Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Er müsste halt trotzdem fast alle Auflagen einhalten, weil die in den ganzen Fachgesetzen verankert sind.
Und die Landpreise und Pachten sind hier wegen der Ausgleichszahlungen entsprechend höher, bei deutlich schlechteren Strukturen (verstreute Kleinflächen).
Deshalb gibt es nur ganz wenige, meist sehr intensiv arbeitende Betriebe, die in D auf die Ausgleichszahlungen verzichten.
Unsere Bedingungen sind mit denen in den USA nur eingeschränkt vergleichbar.
Bio wäre mit Joels Tierhaltung nicht möglich, weil die Hähnchen zu wenig Auslauf hätten.
Man müsste also konventionell arbeiten und das ganze Gelände mit doppelten Außenzäunen und einer Hygieneschleuse sichern (zumindest bei unseren Veterinäramt), was dann wieder die Vermarktung von Hofführungen schwierig macht und die Direktvermarktung erschwert, weil die Leute nicht einfach rein kommen und sich alles ansehen könnten.
Auch eine Schlachtung bei den Salatins wäre hier nicht vorstellbar. Da müssten man schon viel Geld in die Hand nehmen und ein EU-konformes Schlachthaus und eine Eier-Erfassung bauen.
Da musst du schon sehr gut vermarkten, um das alles ohne Ausgleichszahlungen wieder rein zu kriegen.
Und die Landpreise und Pachten sind hier wegen der Ausgleichszahlungen entsprechend höher, bei deutlich schlechteren Strukturen (verstreute Kleinflächen).
Deshalb gibt es nur ganz wenige, meist sehr intensiv arbeitende Betriebe, die in D auf die Ausgleichszahlungen verzichten.
Unsere Bedingungen sind mit denen in den USA nur eingeschränkt vergleichbar.
Bio wäre mit Joels Tierhaltung nicht möglich, weil die Hähnchen zu wenig Auslauf hätten.
Man müsste also konventionell arbeiten und das ganze Gelände mit doppelten Außenzäunen und einer Hygieneschleuse sichern (zumindest bei unseren Veterinäramt), was dann wieder die Vermarktung von Hofführungen schwierig macht und die Direktvermarktung erschwert, weil die Leute nicht einfach rein kommen und sich alles ansehen könnten.
Auch eine Schlachtung bei den Salatins wäre hier nicht vorstellbar. Da müssten man schon viel Geld in die Hand nehmen und ein EU-konformes Schlachthaus und eine Eier-Erfassung bauen.
Da musst du schon sehr gut vermarkten, um das alles ohne Ausgleichszahlungen wieder rein zu kriegen.
- Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Den Ansatz find ich nicht schlecht.Manfred hat geschrieben: Die Molkereien sollten ihr Milchgeld gestaffelt danach auszahlen, wie gut sie die jeweilige Menge verwerten können.
z.B. 1/3 wird zu Markenkäse und bringt einen Auszahlungspreis von 50 Cent / Liter.
1/3 wird zu Joghurt und bringt 25 Cent / Liter
1/3 muss auf dem Spotmarkt verkauft werden und bringt 15 Cent / Liter
So spüren die Bauern, welche Teilmengen zu Dumpingpreise in den Markt gedrückt werden müssen und hätten einen größeren Anreiz, ihre Mengen selbst anzupassen.
Durch den bisherigen molkereiinternen Mischpreis wird die überschüssige Milch ja quersubventioniert.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Griseldis
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Herpes-Ausbruch bei Rindern in Thüringen, 1200 Tiere müssen getötet werden.
http://poessneck.otz.de/web/lokal/suche ... 1784325314
http://poessneck.otz.de/web/lokal/suche ... 1784325314
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Wenn man wissen will, was auf EU-Ebene diskutiert wird, muss man die Neuseeländische Fachpresse lesen...
Irgendwie bekloppt.
Frankreich schlägt vor, den Milchbauern 10 Cent pro Liter zu bezahlen, den sie gegenüber 2015 weniger produzieren:
https://farmersweekly.co.nz/section/dai ... -milk-flow
Eine Ausstiegshilfe, die wohl viele mitnehmen würden, die eh über eine Aufgabe nachdenken, sich aber noch nicht durchringen können.
