Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

mot437
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#291

Beitrag von mot437 »

Bauern waren nie Tierfreunde und werden es auch nicht.
Geldverdienen mit Tieren war auch noch nie schön (auch nicht bei den Bios ....)

Hm. Protestiere.

Oder gets um fermenschlichung
Sei gut cowboy
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fuxi
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#292

Beitrag von fuxi »

mot437 hat geschrieben:Bauern waren nie Tierfreunde und werden es auch nicht.
Du scheinst nicht viele Bauern persönlich zu kennen.
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centauri

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#293

Beitrag von centauri »

Naja Bauer ist nicht gleich Bauer.
Kommt eben darauf an wie produziert wird.
Kenne einige Bauern die sorgsam mit ihren Tieren umgehen.
Gibt aber auch eben viele die industriell produzieren.
Da läuft das natürlich anders!
Steinbock
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#294

Beitrag von Steinbock »

fuxi hat geschrieben:
mot437 hat geschrieben:Bauern waren nie Tierfreunde und werden es auch nicht.
Du scheinst nicht viele Bauern persönlich zu kennen.
Das war ein Zitat von Landfrau.
Steinbock
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#295

Beitrag von Steinbock »

Landfrau hat geschrieben:Früher waren Bauern Unfreie, heute ist das alles sehr elegant konstruiert, aber unfrei sind die BAuern nach wie vor.
Und folgt dem ewigen Prinzip - mehr mehr mehr, für weniger Geld, für mehr menschen, Effizienz und Ausstoß ....

Ändern? Wird man das nicht und der Versuch mag löblich sein, aber Lebensfreude kosten.
Jeden Tag verschwinden (lt. statistischem Bundesamt von 2013) ca. 27 Hektar Boden unter Beton und Asphalt ("BODENVERSIEGELUNG", 2013, http://globalsoilweek.org/wp-content/up ... ing_de.pdf).
D.h. jeden Tag verlieren mindestens etwa 54 Menschen in Deutschland die Möglichkeit sich selbst zu ernähren. In einer Woche ist das etwa ein Dorf, in vier Monaten eine Kleinstadt.

Man kann entweder, soweit wie es eben geht, Lebensmittel selber anbauen oder man kann mithelfen Informationen zu verbreiten, die zeigen wie ein besseres Leben, im Einklang MIT der Natur, möglich ist. Ich versuche vor allem letzteres zu machen.

Dazu ein gutes Interview mit einem Forstexperten, der auch Bäume als Lebewesen ansieht und der für den Eigenbedarf auch Tiere schlachtet:

http://mp3-download.swr.de/swr1/bw/leut ... 12844s.mp3

Das Interview ist vom 12. Oktober diesen Jahres (SWR1 Leute):
http://www.swr.de/swr1/bw/programm/leut ... index.html

Viele Menschen suchen ihr Glück im Konsum. Dies hängt mit ihrer Erziehung bzw. mit der fehlenden Zuwendung durch die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten zusammen. Wahren Frieden wird es auf dieser Welt erst geben, wenn es keine Gewalt mehr gegen Kinder gibt.
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fuxi
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#296

Beitrag von fuxi »

@Steinbock
Ah, danke für den Hinweis. Das hatte ich wegen der fehlenden Zitatmarkierung nicht gesehen. Dann gilt mein Kommentar natürlich ihr statt Tom.

(... und zeigt mal wieder, dass das Beharren auf korrekter Interpunktion und Zitatmarkierungen keine Korinthenkackerei ist, sondern für schriftliche Diskussionen grundlegend wichtig ist.) :kaffee:
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Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#297

Beitrag von Manfred »

Mir macht mehr Sorge, dass der Passus mit den Erfüllungsgehilfen leider in weiten Teilen zutrifft.
Aber auch daran wird gearbeitet. Siehe Themenkreis Holistic Management. Da geht es in der Landwirtschaft in weiten Teilen darum, sich wieder auf die eigentlichen Kompetenzen des Landwirts zu besinnen: Wie erzeuge ich aus Sonnenlicht und Wasser mit Hilfe des Bodens marktfähige Produkte? Die Kosten für die ganzen Betriebsmittel steigen weiter massiv an, während die Preise für die Agrarprodukte stagnieren und teilweise sogar fallen. Das kann man auch mit Masse nicht dauerhaft ausgleichen. Deshalb müssen wir wieder lernen, ohne diese ganzen "Helferlein" auszukommen, die die Rentabilität unserer Betriebe fressen.
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Reisende
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#298

Beitrag von Reisende »

manfred :daumen:
da ich laktose und gluten hervorragend vertrage, leiste ich mir als ausgleich dafür einige intoleranzen im zwischenmenschlichen bereich.
Landfrau
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#299

Beitrag von Landfrau »

Womit du recht hast, Manfred.
ich frage mich schon lange, warum die bauernschlauen Bauern so dumm sind. Nolens volens?

