Aquaponik, Kuppel und mehr

Teichwirtschaft und Aquakultur
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Peterle
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Re: Aquaponik, Kuppel und mehr

#21

Beitrag von Peterle »

Johannes, erst einmal vielen Dank.
Ich werd mir das genau ansehen, Feedback kommt dann :daumen:
Hast du das so in Gebrauch? Seit wann etwa?

Gruß

Peter
hannes1965
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Re: Aquaponik, Kuppel und mehr

#22

Beitrag von hannes1965 »

Hallo Peter,
ja, ich habe das Teil in Gebrauch. Läuft jetzt seit gut 2 Jahren. Hat bisher immer gut funktioniert, einzig: ab und an muss man eingewachsene Wurzel entfernen. Das liegt aber daran, das die Pflanzen bei mir relativ dicht neben den Siphon stehen.
Wenn ich es das nächste mal säubere, mache ich Bilder von den Einzelteilen. Dann kannst du dir die Sache besser vorstellen.
Viele Grüße
Johannes
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Rallymann
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Re: Aquaponik, Kuppel und mehr

#23

Beitrag von Rallymann »

Zu Aquaponik kann ich nix sagen, aber Aquarianer und Angler bin ich schon über 35 Jahre.

Die Ertragsrechnung Fisch Kg Zeit kommt nicht hin. Der Karpfen z.B kann gewichte über 35 Kg erreichen.
Der selbe Fisch in einem üblichen Aquarium von etwa 300 Liter wird in 10 Jahren noch immer 1 Kilo wiegen.
Welse, die man in einem Zoogeschäft sieht ( etwa 5cm lang) kommen im Aquarium auf etwa 30 cm.
Wenn man sich diese Fische in der freien Natur ansieht, stellt man fest, das sie über 2 Meter werden.

Also steht die Fischgröße in direktem Zusammenhang mit der Beckengröße.

Forellenartige ( Salmoniden) brauchen klares kaltes sauerstoffreiches Wasser.
Karpfenartige kommen da mit weniger aus.
Karpfen und Forellen geht nicht, da Karpfen,Schleien usw gründeln. Also den Boden nach Nahrung durchsuchen und so Schwebstoffe im Wasser aufwirbeln. Dadurch verstopfen die Kiemen der Forellen und sie ersticken.
Weiterhin haben die Karpfen sogenannte Flossenstrahlen. Dadurch verletzen sie sich gegenseitig bei zu enger Haltung.

Forellen also nicht.

Schleien sind eher heimliche Fische, die sich gerne im Pflanzendickicht aufhalten. Werden diese zu mehreren im kahlen Becken gehalten, erzeugt das Stress und verhindert das Wachstum.

Karpfen brauchen als Fisch der sowohl im warmen wie auch in sauerstoffarmen Wasser zurecht kommt da weniger Aufmerksamkeit.
Als sagen wir mal Beifisch würde ich da den sog: Bauernkarpfen empfehlen. (Karausche)
Bauernkarpfen daher, weil früher fast jeder Bauer, der einen Weiher, Löschteich oder sowas hatte, Karauschen darin hielt.
Anspruchslos, genügsam und essbar.

Würde ich Aquaponik betreiben, so würde ich beim Fischzüchter sogenannte fangfähige Fische ordern.
Beim Karpfen sind das etwa 35 cm.
Fangfähig bedeutet auch groß genug zum Essen.
Also wäre das eine Art vorübergehende Hälterung oder Mast übers Jahr, wo ich bei Bedarf "ernten" kann.
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Rallymann
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Re: Aquaponik, Kuppel und mehr

#24

Beitrag von Rallymann »

Peterle hat geschrieben:Noch mal zum Nachdenken:
gesetzt werden die als Fingerlinge: ca. 7cm Länge (Karpfen).
Für 7cm sind 140cm Länge ganz ordentlich. Klar, der Müritzsee ist grösser, aber könnten die den Platz überhaupt verwerten?
Schwimmen die Strecke wie wir wandern? Kann ein Fisch überhaupt "wandern" oder aus Spaß an der Bewegung Strecke machen?
Ja die können den Platz verwerten. Obwohl etwa 80% eines Gewässers (See) Fischleer ist.
Der Karpfen ist kein ausgesprochener Schwarmfisch, aber er hält sich in "Schulen" auf. Also kleine Trupps, die im Gewässer umherziehen. Sie benutzen dabei regelrechte "Wildwechsel" und wandern auf denen durch fast das ganze Gewässer.
Und zwar so genau, dass man danach die Uhr stellen kann. Auch geschieht das meist nachts, wenn sie sich sicher fühlen.
Ein Grund ist natürlich die Nahrungssuche und ein anderer Das Wetter in verbindung mit Nahrungssuche oder Schutzsuche.