Frontera hat gleichzeitig die Preisprognose für den Milchpreis weiter abgesenkt:
https://farmersweekly.co.nz/section/dai ... ce-to-3-90
Irgendwie bekloppt.
Frankreich schlägt vor, den Milchbauern 10 Cent pro Liter zu bezahlen, den sie gegenüber 2015 weniger produzieren:
https://farmersweekly.co.nz/section/dai ... -milk-flow
Eine Ausstiegshilfe, die wohl viele mitnehmen würden, die eh über eine Aufgabe nachdenken, sich aber noch nicht durchringen können.
Frontera hat gleichzeitig die Preisprognose für den Milchpreis weiter abgesenkt:
https://farmersweekly.co.nz/section/dai ... ce-to-3-90
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Noch ne Frage: Könnte die derzeitige Preisentwicklung auch mit den Sanktionen gegen Russland zu tun haben?
Und zu Herpes: scheint ja bei Tieren ziemlich gefährlich zu sein - der Virus. Ich bekomme auch 1-2 mal im Jahr Lippen-Herpes (je nachdem wie oft ich mich vor irgendwas ekele). Hoffentlich werde ich dafür nicht eines Tages von der Straße weggeschossen.
Und zu Herpes: scheint ja bei Tieren ziemlich gefährlich zu sein - der Virus. Ich bekomme auch 1-2 mal im Jahr Lippen-Herpes (je nachdem wie oft ich mich vor irgendwas ekele). Hoffentlich werde ich dafür nicht eines Tages von der Straße weggeschossen.
Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise und möchte mich verändern. (Rūmī)
https://www.bewusste-menschen.de/
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Ich habe so meine Zweifel, dass eine Wiederbelebung des Russlandexports viel ändern würde.
Es ist ja nicht so, dass Russland keine Milchprodukte mehr importiert. Die kaufen jetzt halt anderswo.
China hat im Januar zwar wieder etwas mehr importiert, dass liegt aber wohl an dem Freihandelsabkommen mit Neuseeland. Die Neuseeländern dürfen jeweils im Januar eine größere Menge mit reduzierten Zöllen oder zollfrei nach China verschiffen.
Um kurzfristig wieder auskömmliche Preise zu erreichen, müsste man die Menge auf dem Weltmarkt vermutlich um 10% reduzieren.
Derzeit sollen europäische Molkereien kräftig in Verarbeitungsstandorte in Schwarzafrika investieren, wo dann großteils billiges Import-Milchpulver zu Endprodukten weiterverarbeitet wird, was die dortigen Milchbauern ruiniert.
So gewinnt man Marktanteile auf dem Weltmarkt.
Es ist ja nicht so, dass Russland keine Milchprodukte mehr importiert. Die kaufen jetzt halt anderswo.
China hat im Januar zwar wieder etwas mehr importiert, dass liegt aber wohl an dem Freihandelsabkommen mit Neuseeland. Die Neuseeländern dürfen jeweils im Januar eine größere Menge mit reduzierten Zöllen oder zollfrei nach China verschiffen.
Um kurzfristig wieder auskömmliche Preise zu erreichen, müsste man die Menge auf dem Weltmarkt vermutlich um 10% reduzieren.
Derzeit sollen europäische Molkereien kräftig in Verarbeitungsstandorte in Schwarzafrika investieren, wo dann großteils billiges Import-Milchpulver zu Endprodukten weiterverarbeitet wird, was die dortigen Milchbauern ruiniert.
So gewinnt man Marktanteile auf dem Weltmarkt.
