ihno hat geschrieben:ist dieses Vorsorgen und sich Sorgen machen eigentlich Typisch Deutsch
Die nächsten Jahre Dosen zu futtern und mir Sorgen zu machen was jetzt passieren könnte ist eindeutig nicht meins. In unserem Laden haben wir weder Strom noch Heizung und trotzdem sind wir da schon länger wie 14 Tage und Leben immer noch.
Wenn ich das hier so lese scheint mir das ein Wunder zu sein.
Typisch deutsch ist es nicht, aber typisch für Gegenden, wo man
vorsorgen und sich
Sorgen machen muss, unter anderem in Deutschland. Wir müssen uns hier schon jetzt
Sorgen machen, wie wir über den nächsten Winter kommen und entsprechend Holz machen (sogar schon für den übernächsten Winter) und aussäen. In manchen wärmeren Ländern muss man das nicht, und daher ist es den Leuten eher fremd, dieses
Sorgen und
Vorsorgen.
Fremd kommt vielen diese Denkweise auch hier vor, weil es nun seit 60 Jahren auch ohne
Sorgen und
Vorsorgen ging, indem man einfach, auch wenn man sich nicht die geringsten Gedanken gemacht hat, in den Supermarkt geht und den Heizölhändler anruft.
Und da scheiden sich die Geister: Menschen vom Typ A sind überzeugt, dass das immer so weiter geht, dass andere für sie
sorgen. Menschen vom Typ B beobachten, wie sich die Lage ändert, und möchten auch für den Fall gewappnet sein, dass es im Supermarkt nix gibt oder der Heizölhändler das Telefon nicht abhebt.
Eigentlich, eigentlich, erübrigt sich jede Diskussion darüber, da jeder machen kann, was er will. Leider ist da aber nicht so, weil Typ B in einem Notfall Typ A
mitversorgen muss.
Wie man bei dem ganzen blauen Text sieht, hat "sorgen" eigentlich zwei Bedeutungen: Man kann sich sorgen, grämen und über die Zukunft und Angst haben. Man kann aber auch "sorgen", für ein Baby, einen hilfebedürftigen Mensch, aber auch für seine Zukunft, damit man versorgt ist.
Was beim Sorgen, welchem der beiden auch immer, wie man über unvorhersehbare Situationen kommt, lächerlich sein soll, erschließt sich mir nicht.
Das immer wieder gebrachte Beispiel: "Ich will doch nicht die nächsten Jahre Dosen zu futtern", ist total naiv. In großen Teilen der Welt wäre es ein absoluter Luxus, jahrelang Dosen zu futtern, auch wenn es jeden Tag das gleiche ist. Angesichts möglicher Notstände zu bekunden, auch noch wählerisch zu sein zu wollen und Abwechslung im Kochtopf zu wünschen, ist der Gipfel der Dekadenz.