Dir schwebt wahrscheinlich der gemeine Speisekarpfen vor. Rund und hochrückig. ( Aischgründer) oder Mönchskarpfen.
Diese hochrückige Form hat was gegen Strömung ( nur was für schlanke Formen. siehe Evolution :) )
Wasserbewegung macht denen zu schaffen, verbraucht Kalorien die du ja auf dem Teller haben willst.

Zu den Krebsen.
Wenn du da fingerlange Fischlein dazu setzt, hast du schnell große Krebse :engel:
hannes1965
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Re: Aquaponik, Kuppel und mehr

#25

Beitrag von hannes1965 »

Hallo Peter,
wie versprochen hier die Bilder von den Siphon. Ist zwar spät, aber sie kommen doch noch :-)
Beet mit Aussenrohr.jpg
Beet mit Aussenrohr.jpg (63.44 KiB) 6662 mal betrachtet
Das dicker Rohr im Hintergrund ist das Schutzrohr für den Überlauf. Vorn ist das Siphon.
Beet ohne Aussenrohr.jpg
Beet ohne Aussenrohr.jpg (67.09 KiB) 6662 mal betrachtet
Hinten das schwarze Überlaufrohr, vorne das Innenrohr vom Siphon.
Detail Aussenrohr.jpg
Detail Aussenrohr.jpg (38.17 KiB) 6662 mal betrachtet
Viel Spaß beim nachbauen

Johannes
Gartenzwerg
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Re: Aquaponik, Kuppel und mehr

#26

Beitrag von Gartenzwerg »

Hallo Peterle,

Wie sieht es mit deinem Projekt aus?

Da ich schon 3 Jahre Aquaponik betreibe kann ich dir einiges dazu sagen.

1.
Eine gewisse Besatztdichte brauchst du um genug Nährstoffe zu haben.
2 kilo Fisch pro 100 Liter Wasser sollte es schon sein (und das ist keine schlimme Massenhaltung !!! In der Gewerblichen Aquakultur wir bis zu 8 Kilo fisch pro 100L gefahren)

2.
Fische sind und bleiben SCHWARMTIERE und auch Karpfen sind welche ! (bis zu einer Gewissen Größe)

Das Aquaponik KEINE Tierquelarei ist kann ich seit diesem Jahr sogar garantieren !
Ich habe dieses Jahr sogar nachwuchs bekommen :michel:

Also wenn Fragen sind frage nur oder schau mal hier nach http://aquaponik-forum.de/index.php


MFG Jan
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Rallymann
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Re: Aquaponik, Kuppel und mehr

#27

Beitrag von Rallymann »

Mir sind da auch noch ein paar Sachen eingefallen.
Die Engländer nutzen Teiche in ihren Gewächshäusern, um die Tagsüber gespeicherte Hitze, nachts wieder ans Gewächshaus abzugeben. Von daher ist allein aus Energiesicht dieses System von Vorteil.
Was den Syphonbau angeht, so bietet der Handel, egal ob Teich oder Aquaristik sog: Überlauf oder Oberflächenabsauger recht günstig an.

Ich denke, dass es ohne Pumpe nicht geht. Egal ob die Schwerkraft es vom Beet ins Becken leitet, oder vom Becken ins Beet.
Der Rückweg braucht ne Hilfe in Form einer Pumpe.

Was die Wassertemperatur angeht, so hätte ich da ne Lösung.

Kaltwasseraquarianer innen / Koihalter draussen haben da nen einfachenTrick. Natürlich brauchts ne Pumpe :)

Angenommen wir halten Fische in einem 1000 Liter ibc und wollen aber einen höheren Fischbesatz haben.
Ausserdem soll es im Sommer nicht zu warm werden und im Winter nicht zufrieren.

Dann werden einer oder mehrere ibc einfach in der Erde vergraben und über eine Pumpe zusammen geschaltet.
So kann ich die Wassermenge verdoppeln bis verzehnfachen, ohne am eigentlichen Ort viel Platz zu brauchen.
Weiterhin friert das Wasser durch die Erdwärme im Winter nicht zu und bleibt im Sommer schön kühl.
4 Fliegen mit einer Klappe würd ich mal sagen :)

1 Ich kann empfindlichere Arten halten
2 Ich kann mehr Fisch halten
3 Ich bin Temperaturunabhänig
4 Ich hab ein stabileres System.

