Modell. Heisst also der doppelte oder mehrfache Preis müsste her um die zusätzlichen Kosten zu decken - für jeden Liter. Es wird eben in der Regel für ein Produkt bezahlt und nicht für die Produktionsweise, auch die Bio-Bauern verkaufen Weizen oder Milch oder Fleisch. Bis auf die lieben (Bio)Leute, die Prämien-Optimierung betreiben, ansäen und gucken ob noch was zu ernten ist, das wäre nämlich ein netter Bonus obendrauf... was für mich am Sinne der Landwirtschaft vorbei ist.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#968

Beitrag von Fred »

6.04.2003
Weizen-Lobby zum Angriff bereit

Wie Reuters Health am 17.3.[2003] meldete, beklagt der „Wheat Food Council“ bereits einen Rückgang des Weizenverzehrs um 4% in vier Jahren und kündigte nun an, „das Getreide aktiv zu verteidigen“. Da jedoch zu wenig Geld für produktunabhängige Werbung zur Verfügung stehe, wolle man sich auf eine „Bildungskampagne“ für Mediziner und Ernährungsberater konzentrieren. Man werde die Atkins-Diät direkt attackieren und beispielsweise hervorheben, dass nicht der Konsum von Kohlenhydraten, sondern Faulheit und Überessen zu Übergewicht führten.

Interessant auch den Komentar dzuz zu lesen.

http://www.animal-health-online.de/lme/ ... bereit/46/
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#969

Beitrag von Rohana »

Pflanzlicher Fleischersatz mit Ehrgeiz: "Impossible Foods"
http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaeh ... 35064.html

Mal abgesehen von all dem anderen Zeug was der gute Mann von sich gibt: Der Knackpunkt in der Herstellung seines "Fleisches" ist eine genmanipulierte Hefe! Da ist das anscheinend ganz okay... naja, Roboter nehmen uns das denken ab, warum sollten nicht Maschinen Fleisch herstellen. Sicherer, nachhaltiger und nahrhafter als Tiere. :dreh:
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#970

Beitrag von Rati »

Fred hat geschrieben:...und beispielsweise hervorheben, dass nicht der Konsum von Kohlenhydraten, sondern Faulheit und Überessen zu Übergewicht führten
was ja nun auch nicht falsch wäre. :)
Rohana hat geschrieben:Der Knackpunkt in der Herstellung seines "Fleisches" ist eine genmanipulierte Hefe! .... warum sollten nicht Maschinen Fleisch herstellen. Sicherer, nachhaltiger und nahrhafter als Tiere...
na ja, optimal ist Gen Tec im Fermenter natürlich nicht (nachhaltig kann sie durchaus sein) aber es ware auf jeden Fall schon mal besser als genTec in der freien Natur.

Grüße Rati
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