Es heißt auch, dass Agrarförderung "auf Rückruf" ausgezahlt würde, also nach hoheitlichem Ermessen zurückgefordert werden kann. Leider habe ich keine Quelle dazu. Scheint mir aber dünnes Eis zu sein, die Förderung.

Die Bauern arbeiten an gegen die Schraube aus Kostensteigerung und Erlös, mit Selbstausbeutung, "Strukturwandel" - also immer weniger größerem Höfen und ggf. mit Kreditnahme und Zinszahlung.
Bäuerliche Kultur gibt es kaum mehr.

dabei gibt es - dem HImmel sei dank, dass der Ldw - Minister immer ein Bayer ist - Wege, der Ldw höchst (!) lukrative echte Einnahmen - keine Subventionen - abzugewinnen unter, je nach Konstrukt, kompletter Steuerfreiheit oder lachhaft geringer besteuerung.
Dafür braucht es aber sinnigerweise einen Familienhaushalt, mindestens eine Frau, die bereit ist, daran mitzuarbeiten
Aber Bäuerin will heute keine mehr sein, die Ehefrauen der LAndwirte sind tunlichst Arzthelferin oder Bankkauffrau.

Wie gesagt, bäuerliche Kultur gibt es nicht mehr, selten weht mich auf einem Hof weit draußen ein HAuch davon an.
Bäuerliches Denken und Arbeiten sind Schnee von gestern, heute senden die Agrochemiekonzerne nächtens Faxe, was am nächsten Tag zu spritzen ist. Das Spritzmittel hat der bauer schon, den Preis weiß er noch nicht. Den legen die Konzerne fest, wenn sie die Erntemenge kennen - so, dass der Bauern weiter im Netz zappeln und seinen Fron tun kann. Gerade nicht kaputt geht und gerade nicht die Illusion verliert, ein freier Unternehmer zu sein.

Freie Bauern - heute ohne Subventionen und ohne Steuern - gibt es nicht.

LAndfrau
Den Inhalt einer Botschaft bestimmt der Empfänger :-)
Steinbock
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#300

Beitrag von Steinbock »

Landfrau hat geschrieben:Es heißt auch, dass Agrarförderung "auf Rückruf" ausgezahlt würde, also nach hoheitlichem Ermessen zurückgefordert werden kann. Leider habe ich keine Quelle dazu. Scheint mir aber dünnes Eis zu sein, die Förderung.
2007 oder 2008 (das Jahr des Rekordölpreises von ca. 150 Dollar pro Barrel) gab es sehr gute Preise für Getreide (auch für andere Nutzpflanzen?), d.h. für die Bauern überdurchschnittliche Einnahmen. Dachten die Bauern jedenfalls bis zum Herbst.
Dann wurde, mindestens mal in Bayern, verkündet, dass die EU-Prämien (oder Landesprämien bzw. die Landesförderung?) soweit gekürzt würden bis die Einnahmen der Bauern einem durchschnittlichen Jahr entsprechen würden.

/Ironie ein
Da habe ich mir gedacht: Diese wunderbaren tollen Menschen in der bayerischen Politik, die man unbedingt noch mindestens zehn Wahlperioden wiederwählen sollte, verstehen es wirklich die Lebensfreude der nur selten arbeitenden Menschen in der Landwirtschaft in die höchsten Höhen zu treiben. Es wäre wirklich gefährlich gewesen, wenn auch nur ein Bauer mal etwas Eigenkapital hätte ansparen können. Denn dann wäre dieser Bauer so begeistert von seinem neuen Reichtum gewesen, dass er den ganzen Tag nur noch mit Geld zählen beschäftigt gewesen wäre und er sich nicht mehr um die Ernährung der Bevölkerung gekümmert hätte./Ironie aus
Landfrau hat geschrieben:Wie gesagt, bäuerliche Kultur gibt es nicht mehr, selten weht mich auf einem Hof weit draußen ein HAuch davon an.
Es sollen wohl nach und nach nur noch die ganz Harten übrig bleiben, die keine Frage mehr stellen.

Aber es tut sich was in Deutschland, d.h. die gallischen Dörfer werden immer mehr, zum Entsetzen der Chemie- und Agroriesen. Da wird so mancher Hintern kalt beim Kontakt mit dieser durchsichtigen festen Masse aus H2O bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.

http://www.solidarische-landwirtschaft.org

bzw.

https://ernte-teilen.org/map
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