Wobei Punkt 4 sehr wichtig ist
An Tagen, an denen die Pflanzen weniger Wasser aufnehmen, wird ja auch der Nährstoffentzug im Wasser weniger.
Also steigt dir Konzentration an z.B. Nitrat im Wasser an. Nitrat ist ein Gift für Fische, dass von Nierenschäden bis zum Tod führt.
Also je mehr Wasser, desto geringer die Belastung.

Ein Punkt für mich als Aquaponiklaie ist dann noch die Sache mit dem Eisen, als wichtigen Pflanzennährstoff.
Fische produzieren ja Stickstoffe aber kein Eisen usw. Demnach wäre es kein geschlossenes System, weil ich von aussen mit z.B. Eisendünger nachhelfen muss.

Auf der anderen Seite könnte ich einfach nen Fischteich anlegen, ein Gewächshaus daneben stellen und mein Gemüse mit dem Teichwasser giessen, wobei das überschüssige Wasser zurück läuft.
Dürfte dann aber wohl nicht Aquaponik heissen :engel:
Ralf
multifred

Re: Aquaponik, Kuppel und mehr

#28

Beitrag von multifred »

Moinsen!

Ich möchte mich hier mal einklinken und vorweg gleich um Verzeihung bitten, ich stehe was Aquaponik angeht noch ganz am Anfang. Vielmehr ist es so, dass ich, um so mehr ich darüber lese, meine geplanten Projekte unter diesem Dach verbindbar sehe. Das erste Projekt sollte ein etwas größerer Gartenteich sein, aber nicht nur zur Optik, sondern auch um ein paar Fische zu züchten. (nichts großes, nur für den Eigenbedarf und ein paar Freunde) Als Fisch stellte ich mir den Zwergwels vor. Ich hab mal über ihn gelesen, was er für eine Plage er geworden ist und so, aber ich las, "geräuchert eine Delikatesse!" Dieser Satz hat sich bei mir eingebrannt. Nun konnte ich aber auch lesen, dass evtl. Wasservögel zu einer ungewollten Vermehrung beitragen können, was ich nicht verantworten will. Auch brauchen diese Fische etwas höhere Temperaturen um besser abzuwachsen. Da sah ich mein Vorhaben dann schon schwimmen...
Eine andere Geschichte ist, dass ich vorhabe auf einem Schuppen eine kleine Solaranlage (Inselanlage) zu betreiben. Kombiniert soll sie mit einem Windgenerator Strom erzeugen. Da ich nicht einspeisen will, soll diese etwa die Teichpumpe betreiben, so hätte ich dafür keine Stromkosten. (ist aber noch nicht durchgerechnet) Evtl. würde ich auch auf eine Dachhälfte Sonnenkollektoren zur Warmwasseraufbereitung installieren. Mein Gedanke war, evtl. das Gewächshaus damit zu beheizen. Nur scheint mir das Problem, dass ich die Wärme in der kalten Jahreszeit brauche und da aber die Sonnenleistung evtl. nicht ausreicht. (was auch zu berechnen wäre)
Als Teichfilter sind 1 oder 2 IBCs geplant, der Rücklauf zum Teich über einen Bachlauf sorgt für den Sauerstoff. Auch wenn ich das Gemüse noch nicht in dieses System direkt integriert habe, so ließe sich dies später immer noch realisieren. Der Abfall aus den Filtern käme aber dem Gartengemüse zu Gute.
Dies sind so die Projekte, nun las ich aber über die Aquaponik, wo es ja auch um Fischzucht geht und meine Denkweise ist, sie da irgendwie zu integrieren. Da hier mehrere Probleme angesprochen wurden (Wasserstabilität, Temperatur, Frost und Platz für die Fische), klickerte es grad bei mir. Wenn der Teich (ca. 80m² und bis über 2m tief) nicht zu sehr mit Fischen vollgestopft ist, sollte er ziemlich stabil stehen.
Ein weiteres Fischbecken (hier kommen die Zwergwelse ins Spiel) könnte vor den Filtern stehen. Der Teich dient auch als Wärmespeicher im Winter gegen den Frost. Ich stelle mir vor in diesem evtl. Schleien, Karauschen o.ä. zu halten. Auch würde ich evtl. Kaulbarsche zur Fütterung der Zwergwelse in einer Art Reuse halten. Wenn ich es jetzt noch schaffe, ohne viel Strom das Wasser im Kreislauf zu heizen (zumindest im Fischbecken), dann wäre doch der Kreislauf perfekt!?!