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Eine Gemeinsame Studie von Germanwatch, AbL, Brot für die Welt und Misereor zur Milch-Exportpolitik:
Die Konzentration auf den Export von Billigware ruiniert nicht nur Milchbauern in den Entwicklungsländern, sondern durch den massiven Kostendruck auch unsere heimischen Familienbetriebe.
https://germanwatch.org/de/download/13255.pdf
Die Konzentration auf den Export von Billigware ruiniert nicht nur Milchbauern in den Entwicklungsländern, sondern durch den massiven Kostendruck auch unsere heimischen Familienbetriebe.
https://germanwatch.org/de/download/13255.pdf
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Zur Abwechslung mal ein paar Schweine-Infos aus der aktuellen Topagrar:
-Die polnischen Schweineproduzenten sind nicht mehr konkurrenzfähig.
Der Mastschweinebestand ist in den letzten 10 Jahren um ca. 50% auf jetzt 18 Mio. Tiere eingebrochen.
Die Zahl der Zuchtsauen hat sich im gleichen Zeitraum von 1,8 Mio. auf 0,8 Mio. reduziert.
Hauptgründe sind Importe von billigem Schweinefleisch aus Deutschland und billigen Ferkeln aus Dänemark.
-In Deutschland werden nur noch 20% der Schweine durch handwerkliche Metzger vermarktet.
-Aldi Nord will ab 2017 nur noch Jungeberfleisch verkaufen
-Bei Jungebern sortieren die Schlachthöfe 1 bis 6% Stinker aus, die entsorgt werden müssen, weil der Ebergeruch in der Verarbeitung nicht ausreichend maskiert werden kann. Weitere 0,5 bis 1% rutschen durch die Schlachthofkontrolle und landen beim Endverbraucher.
Die handwerklichen Metzger lehnen die Jungebermast deshalb ab und setzen weiter auf weibliche Tiere und Kastraten.
-Die polnischen Schweineproduzenten sind nicht mehr konkurrenzfähig.
Der Mastschweinebestand ist in den letzten 10 Jahren um ca. 50% auf jetzt 18 Mio. Tiere eingebrochen.
Die Zahl der Zuchtsauen hat sich im gleichen Zeitraum von 1,8 Mio. auf 0,8 Mio. reduziert.
Hauptgründe sind Importe von billigem Schweinefleisch aus Deutschland und billigen Ferkeln aus Dänemark.
-In Deutschland werden nur noch 20% der Schweine durch handwerkliche Metzger vermarktet.
-Aldi Nord will ab 2017 nur noch Jungeberfleisch verkaufen
-Bei Jungebern sortieren die Schlachthöfe 1 bis 6% Stinker aus, die entsorgt werden müssen, weil der Ebergeruch in der Verarbeitung nicht ausreichend maskiert werden kann. Weitere 0,5 bis 1% rutschen durch die Schlachthofkontrolle und landen beim Endverbraucher.
Die handwerklichen Metzger lehnen die Jungebermast deshalb ab und setzen weiter auf weibliche Tiere und Kastraten.
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Die Importe von Käfigeiern haben wieder kräftig zugelegt.
Und die EU sponsert auch noch den Bau der dafür nötigen Käfigeier-Fabriken:
http://www.kleinezeitung.at/k/wirtschaft/4942204/
Da sollen sich die heimischen Hühnerhalter nicht verarscht vorkommen...
Die Brütereien wandern auch vermehrt ab. Wegen des drohenden Tötungsverbotes für männliche Legerasseküken investieren die Legehennen-Brütereien nicht mehr in D. Ein Teil der Produktion internationaler Firmen wird direkt nach Übersee verlagert und die Küken eingeflogen.
Und die EU sponsert auch noch den Bau der dafür nötigen Käfigeier-Fabriken:
http://www.kleinezeitung.at/k/wirtschaft/4942204/
Da sollen sich die heimischen Hühnerhalter nicht verarscht vorkommen...
Die Brütereien wandern auch vermehrt ab. Wegen des drohenden Tötungsverbotes für männliche Legerasseküken investieren die Legehennen-Brütereien nicht mehr in D. Ein Teil der Produktion internationaler Firmen wird direkt nach Übersee verlagert und die Küken eingeflogen.
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Gelöschter Benutzer 54
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
wenn man einen blick auf die kommentare zum artikel macht, dann sieht man ein abbild der landläufigen meinung zur EU und ihren dummen ideen. nicht nur die hühnerhalter fühlen sich verarscht.