Oder was meint Ihr?
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Rallymann
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Re: Aquaponik, Kuppel und mehr

#29

Beitrag von Rallymann »

Mal ne kleine Anmerkung von mir.

Wer Filter bei der Haltung von Fischen einsetzt, muss diese immer laufen lassen. Also auch wenn die Sonne mal nicht scheint.
Aquarianer wissen das.
Jeder Filter, sei er auch noch so mechanisch, wird irgendwann zum bioligischen Filter, weil sich Bakterien ansiedeln.
Diese sind gewollt und sorgen erst dafür, dass das Wasser klar ist. Das sogenannte Filtermedium, egal ob Watte, Schwämme, Kies usw hält nur grobe Schwebstoffe ab und dient eigentlich eher als Heimstätte der Bakterien.
Bei einem Aquarium läuft der Filter 365 Tage rund um die Uhr.
Fällt ein Filter wegen Stromausfall aus, bekommen die Bakterien keinen Sauerstoff und sterben ab.
Das vergiftet das im Filter stehende Wasser und wenn der Filter wieder anläuft, Pumpt er das vergiftete Wasser ins Becken, wo dann die Fische eingehen.
Ralf
mgrie
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Re: Aquaponik, Kuppel und mehr

#30

Beitrag von mgrie »

Da ich gerade dabei bin, ein Gewächshaus an einer SSW-Wand zu errichten, letztes Jahr hatten wir da ein Tomatendach mit enormer Ernte, schweifen meine Gedanken einmal mehr um Aquaponik.

Leider darf hier im niedersächsischen Außenbereich ein Gewächshaus nur 15m³ umfassen, um es genehmigungsfrei zu bauen.
1.3 Gewächshäuser mit nicht mehr als 30 m3 Brutto-Rauminhalt, im Außenbereich mit nicht mehr als 15 m3 Brutto-Rauminhalt, jedoch nur als Nebenanlage eines höchstens 50 m entfernten Gebäudes mit Aufenthaltsräumen...
Anhang 1 NBauO
Das ist definitiv zuwenig, um auch noch Aquaponik im herkömmlichen Sinn (Tilapia) zu betreiben.

Der Anhang 1 NBauO verrät mir aber auch, daß ich, im Außenbereich, ein 3 Meter tiefes Loch buddeln darf, bzw. den Aushub 3 Meter hoch aufschütten kann, wenn ich das auf einer Flächen von 300 m² mache.
7.1 Selbstständige Aufschüttungen und Abgrabungen bis 3 m Höhe oder Tiefe, im Außenbereich nur, wenn die Aufschüttungen und Abgrabungen nicht der Herstellung von Teichen dienen oder nicht mehr als 300 m2 Fläche haben...
Verstehe ich jedenfalls so, daß ein 300 m2 Teich in Ordnung wäre. Wenn nich, bleibt noch die Möglichkeit :
9.7 Wasserbecken bis 100 m3 Beckeninhalt, im Außenbereich nur als Nebenanlage eines höchstens 50 m entfernten Gebäudes mit Aufenthaltsräumen,

und:
9.8 luftgetragene Schwimmbeckenüberdachungen bis 100 m2 Grundfläche für Schwimmbecken, die nach Nummer 9.7 genehmigungsfrei sind...
Auf einem dieser Wege könnte ich mir ein Habitat für Wassertiere schaffen, welches deutlich größer ist, als 1, 2 ,3- oder mehr IBC-Tanks.

Fische sollen sich da relativ frei entfalten können. Ernten möchte ich Edelkrebse, zum einen, weil ich einige Schlachtabfälle von Geflügel habe, und unmengen Laub, genau das was die wegfuttern, und auf der anderen Seite weil sie köstlich sind.

Soweit die Theorie. In der Praxis gibt es aber noch einige Punkte, die zu bedenken sind. Einheimische Wassertiere mögen es nicht zu warm. Das wird im Juli/August kaum vernünftig zu bewerkstelligen sein. Auf der anderen Seite kommen Pflanzen wie Tomaten, Paprika, etc. nicht mit kalten Füßen (Gießwasser) klar. Da muß eine technische Lösung her, wenn möglich am besten simpel.

Beste Grüße
Matthias
Der Ostfriese ist zufrieden, wenn sein Land Ertrag abwirft, und seine Freiheit geachtet wird.
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